Berlin

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        Wilhelm Solf [1862-1936, Diplomat]
        Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, FA N 5598 · Akt(e) · 1916-1923
        Teil von Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik)

        Enthält u. a.: Reden Solfs zur Kolonialpolitik (6.1917, mit Entwürfen); Hans Sachs [Pressereferent in die Kolonialabteilung des Auswärtigen Amtes], Denkschrift zu den deutschen Parteien (28.8.1917); deutsche Propaganda gegen England; Entlassung Solfs (13.12.1918); Erinnerung an Waffenstillstandsultimatum Hindenburgs (2.3.1919); Demokratische Partei, Heidelberger Vereinigung, Verhältnis zu Prinz Max (28.9.1919, an Lina Richter); Redaktionsarbeit an den "Erinnerungen"; [angeblicher deutsch-japanischer Geheimvertrag unter Prinz Max] (18.8.1921 u.a.); Verlust eines Projektschreibens Wilhelms II. zur Trennung Englands von Frankreich, Oktober 1918 (1923) Darin: Briefe Solfs an Lina Richter, Brief Hahns an Johannes Lepsius (11.5.1918); Martin Hobohm, Wir brauchen Kolonien, Berlin, Okt. 1918 (Die Volksaufklärung Nr. 3), Broschüre; [Benjamin] De Jong van Beek en Donk, Die Politik Solfs (Zeitungsausschnitt 19.12.1918); Porträt in: Kolonialummer (Wachtfeuer. Künstlerblätter zum Krieg 1914/18 Nr. 179, Porträt Solf als Titelzeichnung); Foto als Geschäftsträger in Tokio (Zeitungsausschnitt); Korrespondenz der Deutschen Friedensdelegation (Kriegsgefangenschaft Heinz Schützingers, 20.12.1919); Brief von [Julius] Ruppel über Solfs Kolonialpolitik vor dem Krieg (27.3.1922) Inhaltsverzeichnis [Reihenfolge sinnlos, chronologisch umgestellt, ergänzt durch weitere Briefe]

        Stadtarchiv Worms, 186 / 1782 · Akt(e) · 1890 - 1907, 1922
        Teil von Stadtarchiv Worms (Archivtektonik)

        Enthält: 42. Sitzung der 2. Kammer der Landstände, 8.3.1890 (Protokoll, 82 S.); Allg. Delegiertentag der nationalliberalen Partei 1902 Eisenach (Prot., 3. Teil, S. 191-268); Geschäftsordnung für den Reichstag, 1922; Reichstagsauflösung und Kolonialpolitik, 1907 (unvollst.); Reichstagssession 1900/03, Teil 2: Sozial- und Gewerbepolitik, 147 S.); Verz. der Bevollmächtigten zum Bundesrath sowie Mitgliederverzeichnis des Reichstags, 1897/98; Denkschrift betr. die innerpolitische Thätigkeit des Alldeutschen Verbandes, Verf. Amtsrichter Ph. Bonhard Worms, Vorstandsmitglied, Berlin 1902 (27 S., mit hs. Widmung an v. Heyl) Darin: z.T. Exlibris Cornelius W. Karl v. Heyl

        Solf, Wilhelm (Bestand)
        BArch, N 1053 · Bestand · 1885-1936 (-1954)
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Geschichte des Bestandsbildners: Wilhelm Heinrich Solf, Kolonialpolitik. Mein politisches Vermächtnis, Berlin 1919 Eberhard von Vietsch, Wilhelm Solf. Botschafter zwischen den Zeiten, Tübingen 1961 Gouverneur vn Samoa (1900-1911), Staatssekretär des Reichskolonialamtes (1911-1918) und des Auswärtigen Amtes (1918) Bestandsbeschreibung: Persönliche Papiere auch der Ehefrau Hanna Solf-Dotti Veröffentlichungen; vorwiegend privatdienstlicher Schriftwechsel über die Verwaltung von Samoa und die Kolonialpolitik des Deutschen Reiches (mit Aufzeichnungen über Reisen in die afrikanischen Kolonien); Schriftgutreste zur auswärtigen Politik (1918-1919), umfangreiche Materialien aus der Botschafterzeit in Japan (1920-1928); privater Schriftwechsel, u.a. mit Politikern, Wissenschaftlern und Schriftstellern sowie einigen Organisationen wie dem Deutschen Ausland-Institut und dem Japan-Institut (1898-1930). (Stand: 1977) Zitierweise: BArch, N 1053/...

        Solf, Wilhelm
        BArch, R 8048/187 · Akt(e) · Jan. - Dez. 1903
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält u.a.: Druck und Vertrieb der Broschüre "Bilanz des Neuen Kurses" von Class Flottenfrage Kolonialpolitik Polenfrage Burenfrage, Burensammlung Auslandsdeutschtum Gesellschaftsvertrag der GmbH der Vermögensverwaltung des AV Bericht des Geschäftsführers Geiser über seine Reise in die bayerischen Pfalz zur Einleitung einer alldeutschen Werbetätigkeit "Gewaltpolitik". Sonderabdruck der Deutschen Volkszeitung in Reichenberg(o.D.) Verhandlungsbericht über Sitzung des Vorstandes und Geschäftsführenden Ausschusses am 11. Sept. 1903 und Verbandstag am 12. Sept. 1903 in Plauen (V.) Verhandlungsbericht der Sitzung des Aufsichtsrates der Neuen Südwestafrikanischen Siedlungsgesellschaft mbH am 24. Okt. 1903 in Berlin Bericht über eine alldeutsche Gesellschaftsreise nach Ungarn und Rumänien vom Nov. 1903 Erläuterungen zum Hauptrechnungsabschluß der Verbandskasse für 1903

        Politische Angelegenheiten: Bd. 2
        BArch, RM 3/6833 · Akt(e) · 1912-1920
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält u.a.: Lage in der Provinz Schantung, Nanking, Nutzbarmachung der Ereignisse für deutsche Interessen zur wirtschaftlichen Eroberung Chinas "Politische Leistungen und Aufgaben in China" von Dr. Fritz Wertheimer in "Die Guldenkammer", 3. Jg. Heft 5 vom Feb. 1913 Forderungen Japans an China, japanisch-chinesisches Abkommen vom 25. Mai 1915 "Parteien und Kolonialpolitik" in Zeitschrift "Koloniale Fragen" Nr. 2 herausgegeben vom Aktionsausschuß der Deutschen Kolonialgesellschaft, Berlin 1916

        Reichsmarineamt

        mit Richard Jakob, Berlin; Graf Stolberg-Wernigerode; Otto von Tettenborn, Oberst z.D., Dresden; Paul Zilling, Stuttgart; Prof. H. Wagner, Göttingen; Prof. Ratzel, München; Richard Lesser, Berlin (Deutsche Kolonialzeitung); Livonius, Vizeadmiral a.D.; Graf Hatzfeld-Trachenberg; Dr. M. Lindemann, Bremen; Graf Behr-Bandelin; Admiral von Werner; Achter Deutscher Geographentag-Freiherr von Richthofen; Fürst zu Wied-Neuwied; Prof. W. Detmer, Jena; G. Schweinfurth; R. v. Bennigsen, Hannover u.a..

        Kolonien: Bd. 2
        BArch, R 43-I/625 · Akt(e) · Jan. 1924 - Dez. 1926
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält: Dr. Heinrich Schnee (Gouverneur): Die koloniale Schuldlüge; Druck. Süddeutsche Monatshefte Jan. 1924 Resolutionen und Eingaben zum 50-jährigen Kolonialgedenktag Apr. 1924 Dt. Kolonialkongreß 1924, Programm 1924 Tropenpension und Tropenrente für Kolonialsoldaten 1925 Koloniale Reichsarbeitsgemeinschaft, Richtlinien für die koloniale Propaganda und praktische Kolonialpolitik 1925 Ostafrikaner-Verband e.V., Bitte um Kredite zum Ankauf von Farmen 1926 Vertretung der kolonialen Interessen anläßlich des Eintritts in den Völkerbund, Resolutionen (Forts. Bd. 3) 1926 William H. Dawson: Rückgabe der Kolonien an Deutschland; Druck Berlin 1926

        Kolonialwirtschaftliches Komitee (Bestand)
        BArch, R 8024 · Bestand · 1890-1933
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Geschichte des Bestandsbildners: 1896 von Karl Supf mit Sitz in Berlin gegründete Vereinigung zur wirtschaftlichen Erschließung der deutschen Kolonien durch wissenschaftliche Untersuchungen, Publikationen, Forschungsreisen und propagandistische Tätigkeit; seit 1902 offiziell "Wirtschaftlicher Ausschuß der Deutschen Kolonialgesellschaft". 1936 vermutlich im Reichskolonialbund aufgegangen. Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte Als gesicherte Erkenntnis gilt, daß im Kolonialwirtschaftlichen Komitee ein Archiv eingerichtet war. Das in der Berliner Zentralstelle 1909 entstandene Kolonialwirtschaftliche Archiv verfügte bereits in seinem Gründungsjahr über Unterlagen von mehr als 600 kolonialen Unternehmungen. Der Zeitpunkt der Schriftgutübernahmen aus diesen Archiven bzw. den Registraturen in das Reichsarchiv läßt sich auf Grund fehlender Unterlagen nicht bestimmen. Für die Zeit des 2. Weltkrieges ist davon auszugehen, daß der Bestand mit anderen Beständen des Reichsarchivs ausgelagert und nach 1945 vom Deutschen Zentralarchiv Potsdam (später Zentrales Staatsarchiv Potsdam) übernommen wurden. Über kriegsbedingte Auslagerungsverluste können auf Grund fehlender alter Findmittel keine Angaben gemacht werden. Archivische Bewertung und Bearbeitung Zusammen mit den Unterlagen der Deutschen Kolonialgesellschaft zählt der Bestand Kolonialwirtschaftliches Komitee zu den umfangreichsten nichtstaatlichen Überlieferungen der Kolonialbewegung im Bundesarchiv. Die erste Bearbeitung der Bestände wurde bereits im Zentralen Staatsarchiv Potsdam vorgenommen. Es erfolgte in der Regel eine einfache Verzeichnung . Bei der erneuten Überarbeitung kam es zu geringfügigen Veränderungen der Aktentitel und zur Neuklassifizierungdes Bestandes. Inhaltliche Charakterisierung: Handel, Industrie und Wirtschaftsbeziehungen zu anderen Ländern; Kolonialpolitik; Kolonialgesellschaften, Kolonialvereine, Kolonialbanken, Kolonialunternehmungen. Erschließungszustand: Publikationsfindbuch und Online-Findbuch 2003 Zitierweise: BArch, R 8024/...

        Kolonialwirtschaftliches Komitee
        RMG 1.093 · Akt(e) · 1939-1941
        Teil von Archiv- und Museumsstiftung der VEM (Archivtektonik)

        Günther Hecht: Kolonialfrage u. Rassengedanke. Schriftenreihe d. Rassenpolit. Amtes, H. 16, 36 S., Dr., 1939; Neun Thesen d. Rassenpolitischen Amtes zur Kolonialpolitik, Abschrift aus Preuß. Zeitung, Nr. 6, Januar 1939; Schreiben d. Kolonialpolitischen Amtes betr. d. Straßenzustandes in Südwest- u. Südafrika u. Anwort-schreiben m. Angabe d. Adressen ortskundiger früherer Missionare, 1941

        Rheinische Missionsgesellschaft
        Kolonialpolitische Presseangelegenheiten
        BArch, RM 3/9733 · Akt(e) · Feb. 1902 - März 1914
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält u.a.: Die deutschen Kapitalinteressen in den deutschen Schutzgebieten. Größe, Stand und Rentabilität (Druck), aus: Journal Officiel de la République Francaise XXXIV année Nr. 261, 25. Sept. 1902, 1902 Denkschrift zur Förderung des Deutschtums in China. Denkschrift der deutschen Vereinigung Schanghai (Druck), o. Dat. Die Studienreise des Staatssekretärs Demburg nach Deutsch-Ostafrika. Von Dr. v. Bougard (Berlin 1908) Die großen Epochen der neuzeitlichen Kolonialgeschichte, von Ernst von Halle, Berlin 29. Nov. 1906, 1906 Die finanzielle Entwicklung der deutschen Schutzgebiete (Druck), 1906 Die Wahrheit über die deutschen Kolonien (Druck), o. Dat.

        Reichsmarineamt
        Kaiserliche Schutztruppen (Bestand)
        BArch, RW 51 · Bestand · 1891-1918
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Geschichte des Bestandsbildners: Nachdem das Deutsche Reich in den ersten Jahren seines Bestehens aus außenpolitischen Erwägungen auf eine aktive Kolonialpolitik verzichtet hatte, änderte sich dies ab 1884. Es entstanden die formell als "Schutzgebiete" bezeichneten Kolonien Deutsch-Südwestafrika, Togo, Kamerun, Deutsch-Neuguinea, Deutsch-Ostafrika und Samoa. Die in der Folgezeit eingerichteten Gouvernements dieser Schutzgebiete unterstanden zunächst der Kolonialabteilung im Auswärtigen Amt und schließlich dem hieraus erwachsenen Reichskolonialamt. Das 1898 erworbene Pachtgebiet Kiautschou in China unterstand dem Reichsmarineamt. Von Anfang an bestand die Notwendigkeit, in den Kolonien die Interessen des Reiches auch mit militärischer Gewalt durchsetzen und wahren zu können. In der Anfangsphase wurde diese Aufgabe von Schiffen und Landungskommandos der Kaiserlichen Marine wahrgenommen. In den deutschen Südsee-Kolonien blieb dies so auch bis zuletzt. In den afrikanischen Kolonien kam es zu einer eigenen Entwicklung. In Deutsch-Südwestafrika entstand 1889 eine Truppe aus deutschen Freiwilligen mit vertraglicher Bindung unter einem aktiven Offizier (Hauptmann Curt von François), die zunächst nur polizeiliche Aufgaben wahrnehmen sollte. In Deutsch-Ostafrika stellte der Reichskommissar Hauptmann Herrmann Wissmann 1889 zur Niederschlagung des 1888 ausgebrochenen "Araber-Aufstandes" eine Truppe aus angeworbenen Afrikanern auf. Mit Gesetz vom 22. März 1891 wurde schließlich die "Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika" aus Freiwilligen des Heeres und der Marine sowie angeworbenen Freiwilligen gebildet, es folgten mit Gesetz vom 9. Juni 1895 die "Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika" und die "Schutztruppe für Kamerun". Eine Schutztruppe für Togo war zeitweise in Planung, wurde jedoch nicht gebildet, ebensowenig wie es Schutztruppen für Deutsch-Neuguinea oder Samoa gab. Dort entstanden lediglich Polizeitruppen. In den jeweiligen Schutzgebieten hatte der Gouverneur die höchste militärische Gewalt inne, der Kommandeur der Schutztruppe war ihm unterstellt. Den Schutztruppen oblag die Aufrechterhaltung von Sicherheit und öffentlicher Ordnung. Phasenweise waren die einzelnen Schutztruppen ausschließlich mit der Niederschlagung von Aufständen der eingeborenen Bevölkerung beschäftigt. Hierfür wurden zum Teil erhebliche personelle Verstärkungen aus Deutschland herangeführt. Die Schutztruppen wurden zunächst durch das Reichsmarineamt geführt. Mit dem "Gesetz betreffend die Kaiserlichen Schutztruppen in den Afrikanischen Schutzgebieten und die Wehrpflicht daselbst" vom 18. Juli 1896 wurden die Schutztruppen dem Reichskanzler unterstellt, wahrgenommen durch die Kolonialabteilung im Auswärtigen Amt. In der Kolonialabteilung war zuständig die Abteilung M - Militärverwaltung (Kommando, bzw. Oberkommando der Schutztruppen). Die organisatorische Betreuung übernahm das Preußische Kriegsministerium (Armeeabteilung). Die Kommandoangelegenheiten wurden durch den Direktor der Kolonialabteilung wahrgenommen, mit der Abteilung M als seinem militärischen Stab. Mit Errichtung des Reichskolonialamtes durch Allerhöchsten Erlaß vom 17. Mai 1907 wurde diesem das Kommando der Schutztruppen unterstellt, nunmehr als militärischer Führungsstab mit verantwortlicher Kommandogewalt. Wie die Marine unterstanden die Schutztruppen dem Oberbefehl des Kaisers. Ihre Angehörigen waren Freiwillige des Heeres (bzw. der Armeen Preußens, Bayerns, Sachsens und Württembergs) und der Marine, die für die Zeit ihres Dienstes in den Schutztruppen aus der jeweiligen Armee oder der Marine ausschieden und danach wieder dorthin zurückkehrten. Die männliche deutsche Bevölkerung in den Schutzgebieten unterlag der Wehrpflicht. Dieser konnten die Wehrpflichtigen in den Schutztruppen nachkommen. Die Schutztruppen umfaßten 1913 die folgenden Personalstärken: - Kommando der Schutztruppen in Berlin: 80 Mann - Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika: 2758 Mann (266 Deutsche, 2492 Eingeborene) - Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika: 1970 Mann (Deutsche) - Schutztruppe für Kamerun: 1471 Mann (171 Deutsche, 1300 Eingeborene) Während des Herero-Aufstandes lag die Personalstärke der Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika 1907 bei ca. 15.000 Mann. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges traf die deutschen Kolonien unvorbereitet. Verteidigungsmaßnahmen gegenüber anderen Kolonialmächten waren nie ernsthaft in Erwägung gezogen worden, die Reichsregierung war davon ausgegangen, daß im Falle einer europäischen Auseinandersetzung die Kolonien gemäß der Vereinbarungen in der Kongoakte von 1885 aus den Kämpfen herausgehalten werden könnten, trotz mahnender Stimmen aus den Kolonien selbst. Am 1. August 1914 wurde daher in den Schutzgebieten zunächst nur der Ausnahmezustand verhängt. Erst Mitte August 1914 wurde in den Schutzgebieten mobil gemacht, doch waren die dortigen bewaffneten Verbände (Schutztruppen, Polizeitruppen, anwesende Marineeinheiten) letztlich gegenüber den zahlen- und materialmäßig weit überlegenen Gegnern ohne Chancen. Es gingen, zum Teil nach heftigen Kämpfen, zum Teil aber auch kampflos, verloren: - am 27. August 1914 Togo - am 7. September 1914 Samoa - am 17. September 1914 Deutsch-Neuguinea - am 9. Juli 1915 Deutsch-Südwestafrika - im Februar 1916 Kamerun Das der Marine unterstehende Pachtgebiet Kiautschou hatte nach schweren Kämpfen am 7. November 1914 kapituliert. Einzig in Deutsch-Ostafrika konnte sich die Schutztruppe bis zuletzt halten und dadurch erhebliche gegnerische Kräfte binden. Ihr Kommandeur, Generalmajor Paul von Lettow-Vorbeck, legte erst auf Befehl aus Berlin am 25. November 1918 die Waffen nieder. Bearbeitungshinweis: Der Bestand RW 51 war ursprünglich angelegt als Bestand für die "kaiserlichen Schutztruppen und sonstigen deutschen Landstreitkräften in Übersee" und umfaßte 29 AE. Im Jahr 2010 wurden die Unterlagen des Ostasiatischen Expeditionskorps herausgezogen und bildeten mit entsprechenden Neuzugängen den neu angelegten Bestand RW 61. Der Bestand RW 51 umfaßt seither ausschließlich Unterlagen der Kaiserlichen Schutztruppen und wurde in der Folge grundlegend überarbeitet und tiefer erschlossen. Einige Neuzugänge kamen hinzu. Bestandsbeschreibung: Der Bestand enthält als Sammelbestand die Unterlagen der Kaiserlichen Schutztruppen für Deutsch-Südwestafrika, Deutsch-Ostafrika und Kamerun, sowie des Kommandos der Schutztruppen, soweit sie im Militärarchiv vorhanden sind. Inhaltliche Charakterisierung: Der Bestand enthält nur wenige echte Sachakten. Er besteht vor allem aus einer Zusammenstellung von Kommandobefehlen Des Kommandos der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika von 1907 bis 1914, sowie einer Akte desselben Kommandos mit Berichten unterstellter Einheiten und Dienststellen von 1916. Hinzu kommen Unterlagen zu Organisation und Versorgung in Deutsch-Ostafrika und Deutsch-Südwestafrika und insbesondere einige handgezeichnete Karten. Zu Kamerun sind nur zwei Dokumente überliefert. Erschließungszustand: Der Bestand RW 51 war ursprünglich angelegt als Bestand für die "kaiserlichen Schutztruppen und sonstigen deutschen Landstreitkräften in Übersee" und umfaßte 29 AE. Im Jahr 2010 wurden die Unterlagen des Ostasiatischen Expeditionskorps herausgezogen und bildeten mit entsprechenden Neuzugängen den neu angelegten Bestand RW 61. Der Bestand RW 51 umfaßt seither ausschließlich Unterlagen der Kaiserlichen Schutztruppen und wurde in der Folge grundlegend überarbeitet und tiefer erschlossen. Einige Neuzugänge kamen hinzu. Vorarchivische Ordnung: Die Überlieferung der Schutztruppen Im Bundearchiv-Militärarchiv ist rein fragmentarisch. Das Schutztruppen-Archiv im Heeresarchiv wurde mit diesem beim Luftangriff auf Potsdam im April 1945 vernichtet. Dies gilt für die Personalakten der Schutztruppen und für die im Archiv befindlich gewesenen Sachakten der Schutztruppen in den Kolonien selbst. Die Überlieferung des Kommandos der Schutztruppen befindet sich im wesentlichen im Bestand R 1001 Reichskolonialamt. Die nach dem Ersten Weltkrieg in Afrika verbliebenen Unterlagen der Schutztruppen befinden sich heute in den Nationalarchiven von Tansania (Daressalam), Namibia (Windhuk) und Kamerun (Duala). Zusätzlich befinden sich im Belgischen Reichsarchiv in Brüssel Unterlagen der Schutztruppen aus Ruanda. Filme zu den Unterlagen in Windhuk und Daressalam befinden sich im Bundesarchiv in Berlin. Ersatzüberlieferung zu den Schutztruppen und ihren Einsätzen findet sich vor allem in den Unterlagen der Kaiserlichen Marine, die in der Regel unterstützend tätig war oder bei Aufständen auch Landungskommandos stellte. Zusätzlich ist zu verweisen auf die Überlieferung der von Bayern, Sachsen und Württemberg gestellten Kontingente zu den Schutztruppen in den jeweiligen Landesarchiven. Umfang, Erläuterung: 30 AE Zitierweise: BArch, RW 51/...

        Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, FA N 2522 · Akt(e) · 21. September 1906-1912
        Teil von Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik)

        Enthält u. a.: Englische Kolonialpolitik (25.3.1907 u.a.); Kritik der kaiserlichen Verwaltung in Elsaß-Lothringen (17.6.1907); Hedwig von Gemmingen, geb. Scipio [Ehefrau des Bezirkspräsidenten Karl von Gemmingen-Hornberg] (26.6.1907); öffentliche Angriffe auf Friedrich Curtius, seine Rolle im Elsaß (5.7.1907) Darin: Kondolenz des Generalsekretärs des Badischen Frauenvereins, [Ernst] Müller, zum Tod der Gräfin (1912)

        BArch, NS 5-VI/17707 · Akt(e) · 1921-1944
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält: Ratajski, Cyryl, poln. Politiker, 1925 Ratgeb, schwäb. Maler, 1940 Rath, Ernst vom, Gesandtschaftsrat, dt. Diplomat, 1939 Rath, Klaus Wilhelm, Macht u. ökonomisches Gesetz (dt. Schriften zur Wissenschaft), Frankfurt, Klostermann, 31 S. L 50, 1933 Rath, Emmerich, gewann 1905 den ersten Berliner Armeegepäckmarck, 1937 Raht, Hermann, Bergassessor, 1936 Rath, Dr.-Ing.e.h. Walther vom, stellvertr. Vorsitzender des Aufsichtsrates der IG-Farbenindustrie, 1940 Rathgen, Prof. Gründer u. langjähriger Leiter des Laboratoriums der Staatlichen Museen in Berlin, Stadtrat, 1942 Rathgen, Karl, Direktor des Seminars für Nationalökonomie u. Kolonialpolitik, 1921 Ratjen, Christioph, der S. Fischer-Verlag wurde durch einer Kommandit-Gesellschaft erworben, an der Peter Suhrkamp, Berlin, Philipp F. Reemtsma, Hamburg, Clemens ABS, Bonn, Chrioph Ratjen, Garmisch-Partenkirchen beteiligt sind, 1937 Rathke, Maximilian, verdienter Pionier der Kaliindustrie, Generaldirektor in Kassel, 1933 Ratzel, Friedrich, Journalist u. Gelehrter, 1941 Ratzenhofer, Gustav, Soldat u. Philosoph, 1942 Rau, Dr.h.c. Edmund, Württembergischer Staatsbeamter, 1930 Rau, Hans, Auslandskorrespondent, Dolmetscher, Auslandskorrespondent in der Schriftleitung des "Deutschen", 1934 Rau, Karl, Breslauer Musiker (spielt 33 Instrumente), 1936 Rau, Walter, Inhaber der Walter Rau Neutzer Ölwerke AG, Inh. Walter Rau Teutoburger Margarinewerke in Hilker, 1934 Rau, Karl Heinrich, Nestor dt. Nationalökonomie, 1942 Rauch, Prof.Dr. Ehrr., Ordinarius der Kunstgeschichte an der Universität Gießen, 1937 Rauch, Christian Daniel Friedrich, dt. Bildhauer, 1927 Rauch, von, General der Kavallerie, 1935 Rauch, Dipl.-Ing. Hans, Oberstadtbaurat in München, 1923 Rauch, Karl, herausgeber der "Literarischen Welt, Neue Folge 1933", 1933 Rauch, Caspar Walter, Zeichner, 1940 Rauchberg, Dr. Heinrich, sudetendt. Völkerrechtler, 1931 Raucheisen, Michael, Künstler (Musiker), Pianist und Professor, 1937 Rauecker, Prof.Dr. B., Verfasser: "Die neue deutsche Sozialpolitik erschienen: Akademie zur wissenschaft. Erforschung u. zur Pflege des Deutschtums", "Vom Wesen des Staates", 1935 Rault, Victor, Regierungspräsident im Saargebiet, 1929 Raumer, Dr. Hans von, dt. Staatsbeamter, Reichsminister, 1940 Raupenstrauch, Dr. Gustav Adolf, Erfinder des Lysols, Siebenbürger Sachse, 1939 Rausch, Bernhard, Leiter der Stahlhelm-Selbsthilfe, 1931 Rauscher, Arno, ehem. Oberbürgermeister von Potsdam, 1934 Rauscher, E., Oberingenieur, "Die Umstellung von der Friedens- auf die Kriegsfertigung", (Schriften zur kriegswirtschaftlichen Forschung und Schulung), 1938 Rauscher, Ulrich, dt. Gesandter in Warschau, 1930 Rauschning, Hermann, führender Danziger Senatspräsident, 1939 Rausenberger, Prof.Dr. Fritz, Ingenieur, Erfindung des 42- Zentimeter Mörser und der Ferngeschütze mit einer Reichweite bis zu 120 Kilometer, 1938 Rautenkranz, Hermann von Pionier der dt. Erdölindustrie, 1943 Rave, Paul Ortwin, stellvertretender Direktor der Berliner Nationalgalerie, 1944 Ravené, Louis, dt. Großindustrieeller, 1944 Rawengel, Anna therese, Mitarbeiterin im Stadtverordnetenkollegium, Mitglied im Reichstag, Anhängerin der Deutschnationalen, 1932 Rawitzki, Arthur, Direktor des WDB, 1932 Raymundus, Pater, o. Dat. Razus, Martin, Abgeordneter der slawischen Nationalpartei, ev. Pfarrer u. slowakischer Dichter, 1937

        Gesandtschaft Hamburg nach 1807 (Bestand)
        Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, I. HA Rep. 81 Hamburg · Bestand
        Teil von Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (Archivtektonik)

        Behördengeschichte Die Gesandtschaft in Hamburg gehörte zu den wichtigsten diplomatischen Vertretungen Preußens in Deutschland. Ihre Bedeutung lag vor allem auf dem Gebiet der Handels- und Zollpolitik sowie der Schifffahrt. Besondere Akzente wurden dabei durch die wirtschaftsgeografische Lage des gesandtschaftlichen Zuständigkeitsbereiches als Ausgangsbasis des deutschen Überseehandels und als Endpunkt der wichtigen Binnenschifffahrtsstraßen Elbe und Weser gesetzt. Die Gesandtschaft erlangte noch eine zusätzliche Bedeutung im Rahmen der Kolonialpolitik. Die Entwicklung der Zuständigkeit der Gesandtschaft Hamburg ist recht kompliziert, doch bleibt festzuhalten, dass in der Regel die drei Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck sowie die beiden Mecklenburg zum Gesandtschaftsbereich gehörten. Vom Tilsiter Frieden 1807 bis zur Annexion der Hansestädte und Oldenburgs durch Frankreich im Dezember 1810 erstreckte sich die Zuständigkeit der Mission außer auf die genannten Staaten auch auf Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz. Nach der durch die französische Annexion der deutschen Nordseeküste bedingten Auflösung der Hamburger Gesandtschaft 1810 wurden die diplomatischen Kontakte Preußens zu Mecklenburg, gebunden an die Person des bisherigen Gesandten in Hamburg, im Wesentlichen von der Gesandtschaft in Dresden wahrgenommen. Nach dem Pariser Frieden vom 30. Mai 1814 wurde die Gesandtschaft neu gegründet und erhielt einen großen Zuständigkeitsbereich, der sich außer auf die Hansestädte und Mecklenburg auch auf Hannover, Braunschweig, Oldenburg, Schaumburg-Lippe und Lippe-Detmold erstreckte. 1832 wurden die Vertretungen bei Hannover, Braunschweig, Schaumburg-Lippe und Lippe-Detmold von der Gesandtschaft Kassel übernommen. 1837 wurde Oldenburg in den Bereich der neugegründeten Mission in Hannover einbezogen. Der somit auf die Hansestädte und Mecklenburg verengte Zuständigkeitsbereich blieb bis zur Auflösung der Gesandtschaft Hamburg, die am 31. März 1920 erfolgte, konstant. Missionschefs 1804 - 1811 Grote, Graf August Otto von 1814 - 1830 1830 - 1832 Maltzan, Mortimer von 1832 - 1848 Haenlein, Johann Christian Ferdinand Louis von 1848 - 1859 Kamptz, Carl Ludwig Georg Friedrich Ernst Albert von 1859 - 1867 Richthofen, Freiherr Emil Carl Heinrich von 1867 - 1869 Kamptz, Carl Ludwig Georg Friedrich Ernst Albert von 1869 - 1872 Magnus, Anton von 1872 - 1875 Rosenberg, Freiherr Adalbert von 1875 - 1885 Wentzel, Robert Albrecht Friedrich Otto von 1885 - 1890 Kusserow, Heinrich von 1890 - 1894 Thielmann, Freiherr Max von 1894 - 1895 Kiderlen-Waechter, Alfred von 1895 - 1898 Wallwitz, Graf Nikolaus von 1898 - 1902 Metternich, Graf Paul von 1902 - 1907 Tschirschky und Boegendorff, Heinrich Leonhard von 1907 - 1908 Heyking, Freiherr Edmund von 1908 - 1915 Bülow, Gustav Adolf von 1915 - 1920 Quadt von Wyckradt und Isny, Albert Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte Der Bestand setzte sich aus fünf Registratur- bzw. Abgabeschichten (A-E) zusammen, die zwischen 1834 und 1940 ins Archiv gelangten. 1840 wurde für die Gruppe A ein Findbuch angelegt, in das auch die weiteren Abgabeschichten eingetragen wurden. Die Akzessionen Nr. 8042 bis 8168 wurden im Januar 1870 zu Gruppen zusammengefasst, ein Teil als wertlos klassifiziert (vgl. VI. HA Nl. Friedländer, G., Nr. 13, fol. 33). Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Bestand Rep. 81 Hamburg in die Salzbergwerke von Staßfurt und Schönebeck ausgelagert und zu Kriegsende in die Sowjetunion gebracht. Im Jahre 1955 erfolgte seine Rückführung in das Zentrale Staatsarchiv nach Merseburg. Der Bestand wurde in den Teil vor 1807 und den Teil nach 1807 getrennt. Letzterer Teil 1968 von Joachim Nossol neu verzeichnet und 1969 unter Anleitung Dr. Joachim Lehmann und Roswitha Nagel nach sachlichen Gesichtspunkten geordnet. Die unterste Gliederungsstufe ist chronologisch - unter Wahrung sachlicher Zusammenhänge - gereiht. Die redaktionellen Arbeiten besorgte die Archivarin Maria Lehmann, das Findbuch schrieb Magdalena Sabor. Die Institutionsgeschichte wurde von Dr. Joachim Lehman verfasst. Im Zuge der Neuverzeichnung des Bestands I. HA Rep. 81 Gesandtschaft Hannover wurde eine Akte aufgefunden, die provenienzmäßig in den Bestand der Gesandtschaft Hamburg gehört (Altsignatur Rep. 81 Hannover B 4 a). Der Bestand Gesandtschaft Hamburg umfasst insgesamt 1.350 Akten aus der Zeit von 1804 bis 1920. Merseburg, im Juni 1981 gez. Nagel überarbeitet Berlin, im Februar 2011 gez. Dr. Puppel letzte vergebene Nummer: ____ zu bestellen: GStA PK, I. HA Rep. 81 Gesandtschaft Hamburg zu zitieren: GStA PK, I. HA Rep. 81 Gesandtschaften und Konsulate nach 1807, Gesandtschaft Hamburg Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.

        Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, FA N 2999 · Akt(e) · 1906-1915
        Teil von Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik)

        Enthält u. a.: Verwendung der Großherzogin f+r Prinz Alexander von Sayn-Wittgenstein (1906); Entlassung (1909); Tod Bodos von dem Knesebeck (1911); Kriegseintritt Italiens, Rolle Österreichs (1915) Darin: Berliner Tagblatt, 25.3.1906 (Kolonialpolitik, Bülow und Erbprinz [Ernst] von Hohenlohe-Langenburg); Brief der Fürstin [Maria] von Bülow (1909)

        Berichte des Kapitäns R. Rabenhorst als Expeditionsleiter und des Leutnants Schmid aus Lamu an Prof. Eggert in Berlin und seinen Nachfolger als Leiter der Witu-Angelegeheiten E. Arnhold; Differenzen des Leutnants a.D. von Wittich und des Leutnants Schmid mit Kapitän Rabenhorst.

        Drucksachen zu kolonialen Fragen

        Darin: 1. Die Gesellschaft mit beschränkter Haftbarkeit. Eine gesetzgeberische Studie von Rob. Esser II, Köln. Berlin: Julius Sittenfeld, als Manuskript gedruckt. Vertraulich, 1886; 2. Verwertung des E. Nagelschen Vertrages über Landerwerb im Pondoland, Südafrika, 1886; 3. Geschäftsbericht der Südamerikanischen Kolonisationsgesellschaft zu Leipzig für 1885, 1886; 4. Entwurf eines Gesetzes zur Regelung des Auswanderungswesens im Deutschen Reiche. Von A.W. Sellin, o.D.; 5. Satzungen des deutschen Frauen-Vereins für Krankenpflege in den Kolonien; 6. Karte von Kaiser-Wilhelms-Land und Bismarck-Archipel; 7. Rundschreiben der Kolonialgesellschaft.

        Dr. Carl Peters (Bestand)

        Der im Kreisarchiv befindlichen Teil aus dem Nachlass des deutschen Kolonialpioniers Carl Peters, der das Kerngebiet des späteren "Deutsch-Ostafrika" erwarb, wurde hauptsächlich von seiner Gattin Thea geb. Herbers zusammengetragen und durch Kopien und Abschriften aus dem Bundesarchiv Koblenz und dem damaligen Zentralen Staatsarchiv Potsdam sowie durch Materialien der Familie Berninghaus - Asta Berninghaus war eine Schwester Thea Peters - angereichert. Anfang der 1950er Jahre gelangte die Sammlung in den Besitz des Archivs der Burg Altena. Der Nachlass enthält in acht Kartons Urkunden, Korrespondenzen und Zeitungsausschnitte, die sich zum größten Teil auf die Disziplinarverfahren und Beleidigungsklagen des Kolonialpolitikers beziehen. Neben diesem Schriftgut liegen Fotos und persönliche Gegenstände vor. Zudem wurde die Sammlung durch Bücher und Aufsätze zu kolonialen Themen, inbesondere von und über Carl Peters, ergänzt. Die Verzeichnung erfolgte 1990 durch die Praktikantin Elke Röscher. Biografie: - 27.11.1856 geb. als Sohn eines Pastors in Neuhaus a. d. Elbe - Studium in Göttingen, Tübingen und Berlin - 1879 Promotion in Geschichte - 1880 Oberlehrerexamen in Geschichte und Geographie - seit 1881 Aufenthalt in London, Beschäftigung mit der englischen Kolonialpolitik und -verwaltung - 1883 Rückkehr nach Berlin - 28.03.1884 Carl Peters gründet die "Gesellschaft für deutsche Kolonisation" - September 1884 Aufbruch nach Ost-Afrika, im gleichen Jahr Abschluß von Kolonialverträgen mit den Häuptlingen von Useguna, Uguru, Usagara und Ukami - 12.02.1885 Gründung der DOAG ("Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft") - 27.02.1885 Unterzeichnung des ersten kolonialen Schutzbriefes durch Wilhelm I. für das von Peters erworbene Gebiet - März 1889 bis August 1890 Expedition zur Befreiung Emin Paschas, Abschluß weiterer Verträge in Afrika - 01.07.1890 Helgoland-Sansibar-Vertrag - 1891 Entsendung als Kaiserlicher Reichskommissar zur Verfügung nach Ostafrika - 1992 Mitarbeit an der deutsch-englischen Grenzregulierung in Ostafrika - 03.05.1894 Ernennung zum etatmäßigen "Kommissar" - 13. bis 16.03.1896 Kolonialdebatte des Reichstags, Angriff Bebels gegen Peters, bald darauf Umzug nach London, publizistische Tätigkeit, Gründung eines Wirtschaftsunternehmens - 24.04./15.11.1897 Disziplinarurteile gegen Carl Peters wegen Verfehlungen gegenüber Eingeborenen: Entlassung aus dem Reichsdienst (Rechtsfolgen des Urteils wurden 1937 durch Hitler zugunsten der Witwe Peters aufgehoben) - 1899-1911 Reisen nach Südafrika: Geschäftsführender Direktor der Carl Peters Estates Company - 1905 Gnadenerlass Kaiser Wilhelm II.: Peters erhält den Titel "Reichskommissar" zurück - 1907-1909 verschiedene Beleidigungsklagen insbesondere gegen Redakteure sozialdemokratischer Zeitungen - 1909 Eheschließung mit Thea Herbers - 1914 Carl Peters wird auf Gnadenwege seine Pension gewährt - 10.09.1918 gestorben in Waltorf bei Peine

        Peters, Carl
        Deutsche Kolonien und Schutzgebiete
        Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, E 130 b Bü 2644 · Akt(e) · (1880-) 1884-1940
        Teil von Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik)

        Enthält u.a.: Sammlung von diplomatischen Dokumenten über die Niederlassungen der Rheinischen Missionsgesellschaft sowie die Erwerbung von Angra Pequena und des umliegenden Gebiets in Südwestafrika 1880-1884; Berichte über Sitzungen des Bundesrates und seiner Ausschüsse (Rechtspflege, Begriff "Schutzmacht", Unterdrückung des Sklavenhandels und Schutz der deutschen Interessen, Vertrag mit England wegen der afrikanischen Schutzgebiete und Erwerbung von Helgoland, deutsche Kolonialpolitik, Schutztruppe in Ostafrika, Etats für dieSchutzgebiete); Eingabe des Vorstands der Missions-Konferenz der Provinz Brandenburg wegen Beschränkung des Branntweinhandels in den Schutzgebieten, 19.2.1889; Vortrag "Die nutzbaren Bodenschätze der deutschen Schutzgebiete", gehalten vor dem Deutschen Kolonial-Kongreß am 10.10.1902 in Berlin; Auszahlung der rückständigen Löhne an die Askari, Angestellten und Träger für ihre Dienste während des Krieges in Deutsch-Ostafrika, 1921/22, 1924; Forderungen nach Wiedererwerb der ehemaligen deutschen Kolonien, vor allem aus wirtschaftlichen Gründen (mitStellungnahmen von Reichsaußenminister Dr. Walter Simons, Reichsbankpräsident Dr. Hjalmar Schacht, Reichsinnenminister Dr. Wilhelm Külz und Gustav Noske); Der Kolonialfreund, Nr. 8 vom 5.8.1930 (mit Artikel "Die Lösung des Reparationsproblems durch die Kolonialfrage"); Entschließung des württembergischen Industrie- und Handelstags zur Frage der drohenden Vereinigung des Mandatsgebiets Ostafrika mit den angrenzenden englischen Kolonien, 1930/31. siehe auch Nr. 1889 und 2085

        Deutsche Kolonialgesellschaft (Bestand)
        BArch, R 8023 · Bestand · 1887-1936
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Geschichte des Bestandsbildners: 1887 durch Zusammenschluss der Gesellschaft für Deutsche Kolonisation (gegr. 1884) mit dem Deutschen Kolonialverein (gegr. 1882) in Berlin gegründet; Zielsetzung: Verbreitung des nationalen Verständnisses und Interesses für die Kolonialfrage, praktische Lösung kolonialer Probleme durch Unterstützung deutsch-nationaler Kolonisationsunternehmen, Pflege der Zusammengehörigkeit der Deutschen im Ausland, wissenschaftliche Erforschung der Kolonien, Erweiterung des deutschen Kolonialbesitzes und Unterstützung des deutschen Flottenprogramms zur Sicherung der Kolonien; Organe der Gesellschaft waren Präsidium, Ausschuss und Vorstand; Untergliederungen in Kolonialwirtschaftliches Komitee (gegr.1896), Hauptverband deutscher Flottenvereine im Ausland (gegr. 1898), Frauenbund der deutschen Kolonialgesellschaft (gegr. 1907); 1936 im Rahmen der nationalsozialistischen Gleichschaltung Integration in Reichskolonialbund; 1943 Auflösung aus kriegswirtschaftlichen Gründen. Bearbeitungshinweis: Findbuch (1953) Bestandsbeschreibung: Archivische Bewertung und Bearbeitung Als gesicherte Erkenntnis gilt, daß in der Deutschen Kolonialgesellschaft ein Archiv eingerichtet war. Das in der Berliner Zentralstelle 1909 entstandene Kolonialwirtschaftliche Archiv verfügte bereits in seinem Gründungsjahr über Unterlagen von mehr als 600 kolonialen Unternehmungen. Der Zeitpunkt der Schriftgutübernahmen aus diesen Archiven bzw. den Registraturen in das Reichsarchiv läßt sich auf Grund fehlender Unterlagen nicht bestimmen. Für die Zeit des 2. Weltkrieges ist davon auszugehen, daß der Bestand mit anderen Beständen des Reichsarchivs ausgelagert und nach 1945 vom Deutschen Zentralarchiv Potsdam (später Zentrales Staatsarchiv Potsdam) übernommen wurde. Über kriegsbedingte Auslagerungsverluste können auf Grund fehlender alter Findmittel keine Angaben gemacht werden. Die erste Bearbeitung des Bestandes wurde bereits im Zentralen Staatsarchiv Potsdam vorgenommen. Beim Bestand der Deutschen Kolonialgesellschaft wurde die Mehrzahl der überlieferten Aktentitel neu gebildet und teilweise durch Enthält-Vermerke ergänzt. Zu den bereits bestehenden Serien und Bandfolgen kamen, wo es sinnvoll erschien, zusätzlich archivisch gebildete hinzu. Da durch die bereits bestehende Fadenheftung die Aktenbildung und -abgrenzung v. a. der Aktenbände des Bestandes Deutsche Kolonialgesellschaft vorgegeben war, ließen sich zeitliche Überschneidungen bei den Serien und Bandfolgen nicht vermeiden. Die Übernahme der Datensätze der Deutschen Kolonialgesellschaft in die Datenbank erfolgte im Jahre 2003. Inhaltliche Charakterisierung: Antisklaverei; Ausstellungen, Kongresse, Tagungen und Kundgebungen; Auswanderung; Behörden und Ämter; Deutscher Frauenbund und dessen Einrichtungen; Deutscher Kolonialverein und Deutsche Kolonialgesellschaft; Expeditionen und Forschungsreisen; Flottenwesen; Forschung und Wissenschaft; Gesellschaften und Vereine; Handel und Wirtschaft; Herero-Aufstand; Kirche und Missionen; Koloniale Reichsarbeitsgemeinschaft; Kolonialpolitik Kolonialpropaganda und Ehrungen; Kolonialwirtschaftliches Komitee; Land- und Siedlungswesen; Militärwesen; Museen und Archive; Personalia und Korrespondenz; Presseausschnitte; Rechts- und Verwaltungsangelegenheiten; Schifffahrt und Wasserstraßen; Schule und Ausbildungswesen; Spenden und Lotterie; Tropenhygiene; Unterstützungs- und Darlehengesuche; Versuchs- und Untersuchungsstationen; Veterinärmedizin. Erschließungszustand: Publikationsfindbuch und Online-Findbuch 2003 Zitierweise: BArch, R 8023/...

        Deutsche Kolonialgesellschaft