Darin: mehrere Abbildungen von Ernst II.
Baden
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Vorbemerkung 1976: König Friedrich hatte bereits 1807 die Absicht, in Darmstadt eine württembergische Gesandtschaft zu errichten aufgrund des durch den Rheinbund entstandenen nahen Verhältnisses zum Großherzogtum Hessen und aus dem Bemühen heraus, die freundschaftlichen Beziehungen der Souveräne zu vertiefen. Doch wurde die Stelle erst 1818 unter allgemeiner Begründung besetzt. Ab 1825 blieb sie vakant, bis 1852 auf Anregung des Großherzogs erneut Gesandte ausgetauscht wurden. Auch nach der Reichsgründung von 1871 wurden offizielle diplomatische Beziehungen aufrechterhalten.Die württembergischen Vertreter am Darmstädter Hof waren in der Regel bis 1866 zugleich als Gesandte am Bundestag in Frankfurt und am kurhessischen Hof in Kassel mit Sitz in Frankfurt am Main beglaubigt, von 1867 bis 1872 als Gesandte in Baden mit Sitz in Karlsruhe und ab 1873 als Gesandte in Baden und Bayern mit Sitz in München. Bei Abwesenheit des Gesandten galt bis 1866 der württembergische Vereinsbevollmächtigte bei der hessischen Zolldirektion in Darmstadt als offiziöser Vertreter seines Landes.Die Vertreter Württembergs waren:Karl August Freiherr von Wangenheim, Geheimer Rat, Staats minister, außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister, November 1818 - November 1823 Freiherr von Blomberg, Geheimer Legationsrat, Resident bei der Freien Stadt Frankfurt, Geschäftsträger, Dezember 1820, Dezember 1823 - Juni 1825 von Reinhard, Staatsrat, außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister, November 1852 - November 1865 Freiherr von Linden, Staatsminister, außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister, Dezember 1865 - September 1866 Oskar Freiherr von Soden, Kammerherr, Legationsrat, Geschäftsträger, Januar 1867 - Oktober 1868 von Baur-Breitenfeld, Kammerherr, Legationsrat, Geschäftsträger, November 1868 - November 1872 Oskar Freiherr von Soden, Kammerherr, Geheimer Rat, außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister, Mai 1873 - Mai 1906 Karl Moser von Filseck, Kammerherr, Geheimer Legationsrat, außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister, Juni 1906 - 1920.Der Gesandte hatte hauptsächlich formale Aufgaben zu erfüllen und solche der Repräsentation, da Sachverhandlungen zwischen württembergischen und hessischen Stellen gewöhnlich direkt, nicht über den Gesandten geführt wurden. Er wurde meist ein- oder zweimal im Jahr aus Anlaß von Hoffestlichkeiten nach Darmstadt eingeladen. Der Schriftverkehr, nach 1873 jährlich zwischen 50 und 70 Tagebuchnummern, beschränkte sich daher weitgehend auf die Vermittlung von Glückwünschen, Übersendung von Amtsdrucksachen, einige Anfragen und die gelegentliche Berichterstattung. Als diese Aufgaben mit dem Ende der Monarchie fast vollständig wegfielen, erlosch 1920 die Tätigkeit des Gesandten.Die Vertretung in Hessen war somit nur ein Nebenamt. Das in geringem Umfang anfallende Schriftgut wurde zunächst der Registratur der Bundestagsgesandtschaft eingegliedert. Erst 1852 setzte eine gesonderte Ablage unter dem Aktenzeichen H I (= Hessen I) ein. Sie wurde wie auch später fast ausschließlich in der Form der chronologischen Serie geführt und weist lediglich für die Karlsruher Zeit einige Sachaktenansätze auf.Die Überlieferung der Jahre 1852 - 1866 kam um 1869 mit der Bundestagsgesandtschaft über das Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten im Archiv ein und wurde im heutigen Bestand Deutscher Bund unter der Signatur E 65 Verz.(=Ablieferung) 57 Fasz. 414 verwahrt. Die Unterlagen aus der Karlsruher Zeit wurden vor 1910 mit anderen vermischten Akten vom Ministerium der Auswärtigen Angelegenheiten abgeliefert und in diesem Verband unter der Signatur E 36 Verz. 58 Fasz. 39 Nr. 86 belassen. Die seit 1873 erwachsenen Akten wurden wohl zusammen mit der Registratur der Gesandtschaft in Bayern 1933 an das Archiv abgegeben und dem Bestand Gesandtschaftsakten unter der Signatur E 73 Verz. 61 Bü 20b (1873 - 1895), Bü 20c (1896 - 1905) und 20d (1905 - 1920) eingegliedert. Die genannten Teile wurden 1977 - 1979 aus ihrem bisherigen Zusammenhang gelöst, verzeichnet und entsprechend dem bei anderen Gesandtschaften angewandten Schema als Korrespondenten- und Sachakten neu gegliedert. Diese Arbeiten wurden im Rahmen der Ausbildung unter Anleitung von Oberstaatsarchivrat Dr. Cordes von Archivinspektoranwärter Udo Herkert (54 Bü in 0,1 lfd. m., d.h. die Jahre bis 1866), von Staatsarchivreferendar Edgar Lersch (32 Bü in 0,05 lfd.m., d.h. die Jahre 1867 - 1872) sowie von Archivinspektoranwärterin Sabine Berner (die Jahre 1873 - 1920) durchgeführt.Der Bestand vermittelt für die Jahre 1852 - 1920 unter den erwähnten Einschränkungen ein ungefähres Bild der amtlichen Tätigkeit des Gesandten. Der wissenschaftlichen Verwertbarkeit sind enge Grenzen gesetzt, da nur die Korrespondenz des Hofmarschalls von Westerweller mit dem Gesandten von Soden ein gewisses Eigengewicht besitzt. Die Parallelüberlieferung findet sich württembergischerseits hauptsächlich im Bestand des Ministeriums der Auswärtigen Angelegenheiten. Das einschlägige hessische Schriftgut dürfte das Staatsarchiv Darmstadt verwahren.Der Bestand umfaßt 239 Bü in 0,6 lfd. m.Stuttgart 1978gez. G. Cordes Vorbemerkung 1988: Die Fertigstellung des vorliegenden Findbuchs erfolgte mit Hilfe der Datenverarbeitung auf der Basis des Programmpakets MIDOSA der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg in der Zeit vom Juli bis September 1988.Die auf Karteikarten vorliegenden Titelaufnahmen wurden ohne wesentliche Änderungen über Bildschirm in das System eingegeben. Gleichzeitig mit der Titelaufnahme wurden die Indexbegriffe erfaßt, und zwar im Hinblick auf einen späteren Generalindex getrennt in einen geographischen, Personen- und Sachindex. Die Nachindizierung sowie die Eingabe erfolgte im Rahmen der Ausbildung durch die Archivinspektorenanwärterinnen Corinna Pfisterer und Annette Prötzel unter Anleitung des Unterzeichneten.Stuttgart, im Oktober 1988Kurt Hochstuhl
Enthält: Korrespondenz betreffend Planung und Finanzierung (u.a. Bildung eines Expeditionsfonds) sowie Nachbereitung (v.a. Betreiben der Ordensverleihung an den Förderer Hugo von Gahlen, Fabrik- und Gutsbesitzer); wissenschaftliche Gutachten Darin: gezeichnete Karte von Zentralafrika; Berichte über die Expedition in der "Täglichen Rundschau" (v.a. Teile des von Adolf Friedrich selbst verfassten Reiseberichts "Ins innerste Afrikas", 1908).
Enthält: Korrespondenz Ernsts II. mit den Komiteemitgliedern Ministerialdirigent Prof. Dr. Kirchner und Dr. Katz sowie mit dem Staatssekretär des Reichskolonialamtes Solf betreffend Verwendung der vom Komitee dem Kolonialamt zur Verfügung gestellten Gelder; Abschrift der Korrespondenz des Staatssekretärs mit dem Gouverneur von Deutsch-Südwestafrika und Prof. Kirchner in derselben Angelegenheit; Abschrift eines Sitzungsprotokolls des Komitees.
Enthält: Vorladungen vor Amtsgerichte in Berlin und Langenburg; Konzept eines Schreibens Ernsts II. mit der Bitte um Verzicht auf sein Erscheinen in Berlin; Gerichtsschreiben über den Gegenstand der Vernehmung (Ausführungen des Beklagten über die Ausnutzung der Monopolstellung im Transportverkehr mit Südwestafrika durch die Firma Wörmann zu Lasten des Reiches).
Enthält: Abschriften (in Auszügen) des Ersuchens des Landgerichts Ravensburg an das Amtsgericht Berlin-Mitte um Vernehmung Ernsts II. sowie des inkriminierten Zeitungsartikels von Erzberger; Anfragen der Amtsgerichte in Berlin und Langenburg an Ernst II. wegen des Vernehmungstermins; Konzept eines Antwortschreibens.
Enthält u.a.: Vorladung Ernsts II.; Brief Poeplaus an Ernst II. und daran anschließende Korrespondenz Ernsts II. mit dem Staatssekretär des Reichskolonialamtes Bernhard Dernburg betreffend eine unrichtige Beschuldigung Poeplaus durch Ernst II. im Zuge der Vernehmung.
Enthält: Korrespondenz Ernsts II. betreffend u.a. Aufenthaltsort des Großfürstenpaars, Ablehnung der Beendigung des Exils von deutscher Seite, Reise Ernsts II. nach Finnland, Erkundigungen über mögliche Bankdepots des Großfürsten im deutschen Reich, politische Betätigung des Großfürstenpaars und Reisegesuch von Anhängern des Großfürstenpaars.
Enthält: Druckschriften (Sitzungsprotokolle und sonstige Materialien von Reichstag, Bundesrat und der Reichstagskommission für den Reichshaushaltsetat).
Enthält: Korrespondenz Ernsts II. (u.a. mit Kaiser Wilhelm II., Reichskanzler Bernhard von Bülow, Fürst Hermann zu Hohenlohe-Langenburg und Ernsts Nachfolger als stellvertretender Kolonialabteilungsleiter Bernhard Dernburg); Beauftragung als stellvertretender Leiter der Kolonialabteilung (Abschrift); Ernennungsdiplom zum kaiserlichen Bevollmächtigten zum Bundesrat (Abschrift); Glückwunschschreiben; Aufzeichnungen zu den Bezügen Ernsts II.; Zeitungsausschnitte (u.a. mit Auszug aus einer Reichstagsrede Ernsts II.) Darin: Ausgabe von "Die Zukunft" mit Spottartikel über Ernst II. ("Ubi Bubi?"), 1906 (Druckschrift); Korrespondenz zwischen Fürst Hermann und Wilhelm II. betreffend Ernennung Ernsts II.
Vorbemerkung: Nach der Bearbeitung des Bestands E 130 a begann Regierungsdirektor a. D. Karl Elwert im Jahr 1973 mit der Verzeichnung des Bestands E 130 b (bis Bü. 1069). Nach seinem Ausscheiden Ende 1975 übernahm der Unterzeichnete diese Tätigkeit, die wegen mehrerer größerer Unterbrechungen erst im August 1990 abgeschlossen werden konnte. Entsprechend den Grundsätzen, die im Vorwort des Findbuchs zum Bestand E 130 a dargelegt sind, vereinigt der Bestand E 130 b die nach dem Registraturplan von 1928 in den ehemaligen Teilbeständen E 130 II und E 130 IV abgelegten Akten. Schriftgut des ehemaligen Ministeriums der auswärtigen Angelegenheiten, das nach der Aufhebung des Ministeriums in die Registratur des Staatsministeriums übernommen worden war, wurde wieder provenienzgerecht in den ursprünglichen Zusammenhang eingegliedert. Aus der umfangreichen Serie der jahrgangsweise formierten Eingaben (rd. 4,4 Regalmeter, Az. J 2) wurde der größere Teil ab dem Jahr 1920 kassiert. Der als repräsentativer Querschnitt erhalten gebliebene Rest ist nach Sachbetreffen zusammengefaßt, um die Benutzung zu erleichtern. Im übrigen finden sich Eingaben auch bei den jeweiligen Sachakten. Ansonsten beschränkten sich Kassationen auf Doppelstücke. Der vorliegende Bestand umfaßt vor allem Unterlagen über die Zeit der Weimarer Republik und des Nationalsozialismus, zum kleineren Teil auch über das Kaiserreich. Angesichts der Zuständigkeiten des Staatsministeriums und angesichts der Tatsache, daß die Überlieferung der Fachministerien mit Ausnahme des Innenministeriums größtenteils vernichtet worden ist, kommt dem Schriftgut des Staatsministeriums besondere Bedeutung zu. Nicht erhalten sind allerdings die Unterlagen über Parteien und die Serie der Kabinettsprotokolle ab 1932; auch die Geheimregistratur ist offenbar vernichtet worden. Alte Aktenbunde, die 1928 in die neu geordnete Altregistratur übernommen wurden, sind durch einen Aktenüberleitungsplan mit den neuen Aktenzeichen ausgewiesen. Die jetzt gültigen Signaturen sind durch die Konkordanz zu ermitteln. Die Fertigstellung des Findbuches erfolgte mit Hilfe der EDV auf der Basis des Programmpakets MIDOSA der Staatlichen Archivverwaltung Baden-Württemberg zwischen Sommer 1992 und März 1993. Die Erfassung der Datensätze besorgte im Wege der Amtshilfe Frau Hildegard Aufderklamm vom Staatsarchiv Ludwigsburg, die Endredaktion im Hauptstaatsarchiv nahmen Frau Gisela Filipitsch und Dr. Roland Müller vor. Der Bestand umfaßt 4 209 Archivalieneinheiten in 115 lfd. m. Stuttgart, im März 1993 Wilfried Braunn Anhang 1: Niederschriften über Sitzungen des Reichstagsausschusses für den Reichshaushalt: 02.10., 04.10., 07.10.1919 Bü. 2064 03.10., 08.10.-11.10., 14.10.-18.10., 20.10.-25.10., 27.10., 28.10.1919 Bü. 3906 17.12.-18.12.1919 Bü. 3906 30.03.1920 Bü. 3907 15.04.-17.04., 19.04.-21.04.1920 Bü. 3907 22.04., 28.04.1920 Bü. 3646 23.04., 24.04., 26.04.1920 Bü. 1967 20.05.1920 Bü. 3907 30.06.1920 Bü. 3908 01.07., 02.07., 06.07.-10.07., 26.07., 27.07.1920 Bü. 3908 27.07.-29.07.1920 Bü. 3909 30.07., 31.07.1920 Bü. 1982 04.02., 25.02., 26.02., 28.02.1921 Bü. 3911 01.03., 03.03., 04.03.1921 Bü. 3911 02.03.1921 Bü. 1970 28.04.1921 Bü. 3385 23.06., 24.06., 27.06.1921 Bü. 3912 25.05.1922 Bü. 3332 06.07., 12.07.1922 Bü. 3332 14.07.1922 Bü. 3760 19.10.1922 Bü. 1972 6.11.-9.11., 11.11.1922 Bü. 3884 01.12.1922 Bü. 3916 02.02.1925 Bü. 3471 19.06., 25.06.1925 Bü. 3926 22.06.1925 Bü. 2007 22.06. - 24.06.1925 Bü. 2075 03.07., 04.07., 07.07.1925 Bü. 3926 08.07.1925 Bü. 2075 09.11. - 11.11., 25.11.1925 Bü. 1976 26.11., 27.11.1925 Bü. 3926 17.12., 18.12.1925 Bü. 2972 11.12.1925 Bü. 3215 21.01., 22.01.1926 Bü. 3926 03.02.1926 Bü. 3566 15.02.1926 Bü. 2629 20.02., 25.02.1926 Bü. 3053 26.03.1926 Bü. 2992 27.04., 28.04.1926 Bü. 2714 07.05.1926 Bü. 3053 18.05., 19.05.1926 Bü. 3927 12.06.1926 Bü. 3042 23.06.1926 Bü. 3642 24.06., 25.06., 30.06.1926 Bü. 3053 01.07.1926 Bü. 2209 09.09.1926 Bü. 3132 06.11.1926 Bü. 3216 30.03.1927 Bü. 1977 20.06., 24.06.1927 Bü. 1977 21.06.1927 Bü. 2007 23.06.1927 Bü. 1983 22.09.1927 Bü. 1978 Nov., Dez. 1927 Bü. 1979 02.02.1929 Bü. 1980 22.02.1929 Bü. 3057 20.03.1929 Bü. 2076 26.04.1929 Bü. 3057 29.04., 30.04.1929 Bü. 2202 06.06.1929 Bü. 3629 30.10.1929 Bü. 3885 11.11. 12.11., 26.11.1929 Bü. 3885 12.12.1929 Bü. 3885 24.01., 25.01.1930 Bü. 3056 11.07.1930 Bü. 2008 14.02., 15.02., 18.02. - 22.02., 24.02. - 27.02.1930 Bü. 2595 18.03.1931 Bü. 3041 21.11.1931 Bü. 2008 21.01., 22.01.1932 Bü. 2008 02.05.1932 Bü. 3377 Anhang 2: Niederschriften über Sitzungen des Reichsrats: 1919 Bü. 1900 21.08.1919 Bü. 3368 06.11.1919 Bü. 2724 1920 Bü. 1900 09.01.1920 Bü. 2665 10.01.1920 Bü. 2724 05.02.1920 Bü. 1427 30.03.1920 Bü. 3276 21.05.1920 Bü. 1919 04.06.1920 Bü. 1919 22.06.1920 Bü. 1916 03.07.1920 Bü. 1919 30.07.1920 Bü. 3854 05.08.1920 Bü. 2770 05.08.1920 Bü. 3853 12.08.1920 Bü. 3910 06.10.1920 Bü. 1969 06.10., 07.10., 14.10.1920 Bü. 3910 21.10.1920 Bü. 1840 21.10.1920 Bü. 1943 16.11.1920 Bü. 2006 27.11.1920 Bü. 2606 15.12.1920 Bü. 4025 21.12.1920 Bü. 3724 22.01.1921 Bü. 2148 17.02.1921 Bü. 1136 24.02.1921 Bü. 3912 03.03.1921 Bü. 2947 10.03.1921 Bü. 3759 12.03.1921 Bü. 3857 22.03.1921 Bü. 3024 22.03.1921 Bü. 4038 14.04.1921 Bü. 1479 21.04.1921 Bü. 2733 25.04.1921 Bü. 3641 16.06.1921 Bü. 3470 23.06.1921 Bü. 2000 05.07.1921 Bü. 1971 05.07.1921 Bü. 3678 18.11.1921 Bü. 3913 1922 Bü. 1913 02.02.1922 Bü. 3185 28.02.1922 Bü. 1992 11.04.1922 Bü. 3571 27.04.1922 Bü. 2736 13.06.1922 Bü. 4074 03.07.1922 Bü. 1939 06.07.1922 Bü. 1959 13.07.1922 Bü. 2653 28.09.1922 Bü. 4090 23.10.1922 Bü. 1837 16.11.1922 Bü. 3989 30.11.1922 Bü. 3276 18.12.1922 Bü. 1973 1923 Bü. 1849 11.01.1923 Bü. 2616 20.03.1923 Bü. 1975 12.04.1923 Bü. 4091 26.04.1923 Bü. 3318 02.07.1923 Bü. 2822 21.07.1923 Bü. 4091 28.07.1923 Bü. 4087 28.07.1923 Bü. 4121 17.08.1923 Bü. 3282 18.09.1923 Bü. 2737 27.09.1923 Bü. 2913 01.10.1923 Bü. 3415 11.10.1923 Bü. 2913 18.10.1923 Bü. 3990 22.10.1923 Bü. 3160 08.11.1923 Bü. 2238 15.11.1923 Bü. 3214 22.11.1923 Bü. 2262 22.11.1923 Bü. 3214 01.12.1923 Bü. 2238 01.12.1923 Bü. 2283 18.12.1923 Bü. 3403 1924 Bü. 1900 07.02.1924 Bü. 4067 21.02.1924 Bü. 3919 06.03.1924 Bü. 1936 08.03.1924 Bü. 3642 08.03.1924 Bü. 4043 10.03.1924 Bü. 3558 13.03.1924 Bü. 2012 27.03.1924 Bü. 2921 03.04.1924 Bü. 3633 12.06.1924 Bü. 2242 24.07.1924 Bü. 1997 31.07.1924 Bü. 2074 21.08.1924 Bü. 2589 21.08.1924 Bü. 3561 25.08.1924 Bü. 2506 13.11.1924 Bü. 3178 21.11.1924 Bü. 3922 04.12.1924 Bü. 2922 18.12.1924 Bü. 3416 1925 Bü. 1849 1925 Bü. 1913 12.02.1925 Bü. 2075 19.02.1925 Bü. 3368 09.03.1925 Bü. 3583 10.03.1925 Bü. 1989 10.03.1925 Bü. 3990 19.03.1925 Bü. 3416 22.04.1925 Bü. 3979 22.04.1925 Bü. 3991 28.05.1925 Bü. 2951 18.06.1925 Bü. 4131 25.06.1925 Bü. 2018 05.07.1925 Bü. 3877 09.07.1925 Bü. 3887 15.07.1925 Bü. 2201 16.07.1925 Bü. 2208 22.07.1925 Bü. 3368 30.07.1925 Bü. 3416 08.08.1925 Bü. 2922 08.08.1925 Bü. 3991 13.08.1925 Bü. 4132 03.09.1925 Bü. 4132 05.09.1925 Bü. 2208 21.11., 26.11., 28.11.1925 Bü. 2563 03.12.1925 Bü. 4029 09.12.1925 Bü. 2992 1926 Bü. 1849 1926 Bü. 1913 16.01.1926 Bü. 3215 28.01.1926 Bü. 3642 30.01.1926 Bü. 3926 04.02.1926 Bü. 1644 20.02.1926 Bü. 3215 16.02.1926 Bü. 3797 03.03.1926 Bü. 3979 31.03.1926 Bü. 3929 15.04.1926 Bü. 3992 22.04.1926 Bü. 2263 22.04.1926 Bü. 3797 29.04.1926 Bü. 3789 06.05.1926 Bü. 3497 04.06.1926 Bü. 2490 24.06.1926 Bü. 3327 01.07.1926 Bü. 2209 08.07.1926 Bü. 3132 26.07.1926 Bü. 4132 12.08.1926 Bü. 2423 24.09.1926 Bü. 4045 07.10.1926 Bü. 1934 28.10.1926 Bü. 2861 04.11.1926 Bü. 2828 11.11.1926 Bü. 1945 18.11.1926 Bü. 3230 09.12.1926 Bü. 3992 1927 Bü. 1849 1927 Bü. 1900 05.04.1927 Bü. 1940 07.04.1927 Bü. 4092 13.04.1927 Bü. 2260 05.05.1927 Bü. 2716 19.05.1927 Bü. 2935 25.05.1927 Bü. 3858 02.06.1927 Bü. 4092 07.07.1927 Bü. 2277 25.08.1927 Bü. 2425 22.09.1927 Bü. 1920 29.09.1927 Bü. 3219 13.10.1927 Bü. 1978 14.10.1927 Bü. 3690 27.10.1927 Bü. 1108 10.11.1927 Bü. 2775 09.12.1927 Bü. 4030 15.03.1928 Bü. 2430 17.03.1928 Bü. 3288 12.07.1928 Bü. 2657 13.07.1928 Bü. 2280 19.07.1928 Bü. 4030 23.11.1928 Bü. 4021 1929 Bü. 1862 17.01.1929 Bü. 3153 05.03.1929 Bü. 3945 10.05.1929 Bü. 3946 20.06.1929 Bü. 4108 02.07.1929 Bü. 3259 16.09.1929 Bü. 3 234 13.12.1929 Bü. 2419 29.12.1929 Bü. 3009 1930 Bü. 1862 13.03.1930 Bü. 2280 13.03.1930 Bü. 2475 16.04.1930 Bü. 3953 02.05.1930 Bü. 3970 14.11.1930 Bü. 3957 18.12.1930 Bü. 3163 1931 Bü. 1862 12.11.1931 Bü. 2019 1932 Bü. 1862 02.08.1932 Bü. 1354
Enthält: Alldeutscher Verband; Reichsverband der Baltikumkämpfer; Sudetendeutscher Heimatverband; Volksbund Deutsche Kriegsgräberfürsorge; Reichsbund der Kinderreichen; Volksbund für das Deutschtum im Ausland; Reichskolonialbund; Reichsbund der deutschen Familie; Reichsbund der Hausbesitzer Darin: 1. Volksbund für das Deutschtum im Ausland "Nachrichten des Gauverbandes" 20.12.1939; 25.1.1940; 2. Reichskolonialbund "Vordringliche Aufgaben der deutschen Kolonialforschung", Heft, Druck
Enthält: Korrespondenz Ernsts II. mit Reichskanzler Fürst Bernhard von Bülow und König Eduard VII. von Großbritannien [Onkel 3. Grades].
Überlieferungsgeschichte Zur Geschichte des preußischen Oberamts Haigerloch Im Staatsvertrag vom 7. Dezember 1849 trat Fürst Karl Anton von Hohenzollern-Sigmaringen zusammen mit dem Fürsten Konstantin von Hohenzollern-Hechingen die hohenzollerischen Fürstentümer an Preußen ab. Nach Zustimmung der preußischen Kammern wurde Hohenzollern durch Gesetz vom 12. März 1850 mit Preußen vereinigt. Nach der Einverleibung der beiden Fürstentümer in Preußen wurden die früheren Verwaltungsbehörden zunächst beibehalten. Es wurden somit in der unteren Instanz die Oberämter Glatt, Haigerloch, Hechingen, Gammertingen, Trochtelfingen, Sigmaringen, Straßberg, Ostrach und Wald nunmehr preußische Behörden. Beim Übergang des Oberamts Haigerloch an Preußen zählten die Orte Bietenhausen, Bittelbronn, Empfingen, Gruol, Haigerloch, Hart, Heiligenzimmern, Höfendorf, Imnau, Stetten bei Haigerloch, Trillfingen und Weildorf zum Oberamtsbezirk. Durch Allerhöchsten Erlass vom 18. Januar 1854 wurde das Oberamt Glatt aufgehoben und dem Oberamt Haigerloch einverleibt. So kamen die Orte Betra, Dettensee, Dettingen, Dettlingen, Dießen, Glatt und Fischingen zum Oberamt Haigerloch. Das durch die Glatter Orte vergrößerte Oberamt Haigerloch hat während seines ganzen Bestehens (bis 1925) keine weiteren Gebietsveränderungen erfahren. Durch Bekanntmachung vom 1. September 1854 im Amtsblatt wurde die Ausführung der neuen Bezirksorganisation, d.h. die Amtsübergabe und Einsetzung des neuen Bezirksamts auf den 28. September 1854 durch Kommissar-Regierungsrat Viebig festgesetzt. Bis zum Übergabetermin sollten die Akten und Kassen des früheren Oberamts Glatt nach Haigerloch geschafft sein. Bei der Übergabe waren anwesend: Regierungsrat und Kommissar Viebig, der bisherige Oberamtmann Stehle, der künftige Oberamtsvorstand Appellationsrichter Emmele und der bisherige Verweser des Oberamts Glatt und nunmehrige Oberamtssekretär Kordeuter. Ab 1. Januar 1858 erhielten beide Amtskorporationen eine gemeinschaftliche Amtskasse und Amtskassenrechnung, deren Führung Kordeuter übernommen hatte. Das Gesetz vom 7. Oktober 1925 betr. Vereinfachung der Verwaltung der Hohenzollernschen Lande brachte das Ende des Oberamtsbezirks Haigerloch, indem dieser mit dem Oberamtsbezirk Hechingen zum Kreis Hechingen vereinigt wurde. Bis zum Ende 1851 führte die Verwaltung des Oberamts Haigerloch Oberamtmann Harz, vom 1. Januar 1852 bis 17. September 1852 als Oberamtsverweser der Oberamtsassessor Rehmann. Ab 17. September 1852 war Oberamtmann Stehle in Straßberg mit der kommissarischen Verwaltung des Oberamts beauftragt. Auf ihn folgte der Appellations-Gerichtsreferendarius Emele, zunächst als Oberamtsverweser ab 28. September 1854 und als Oberamtmann vom 4. Januar 1856 bis Ende Juni 1891. An seine Stelle trat der Regierungsassessor Sauerland, zunächst als kommissarischer Oberamtmann vom 1. Juli 1891 ab, dann als Oberamtmann vom 1. Februar 1892 bis 2. Februar 1902. Am 20. Februar 1902 wurde Regierungsassessor von Schulz-Hausmann kommissarischer Oberamtmann und am 1. August 1902 Oberamtmann bis Ende Februar 1914. Ihm folgte am 5. März 1914 Regierungsassessor Großpietsch als kommissarischer Oberamtmann und vom 16. August 1914 an als Oberamtmann. Da Großpietsch während des Weltkrieges zum Heeresdienst eingezogen war, wurden die Geschäftsräume des Oberamts Haigerloch von November 1916 ab nach Hechingen verlegt und die Verwaltung desselben von dem Oberamtmann in Hechingen mitübernommen. 2. Ordnung des Bestandes Die hier verzeichneten Akten umfassen die Zeitspanne von 1850 ¿ 1925 und entstammen der Ablieferung des Oberamts Haigerloch von 1925, den neuverzeichneten Akten I und zu einem geringen Teil auch den neuverzeichneten Akten II. Sämtliche Akten sind nach der preußischen Aktenheftung geheftet. Diese Arbeiten musste der Regis trator mit den Schreiberlehrlingen und dem Oberamtsdiener erledigen. Da alle Generalakten sowohl Haigerlocher als auch Glatter Schriftgut enthalten, kann angenommen werden, dass die Aktenheftung erst nach der Einverleibung des Glatter Oberamtsbezirks in Haigerloch erfolgt ist. Bei den Sachakten wurde alles, was man in einem Betreff auffinden konnte, in einen Aktendeckel geheftet. Viele dieser Akten nehmen deswegen ihren Anfang bei der Herrschaft Haigerloch-Wehrstein oder bei der Murischen Herrschaft Glatt im 18. Jahrhundert und noch früher. Eine Trennung dieser Provenienzen ist wegen der Heftung nicht angezeigt. Stattdessen wurden zahlreiche Verweise sowohl in die Repertorien der fürstlichen Oberämter Haigerloch und Glatt als auch in die Repertorien Herrschaft Haigerloch-Wehrstein und Murische Herrschaft Glatt zur Vervollständigung derselben aufgenommen. Die Verweise des preußischen Oberamts Hechingen haben im Repertorium keine Nummern. Bei den Akten befinden sich keine Grund-, Unterpfands- bzw. Zielerbücher, weil diese auf Anordnung des Kommissarius für die Hohenzollernschen Lande von Villers vom 24.12.1851 auf den 1.1.1852 den neu geschaffenen Kreisgerichtskommissionen übergeben wurden. Für Haigerloch und Glatt war zunächst die Kreisgerichtskommission in Hechingen zuständig. Obwohl diese Amtsbücher von 1850 und 1851 von der Kreisgerichtskommission in der bisherigen Form nicht weitergeführt wurden, konnten sie nicht zum Bestand Oberamt Haigerloch genommen werden, weil sie Löschungsvermerke und Verweise auf Akten der Kreisgerichtskommission enthalten. Nachdem auf diese Weise die freiwillige Gerichtsbarkeit einschließlich der Führung der Grund- und Unterpfandsbücher von den Kommunalbehörden genommen wurde, beschränkten sich die Befugnisse des Oberamts nach der Gerichtsorganisation auf die Bestrafung von Finanzvergehen oder Steuerdefraudationen (VO-Blatt vom 30.1.1852) nach dem bisherigen Gesetz vom 6.3.1840 (G.S. V, S. 144) und vom 27.12.1842 (G.S. VI, S. 260). Die systematische Gliederung des Repertoriums wurde nach den vorhandenen alten Signaturen vorgenommen und die alte Registraturordnung weitgehend wiederhergestellt. Ein 1858 begonnenes Aktenrepertorium, in welches sämtliche angefallenen Akten bis einschließlich 1915 aufgenommen wurden, lässt außer den 17 Hauptgruppen nichts weiteres erkennen, da die Akten nacheinander chronologisch eingetragen wurden. Der vorliegende Bestand umfasst 40 laufende Meter mit 2928 laufenden Nummern. Er wurde 1968 von Regierungsoberinspektor Kungl aus den neuverzeichneten Akten I ausgesondert und verzeichnet. Die Aussonderung der Haigerlocher Akten aus den neuverzeichneten Akten II und aus der Ablieferung 1925 des Oberamts Haigerloch besorgte der Angestellte Abt, der auch bei der Paketierung mithalf. Reinschrift und Register fertigte Fräulein Queck. Sigmaringen, im Sommer 1968 Kungl
- Zur Verwaltungsgeschichte der württembergischen Oberämter: 1. Die Oberämter in ihrem Zusammenhang (Verfassungsgefüge, "Staatsverein"). Die Verwaltungsgliederung, die Anfang des 19. Jahrhunderts für das gegenüber dem Herzogtum etwa doppelte Gebiet des Königreichs Württemberg geschaffen wurde, hatte mit geringfügigen Veränderungen bis zum Jahr 1938, teilweise noch darüber hinaus, Bestand. Das Land war in dieser Zeit in 63 Oberämter zuzüglich der Stadtdirektion Stuttgart eingeteilt (1). Die durchschnittliche Fläche eines Oberamtsbezirks betrug um 1822 5,7 Quadratmeilen = 316 Quadratkilometer, die durchschnittliche Einwohnerzahl 20.700 (1926 : 41.604), wobei sich im Lauf der Zeit ein erhebliches Ungleichgewicht ergab (die Einwohnerzahlen je Oberamt schwankten 1926 zwischen 18.000 und 341.000). Als Mittelbehörden zwischen den einzelnen Oberämtern und der Ministerialebene standen die vier Kreisregierungen, die 1817 an die Stelle der 1806 (2) eingerichteten zwölf Landvogteien getreten waren. Die von 1819 bis 1919 geltende württembergischen Verfassung (3) war auf den Gemeinden als "Grundlage des Staatsvereins" (4) aufgebaut. Den Oberämtern kam die Aufgabe zu, die unmittelbar die einzelnen Bürger berührenden Verwaltungsangelegenheiten, die die Gemeinden weitgehend in eigener Verantwortung behandelten, in die staatliche Verwaltung einzubringen. Das Problem einer größtmöglichen Integration aller von Verwaltungsmaßnahmen Betroffenen stellte sich dabei für die Oberämter ebenso wie das Problem einer gleichmäßigen Durchführung innenpolitischer Regierungsmaßnahmen. Die Oberämter waren auch die Wahlkreise für die Wahlen zur Abgeordnetenkammer (5). 2. Funktionsträger Das Ministerium des Innern übertrug die Verantwortung für die Oberamtsverwaltungen jeweils einem Oberamtmann, seit den 1830er Jahren in der Regel ein Jurist mit abgeschlossenem Hochschulstudium. Er war als Staatsbeamter zuständig für alle Verwaltungsgeschäfte, die nicht den Gerichts- (6) oder Finanzbehörden (7) oblagen, handhabte die Polizei sowie (bei Übertretungen) die Strafgewalt und übte die Aufsicht über die Gemeindeverwaltungen aus. Als Verwaltungsbeamte unterstanden ihm ein Oberamtssekretär und (seit der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts) ein Amtmann als Stellvertreter. Neben dieser Verwaltung stand als Organ mit Koordinations- und Integrationsfunktionen die Amtsversammlung. In ihr waren die einzelnen Gemeinden eines Oberamtsbezirks als Amtskörperschaft zusammengefaßt. Die Zahl der Abgeordneten, die eine Gemeinde jeweils stellte, hing von ihrem Anteil an den gemeinsam zu tragenden öffentlichen Lasten, dem "Amtsschaden", ab. Als Obergrenze durfte dabei eine Gemeinde höchstens ein Drittel (8) der Angehörigen der Amtsversammlung stellen, während Kleinstgemeinden einen gemeinschaftlichen Verordneten entsandten. Die Amtsversammlung trat zweimal jährlich zusammen. Aus ihrer Mitte wählt sie zur Wahrung ihrer Präsenz einen geschäftsführenden Ausschuß, einen Aktuar, (der zugleich Rechnungsrevisionsgehilfe des Oberamts war) und bestimmte in Eigenverantwortung für die Kassen- und Rechnungsführung den Oberamtspfleger (9) sowie die übrigen Beamten der Amtskörperschaft (10). Entsprechend der konstitutionalistischen Theorie lag damit die Zuständigkeit für eine kontinuierliche, aktive Verwaltungsarbeit bei den Regierungsbeamten, während die Regulierung der Finanzen sowie Kontrollfunktionen von einer Körperschaft ausgeübt wurden, in der die von Verwaltungsmaßnahmen Betroffenen und die, die sie finanzierten, zusammengefaßt waren. Ansätze, die über ein rein auf Kontrolle und Finanzfragen ausgerichtetes Repräsentativsystem hinauswiesen, zeigten sich zwar nicht im Verwaltungssektor, dafür aber doch im Bereich sozialer Aufgaben und Dienstleistungen, wo Beamte der Amtskorporation tätig waren. 3. Grenzen der einheitlichen Bezirksorganisation. Störfaktoren. Nicht für alle Verwaltungsfunktionen war von vornherein eine Organisation möglich, bei der (wie bei der Innen- und Justizverwaltung) (11) die Verwaltungsbezirke den Oberamtsbezirken entsprachen. Bei den Dekanatsämtern der beiden großen Kirchen versteht es sich aus der regionalen Verteilung der Konfession, daß nicht jeweils für jedes Oberamt eine Bezirksverwaltung eingerichtet wurde; dennoch waren, soweit durchführbar, Dekanats- und Oberamtsgrenzen häufig identisch. Soweit praktische Gründe dafür sprachen, bestanden auch für die Forst-, Kameral-, Zoll- und Bauinspektionsämter Zuständigkeitsbezirke, die von den Oberamtsbezirken abwichen. Der entscheidende Störfaktor für eine einheitliche Verwaltungsorganisation auf Bezirksebene, die nach 1819 durch die Bundesakte wiederhergestellte Patrimonialgerichtsbarkeit des Standesherrn, wurde 1849 beseitigt. Ebenso das Sonderrecht selbstständiger königlicher und adliger Güter, die vor 1849 nicht in die Gemeindeverbände und damit auch nicht in die Bezirksverwaltung eingegliedert waren. 4. Einzelne wichtige Veränderungen der Oberamtsorganisation 1842: Wegen zu großer Entfernungen vom Oberamtssitz oder sonstigen wirtschaftlichen und verkehrsmäßigen Gegebenheiten werden in 31 Oberämtern einzelne Gemeinden neu zugeordnet (Reg.Bl. 1842, S. 386 - 389). 1850 ff.: Die regional unterschiedliche Entwicklung des Landes führt bei konstanter Bezirkseinteilung im Lauf der Zeit trotz ursprünglicher Ausgewogenheit zu erheblichem Ungleichgewicht zwischen einzelnen Bezirken. Änderungen an einzelnen Einteilungen (z.B. Auflösung des Oberamts Cannstatt 1923; Auflösung des Oberamts Weinsberg 1926) heben diese Unterschiede nicht auf. 1906: Der Amtsversammlungs-Ausschuß erhält die Bezeichnung Bezirksrat und wird auch zu den Geschäften der staatlichen Verwaltung herangezogen. Die Amtsversammlung kann Ausschüsse zur Kontrolle einzelner Anstalten und Einrichtungen der Amtskörperschaft einsetzen. Der Aktuar wird durch einen auf 3 Jahre von der Amtsversammlung gewählten Schriftführer ersetzt. 1933: Wiedereinrichtung einer Amtskorporation, die auf Beratungsfunktion beschränkt ist und die Bezeichnung Kreisverband erhält. Der Landrat wird zum "Führer" der Kreisverwaltung bestimmt. Die Bezeichnungen Kreis (für Oberamt), Kreistag (für Amtsversammlung) und Kreisrat (für Bezirksrat) werden eingeführt. Der Kreisrat setzt sich zusammen aus dem Landrat als Vorsitzenden, dem Kreisleiter der NSDAP und fünf weiteren, vom Landrat im Einvernehmen mit dem Kreisleiter berufenen Mitgliedern (Reg. Bl. 1938, S. 51 - 72, 82, 139, 189). 1938: 27 Kreisverbände werden aufgelöst und den übrigen 34 angegliedert (Regelungen und Verteilung der einzelnen Gemeinden vgl. Reg. Bl. 1938, S. 155 - 162). Der Stadtdirektions-Bezirk Stuttgart bleibt als Stadtkreis bestehen. Die Städte Ulm und Heilbronn (mit Neckargartach und Sontheim) werden zu Stadtkreisen. Mögle-Hofacker 2. Zur Behördengeschichte des Oberamts Backnang: Bis zur Neugliederung der Verwaltung zu Beginn des 19. Jahrhunderts setzte sich das Gebiet des Oberamts Backnang aus folgenden Bestandteilen zusammen (12): Stadt und Amt Backnang (Amtsstadt, Reichenberger Amt, Ebersberger Amt), Klosteramt Murrhardt, einzelne Teile aus altwürttembergischen Ämtern (Marbacher Amt, Weinsberger Amt - Böhringsweiler Unteramt), löwensteinsiche und sturmfederische Besitzungen (württembergische Lehen) sowie Besitzungen des Klosters Schöntal. Ab 1806 war das Oberamt Backnang zunächst dem Kreis Heilbronn zugeteilt, gehörte nach der Einteilung des Herzogtums in Landvogteien 1810 zur Landvogtei am unteren Necker und unterstand seit 1817 der Kreisregierung des Neckarkreises. Die unten angeführte Zusammensetzung der Gemeinden des Oberamtbezirks hatte im Wesentlichen Bestand bis zur nationalsozialistischen Verwaltungsreform von 1938. Infolge der zum 1. Oktober 1938 verfügten neuen Kreiseinteilung wurde der Landkreis Backnang Rechtsnachfolger des Kreises (Oberamts) Backnang. Mit Ausnahme von Neufürstenhütte verblieben die bisherigen Gemeinden beim Landkreis Backnang. Weitere Gemeinden wurden ihm aus folgenden (nunmehr aufgelösten) Kreisen bzw. Oberämtern zugeteilt: Kreis (Oberamt) Gaildorf: Gaildorf, Altersberg, Eutendorf, Fichtenberg, Frickenhofen, Gschwendt, Hausen an der Roth, Laufen am Kocher, Oberrot, Ottendorf, Sulzbach am Kocher und Unterrot. Kreis (Oberamt) Marbach: Affalterbach, Allmersbach am Weinberg, Burgstall, Erbstetten, Kirchberg an der Murr, Kleinaspach, Nassach, Rielingshausen, und Weiler zum Stein. Kreis (Oberamt) Welzheim: Kirchenkirnberg. Zum 1. Januar 1973 wurde schließlich der Landkreis Backnang aufgelöst. Rechtsnachfolger wurde der Rems-Murr-Kreis. 3. Statistische Angaben und Verzeichnis der Gemeinden: Fläche : 283,44 qkm Einwohner: 31.944 Gemeinden: 30 (2 Städte, 28 Gemeinden) Markungen: 119 Wohnplätze: 199 1. Backnang mit Mittelschöntal, Oberschöntal, Rötleshof, Sachsenweiler, Staigacker, Stiftsgrundhof, Ungeheuerhof und Unterschöntal 2. Allmersbach 3. Althütte mit Kallenberg, Lutzenberg, Schöllhütte und Voggenhof 4. Bruch 5. Cottenweiler 6. Ebersberg 7. Fornsbach mit Harnersberg, Hinterwestermurr, Mettelberg und Schlosshof 8. Grab-mit Frankenweiler, Mannenweiler, Morbach, Schönbronn, Schöntalhöfle und Trauzenbach 9. Großaspach mit Füstenhof 10. Großerlach mit Liemersbach, Mittelfischbach, Oberfischbach und Unterfischbach 11. Heiningen 12. Heutensbach 13. Jux 14. Lippoldsweiler mit Däfern und Hohnweiler 15. Maubach 16. Murrhardt mit Harbach, Hausen, Hinterbüchelberg, Hintermurrhärle, Hördthof, Hoffeld, Käsbach, Karnsberg, Kieselhof, Klingen, Köchersberg, Sauerhöfle, Schwammhof, Siebenknie, Siegelsberg, Steinberg, Streitweiler, Vordermurrhärle und Waltersberg 17. Neufürstenhütte 18. Oberbrüden mit Heslachhof, Mittelbrüden, Rottmannsberg, Tiefental und Trailhof 19. Oberweissach mit Kammerhof und Wattenweiler 20. Oppenweiler 21. Reichenberg mit Aichelbach, Bernhalden, Dauernberg, Ellenweiler, Reichenbach an der Murr, Reutenhof, Schiffrain und Zell 22. Rietenau 23. Sechselberg mit Fautsbach, Hörschhof, Schlichenweiler und Waldenweiler 24. Spiegelberg mit Großhöchberg, Roßstaig und Vorderbüchelberg 25. Steinbach 26. Strümpfelbach mit Katharinenhof 27. Sulzbach an der Murr mit Bartenbach, Berwinkel, Eschelhof, Eschenstruet, Ittenberg, Kleinhöchberg, Lautern, Liemannsklinge, Schleißweiler, Siebersbach und Zwerenberg 28. Unterbrüden 29. Unterweissach mit Mitteldresselhof, Oberdresselhof und Unterdresselhof 30. Waldrems mit Horbach Quelle: Staatshandbuch für Württemberg. Ortschaftsverzeichnis. Herausgegeben vom Württembergischen Statistischen Landesamt. Stuttgart 1936, S. 12-18. 4. Registratur- und Bestandsgeschichte: Der Bestand F 152 III, der von Juli bis Dezember 2004 neu erschlossen wurde, setzt sich aus drei Teilen zusammen: Zum einen sind dies Akten, die im Rahmen einer größeren Aktenablieferung von der Außenstelle Backnang des Staatlichen Gesundheitsamts Waiblingen im Jahr 1976 an das Staatsarchiv Ludwigsburg abgeliefert und dem Oberamtsbestand zugeordnet wurden (1 lfd. m; Bü 1-30). Diese Unterlagen enthalten Gesundheitssachen aus den Jahren 1828 bis 1934 und wurden im Jahr 1987 von Rainer Gross vorläufig verzeichnet. Den zweiten und größten Teil des Bestandes bilden Unterlagen, die das Landratsamt des Rems-Murr-Kreises in den Jahren 1974 und 1975 auf Drängen der Landesarchivverwaltung ablieferte (13,3 lfd. m; Bü 31-391 und Bü 393-446).(13) Ein großer Teil dieser Akten, für die bislang kein Findmittel vorlag, war von selbsternannten "Kreisarchivaren" in den Landratsämtern Backnang und Waiblingen aus ihrem Entstehungszusammenhang gerissen worden. Im Landratsamt Backnang waren Orts- und Sachpertinenzen gebildet worden, die bei der Verzeichnung nicht durchgängig in die ursprüngliche Sachakten-Ordnung zurückgeführt werden konnten und im letzten Klassifikationspunkt als "Ortspertinenzen" verzeichnet wurden. Im Übrigen orientiert sich die Gliederung des gesamten Bestands an dem Flattich-Aktenplan. Darüber hinaus enthielt dieser Teilbestand Unterlagen mit folgenden Fremdprovenienzen, die im Zuge der Verzeichnungsarbeiten ausgesondert wurden: Oberamtspflege Backnang: Rechnungsbelege, nach Sach- und Ortspertinenzen geordnet (6,5 lfd. m), wurden dem Bestand F 717 zugeordnet. Oberamt Gaildorf: Sachakten; z.T. nach Gemeinden geordnet (4 lfd. m), bilden künftig den Bestand F 166 IV. Oberamt Marbach: Sachakten; z.T. nach Gemeinden geordnet (4 lfd. m), wurden in den Bestand F 182 III aufgenommen. Oberamt Welzheim: Sachakten betr. die Gemeinde Kirchenkirnberg (0,3 lfd. m), bilden den Bestand F 214 III. Die Akten des Landratsamts Backnang (0,4 lfd. m) gingen in den Bestand FL 20/2 I ein. Der dritte Teil des Bestandes F 152 III stammt aus dem Bestand FL 20/2 I Landratsamt Backnang (10,2 lfd. m; Bü 392 und Bü 447-935). Diese Akten, die in der Registratur des Landratsamtes nachträglich nach dem Flattich-Aktenplan geordnet worden waren, waren bislang nur durch eine Ablieferungsliste mit Aktenplannummern und zugehörigen Paketnummern erschlossen. Diese Angaben finden sich im vorliegenden Findbuch als Vorsignatur wieder. Im Zuge der Revision des Bestandes FL 20/2 I wurden außerdem Unterlagen der Provenienzen Oberamt Gaildorf (9 lfd. m), Oberamt Marbach (1,5 lfd. m) und Oberamt Welzheim (0,3 lfd. m) aussortiert und den oben angegebenen jeweiligen Beständen (F 166 IV, F 182 III und F 214 III) zugeordnet. Inhaltlich bildet der Bestand die vielfältigen Aufgaben des Oberamts Backnang in großen Teilen ausgezeichnet ab und ergänzt somit die bisherige Oberamtsüberlieferung, die das Staatsarchiv Ludwigsburg in den Beständen F 152 I, F 152 II (Bände) und F 152 IV (Bauakten) verwahrt. Auch im Bestand FL 20/2 I Landratsamt Backnang liegen - gerade aus der Übergangszeit der 1930er und 1940er Jahre - Akten, die im Oberamt entstanden sind. Weitere Unterlagen des Oberamts Backnang befinden sich im Kreisarchiv des Rems-Murr-Kreises in Waiblingen (Bestand A1: Oberamt Backnang). Der Bestand F 152 III umfasst 935 Verzeichnungseinheiten im Umfang von 24,5 Regalmetern. Er enthält Unterlagen mit Vor- und Nachakten aus dem Zeitraum von 1701 bis 1973, wobei der Schwerpunkt der Überlieferung auf der Zeit von der zweiten Hälfte des 19. bis in das erste Drittel des 20. Jahrhunderts liegt. Die Akten mit den Bestellsignaturen Bü 660, Bü 661, Bü 711 und Bü 719 unterliegen noch den personenbezogenen Sperrfristen nach § 6 Abs. 2 des Landesarchivgesetzes. Ludwigsburg, Dezember 2004 Dr. Matthias Röschner Nachtrag F 152 III Bü 936-976 wurden 2011 von Dorothea Bader im Zuge der Verzeichnung von Bestand F 166 IV dort ausgegliedert und entsprechend ihrer Provenienz wieder dem vorliegenden Bestand zugewiesen. Fußnoten: (1) Von den 65 Oberamtsbezirken von 1808 blieben nach 1819 63 bestehen: 1819 waren die Bezirke Ulm und Albeck zum Oberamtsbezirk Ulm zusammengefügt worden. 1811 war für den Stuttgarter Stadtdirektionsbezirk die für die Oberämter allgemein eingefügte Zwischeninstanz (damals Landvogteien) zur Ministerialebene hin entfallen. Als 1822 die Stadtdirektion Stuttgart instanzmäßig wieder den Oberämtern angeglichen worden war, wurde sie danach trotzdem nicht mehr als Oberamt, sondern stets selbständig aufgeführt. (2) Die ersten Landvogteien waren 1803 für Neuwürttemberg eingeführt worden. Die Kreisregierungen bestanden bis 1924. (3) Vgl. A.E. Adam. Ein Jahrhundert Württembergischer Verfassung, 1919. (4) Verfassungsurkunde § 62; Regierungsblatt von 1819, S. 645. (5) Die Abgeordneten der Zweiten Kammer, die nicht ausgesprochen als Vertreter spezifischer Interessen, (Ritterschaft, Vertreter beider großer Kirchen, Kanzler der Universitäten, Führungen ) entsandt waren, wurden jeweils in den 63 Oberämtern und den 7 "guten Städten" (Stuttgart, Tübingen, Ludwigsburg, Ellwangen, Ulm, Heilbronn, Reutlingen) gewählt. (6) Die für jedes Oberamt 1811 errichteten Oberamtsgerichte tagten ursprünglich unter dem Vorsitz des Oberamtmanns. Seit 1819 (Edikt über die Oberamtsversammlungen vom 31.12.1818) waren sie selbständig. Damit war auf Bezirksebene die Trennung von Justiz und Verwaltung vollständig durchgeführt; dem Oberamtmann stand der Oberamtsrichter gegenüber. (7) Besitz und Einkommen des Staats verwalteten die Kameralämter (Domanial-, Bau-, Forstverwaltung). Sie entwickelten sich schließlich im Lauf des 19. Jahrhunderts zu Bezirkskassen bzw. zu Bezirkssteuerämtern. 1895 war die Angleichung der Kameralamtsbezirke an die Oberamtsbezirke abgeschlossen. (8) Ab 1881 zwei Fünftel; vgl. Grube, Vogteien, Ämter, Landkreise in der Geschichte Südwestdeutschlands, 3. Auflage 1975. (9) Der Oberamtspfleger erhielt Sitz und beratende Stimme in der Amtsversammlung, durfte aber nicht zugleich Gemeinderechner der Oberamtsstadt sein. (10) Vor allem Amtsarzt, Oberamtstierarzt, Oberamtsbaumeister, Oberamtsstraßenbaumeister. (11) Jedes Amtsgericht war für einen Oberamtsbezirk zuständig. (12) Zur Behördengeschichte des Oberamts vgl. das Vorwort von Walter Wannenwetsch im Findbuch des Rems-Murr-Kreisarchivs für den Bestand A1 Oberamt Backnang 1806 - 1938. Bearbeitet von Renate Winkelbach und Walter Wannenwetsch. mschr. Waiblingen 1997. (13) Vgl. StAL, Bestand EL 18, Bü 594: Aktenaussonderung beim Landratsamt Backnang sowie die Kanzleiakten des Staatsarchivs Ludwigsburg E III 12/19: Aktenaussonderung beim Landratsamt Waiblingen
- Zur Biografie von Fürstin Alexandra zu Hohenlohe-Langenburg: Fürstin Alexandra Luise Olga Viktoria zu Hohenlohe-Langenburg wurde am 1. September 1878 als viertes Kind von Herzogin Marie (Tochter von Zar Alexander II. von Russland) und Herzog Alfred (Sohn von Königin Viktoria von Großbritannien) von Edinburgh in Coburg geboren. Sie verbrachte ihre Kindheit und Jugend überwiegend in England sowie auf Malta, wo ihr Vater von 1886 bis 1889 als Kommandant der britischen Marine stationiert war, und im Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha, das Alfred ab 1893 regierte. Ihren Cousin 3. Grades und späteren Gatten Erbprinz Ernst II. zu Hohenlohe-Langenburg (1863-1950) lernte Alexandra anlässlich seiner vielen Reisen nach England bereits in jungen Jahren kennen. Als 15jährige fiel sie ihm besonders ins Auge, und nach heftigem Werben bei ihrer Mutter Marie erhielt Ernst 1895 die Erlaubnis zur Verlobung. 1896 fand schließlich die Hochzeit in Coburg statt. Alexandra zog mit ihrem Gatten nach Langenburg, wo dieser begann, sich auf seine Rolle als Erbe des Stammbesitzes vorzubereiten. Schon bald kam der erste Sohn Gottfried zur Welt, auf den Marie Melita, Alexandra und Irma sowie der kurz nach der Geburt verstorbene Alfred folgten. Doch änderten sich die Pläne der jungen Familie, als 1899 bzw. 1900 Alexandras Bruder Alfred und ihr Vater kurz nacheinander starben. Ernst übernahm die Regentschaft im Herzogtum Sachsen-Coburg-Gotha für den noch minderjährigen Thronfolger Herzog Eduard von Albany, so dass der neue Lebensmittelpunkt für einige Jahre in den thüringischen Residenzen lag. Auch nach dem Ende der Regentschaft 1905 hielt sich die Erbprinzessin mit ihren Kindern außer in Langenburg von Zeit zu Zeit in Coburg am Hof ihrer Mutter auf, während Ernst wegen seiner politischen Ambitionen häufig abwesend war. Alexandra unternahm zudem zahlreiche Reisen vor allem nach Südfrankreich, wo ihre Mutter ein Landgut bei Nizza besaß, sowie nach Rumänien zu ihrer Schwester Königin Maria und in die Schweiz. Zum Teil hing ihre Reiselust allerdings mit ihrer lebenslangen Anfälligkeit für Krankheiten zusammen, die sie zu längeren Kuraufenthalten zwang. Spätestens 1913, als Ernst II. seinen Vater als Fürst beerbte, wurde Schloss Langenburg endgültig zum Hauptwohnsitz der Familie. Dennoch kam es während des 1. Weltkrieges noch einmal zu einer längeren Abwesenheit des neuen Fürsten, der sich aufgrund seiner leitenden Funktionen bei der freiwilligen Krankenpflege vor allem an der Ostfront aufhielt. Alexandra nutzte diese Zeit, indem sie sich ebenfalls in der Kriegsfürsorge engagierte und von 1914 bis (mindestens) 1917 als Hilfskrankenschwester im Kriegslazarett in Coburg selbst Hand anlegte. Nach dem Krieg und den politischen Umwälzungen in Deutschland zog sich Ernst weitgehend ins Privatleben zurück, so dass nun auch seine Gattin ihre Rolle als Fürstin auf den langenburgischen Stammgütern voll ausfüllen konnte, lediglich unterbrochen von gelegentlichen Reisen. Fürstin Alexandra starb am 16. April 1942 im Diakonissenkrankenhaus in Schwäbisch Hall und wurde in Langenburg beigesetzt. 2. Zum Nachlass und seine Bearbeitung: Der Nachlass der Fürstin Alexandra besteht überwiegend aus Korrespondenzen und enthält nur sehr wenige ,Sachakten’, was im großen und ganzen ihrer eher zurückgezogenen Rolle an der Seite ihres öffentlich und organisatorisch wesentlich aktiveren Gatten entspricht. Die Unterlagen wurden wohl im Laufe der 1960er und 70er Jahre an das Hohenlohe-Zentralarchiv abgegeben und dort grob sortiert. Dabei konnte auf eigene Ordnungsmaßnahmen Alexandras zurückgegriffen werden, die einem Teil des Schriftguts alte Umschläge mit Beschriftungen im Sinne eines Aktentitels beilegte. Die aktuelle Verzeichnung orientierte sich ebenfalls an diesen Originalaktentiteln, ging jedoch in der Erschließungstiefe weit darüber hinaus. Es mussten kaum Umformierungen vorgenommen werden, und es wurde eine nur geringfügige Vermischung mit Akten anderer Provenienz festgestellt, so dass wenige Schriftstücke zu entnehmen waren. Allerdings konnte der Bestand um zahlreiche Faszikel ergänzt werden, die bei der Bearbeitung von anderen langenburgischen Nachlässen - insbesondere des Gatten Ernst II. sowie der Töchter Alexandra und Irma - gefunden wurden. Der Bestand La 143 Nachlass Fürstin Alexandra, wurde im Dezember 2004 von Archivassessor Thomas Kreutzer im Rahmen eines durch die Kulturstiftung Baden-Württemberg geförderten Projekts geordnet und verzeichnet. Er umfasst 2,4 lfd.m. Akten und Bände in 107 Einheiten mit einer Laufzeit von [ca. 1880]-1942. Neuenstein, im April 2005 Thomas Kreutzer 3. weitere Materialien:: La 102 Fürstliche Hofverwaltung La 95 Domänenkanzlei Langenburg La 142 Nachlass Fürst Ernst II. 4. Hinweis: Im vorliegenden online-Findmittel fehlen einige Titelaufnahmen zu Archivalien aus dem 20. Jahrhundert, die derzeit noch nicht uneingeschränkt zugänglich sind. Im Hohenlohe-Zentralarchiv befindet sich ein vollständiges Findbuch, das auch die noch nicht frei zugänglichen Archiveinheiten erschließt. Neuenstein, im September 2005 Dr. Schiffer
Enthält: Korrespondenz Ernsts II. mit dem Präsidenten (betreffend Wahlen Ernsts in den Vorstand); Rundschreiben; Sitzungsunterlagen (u.a. Vorlagen, Namenslisten, Berichte); Bericht der Finanzkommission, mit Abrechnung für 1931 und Voranschlag für 1932 (finanzielle Krise der Kolonialgesellschaft) Darin: Druckschriften (Jahresberichte für 1920, 1929 u. 1932; Tagungsbericht (2 Bde.), 1928; Wesen und Ziele der deutschen Kolonialbewegung, 1928).
Enthält: Korrespondenz Ernsts II. zu politischen Angelegenheiten sowie mit seinem Nachfolger im Amt Bernhard Dernburg; Denkschrift zum Umbau der Kolonialverwaltung; Vorschläge Ernsts II. zur Gewinnung der Zustimmung des Reichstages zum Kolonialetat (Briefentwurf an Reichskanzler von Bülow); Rücktrittsgesuch Ernsts II. (Konzept); kaiserliches Entlassungsschreiben (Abschrift); kaiserliches Diplom über Verleihung der Brillanten zum Roten Adlerorden 1. Klasse an Ernst II.; Anteilnahmeschreiben; Zeitungsausschnitte (mit Abbildungen Ernsts II. und seines Nachfolgers Bernhard Dernburg).
Enthält u.a.: Korrespondenz Ernsts II., Entwurf einer Verordnung und Denkschrift betreffend Reichskolonialamt; Verhältnisse der deutschen Schutztruppe in Südwestafrika (u.a. Herero-Aufstand, Eisenbahnbau, Hafenanlagen, Organisationsfragen); Grenzfragen (u.a. Korrespondenz mit König Leopold II. von Belgien); Geschäftsverteilungspläne; Haushaltsplan für 1906; Zeitungsausschnitte Darin: Übersichtsplan der Eisenbahnlinie Windhuk-Rehoboth; Karikatur aus dem "Kladderadatsch" (mit Abbildung Ernsts II.).
Enthält: Schreiben von Dr. Solf, Staatssekretär im Reichskolonialamt, an Ernst II. (mit Konzept einer Antwort); Manuskript eines Vortrags aus dem Reichskolonialamt.
Enthält: Schreiben des Marineintendantursekretärs in Wilhelmshaven Ernst Voigt sowie des Großadmirals Alfred von Tirpitz betreffend Bewerbung Voigts um eine Stelle im Gouvernement von Kiautschou; Schreiben des Bürgermeisters der Gemeinde Friedrichroda betreffend Eisenbahnbesteuerung.
Enthält: Korrespondenz Ernsts II. (u.a. mit Kaiser Wilhelm II.); Glückwunsch- und Anteilnahmeschreiben; Urlaubsantrag Ernsts II. (von Reichskanzler Bernhard von Bülow bewilligt); Denkschrift zum geplanten Umbau der Kolonialverwaltung (Abschrift); Zeitungsausschnitte Darin: Reichstagsdrucksachen (Ergebnisse der namentlichen Abstimmungen über den Kolonialamtsetat, 29./30.3. und 26.5.1906; Etatsentwurf für das Reichskolonialamt für 1906 (mit Denkschrift), [1905]; Sitzungsprotokolle betreffend Kolonialetat, 1904/05).
Enthält: Karl Abetz; Zur Frage der Erhaltung der Forstlichen Lehrstätte an der Universität Freiburg, 1934; Protokoll eines Gesprächs mit Rektor, Forstdirektionspräsident und württ. Hochschulreferent; Absprache der Ministerien Württemberg und Baden; Unterbringung der Institute; Bericht über eine Berlinreise zur Erhaltung der Forstwissenschaften von O. Kerber, 1935; Skript von Otto Kerber: Die kulturelle und nationalpolitische Sendung der Stadt Freiburg im Breisgau und die Schwierigkeiten, welche der Erfüllung ihrer Grenzlandaufgaben im Wege stehen, 1935; Prüfungsordnung 1938; Vordrucke, Richtlinien; Studienordnung Holzwirtschaft, 1941; Kolonialwissenschaftliches Zusatzstuium, 1942; Praktische Lehrzeit weiblicher Studierender; Studium der Forstwissenschaft, 1942; Einzelfälle;
Bitte des ehemaligen Gouverneurs von Deutsch-Ostafrika Heinrich Schnee an Ernst II. um Unterstützung für die angestrebte Verleihung von Rote Kreuz-Medaillen an verdiente Ostafrikaner/-innen sowie an Schnees Frau. Enthält: Korrespondenz Ernsts II. mit Schnee sowie mit dem Kommissar und Militärinspekteur der freiwilligen Krankenpflege Fürst Hermann von Hatzfeldt-Trachenberg.
Enthält: politische und private Korrespondenz Ernsts II. während der Reise durch Bulgarien und Rumänien sowie während des Aufenthalts in Konstantinopel (u.a. mit dem Staatssekretär im Auswärtigen Amt Jagow, König Ferdinand [Onkel 4. Grades] und Königin Eleonore von Bulgarien sowie Angehörigen der Deutschen Botschaft in Konstantinopel); Handzeichnung des türkischen Kriegsministers Enwer Pascha zu Gebietsabtretungen der Türkei an Bulgarien; Passierscheine; Einschreibeliste in Bukarest; Glückwunschschreiben zum Reiseantritt; offizielle Abschiedsschreiben des diplomatischen Corps in Konstantinopel; Manuskript einer Ansprache Ernsts II.; Rechnungen, Quittungen, Kontoauszug; Vergütungsunterlagen; Visitenkarten Darin: Ausschnitte aus den türkischen Zeitungen "La Defense" und "Hilal" mit Artikeln über Ernst II. (und einer Abbildung); Postkarten u.a. aus Kalisch (Kriegszerstörungen) und Konstantinopel; 8 Fotografien von Ernst II. im Zusammenhang mit einer Audienz beim Sultan, bei einem Aufenthalt am Schwarzen Meer sowie beim Besuch des kaiserlichen Dampfschiffes "Goeben" [separiert; jetzt in Bü 914].
Enthält u.a.: Liste der zum Einsatz in der Kolonialverwaltung bereiten Beamten (1940)