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            • Geographie Wirtschaftsgeographie Reizmittel, aetherische Öle und Duftstoffe liefernde Pflanzen Aetherische Öle und Duftstoffe, Harze und Lacke, Kautschuk und Guttapercha, Farbstoffe liefernde Pflanzen, Junger Kautschukbaum (Castilloa elastica) (Ule-Kautschuk), Neuguinea subtitle: Stoedtner, Franz (Lichtbildverlag) (Fotograf), 1900
            Kabinettsorders, Bd. 71
            Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, III. HA MdA, I Nr. 238/20 · Akt(e) · Jan. - Juni 1888
            Teil von Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (Archivtektonik)

            122 Bl., Enthält: - Auszeichnung mit dem hohen Orden vom Schwarzen Adler mit dem Großkreuz des Roten Adler-Ordens: Herzog Ludwig in Bayern, Erbgroßherzog von Hessen und Prinz Wilhelm von Hessen - Auszeichnung mit dem hohen Orden vom Schwarzen Adler: von Schweinitz (außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter in St. Petersburg, General der Infanterie, Generaladjutant) - Auszeichnung mit dem Großkreuz des Roten Adler-Ordens mit Brillanten: Galimberti (Monsignore, Päpstlicher Nuntius in Wien, Erbischof von Nicaea), Graf von Pejacsewic (Österreichischer General der Kavallerie), Sadullah Pascha (Türkischer Botschafter in Wien) - Auszeichnung mit dem Großkreuz des Roten Adler-Ordens: Billot (Divisions-General und Senator, Französischer Botschafter in außerordentlicher Mission), Don Genaro de Quesada y Matevos, Marquis de Miravalles (General-Kapitän, Granden von Spanien, Spanischer Botschafter in außerordentlicher Mission), Graf Gerbaix de Sonnaz (italienischer Generalleutnant), Naib-es-Saltaneh (Sohn des Schahs von Persien) - Auszeichnung mit dem Roten Adler-Orden 1. Klasse mit Brillanten: Jonkheer van Capellen (Niederländischer Generaladjutant, Vize-Admiral), Fürst Schachowskoy (Russischer Generaladjutant) - Auszeichnung mit dem Roten Adler-Orden 1. Klasse mit Eichenlaub und mit dem Emailleband des Kronen-Ordens: Graf von Brandenburg (Gesandter in Brüssel), Graf von Werthern-Beichlingen (Wirklicher Geheimer Rat und Kammerherr, Gesandter in München) - Auszeichnung mit dem Roten Adler-Orden 1. Klasse mit dem Emailleband des Kronen-Ordens: von Riedel (Bayrischer Finanzminister) - Auszeichnung mit dem Roten Adler-Orden 1. Klasse: Baron Ferdinando Acton (Italienischer Vizeadmiral), Carp (Rumänischer Minister der auswärtigen Angelegenheiten), Emin-es-Sultan (Persischer Minister der Zölle), von Grolmann (Großherzoglich Hessischer Oberst-Kammerherr), Nicaise (Generalleutnant, belgischer Generalinspekteur der Artillerie), Freiherr von Reischach (Oberhofmeister der Königin von Württemberg), Said Khalifa (Sultan von Sansibar), Marquis Saionzi (Japanischer Botschafter in außerordentlicher Mission, japanischer Gesandter in Berlin), Sava Gruitsch (Serbischer Ministerpräsident und Kriegsminister), Graf van der Straten-Ponthoz (Belgischer Gesandter in Berlin) - Auszeichnung mit dem Stern zum Roten Adler-Orden 2. Klasse: Blum Pascha (Unterstaatssekretär im ägyptischen Finanzministerium), Dr. Eyschen (Luxemburgischer Geschäftsträger in Berlin), Gotowski (Kommandeur des Russischen 37. Dragoner-Regiments), Ritter Latterer von Lintenburg (Oberst, Kommandeur des Österreichischen Infanterie-Regiments Nr. 34), Baron van Rode (Belgischer Generalmajor), von Werner (Geheimer Rat im Großherzoglich Hessischen Staatsministerium), - Auszeichnung mit dem Roten Adler-Orden 2. Klasse mit dem Stern: Capellini (Rektor der Universität Bologna), Luigi Civita (italienischer Konteradmiral), Sir Arthur Ellis (Großbritannischer Generalmajor), Baron von Fredericks (Russischer Generalmajor), Sir G. Harman (Großbritannischer Generalmajor),Orlow (Russischer Generalmajor und Hofmarschall) - Auszeichnung mit dem Roten Adler-Orden 2. Klasse mit Brillanten: Candiano (Rumänischer Oberst und Flügeladjutant), Korobka (Oberst, Kommandeur des russischen 5. Kalugaschen Infanterieregiments) - Auszeichnung mit dem Roten Adler-Orden 2. Klasse mit Eichenlaub: Graf von Bray-Steinburg (Gesandter am Serbischen Hof) - Auszeichnung mit dem Roten Adler-Orden 2. Klasse: Acquasciati (Bürgermeister in San Remo), Don Julio Fuentes (Militärattaché bei der Spanischen Botschaft in Berlin), Garelli (Unterpräfekt in San Remo) Freiherr von Hodenberg (Sächsischer Oberst des 2. Grenadier-Regiments Nr. 101 und Kommandeur der 6. Infanterie-Brigade Nr. 64), Kornprobst (Französischer Oberstleutnant), Korobka (Oberst, Kommandeur des russischen 5. Kalugaschen Infanterieregiments), Lord Algernot Lennck (Großbritannischer Oberst), Nyqvist (Schwedisch-Norwegischer Flügeladjutant, Oberstleutnant), Chevalier Osio (Italienischer Oberst), Graf Stenbock (Adjutant und Hofmarschal des Großfürsten Sergius von Russland), Hon. Reginald Talbot (Großbritannischer Oberst), Tolstoy (Russischer Oberst) - Auszeichnung mit dem Roten Adler-Orden 3. Klasse mit der Schleife: Frontinsky (Hauptmann des russischen 5. Kalugaschen Infanterieregiments), von Mühlberg (Wirklicher Legationsrat, vortragender Rat im Auswärtigen Amt), von Villaume (Flügeladjutant, Oberstleutnant, Militärbevollmächtigter in St. Petersburg), - Auszeichnung mit dem Roten Adler-Orden 3. Klasse: van Beyma (Generalsekretär im Niederländischen Justizministerium), Bianchi (Leutnant der Carabinieri in San Remo), van den Bosch (Niederländischer Ordonnanzoffizier, Artillerie-Hauptmann), Bull (Dänischer Kapitän), Enver Bey (Major, Militärattaché bei der Türkischen Botschaft in Wien), Alexander Dmitrieff (Direktor des Zollamts Wirballen), Geiger (Oberrechnungsrat im Bayrischen Finanzministerium), Hon. Alwynne Greville (Großbritannischer Kapitän), Graf von Hohenwart zu Gerlachstein (Sekretär der Österreich-Ungarischen Botschaft in Berlin), Manfredi (Schiffskapitän in San Remo), Michel (französischer Kommandant), Mog Bey (erster Kassenbeamter der Ägyptischen Staatsschuld), Dr. Ott (Geheimer Sanitätsrat in Marienbad, Prof. an der Universität Prag), Sapuntzakis (Major, militärischer Begleiter des Kronprinzen von Griechenland), Schack (Superintendent in Wien), Schilling (Kanzleidirektor beim Russischen Gouvermnement in Kowno), Dr. Karl Sell (Großherzoglich hessischer Ober-Konsistiorialrat und Superintendent in Darmstadt), Snarski (Hauptmann des Russischen Garde-Grenadier-Regiments), Tschiritsch (Serbischer Flügeladjutant), Graf dUrsel (Legationsrat bei der belgischen Gesandtschaft in Berlin), Dr. J. Wolffson (Vorsitzender der Anwaltskammer in Hamburg), - Auszeichnung mit dem Roten Adler-Orden 4. Klasse mit Schwertern: Kund (Premierleutnant beim Auswärtigen Amt), Tappenbeck (Sekonde-Leutnant beim Auswärtigen Amt) - Auszeichnung mit dem Roten Adler-Orden 4. Klasse: Brümmer (Leutnant des russischen 5. Kalugaschen Infanterieregiments), Conrad de Buisseret Steenbecque de Blareughien (Legationssekretär 2. Klasse bei der belgischen Gesandtschaft in Berlin), Bykoff (Leutnant desw Russischen Grade-Grenadier-Regiments), Prinz de Caraman (Belgischer Legationssekretär), Franz Cornelius (Rentier in Potsdam), Graf de Crecente (Attaché der Spanischen außerordentlichen Botschaft), Flöcke (Divisionspfarrer zu Schwerin), Gaupp (Hauptmann im Württembergischen Pionier-Bataillon Nr. 13), Haya Karva (Japanischer Hauptmann), Kramaroff (Leutnant des Russischen Dragoner-Regiments Nr. 37), Krauskopf (Vizepräsident des Deutschen Wohltätigkeitsvereins in St. PetersburgEmil von Lobstein (Kaufmann in St. Petersburg), Ritter von Mann-Tiechler (Bayrischer Hauptmann im 1. Fuß-Artillerie-Regiment), Xavier Machado und Malaquias de Lemos (Portugiesischer Leutnant), Markowitsch (Eisenbahn-Stations-Chef in Wirballen), Moncheur (Legationssekretär bei der Berliner Belgischen Gesandtschaft), Normann (Kanzleirat im Auswärtigen Amt), Graf von Pourtalès (Legationsrat im Auswärtigen Amt), Rooch (Geheimer expedierender Sekretär, Dolmetscher bei der Botschaft in St. Petersburg), Rossetti (Eisenbahn-Stations-Vorsteher in San Remo), Salmon (Obertleutnant des Österreichischen Infanterie-Regiments Nr. 34), Schernikau (Direktor der Versicherung "Russischer Lloyd"), Stemrich (Legationsrat im Auswärtigen Amt), Szirmay de Szirma-Bessenyö (Oberleutnant des Österreichischen Husaren-Regiments Nr. 10) - Auszeichnung mit der Roten Adler-Medaille: Nicolaus Albowitsch (Sergeant des Großfürsten-Thronfolgers von Russland), Kurbatzki (Wachtmeister im Russischen Dragoner-Regiment), Leontius Orel (Kosaken-Unteroffizier des Großfürsten-Thronfolgers von Russland), Stunder (Feldwebel im Russischen Garde-Grenadier-Regimant), - Auszeichnung mit dem Kronen-Orden 1. Klasse in Brillanten: Dr. Neidhardt (Großherzoglich hessischer außerordentlicher Gesandter und bevollmächtigter Minister), - Auszeichnung mit dem Kronen-Orden 1. Klasse: Finger (Großherzoglich Hessischer Minister), Nariman Khan (Persischer Gesandter in Wien), von Nägler (Dänischer Hofchef und Kammerherr), Fürst Wladimir Obolensky (Russischer Hofmarschall), Max von Pappenheim (Oberhofmeister der Königin-Mutter von Bayern), Fürst von Radolin (Oberhofmarschall, Wirklicher Geheimer Rat und Gesandter), Sir Beauchamp Walker (Großbritannischer Generalleutnant), - Auszeichnung mit dem Stern zum Kronen-Orden 2. Klasse: Freiherr von Nordeck zur Rabenau (Großherzoglich Hessischer Ober-Stallmeister), Comte des Sesmaisons (französischer General) - Auszeichnung mit dem Kronen-Orden 2. Klasse mit dem Stern: Ritter Billimek von Waissolm (Oberst, Östereichischer Kommandant der 3. Gebirgs-Brigade), Takwor Agopian Pascha (Administrator der Ägyptischen Eisenbahnen), Jakub Artin Pascha (Unterstaatssekretär im Ägyptischen Ministerium des öffentlichen Unterrichts), Graf Bermondi (Präfekt der Provinz Porto Maurizio), Dembonski (Generalmajor im Russischen Garde-Grenadier-Regiment), Mathews (General des Sultans von Sansibar), Graf d Oultremont (Belgischer Hofmarschall und Palastmarschall), Baron von Stempel (Russischer Wirklicher Staatsrat und Zeremonienmeister), Baron Taube (Russischer Wirklicher Staatsrat) - Auszeichnung mit dem Kronen-Orden 2. Klasse mit Brillanten: Graf von Benckendorff (Kapitän, Kaiserlicher Russischer Flügeladjutant), Graf von Orsini und Rosenberg (Major, Kaiserlicher Österreichischer Flügeladjutant) - Auszeichnung mit dem Kronen-Orden 2. Klasse: Becker (Großherzoglich Hessischer Kabinettschef), Dobos de Marczinfalva (Major im Österreichischen Infanterie-Regiment Nr. 34), Graf von Douglas und Freiherr von Lagerfelt (Königlich schwedisch-norwegischer Kammerherr), Knatz (eheimer Hofrat in der Gesandtschaft Stuttgart), Dr. Lueders (Hofchef des Kronprinzen von Griechenland), von Marcher (Dänischer Gendarmerie-Oberst in Kolding), Merry del Val (Päpstlicher Monsignore), Persico (Korvetten-Kapitän, Kommandant der Aviso Barbarigo), Graf Stackelberg (Kaiserlich russischer Rittmeister der Garde-Kavallerie, Flügel-Adjutant des Großfürsten Wladimir von Russland), Teinzmann (Oberstleutnant, Kommandeur des Österreichischen Husaren-Regiments Nr. 10), Alexander Terevnikow (Chef des Zollbezirks Wirballen), von Werner (Großherzoglich Hessischer Hofjägermeister), Zembsch (Minister-Resident in Lima) - Auszeichnung mit dem Kronen-Orden 3. Klasse: Mehmet Bey (zweiter Sekretär der türlischen Botschaft in Wien), Alfredo Bonnefoi (italienischer Schiffs-Leutnant), Breidert (Legationsrat im Großherzoglich Hessischen Staatsinisterium), Ernesto Cerimeli (italienischer Schiffsbau-Ingenieur), Louis Cuvelier (Adjutant des belgischen Kriegsministers, 3. Régiment des Chasseurs), von Favrat-Jacquier de Bernay (Hofrat, Legationskanzlist bei der Gesandtschaft in Brüssel), Felzmann (Rittmeister im Österreichischen Husaren-Regimant), Chevalier Franzini (italienischer Kapitän), Glasenapp (Rittmeister im Russischen Dragoner-Regiment), Freiherr Giesl von Gieslingen (Hauptmann, Kaiserlich Österreichischer Ordonnanz-Offizier), Haillot (Französischer Kapitän), Horn (Preußischer Zoll-Revisions-Inspektor, Unterstaatssekretär im türkischen Handelsministerium), Laudet (Botschaftssekretär bei der Berliner französischen Botschaft), Erwin Meier (Hauptmann im Galitzischen Infanterieregiment Nr. 89), Graf de Merode (Königlich Belgischer Leutnant), Mignon (Oberkommissar der Polizei zu Lüttich), Don Antonio Pacheco y Janguas (Schiffskapitän in Spanien), Palmeri (Inspektor in San Remo), de Quesada und Monte (Königliche Spanische Kapitäns), Santarosa (Schiffsleutnant in San Remo), Schill (Major, Württembergisches Pionierbataillon Nr. 13, Kommandeur der Lutschiffer), Szartory de Lipcse (Hauptmann des Österreichischen Infanterie-Regiments Nr. 34), Thorbecke (Niederländischer Reichsadvokat), Chrisan Tschekawer (Kollegien-Assessor, Assistenz-Arzt des Großfürsten-Thronfolgers von Russland), Dr. theol. von Zimmermann (Wien) - Auszeichnung mit dem Kronen-Orden 4. Klasse: Cignetti (Quartiermacher der Carabinieri in San Remo), Fausto Cucchi Boasso (Attaché bei der Italienischen Botschaft in Berlin), Dorfer (Bayrischer Zeug-Hauptmann im Artillerie-Depot in Ingolstadt), Emmanuel Hübner (technischer Offizial im Präsidialbüro des Reichskriegsministeriums in Wien), Jaide (Großherzoglich Hessischer Ministerialkanzlei-Inspektor), Kobetzki (Kollegien-Assessor bei dem Russischen Gouvernement in Kowno), Lauter (Kaiserlich Russischer Hofoffiziant), Litassy (Hofjäger in Wien), G. Meyer (Kapitän des Norddeutschen Lloyd-Dampfers "Elbe"), Neujean (stellvertetender Kommissar der Polizei zu Lüttich), Perner (Leibkammerdiener des östereichischen Kaisers Franz Josef), Nicolaus Radzich (Haushofmeister des Großfürsten-Thronfolgers von Russland), Röttger (Großherzoglich Hessischer Ministerialregistrator), Gustav Sacks (Rentner in Paris), Ranise (Vorsteher des Telegraphenamts in San Remo), Edler von Worlitzky (Hof-Kontrollamtsoffizial in Wien) - Auszeichnung mit dem Kreuz der Ritter des Hausordens der Hohenzollern: Krüger (Polizeidirektor, Hilfsarbeiter im Auswärtigen Amt) - Ernennung zum ausländischen Ritter des Ordens pour le mérite für Wissenschaften und Künste: Frederic Sir Leighton (Historienmaler, Präsident der Akademie in London), Charles de Marignac (Prof. der Chemie in Genf), C. G. Meneghini (Prof. in Pisa), Emile Wauters (Historienmaler in Brüssel) - Ernennung: von Alvensleben (Kammerherr und Legationsrat, bisher Gesandter in Washington, jetzt Gesandter in Brüssel), Graf von Arco-Valley (Legationsrat, bisher Generalkonsul für Ägypten, jetzt Gesandter in Washington), von Bülow (Legationsrat, bisher erster Sekretär bei der Botschaft in St. Petersburg, jetzt Gesandter in Bukarest), Busch (Wirklicher Geheimer Legationsrat, bisher Gesandter in Bukarest, jetzt Gesandter in Stockholm), Kempermann (bisher Generalkonsul in Korea, jetzt Minister-Resident in Bangkok), Graf zu Rantzau (Geheimer Legationsrat, bisher vortragender Rat im Auswärtigen Amt, jetzt Gesandter in München), Stumm (Legationsrat, bisher Gesandter am spanischen Hof, jetzt außerordentlicher und bevollmächtigter Botschafter ebenda), Zembsch (Minister-Resident in Lima, jetzt auch bei Ekuador), Freiherr von Waecker-Gotter (bisher Gesandter in Mexico, jetzt Gesandter am Portugiesischen Hof) - Versetzung in den (einstweiligen) Ruhestand: Graf von Beust (Legationsrat, Legationssekretär in der Gesandtschaft in Brüssel), von Pfuehl (Legationsrat, bisher Gesandter in Stockholm, jetzt Wirklicher Geheimer Rat mit dem Prädikat "Exzellenz"), Gustav von Schulenburg-Priemen (Kammerherr, bisher Gesandter in Dresden), Graf von Werthern-Beichlingen (Wirklicher Geheimer Rat und Kammerherr, Gesandter in München) - Überweisung: von Deines (Major beim Generalstab und bei der Botschaft in Wien, jetzt Generalstab der Armee), Freiherr von Heintze-Weissenrode (Sekondeleutnant des 1. Garde-Dragoner-Regiments an die Botschaft in London), Freiherr von Kapp-Herr I (Sekondeleutnant des Garde-Husaren-Regiments, jetzt an die Botschaft in Wien), Mueller (Hauptmann, bisher Generalstab, jetzt Militärattaché in Bukarest), Baron von Plessen (Lapitän-Letnant, jetzt Marineattaché für die Nordischen Reiche an Stelle des Freiherrn von Rössing), von Rantzau (Major beim Generalstab und bei der Gesandtschaft in München, jetzt Generalstab der Armee), von Wedel (Sekondeleutnant des 1. Garde-Dragoner-Regiments an die Botschaft in Paris), Graf Yorck von Wartenburg (Hauptmann bei der Botschaft in St. Petersburg, jetzt zum großen Generalstab), - Bewilligung einer laufenden Unterstützung: Hau (bisher Portier bei der Botschaft in Wien), Omer (bisher Kawasse/Botschaftswächter beim Generalkonsulat in Konstantinopel), Henriette von Schmidthals (Witwe des ehemaligen Gesandten in Lissabon), Wolter (Witwe, bisher Arbeitsfrau im Auswärtigen Amt) - Bewilligung einer einmaligen Unterstützung: Verein Deutscher Künstler in Rom - Bewilligung von Urlaub: von Deines (Major bei der Botschaft in Wien) - Verleihung des Charakters: von Villaume (Kaiserlicher Flügeladjutant, Militärbevollmächtigter in St. Petersburg, jetzt Oberst) - Bestimmung zu Prädikat: Prinz Albert zu Schleswig-Holstein-Sonderburg-Glücksburg (Leutnant im 2. Hessischen Husaren-Regiment Nr. 14, Prädikat "Hoheit") - Genehmigung einer Zuwendung: August Gräffe (aus Köln am Rhein, für die beim Auswärtigen Amt am 27.4.1885 genehmigte Stiftung) - Übernahme des Protektorats: Deutsches Hospital in London, Verein Deutscher Künstler in Rom - Ablehnung: Graf Guido zu Lynar, Gesuch um Wiederanstellung) - Bestimmungen zu der Uniform der Reichsbeamten in den drei westafrikanischen Schutzgebieten - Kostenübernahme für die Herstellung und den Transport der dem Sultan von Sansibar geschenkten Batterie von sechs leichten Feldgeschützen;

            Kaiserliche Schutztruppen (Bestand)
            BArch, RW 51 · Bestand · 1891-1918
            Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

            Geschichte des Bestandsbildners: Nachdem das Deutsche Reich in den ersten Jahren seines Bestehens aus außenpolitischen Erwägungen auf eine aktive Kolonialpolitik verzichtet hatte, änderte sich dies ab 1884. Es entstanden die formell als "Schutzgebiete" bezeichneten Kolonien Deutsch-Südwestafrika, Togo, Kamerun, Deutsch-Neuguinea, Deutsch-Ostafrika und Samoa. Die in der Folgezeit eingerichteten Gouvernements dieser Schutzgebiete unterstanden zunächst der Kolonialabteilung im Auswärtigen Amt und schließlich dem hieraus erwachsenen Reichskolonialamt. Das 1898 erworbene Pachtgebiet Kiautschou in China unterstand dem Reichsmarineamt. Von Anfang an bestand die Notwendigkeit, in den Kolonien die Interessen des Reiches auch mit militärischer Gewalt durchsetzen und wahren zu können. In der Anfangsphase wurde diese Aufgabe von Schiffen und Landungskommandos der Kaiserlichen Marine wahrgenommen. In den deutschen Südsee-Kolonien blieb dies so auch bis zuletzt. In den afrikanischen Kolonien kam es zu einer eigenen Entwicklung. In Deutsch-Südwestafrika entstand 1889 eine Truppe aus deutschen Freiwilligen mit vertraglicher Bindung unter einem aktiven Offizier (Hauptmann Curt von François), die zunächst nur polizeiliche Aufgaben wahrnehmen sollte. In Deutsch-Ostafrika stellte der Reichskommissar Hauptmann Herrmann Wissmann 1889 zur Niederschlagung des 1888 ausgebrochenen "Araber-Aufstandes" eine Truppe aus angeworbenen Afrikanern auf. Mit Gesetz vom 22. März 1891 wurde schließlich die "Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika" aus Freiwilligen des Heeres und der Marine sowie angeworbenen Freiwilligen gebildet, es folgten mit Gesetz vom 9. Juni 1895 die "Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika" und die "Schutztruppe für Kamerun". Eine Schutztruppe für Togo war zeitweise in Planung, wurde jedoch nicht gebildet, ebensowenig wie es Schutztruppen für Deutsch-Neuguinea oder Samoa gab. Dort entstanden lediglich Polizeitruppen. In den jeweiligen Schutzgebieten hatte der Gouverneur die höchste militärische Gewalt inne, der Kommandeur der Schutztruppe war ihm unterstellt. Den Schutztruppen oblag die Aufrechterhaltung von Sicherheit und öffentlicher Ordnung. Phasenweise waren die einzelnen Schutztruppen ausschließlich mit der Niederschlagung von Aufständen der eingeborenen Bevölkerung beschäftigt. Hierfür wurden zum Teil erhebliche personelle Verstärkungen aus Deutschland herangeführt. Die Schutztruppen wurden zunächst durch das Reichsmarineamt geführt. Mit dem "Gesetz betreffend die Kaiserlichen Schutztruppen in den Afrikanischen Schutzgebieten und die Wehrpflicht daselbst" vom 18. Juli 1896 wurden die Schutztruppen dem Reichskanzler unterstellt, wahrgenommen durch die Kolonialabteilung im Auswärtigen Amt. In der Kolonialabteilung war zuständig die Abteilung M - Militärverwaltung (Kommando, bzw. Oberkommando der Schutztruppen). Die organisatorische Betreuung übernahm das Preußische Kriegsministerium (Armeeabteilung). Die Kommandoangelegenheiten wurden durch den Direktor der Kolonialabteilung wahrgenommen, mit der Abteilung M als seinem militärischen Stab. Mit Errichtung des Reichskolonialamtes durch Allerhöchsten Erlaß vom 17. Mai 1907 wurde diesem das Kommando der Schutztruppen unterstellt, nunmehr als militärischer Führungsstab mit verantwortlicher Kommandogewalt. Wie die Marine unterstanden die Schutztruppen dem Oberbefehl des Kaisers. Ihre Angehörigen waren Freiwillige des Heeres (bzw. der Armeen Preußens, Bayerns, Sachsens und Württembergs) und der Marine, die für die Zeit ihres Dienstes in den Schutztruppen aus der jeweiligen Armee oder der Marine ausschieden und danach wieder dorthin zurückkehrten. Die männliche deutsche Bevölkerung in den Schutzgebieten unterlag der Wehrpflicht. Dieser konnten die Wehrpflichtigen in den Schutztruppen nachkommen. Die Schutztruppen umfaßten 1913 die folgenden Personalstärken: - Kommando der Schutztruppen in Berlin: 80 Mann - Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika: 2758 Mann (266 Deutsche, 2492 Eingeborene) - Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika: 1970 Mann (Deutsche) - Schutztruppe für Kamerun: 1471 Mann (171 Deutsche, 1300 Eingeborene) Während des Herero-Aufstandes lag die Personalstärke der Schutztruppe für Deutsch-Südwestafrika 1907 bei ca. 15.000 Mann. Der Ausbruch des Ersten Weltkrieges traf die deutschen Kolonien unvorbereitet. Verteidigungsmaßnahmen gegenüber anderen Kolonialmächten waren nie ernsthaft in Erwägung gezogen worden, die Reichsregierung war davon ausgegangen, daß im Falle einer europäischen Auseinandersetzung die Kolonien gemäß der Vereinbarungen in der Kongoakte von 1885 aus den Kämpfen herausgehalten werden könnten, trotz mahnender Stimmen aus den Kolonien selbst. Am 1. August 1914 wurde daher in den Schutzgebieten zunächst nur der Ausnahmezustand verhängt. Erst Mitte August 1914 wurde in den Schutzgebieten mobil gemacht, doch waren die dortigen bewaffneten Verbände (Schutztruppen, Polizeitruppen, anwesende Marineeinheiten) letztlich gegenüber den zahlen- und materialmäßig weit überlegenen Gegnern ohne Chancen. Es gingen, zum Teil nach heftigen Kämpfen, zum Teil aber auch kampflos, verloren: - am 27. August 1914 Togo - am 7. September 1914 Samoa - am 17. September 1914 Deutsch-Neuguinea - am 9. Juli 1915 Deutsch-Südwestafrika - im Februar 1916 Kamerun Das der Marine unterstehende Pachtgebiet Kiautschou hatte nach schweren Kämpfen am 7. November 1914 kapituliert. Einzig in Deutsch-Ostafrika konnte sich die Schutztruppe bis zuletzt halten und dadurch erhebliche gegnerische Kräfte binden. Ihr Kommandeur, Generalmajor Paul von Lettow-Vorbeck, legte erst auf Befehl aus Berlin am 25. November 1918 die Waffen nieder. Bearbeitungshinweis: Der Bestand RW 51 war ursprünglich angelegt als Bestand für die "kaiserlichen Schutztruppen und sonstigen deutschen Landstreitkräften in Übersee" und umfaßte 29 AE. Im Jahr 2010 wurden die Unterlagen des Ostasiatischen Expeditionskorps herausgezogen und bildeten mit entsprechenden Neuzugängen den neu angelegten Bestand RW 61. Der Bestand RW 51 umfaßt seither ausschließlich Unterlagen der Kaiserlichen Schutztruppen und wurde in der Folge grundlegend überarbeitet und tiefer erschlossen. Einige Neuzugänge kamen hinzu. Bestandsbeschreibung: Der Bestand enthält als Sammelbestand die Unterlagen der Kaiserlichen Schutztruppen für Deutsch-Südwestafrika, Deutsch-Ostafrika und Kamerun, sowie des Kommandos der Schutztruppen, soweit sie im Militärarchiv vorhanden sind. Inhaltliche Charakterisierung: Der Bestand enthält nur wenige echte Sachakten. Er besteht vor allem aus einer Zusammenstellung von Kommandobefehlen Des Kommandos der Schutztruppe für Deutsch-Ostafrika von 1907 bis 1914, sowie einer Akte desselben Kommandos mit Berichten unterstellter Einheiten und Dienststellen von 1916. Hinzu kommen Unterlagen zu Organisation und Versorgung in Deutsch-Ostafrika und Deutsch-Südwestafrika und insbesondere einige handgezeichnete Karten. Zu Kamerun sind nur zwei Dokumente überliefert. Erschließungszustand: Der Bestand RW 51 war ursprünglich angelegt als Bestand für die "kaiserlichen Schutztruppen und sonstigen deutschen Landstreitkräften in Übersee" und umfaßte 29 AE. Im Jahr 2010 wurden die Unterlagen des Ostasiatischen Expeditionskorps herausgezogen und bildeten mit entsprechenden Neuzugängen den neu angelegten Bestand RW 61. Der Bestand RW 51 umfaßt seither ausschließlich Unterlagen der Kaiserlichen Schutztruppen und wurde in der Folge grundlegend überarbeitet und tiefer erschlossen. Einige Neuzugänge kamen hinzu. Vorarchivische Ordnung: Die Überlieferung der Schutztruppen Im Bundearchiv-Militärarchiv ist rein fragmentarisch. Das Schutztruppen-Archiv im Heeresarchiv wurde mit diesem beim Luftangriff auf Potsdam im April 1945 vernichtet. Dies gilt für die Personalakten der Schutztruppen und für die im Archiv befindlich gewesenen Sachakten der Schutztruppen in den Kolonien selbst. Die Überlieferung des Kommandos der Schutztruppen befindet sich im wesentlichen im Bestand R 1001 Reichskolonialamt. Die nach dem Ersten Weltkrieg in Afrika verbliebenen Unterlagen der Schutztruppen befinden sich heute in den Nationalarchiven von Tansania (Daressalam), Namibia (Windhuk) und Kamerun (Duala). Zusätzlich befinden sich im Belgischen Reichsarchiv in Brüssel Unterlagen der Schutztruppen aus Ruanda. Filme zu den Unterlagen in Windhuk und Daressalam befinden sich im Bundesarchiv in Berlin. Ersatzüberlieferung zu den Schutztruppen und ihren Einsätzen findet sich vor allem in den Unterlagen der Kaiserlichen Marine, die in der Regel unterstützend tätig war oder bei Aufständen auch Landungskommandos stellte. Zusätzlich ist zu verweisen auf die Überlieferung der von Bayern, Sachsen und Württemberg gestellten Kontingente zu den Schutztruppen in den jeweiligen Landesarchiven. Umfang, Erläuterung: 30 AE Zitierweise: BArch, RW 51/...

            Kakao in Kamerun: Bd. 3
            BArch, R 1001/8058 · Akt(e) · Jan. 1914-Okt. 1919 Nov. 1925-Dez. 1934
            Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

            Enthält u.a.: Kamerun-Kautschuk-Compagnie AG, Jahresbericht über das 27 Geschäftsjahr 1932, Berlin, 1933 Erwin Mai, Die Kakaokultur an der Goldküste und ihre sozial-geographischen Wirkungen. Berlin 1933

            Kakaowirtschaftsstelle (Bestand)
            BArch, R 8815 · Bestand · 1916-1923
            Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

            Geschichte des Bestandsbildners: Die ersten Kriegsgesellschaften überhaupt wurden unmittelbar nach der Errichtung der Kriegsrohstoffabteilung am 13. Aug. 1914 in der Rechtsform der Aktiengesellschaft gegründet. Diese Handelsgesellschaften nahmen im Grundsatz völlig selbständig die ihnen übertragenen Aufgabenbereiche wahr und wurden bei ihrer Geschäftstätigkeit nur durch staatliche Kommissare des Kriegsministeriums, des Reichsamt des Innern, des Preußischen Ministeriums für Handel und Gewerbe, des Reichsmarineamts oder anderen Reichsbehörden kontrolliert. Insbesondere bei den kaufmännischen und technischen Aufgaben bedurfte es zur Entlastung der Verwaltung der Unterstützung des Handels und der Industrie. Nur auf diese Weise glaubte man die Defizite bei den wirtschaftlichen und organisatorischen Vorbereitungen ausgleichen zu können. Rechtlich wurden die Kriegsgesellschaften in Gestalt von Aktiengesellschaften, Gesellschaften mbH, Abrechungsstellen oder Kriegsausschüssen errichtet. Begrifflich waren sie von den Zwangssyndikaten, den zentralen Wirtschaftsverbänden und von den staatlichen Stellen selbst abzugrenzen. Mit zunehmender Verschlechterung der Versorgungssituation kamen weitere Aufgabenbereich dazu. Zusätzlich zur Beschaffung, Verwaltung und Verteilung von Rohstoffen musste man sich nun auch mit der Mobilisierung und Ergänzung der im Inland vorhandenen Materialvorräte befassen. Zu diesem Zweck wurden staatlicherseits Mobilmachungsstellen errichtet, Rohstoffimport- bzw. in den besetzten Gebieten Requisitionsorganisationen gegründet und die inländische Produktion von Rohstoffen und deren Ersatzstoffe durch direkte Einflussnahme auf industrielle Kapazitäten, die Neuerrichtung von Betrieben und die Förderung wissenschaftlicher Entwicklungen forciert. Entsprechend dehnte sich auch das Betätigungsfeld der Hilfsorganisationen auf die technischen Aufgaben (Sortierung, Umarbeitung, Lagerung und Transport der Rohstoffe), die Produktionsförderung und den Außenhandel aus. Von den bei Kriegsende bestehenden ca. 350 Organisationen unterstanden 105 dem Kriegsernährungsamt (später: Reichsernährungsministerium), 120 dem Reichswirt‧schaftsamt (später: Reichswirtschaftsministerium), fünf dem Reichsamt des Innern (später: Reichsministerium des Innern) und 120 dem preußischen Kriegsministerium bzw. dem Kriegsamt (später: dem Reichswirtschaftsministerium). Dabei ist zu berücksichtigen, dass es sich nur bei etwa einem Drittel dieser Organisationen um Stellen mit Behördencharakter handelte; nur bei diesen kann überhaupt von einem Unterstellungsverhältnis im verwaltungsrechtlichen Sinne gesprochen werden. Die übrigen Organisationen sind etwa zu einem weiteren Drittel sogenannte Kriegsgesellschaften, d. h. für Zwecke der Kriegswirtschaft gegründete, meist mit Kapitalbeteiligungen des Reichs und der Länder arbeitende und durch Reichsämter oder speziell eingesetzte Reichskommissare überwachte Gesellschaften des Handelsrechts (AG, GmbH). Die Organisationen des restlichen Drittels sind als Selbstverwaltungsorgan der einzelnen Wirtschaftszweige mit dem Charakter von freiwilligen oder Zwangssyndikaten unter Reichseinfluss zu betrachten. Die Auflösung der Kriegsgesellschaften richteten sich in erster Linie nach den statutarischen Bestimmungen, die entsprechend dem Zweck der Gesellschaften den Beginn der Liquidation regelmäßig mit Beendigung des Krieges oder innerhalb eines Jahres nach Abschluss eines Friedensvertrages mit sämtlichen Großmächten vorsah. Wo eine zeitliche Begrenzung fehlte oder die Kreisgesellschaften aufgrund der andauernden Versorgungsnotlage durch nachträgliches Übereinkommen fortgeführt wurden, bedurfte es dagegen eines ausdrücklichen Auflösungsbeschlusses. Im Interesse eines schnellen, einheitlichen und endgültigen Abbaus der Kriegswirtschaft wurde schließlich auf Veranlassung des Reichsschatzamts am 15. Juli 1921 für alle Kriegsgesellschaften die erleichtere Möglichkeit der Auflösung durch einen Übergang auf das Reich ohne Liquidation geschaffen. Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte Die Bestände der Kriegswirtschaftsorganisationen des I. Weltkrieges waren in den Jahren 1943 und 1944 zunächst auswahlweise nach Staßfurt und dann unter Einbeziehung der gesamten zunächst zurückgelassenen Bestände und Bestandsteile nach Schönebeck ausgelagert worden. Im Zuge der Nachkriegsereignisse gelangten sie in das Deutsche Zentralarchiv, Abt. Merseburg, wo sie bis 1955 verblieben. Im Juli/August 1955 wurden die Bestände der Kriegsorganisationen des I. Weltkrieges nach Potsdam in das Zentralarchiv überführt. Archivische Bewertung und Bearbeitung In den Jahren 1959-1960 wurde damit begonnen, einzelne kleinere Bestände, für die keine oder nur unzureichende Findhilfsmittel des Reichsarchivs vorlagen, zu ordnen und zu verzeichnen. Inhaltliche Charakterisierung: Die Überlieferung bezieht sich auf folgende Schwerpunkte: - Leitung und Organisation allgemein, 1916-1923 - Personalangelegenheiten, 1919-1923 - Verbindung zu Reichsbehörden, 1919-1922 - Produktion und Bewirtschaftung von Kakaoerzeugnissen, 1919-1923 - Einfuhr von Kakaoerzeugnissen, Einfuhrausschuss, 1919-1923. Erschließungszustand: Findkartei ca. 1980 Zitierweise: BArch, R 8815/...

            ALMW_II._32_80 · Akt(e) · 1912-1936
            Teil von Franckesche Stiftungen zu Halle

            4 Fiches. Enthält: FICHE NR. 80 1+ - 1912. Paul an "Amtsbruder" - "Feindliche Maßnahmen gegen das Vermögen der Kambamission (und der Missionare) betreffend." (handschriftlich; 1 S.) - "Abgabe der Kambamission und deren vorläufige Übernahme durch die Africa Inland Mission." (handschriftlich; 3 S.) - Memmingen 1913. Köberle an Missionsinspektor - stenographische Notizen - Herrnsheim 1913. ? (2 Schreiben) - Nürnberg 1913. Der ev.-luth. Zentralmissionsverein für Bayern an Kollegium - 1913. ? an Missionsdirektor (2 S.; Maschinegeschrieben) - 1913. ? an Dekan (Köberle?) (2 S.; Maschinegeschrieben) - Ikusa 1913. Missionsrat der Kambamission an Kollegium (Nr. 32) (Maschinegeschrieben) - Briefwechsel zwischen Kambamission und Kollegium (gedruckt): Ikusa 1913 (Nr. 32); Leipzig 1913 (Nr. 96); Mulango 1913 (Nr. 34); Ikusa 1913 (Nr. 35); Leipzig 1913 (Nr. 99); Mulango 1914 (Nr. 39); Leipzig 1914 (Nr. 102) - Säuberlich: "Übersicht der in British-Ostafrika insonderheit in Ukamba arbeitenden Missionsgesellschaften." (handschriftlich; 4 S.) - An Africa Inland Mission (Englisch) - 1913. Kollegium an Missionsrat der Kambamission (Nr. 96; Maschinegeschrieben; 3 S.) - Mulango 1913. Missionsrat der Kambamission an Kollegium (Nr. 34; Maschinegeschrieben; 6 S.; 2fach; Abschrift) - Ikusa 1913. Missionsrat der Kambamission an Kollegium (Nr. 35; Maschinegeschrieben; 1 S.) - Leipzig 1913. Kollegium an Missionsrat der Kmabamission (Nr. 99; Maschinegeschrie-ben; 1 S.) - Mulango 1914. Missionare der Kambamission an Kollegium (Nr. 39; Maschinegeschrieben; 7 S.) - Leipzig 1914. Kollegium an American Council of the Africa Inland Mission (Englisch; handschriftlich; 3 S.) - Leipzig 1914. Paul (betr. Einladung zum Jahresfest; gedruckt) - 1914. Kollegium an Missionsrat der Kambamission (Abschrift; Maschinegeschrieben; 4 S.) - Ikusa 1914. Missionsrat der Kambamission an Kollegium (Abschrift; Maschinegeschrieben; 3 S.) - o.O. 1914. Africa Inland Mission an Hoffmann - Kijabe 1914. Africa Inland Mission an Hoffmann - Ikutha 1914. Missionsrat der Kambamission an Kollegium (Nr. 44; handschriftlich; 3 Seiten) - En route to India 1914. Hofmann an Field Director, Africa Inland Mission (Abschrift; Englisch) - Leipzig 1915. Paul an Oldham - Ahmednagar 1915. Hofmann an General Director, Africa Inland Mission (Englisch; Abschrift) - Edinburgh 1915. Continuation Committee of the World Missionary Conference 1910 (Oldham) an Paul (Englisch) - Kijabe 1915. Africa Inland Mission (Hurlburt) an Hofmann - Ahmednagar 1915. Hofmann an Hurlburt (Abschrift; handschriftlich; Englisch) - 1915. Kollegium an die Direktion der Afrika-Inland-Mission (Maschinegeschrieben; 6 S.). FICHE NR. 80 2+ - Fortsetzung - Ikutha 1915. "Letters from Joseph and Benjamin" (Englisch; 2 Schreiben) - Edinburgh 1915. Continuation Committee of the ... (Oldham) an Paul (Englisch) - Kijabe 1915. Africa Inland Mission an Hofmann - Ikutha, Kibwezi 1915. Waechter an Hofmann (Englisch) - Leipzig 1915. Paul an Oldham; Hurlburt - 1915. An Hurlburt, Director of the African Inland Mission (Englisch) - Leipzig 1915. Paul an Oldham (Englisch) - Philadelphia 1915. Africa Inland Mission an Leipziger Mission (Englisches Original und Übersetzung) - Ikutha, Kibwezi 1916. Waechter an Hofmann (Englisch) - 1916. Africa Inland Mission (Palmer) an Paul (englisches Original und Übersetzung) - Auszug aus einem Schreiben Palmers - 1916. Africa Inland Mission (Palmer) an Paul (Englisch) - Mulango 1917. Africa Inland Mission (Wight) an Thermann (Abschrift; Englisch) - "Englische Maßnahmen gegen deutsches Missionseigentum." (Maschinegeschrieben; ½ Seite) - 1917. "Mitteilungen der Handelskammer. Richtlinien für die Anmeldung der Auslandsforderungen." (gedruckt; 4 S.) - "Anmeldebogen" (Formular) (gedruckt; 4 S.) - Leipzig 1917. Kollegium an Reichskommissar zur Erörterung von Gewalttätigkeiten gegen deutsche Civilpersonen in Feindesland (betr. Kriegsschäden; Abschrift; Maschinegeschrieben; 5 S.) - Berlin 1917. Staatssekretär des Reichs-Kolonialamtes an Kollegium (3 Schreiben) - Leipzig 1917. Kollegium an Staatssekretär der Reichs-Kolonialamtes - 1917. Auswärtiges Amt (betr. "bezüglich des angeblichen Verkaufs durch die britische Obrigkeit von Privat - Eigentum der Ev.-luth. Mission in dem Ost - Afrika - Protektorate."; Englisch und Übersetzung) - Mulango 1917. Africa Inland Mission an Thermann (Englisch; handschriftlich und Maschinegeschrieben) - Berlin 1918. Reichskanzler (Reichswirtschaftsamt) an "sämtliche Bundesregierungen, mit Ausnahme von Preussen, und den Herrn Statthalter in Elsass-Lothringen." (Abschrift) - Leipzig 1918. Kollegium an den Reichskommissar zur Erörterung von Gewalttätigkeiten gegen deutsche Zivilpersonen in Feindesland - "Kamba - Mission." ; "Deutsch - Ostafrikanische Mission." (handschriftlich; 3 S.) - Abschrift "Public Auction of the Missionaries House of Myambani German Mission on 28th August 1918" - Machakos 1919. Wight an Pfitzinger (Abschrift; Englisch) - 1920. Sekretariat der Ev.-luth. Mission an Provincial Commissioner, Ukamba Province, Nairobi (Englisch) - Verband der im Ausland geschädigten Inlandsdeutschen e.V. "Ersatz von Schäden im Ausland für Inlandsdeutsche. Merkblatt" (gedruckt; 4 S.) - Mombasa 1920. Custodian of Enemy Property an Hoffmann (Englisch) - London 1921. International Missionary Committee (Oldham) an Paul (Englisch; 2 Schreiben) - Leipzig 1921. Weishaupt / Paul an Oldham (2 Schreiben) - "Besitz der Evangelisch - lutherischen Mission zu Leipzig in Ukamba, Britisch - Ostafrika" (Maschinegeschrieben; 2 S´.) - Kitui 1921. Übersetzung aus dem Kamba "Ein Brief von Benjamin Mbathi an Missionar Hofmann"; "Ein dem obigen beigefügter Brief von Andreas Mbithuka" (handschriftlich und Maschinegeschrieben; Abschrift) - 1921. "Brief von Paul Koloboi an Miss. Pfitzinger" (Übersetzung aus dem Kamba; handschriftlich). FICHE NR. 80 3+ - Fortsetzung (handschriftlich und Abschrift mit Maschine) - 1922. Kollegium an Verband der im Ausland geschädigten Inlandsdeutschen e.V. - Hamburg 1923. Bitter (Geschäftsführer des Vereins "Wiederaufbau im Auslande" e.V.) an Schlunk (Inspektor der Norddeutschen Missionsgesellschaft) (betr. Vergleichsweise Abfindung für Kriegsschäden) - Leipzig 1923. Weishaupt an Schlunk - o.O., o.J. Kollegium an den Reichskommissar zur Erörterung von Gewalttätigkeiten gegen deutsche Civilpersonen in Feindesland (Betr. Kriegsschäden; Abschrift) - Berlin 1923-1928. Bitter an Mission zu Leipzig (16 Schreiben) - Leipzig 1923. Kollegium Vollmacht für Bitter (2fach) - 1923. "Verlorener Besitz der Evangelisch - lutherischen Mission zu Leipzig in Ukamba, Britisch - Ostafrika." (Maschinegeschrieben; 3 S.) - 1923-1928. Ev.-luth Mission zu Leipzig an Bitter (11 Schreiben) - Leipzig 1923. Mission Leipzig an den Bund der im Ausland geschädigten Inlandsdeutschen - o.O., o.J. Ev.-luth. Landeskonsistorium an Paul - Berlin 1923. Deutscher Kolonialverein. Gesellschaft für nationale Siedlungs- und Auslandspolitik an Leipziger Mission - Leipzig 1923. Weishaupt an Kolonialverein (2 Schreiben) - 1923. Kollegium "Wertangabe der auf den drei Stationen Jkutha, Mulango, und Myambani zurückgelassenen ..."; "Gebäudewerte"- Vollmacht für Bittner - Berlin 1924. Verein Wiederaufbau im Auslande (Geschäftsführer Bitter) "Merkblatt über die Verwertung von E-Schatzanweisungen." (Maschinegeschrieben; 2 S.) - Berlin 1924. Beglaubigte Abschrift der Vergleiches zwischen dem Deutschen Reich und der Leipziger Mission (Bevollmächtigter Bitter) - Hamburg 1924. Bitter "An meine Mandanten" - Hamburg 1924. Verein "Wiederaufbau im Auslande" e.V. "An unsere Mitglieder" - ein nicht näher bezeichneter Zeitungsausschnitt - Berlin 1925. Der Präsident des Reichsentschädigungsamtes für Kriegsschäden ("Nachentschädigungsbescheid") - Berlin 1927. Reichsausgleichsamt an Leipziger Mission - 1927. Leipziger Mission an Reichsausgleichsamt - Berlin 1928. Präsident des Reichsentschädigungsamtes für Kriegsschäden an Paul - Tübingen 1928. Deutscher Evangelischer Missionsbund an Leipziger Mission - Berlin 1929. Reichsausgleichsamt an Leipziger Mission - Vollmacht für Bitter (Vordruck) - Berlin 1929. Reichsentschädigungsamt für Kriegsschäden ("Schlußentschädigungsbescheid"; "Sachschaden"). FICHE NR. 80 4- - Fortsetzung - Abschrift "Re: Evangelical Lutheran Mission High Court Cause No.44/16 Custodian of Enemy Property Cause No.23/16. Receipts" (Maschinegeschrieben, 1 S.) - Abschrift "MEMO. Evangelical Lutheran Mission" (Englisch) - 1929. Leipziger Mission an Bitter (3 Schreiben) - 1929. Kollegium an Reichsausgleichsamt (3 Schreiben) - Berlin bzw Hamburg 1929. Bitter an Leipziger Mission (4 Schreiben) - Berlin 1929-1930. Reichsausgleichsamt an Leipziger Mission (4 Schreiben) - 1929. Leipziger Mission an die Kreditbank für Ausland- und Kolonialdeutsche (2 Schreiben) - Berlin 1929. Kreditbank für Auslands- und Kolonialdeutsche an Leipziger Mission (5 Schreiben) - Berlin 1929. Reichsschuldenverwaltung an Leipziger Mission (2 Schreiben) - 1929. ? an Reichsschuldenverwaltung - Hamburg-Leipzig 1929. Vereinbarung zwischen Leipziger Mission und Bitter - 1929. "Verkaufslisten der engl. Regierung über Verkäufe von Eigentum in Ikutha, Mulango u. Miambani in den Kriegsjahren betr." (handschriftlich; 3 S.; zumeist Englisch) - 1929. ? an Reichsausgleichsamt - London 1930. International Missionary Council an Ihmels (Englisch; 2 Schreiben) - 1930. International Missionary Council an Grimwood (Englisch; Kopie) - stenographische Notizen - 1930-1931. "Re: Evangelical Lutheran Mission, Leipzig. Request for Cancellation List 4 Kenya Shs. 23000." An von Friedberg (Englisch; 5 Schreiben) - Berlin 1930-1931. Restverwaltung für Reichsaufgaben an Leipziger Mission (4 Schreiben) - 1930 und 1932 und 1935. (Ihmels?) an Gibson; in Anlage: Aufzeichnung von Rev. Downing über eine Aussprache zwischen Raum, Downing und Regierungsvertreter (letzteres in Englisch; 3 Schreiben) - o.O., o.J. Abschrift "Friendly Agreement" zwischen Africa Inland Mission (Downing) und Leipziger Mission (Raum) (Englisch; 2fach und Übersetzung) - 1931. ? an die Afrika Inland Mission - 2 Anlagen "zu dem Bericht des Konsulates Nairobi ... 1931" (Englisch) - Berlin 1931. Auswärtiges Amt an Ihmels (2 Schreiben) - Tübingen 1931. Deutscher Evangelischer Missionsbund an die im früheren Deutsch-Ostafrika arbeitenden Missionsgesellschaften - Berlin 1931. Restverwaltung für Reichsaufgaben an Leipziger Mission - o.O. 1924 "Colony and Protectorate of Kenya" (Englisch; Maschinegeschrieben, 2 S.) - 1932. ? "Im Auftrag der Ev.-luth. Mission" an Restverwaltung für Reichsaufgaben - London 1932. International Missionary Council an Ihmels (Englisch) - London 1934-1938. Goodman, Brown & Co. an Ihmels (Englisch; 10 Schreiben) - 1935. Ihmels an Goodman, Brown & Co. - o.J. Kollegium "Confirmation" (Englisch; betr. Bescheinigung, daß verschiedene Bezeichnungen die Leipziger Mission meinen) - 1936. ? an Goodman, Brown & Co. (Englisch; 2 Schreiben) - Abschrift: "Indenture" made between the Evangelical-lutheran Mission of Leipzig, Africa Inland Mission Trust Limited, Africa Inland Mission (Kenya) Trustees Registered. (Englisch; Maschinegeschrieben; 3 S.)

            Leipziger Missionswerk
            Kapp, Wolfgang (Bestand)
            Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, VI. HA, Nl Kapp, W. · Bestand
            Teil von Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz (Archivtektonik)
            1. Biografische Angaben zu Wolfgang Kapp Wolfgang Kapp wurde am 24. Juli 1858 in New York als Sohn des Rechtsanwaltes Friedrich Kapp geboren, der eine bedeutende Rolle in der bürgerlich-demokratischen Revolution von 1848 gespielt hatte und wegen seiner Teilnahme am badischen Aufstand in die Vereinigten Staaten emigrieren mußte. Wolfgang Kapps Mutter hieß Louise Engels und war die Tochter des Generalmajors und Kommandanten von Köln Engels. Die Familie führte ursprünglich den Namen d’Ange und war nach dem Edikt von Nantes 1687 aus Frankreich nach Deutschland eingewandert. 1870 kehrte Friedrich Kapp mit seiner Familie nach Deutschland zurück; er lebte in Berlin und war 1872-1877 und 1881-1884 nationalliberaler, später freisinniger Reichstagsabgeordneter, daneben war er als namhafter Historiker tätig. Friedrich Kapp starb 1884. Der Sohn Wolfgang studierte in Tübingen und Göttingen. Sein Studium schloß er 1880 mit der Doktorpromotion ab. Wahrscheinlich im Jahre 1881 heiratete Wolfgang Kapp Margarete Rosenow, die Tochter eines Gutsbesitzers in Dülzen (Kreis Preußisch Eylau). Nach seiner Heirat scheint sich Kapp auf dem Gut seines Schwiegervaters mit der Verwaltung eines großen Landwirtschaftsbetriebes vertraut gemacht zu haben, denn erst 1885 begann er seine eigentliche berufliche Laufbahn als Referendar bei der Regierung in Minden. 1886 trat er als Regierungsassessor in das Finanzministerium, II. Abteilung Verwaltung der direkten Steuern, ein. Von 1890 bis 1899 war er Landrat in Guben. 1890, zu Beginn seiner Landratszeit, kaufte Kapp das in der Nähe des Rosenowschen Gutes gelegene Rittergut Pilzen und trat damit in den Kreis der ostpreußischen Großagrarier ein. Aus seinem Interesse für die Belange der Landwirtschaft ist noch in Guben eine Arbeit agrarpolitischen Inhalts entstanden, die im Landwirtschaftsministerium große Aufmerk-samkeit erregte, so daß 1900 eine Berufung als Regierungsrat folgte. Kapp wurde in der I. Abt. Verwaltung der landwirtschaftlichen und Gestütsangelegenheiten, Referat Landarbeiterfragen, eingesetzt, war aber in der Ära des Reichskanzlers von Bülow als Kommissar des preußischen Landwirtschaftsministeriums vornehmlich bei der Vor-bereitung des Zolltarifs von 1902 sowie bei der Anbahnung der neuen Handelsverträge von 1904-1906 tätig. Bei den Verhandlungen mit den Vertretern ausländischer Staaten gewann Kapp seine ersten außenpolitischen Erfahrungen. Zu dem damaligen Reichskanzler von Bülow, mit dem ihn gleichartige politische Anschauungen verbanden, gewann Kapp bald ein engeres Verhältnis. Während seiner Tätigkeit im Landwirtschaftsministerium scheint Kapp ehrgeizige Pläne hinsichtlich seiner weiteren beruflichen und politischen Laufbahn gehegt und zumindestens die Position eines Regierungspräsidenten angestrebt zu haben. Daß seine Pläne noch weiter gingen, geht aus der Aufzeichnung eines Gesprächs zwischen Kaiser Wilhelm II. und dem Generalfeldmarschall von der Goltz hervor, in dem die Möglichkeit einer Nachfolge Kapps im Reichskanzleramt in Erwägung gezogen wurde. Diese Gespräch, dessen Datum zwischen 1909 und 1911 liegt, fand jedoch zu einer Zeit statt, in der Kapp bereits den preußischen Staatsdienst verlassen hatte. Der Grund für sein Ausscheiden aus dem Landwirtschaftsministerium scheint seine Verärgerung über die Nichtberücksichtigung seiner Person bei der Vergabe von Regierungspräsidentenstellen gewesen zu sein. Am 5. April 1906 wählte die ostpreußische Landschaft den Besitzer des Ritterguts Pilzen zum Generallandschaftsdirektor. Es ist sehr charakteristisch für die Persönlichkeit Kapps, unter welchen Umständen man in Ostpreußen auf ihn aufmerksam wurde, durch einen Prozeß nämlich, den er gegen die Landschaft führte. Die Landschaften der preußischen Provinzen waren Selbstverwaltungskörperschaften und als solche in erster Linie Vertretungen der Grundbesitzer. Aber auch für die staatliche Finanzpolitik diente die Landschaft als Vertretungskörperschaft. Ihre eigentliche Aufgabe lag freilich abseits des Politischen in der genossenschaftlichen Kreditgewährung. Allerdings konnten durch die Kreditpoltik ein entscheidener Einfluß auf die Besitzverteilung und die soziale Struktur der Provinzen ausgeübt und damit politische Rückwirkungen erzielt werden. Durch Angliederung von landwirtschaftlichen Banken und Feuersozietäten im 19. Jh. waren die Landschaften zu leistungsfähigen Organisationen auf Provinzebene geworden. Mit der ihm eigenen Vehemenz nahm sich Kapp der neuen Aufgaben an. Er hat die Landschaft in der vorgegebenen Richtung weitergeführt, v. a. durch Ausbildung des Filialnetzes der Landschaftsbank, durch Verschmelzung der landschaftlichen mit der ostpreußischen Feuersozietät, durch stärkere Kreditgewährung insbesondere für den Kleingrundbesitz und durch Vermehrung der landschaftlichen Fonds. Seine Politik war darauf gerichtet, die Landwirtschaft, die sich Anfang des 20. Jh. in einer ernsten Krise befand, aus der Abhängigkeit von staatlicher Hilfe zu lösen und sie mittels kredit-politischer Maßahmen zur Selbsthilfe zu befähigen. Im Zuge dieser Bestrebungen nahm Kapp drei große Aufgaben in Angriff. In erster Linie die Frage der landwirtschaftlichen Entschuldung, die der preußische Staat 1906 mit dem Gesetz über die Verschul-dungsgrenze eingeleitet hatte. Kapp versuchte als Erster, dieses Rahmengesetz ohne weitere Staatshilfe, aus der Initiative der Beteiligten selbst wirksam zu machen, indem er verschiedene Wege der Entschuldung wies. Als besonders wirksam erwies sich die Einbeziehung der Lebensversicherung als Entschuldungsmittel. An Stelle der Schulden-tilgung trat die Prämienzahlung bei einer landwirtschaftlichen Lebensversicherungs-anstalt. Dadurch wurde gewährleistet, daß im Todesfall ein bestimmtes Kapital zur Entschuldung zur Verfügung stand. Die zweite Aufgabe ergab sich aus der erstgenannten. Der Wunsch, öffentlich-rechtliche Lebensversicherung mit Entschuldung zu verknüpfen, bedingte die Schaffung einer Reihe öffentlich-rechtlicher Lebensversicherungsanstalten, die zu einem Verband unter dem Vorsitz Kapps zusammengeschlossen wurden. Diese Einrichtungen waren besonders dazu geschaffen, den Abfluß der Prämiengelder vom Lande in die Großstädte zu verhindern, wo diese besonders zum Bau von Mietskasernen verwendet worden waren. Der Kapitalabfluß war aber nur die eine Gefahr, die andere war die schon im 19. Jh. einsetzende Landflucht. Mit einer Kolonisations- und Landarbeitervorlage, die 1908 vom Generallandtag angenommen wurde, versuchte er den landwirtschaftlichen Kleinbesitz zu stärken. Diese Maßnahme beruhte auf der Erkenntnis der Unhaltbarkeit der Institution der Instleute und Deputanten, die in engster Abhängigkeit zum Gutsherren standen und die aus dieser Situation in Massen in die Großstädte auswanderten, wo sie die Reihen des Industrieproletariats verstärkten. Das Organ für die Besiedlungspolitik sollte eine landschaftliche Ansiedlungsbank sein. Die dritte Aufgabe, die sich Kapp stellte, war die Schaffung einer öffentlich-rechtlichen Volksversicherung im Anschluß an die öffentlich-rechtliche Lebensversicherung. Diese Maßnahme war in erster Linie gegen die von den Sozialdemokraten geschaffene Volksversicherungsanstalt "Volksfürsorge" gerichtet und sollte den Landarbeitern durch abgekürzte Versicherung ein Kapital zum Ankauf eigener Wirtschaften sichern. Diese Pläne führten nicht zu dem erhofften Erfolg, sondern endeten in bitterer Fehde mit den privaten Versicherungsgesellschaften, v. a. mit der Deutschen Volksversicherungs-Aktiengesellschaft. Neben seinen Funktionen innerhalb der ostpreußischen Landschaft war Kapp auch in verschiedenen anderen Gremien tätig. Im Dezember 1906 wurde er in den Börsen-ausschuß beim Reichsamt des Innern und 1912 in den Aufsichtsrat der Deutschen Bank berufen. Der erste Weltkrieg gab Kapps Leben und Wirken eine ganz neue Richtung. Die Biographie Kapps ist zu wenig erforscht, um beurteilen zu können, wie weit er seine ehrgeizigen Pläne, die ihn offenbar bis an die Spitze der Reichsregierung drängten, begraben oder nur für eine bessere Gelegenheit aufgeschoben hatte. Obwohl Kapp seit mindestens 1906 Mitglied der Deutsch-Konservativen Partei war, hat er doch nicht den Weg über eine bereits bestehende Partei eingeschlagen, um politische Karriere zu machen. Wahrscheinlich entsprach dieser Weg nicht seiner als autoritär, ehrgeizig und selbständig geschilderten Persönlichkeit. Den großen Sprung in die hohe Politik vollzog er durch seinen aufsehenerregenden Konflikt mit dem Reichskanzler von Bethmann Hollweg. In seiner Denkschrift vom 26. Mai 1916 "Die nationalen Kreise und der Reichs-Kanzler", die er an 300 Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens, darunter an Bethmann Hollweg selbst, versandte, übte er scharfe Kritik an der seiner Meinung nach schwachen Politik des Reichskanzlers, dem er v. a. sein angebliches Paktieren mit der Sozial-demokratie, sein Zurückweichen vor Amerika und seine ablehnende Haltung gegenüber dem von extrem militaristischen Kreisen geforderten uneingeschränkten Untersee-bootkrieg, aber auch eine falsche Kriegswirtschaftspolitik vorwarf. Die scharfe Reaktion Bethmann Hollwegs, der in einer Reichstagssitzung u.a. von "Piraten der öffentlichen Meinung" sprach, die "mit der Flagge der nationalen Parteien" Mißbrauch trieben, faßte Kapp als persönlichen Affront auf, auf den er mit einer Duellforderung reagierte. Dazu kam es natürlich nicht; Kapp mußte im Gegenteil einen dienstlichen Verweis einstecken, außerdem wurde seiner Wiederwahl als Generallandschaftsdirektor, die turnusmäßig im März 1916 stattgefunden hatte, die Bestätigung durch das preußische Staatsministerium versagt. Da seine Gesinnungsfreunde in der ostpreußischen Landschaft an Kapp festhielten, wurde er 1917 aufs neue gewählt. Diesmal konnte er - da Bethmann Hollweg inzwischen gestürzt worden war - sein Amt als Generallandschaftsdirektor wieder übernehmen. Zunächst führten ihn die Ereignisse von 1916 erst recht in die Politik hinein. Hier solidarisierte er sich mit einem Kreis extrem reaktionärer und aggressiver Militärs um General Ludendorff und Großadmiral von Tirpitz, die nach innen eine schonungslose, alle Kräfte des Volkes anspannende Durchhaltepolitik und nach außen eine Politik schrankenloser Annexionen und totaler Kriegsführung betrieben. Kaiser Wilhelm II., der im Prinzip mit dieser extremen Richtung sympathisierte, mußte aus verschiedenen Rücksichten auf die öffentliche Meinung und auf die ablehnende Haltung der Parteimehrheiten im Reichstag von einer Unterstützung dieser Gruppierung Abstand nehmen. Kapp und seine Mitstreiter gingen in ihren politischen Ambitionen von der völligen Gewißheit des deutschen Endsieges aus. Vor der bereits sich abzeichnenden Möglichkeit einer Niederlage Deutschlands, v. a. nach Eintritt Amerikas in den Krieg, verschlossen sie die Augen. Die von ihnen vertretenen Kriegs- und Friedensziele, v. a. die später nur von Hitler übertroffenen Annexionspläne auf Kosten Rußlands und Polens, waren von einem unkontrollierten Wunschdenken geprägt, das in keiner Weise der objektiven Realität entsprach. Seine extreme Haltung trieb Kapp in einen blinden Haß gegen jegliche soziale und demokratische Bewegung hinein; seine erbitterte Gegnerschaft gegen die Sozialdemokratie beruhte v. a. auf der sich bereits auszubildenden Legende von dem Dolchstoß gegen das um seinen Sieg ringende imperialistische Deutschland. Diese militärische und nationalsozialistische Scharfmacherei, für die Kapp in bestimmten Kreisen der militärischen Führung, aber auch bei einer Reihe von Universitäts-professoren, Literaten, Kommunalpolitikern, Agrariern, Großindustriellen und Bankiers moralischen und finanziellen Rückhalt fand, gipfelte in der Gründung der Deutschen Vaterlandspartei, die am 2. September 1917 (dem "Sedantag") im Yorksaal der ostpreußischen Landschaft vollzogen wurde. Obwohl Kapp eindeutig der spiritus rector dieser "Sammlungspartei" war, wurden, für die Augen der Öffentlichkeit bestimmt, zwei andere Personen in den Vordergrund geschoben: Es waren dies der Großadmiral von Tirpitz als 1. Vorsitzender und der Herzog Johann Albrecht von Mecklenburg als Ehrenvorsitzender dieser Partei. Die Deutsche Vaterlandspartei erstrebte keine Sitze im Reichstag, sondern verstand sich als Sammelbecken der nationalen Kräfte zur Herbeiführung des deutschen Endsieges. Das Statut sah denn auch die sofortige Auflösung der Partei nach Erreichung ihres Zweckes vor. Neben der Mobilisierung aller Käfte zur Erreichung des militärischen Sieges verfolgte Kapp mit seiner Parteigründung aber auch noch einen anderen Zweck, der nicht so publik gemacht wurde. Als "starker Mann" sollte der damals 68jährige Tirpitz an die Spitze der Reichsregierung lanciert werden und die "schwachen" Kanzler Bethmann Hollweg und Michaelis ersetzen. Daß Kapp in diesem Fall als Berater des politisch letztlich unerfahrenen Großadmirals in die Führungsspitze der Reichsregierung eintreten würde, lag auf der Hand. Die Novemberrevolution 1918 und die unmittelbar folgende Kapitulation Deutschlands setzte diesen hochfliegenden Plänen ein jähes Ende. Doch gaben sich Kapp und seine Gesinnungsfreunde nicht geschlagen. Zwar wurde die Deutsche Vaterlandspartei im Dezember 1918 aufgelöst, doch trat an ihre Stelle unmittelbar eine neue Parteigründung, die Deutschnationale Volkspartei, die sich während der Weimarer Republik zu einer bürgerlichen Massenpartei entwickelte, allerdings nun nicht mehr unter der Führung Kapps. Kapp stellte sich nach dem Sturz der Hohenzollernmonarchie unverzüglich gegen die Revolution und gegen die Weimarer Republik. Die inzwischen eingetretenen sozialen und politischen Verhältnisse konnte oder wollte er nicht akzeptieren, sein Ziel war eindeutig auf die Restauration der Vorkriegsverhältnisse gerichtet. Aus den für diese Zeit nur lückenhaft überlieferten Quellen geht nicht hervor, wann der Gedanke eines Staatsstreiches geboren wurde und wie die Verschwörung in allen ihren Verzweigungen sich ausbildete. Ein enger Mitarbeiter Kapps, der Reichswehrhauptmann Pabst, hatte bereits im Juli 1919 einen mißglückten Putschversuch unternommen. Zusammen mit Kapp schuf Pabst die "Nationale Vereinigung" als Sammelbecken aller konter-revolutionärer Kräfte und Verbände. Diese Reichsorganisation sollte die Umsturzvorbereitungen in Preußen und Bayern koordinieren, während Kapp Ostpreußen zum entscheidenden Stützpunkt der Konterrevolution ausbauen sollte. Von hier aus sollte mit Hilfe der im Baltikum operierenden Freikorps, der Reichswehr und des Ostpreußischen Heimatbundes, dessen Vorsitzender Kapp war, die Erhebung nach Berlin getragen werden mit dem Nahziel, die Unterzeichnung des Versailler Vertrags zu verhindern. Die Zustimmung der Parlamentsmehrheit zum Versailler Vertrag schuf inzwischen eine neue Situation. Jetzt schlug Ludendorff, einer der Mitverschwörer, vor, den Umsturz direkt in Berlin durchzuführen, wobei die Baltikumer, die als Arbeitskommandos getarnt auf den großen ostelbischen Gütern untergebracht waren, die militärische Unterstützung übernehmen sollten. Inzwischen versuchten die Verschwörer, an deren Spitze Kapp und der Reichswehrgeneral Lüttwitz standen, durch eine breitangelegte nationalistische Hetzkampagne die für die Durchführung des Staatsstreiches unbedingt erforderliche Massenbasis zu gewinnen, was indessen nicht gelang. So war das Unternehmen bereits gefährdet, bevor es überhaupt beginnen konnte. Kapp hatte von seinen militärischen Bundesgenossen gefordert, ihn mindestens 14 Tage vor dem Losschlagen zu informieren, damit er die notwendigen politischen Vorbereitungen treffen konnte. Daß der Staatsstreich gerade am 13. März 1920 begann, hing nicht so sehr von einer genau überlegten Planung, sondern von Zufälligkeiten ab, die nicht vorausschaubar waren. Einer der Gründe zum vorzeitigen Losschlagen war die von der Reichsregierung beschlossene Auflösung der Freikorps, insbesondere der Brigade Ehrhardt. Dabei offenbarte sich die Tatsache, daß die Verschwörer mangels einer eigenen Partei nicht umhin konnten, sich bei ihrem Umsturzvorhaben auf die lose Organisation der Einwohnerwehren zu stützen, die bis zu einem gewissen Grade auch von der Sozialdemokratie beeinflußt waren. Die ganze Schwäche des Unternehmens offenbarte sich in der Frage, auf welche Kräfte sich die neue Regierung eigentlich stützen sollte. Während die Militärs ein Arrangement mit der stärksten Partei, der Sozialdemokratie, als unumgänglich ansahen, lehnte Kapp ein Paktieren mit der Sozialdemokratie kategorisch ab. Er wollte die sozialdemokratisch geführte Regierung insgesamt in Schutzhaft nehmen. Nun war aber die Regierung gewarnt; sie erließ ihrerseits Schutzhaftbefehle gegen die Häupter der Verschwörer und verließ am 12. März Berlin. Am frühen Morgen des 13. März marschierte die Marinebrigade Ehrhardt in Berlin ein, ohne auf bewaffneten Widerstand zu stoßen, wie es Pflicht der Reichswehr gewesen wäre. Kapp proklamierte sich selbst als Reichskanzler und begann mit der Regierungsumbildung. Die Anordnung der neuen Gewalthaber, die geflohene Reichsregierung zu verhaften und die Landesregierung abzusetzen, wenn sie sich nicht auf die Seites der Putschisten stellten, wurden von den örtlichen Befehlshabern nur teilweise ausgeführt. Die Proklamierung des Generalstreiks am 13. März und die aus den wichtigsten Großstädten und Industriezentren eintreffenden Meldungen über gemeinsame Aktionen der Arbeiterklasse veranlaßten die indirekten Anhänger Kapps, die Großindustriellen und die Reichswehrgeneralität, zu einer abwartenden Haltung. Kapp mußte die Aussichtslosigkeit seines Unternehmens einsehen. Augenzeugen berichteten, Kapp habe seine knapp 3 Tage währende Reichskanzlerzeit "mit Geschwätz" verbracht. Am 15. März war das "Abenteuer" beendet. Kapp hat sich offenbar nach dem gescheiterten Putsch einige Zeit bei Freunden in der Nähe von Berlin verborgen gehalten und ist dann in einem zur Verfügung gestellten Flugzeug nach Schweden geflogen. Hier lebte er zunächst unter verschiedenen falschen Namen an verschiedenen Orten, zuletzt in einer Pension in Robäck, wurde aber bald erkannt und zeitweise in Haft genommen. Die schwedische Regierung gewährte dem Flüchtling Asyl, dieser mußte sich jedoch verpflichten, alle politischen Aktivitäten zu unterlassen. Als der Hochverratsprozeß gegen die Häupter des März-Unternehmens in Leipzig begann, wurde Kapp von der Frage der Stellung vor Gericht bewegt. Zunächst begründete er sein Nichterscheinen mit der Inkompetenz der Regierung Ebert und mit der in seinen Augen nicht existenten Verfassung. Gegen den "Hochverrat" der Sozialdemokratie, so meinte Kapp, gäbe es im juristischen Sinne keinen Hochverrat. Als im Dezember 1921 einer der Mitverschwörer, der ehemalige Regierungspräsident von Jagow, durch Reichsgerichtsurteil zu einer Festungsstrafe verurteilt wurde, änderte Kapp seine Meinung. Noch in Schweden arbeitete er eine Rechtfertigungsschrift für den ihm bevorstehenden Prozeß aus, in der er jegliche Schuld im objektiven wie im subjektiven Sinn abstritt. Er gedachte im Gegenteil, mit einer Anklage gegen die damalige Regierung vor dem Gericht in Erscheinung zu treten. Dazu kam es nicht mehr. Bereits in Schweden war Kapp erkrankt. Anfang des Jahres 1922 kehrte er nach Deutschland zurück und wurde in Untersuchungshaft genommen. Am 24. April 1922 mußte er sich in Leipzig einer Operation unterziehen, bei der ein bösartiger Tumor am linken Auge entfernt wurde. Am 12. Juni 1922 starb Kapp; er wurde am 22. Juni auf dem Dorfkirchhof in Klein Dexen bei seinem Gut Pilzen beigesetzt. 2. Bestandsgeschichte Der Bestand, der in seinen wesentlichen Teilen von Kapp selbst formiert worden war, wurde 1935 von der Familie dem Preußischen Geheimen Staatsarchiv als Depositum überwiesen. Hier wurde bereits im Abgabejahr durch den Archivar Dr. Weise mit der archivischen Bearbeitung begonnen, die jedoch nicht abgeschlossen werden konnte. Im Zuge der Rückführung der wähend des 2. Weltkrieges ausgelagerten Bestände des Geheimen Staatsarchivs kam der Nachlaß Kapp in das Zentrale Staatsarchiv, Dienststelle Merseburg. Hier wurde der Bestand im Jahre 1951 von der Praktikantin Irmela Weiland geordnet und verzeichnet. Als Ergebnis der Bearbeitung entstand ein Findbuch, das bis zur Neubarbeitung im Jahre 1984 das kurrente Findhilfsmittel war. 1984 sollte der Bestand für die Sicherungsverfilmung vorbereitet werden. Dabei stellte sich heraus, daß die 1951 durchgeführte Bearbeitung den heutigen archivwissenschaftlichen Anforderungen nicht genügte, so daß eine generelle Neubearbeitung als erforderlich erachtet wurde. Von den Diplomarchivarinnen Renate Endler und Dr. Elisabeth Schwarze wurde der Bestand nach den Ordnungs- und Verzeichnungsgrundsätzen für die staatlichen Archive der Deutschen Demokratischen Republik, Potsdam 1964, neugeordnet und einfach verzeichnet. Die vorgefundenen Akteneinheiten wurden im wesentlichen beibehalten, in einzelnen Fällen wurden sie aufgelöst und neue Verzeichnungseinheiten gebildet. Außerdem wurden 0,50 lfm unbearbeitetes Schriftgut in den Nachlaß eingearbeitet. Das alte Ordnungsschema, das im wesentlichen chronologisch aufgegliedert war, wurde durch ein neues, an den Tätigkeitsbereichen Kapps orientiertes Ordnungsschema ersetzt. Im Zuge der Neubearbeitung wurde der Bestand umsigniert. Durch eine Konkordanz wurde die Beziehung der alten zu den neuen Signaturen hergestellt. Das neue Findbuch löst das bisher gültige Findbuch von 1951 ab. Der Bestand ist zu zitieren: GStA PK, VI. HA Familienarchive und Nachlässe, Nl Wolfgang Kapp, Nr. ... 3. Einige Bemerkungen zum Inhalt des Bestandes Der Nachlaß Kapp umfaßt 7,50 lfm Archivgut aus der Zeit von 1885 bis 1922, einschließlich einiger früherer und späterer Einzelstücke. Vorwiegend enthält der Bestand Schriftgut aus der amtlichen und politischen Tätigkeit Kapps, in geringerem Umfang auch Schriftwechsel innerhalb der Familie und Dokumente aus der Verwaltung des Rittergutes Pilzen. Die Überlieferungsdichte zu den einzelnen Abschnitten von Kapps beruflicher und politischer Entwicklung ist recht unterschiedlich. Während die Tätigkeit bei der Regierung Minden, im preußischen Finanzministerium und als Landrat in Guben relativ dürftig dokumentiert ist, existiert über seine Aktivitäten als Generallandschaftsdirektor und als Vorsitzender der Deutschen Vaterlandspartei eine recht dichte Überlieferung. Die Dokumentation zur Vorbereitung und Durchführung des Putsches weist Lücken auf, die sich u. a. daraus erklären lassen, daß im Stadium der Vorbereitung des Staatsstreiches wichtige Vereinbarungen nur mündlich getroffen worden sind. Außerdem hat Kapp, der nach Mißlingen des Putsches überstürzt nach Schweden fliehen mußte, diesem Teil seines Nachlasses nicht mehr die Sorgfalt angedeihen lassen können wie den früheren. Insgesamt handelt es sich aber um einen Nachlaß von großer politischer Bedeutung und Aussagekraft. Merseburg, 2. 10.1984 gez. Dr. Elisabeth Schwarze Diplomarchivar Zusammengestellt und leicht gekürzt: Berlin, April 1997 (Ute Dietsch) Die Reinschrift des Findbuches erfolgte durch Frau Britta Baumgarten. Vermerk Nach der Wiedervereinigung der beiden deutschen Staaten wurde die Dienststelle Merseburg aufgelöst, das Archivgut und damit auch der Nachlaß Kapp in das Geheime Staatsarchiv nach Berlin rückgeführt (1993). Aus den Verzeichniskarten zum Bestand wurde vorliegendes Findbuch erstellt, nachdem nicht mehr vorhandene Karten ersetzt wurden (Nachverzeichnung von Akten). XIII Literaturverzeichnis (in Auswahl) Bauer, Max : Der 13. März 1920. Berlin 1920 Bernstein, Richard : Der Kapp-Putsch und seine Lehren. Berlin 1920 Brammer, Karl : Fünf Tage Militärdiktatur. Berlin 1920 Dokumente zur Gegenrevolution unter Verwen- dung amtlichen Materials bearbeitet Derselbe : Verfassungsgrundlagen und Hochverrat. Nach stenographischen Verhandlungsberichten und amtlichen Urkunden des Jagow-Prozesses. Berlin 1922 Erger, Johannes : Der Kapp-Lüttwitz-Putsch. Düsseldorf 1967 Falkenhausen, Frh. von : Wolfgang Kapp. In: Konservative Monatsschrift Juli/August 1922 Kern, Fritz : Das Kappsche Abenteuer. Eindrücke und Fest- stellungen. Leipzig/Berlin 1920 Könnemann, Erwin : Einwohnerwehren und Zeitfreiwilligenverbände. Berlin 1971 Noske, Gustav : Von Kiel bis Kapp. Berlin 1920 Rothfels, Hans : Artikel "Wolfgang Kapp" in: Deutsches biogra- phisches Jahrbuch Bd 4 (1922) Berlin/Leipzig 1929, Schriftwechsel. 132-143 (Hier auch Ver- zeichnis der Werke Kapps) Schemann, Ludwig : Wolfgang Kapp und das Märzunternehmen. Ein Wort der Sühne. München/Berlin 1937 Taube, Max : Ursachen und Verlauf des Putsches vom 13. März 1920 und seine Lehren für Arbeiterschaft und Bürgertum. München 1920 Wauer, W. : Hinter den Kulissen der Kapp-Regierung. Berlin 1920 Wortmann, K. Geschichte der Deutschen Vaterlandspartei In: Hallische Forschungen zur neueren Geschichte. Bd 3, Halle 1926 Inhaltsverzeichnis I. Einleitung S. II 1. Biografische Angaben zu Wolfgang Kapp S. II 2. Bestandsgeschichte S. X 3. Einige Bemerkungen zum Inhalt des Bestandes S. XI 4. Literatur in Auswahl S. XIII II. Gliederung des Bestandes S. XIV III. Bestand S. XVII ( Bestellnummern, Aktentitel, Laufzeit S.1-106) XVII III. Bestand (Bestellnummern, Aktentitel, Laufzeit) Bestandsbeschreibung: Lebensdaten: 1858 - 1921 Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
            Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, GU 120 · Bestand · (1861-1864), 1867-1925, (1926) und o. J.
            Teil von Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik)
            1. Biographie: Karl Joseph Wilhelm Florestan Gero Crescentius Fürst von Urach Graf von Württemberg wurde am 15. Februar 1865 in Ulm als jüngerer Sohn des Wilhelm (I.) Herzog von Urach und der Florestine Herzogin von Urach geb. Prinzessin von Monaco geboren (1). Der Fürst besuchte zunächst zusammen mit seinem älteren Bruder Wilhelm (II.) Herzog von Urach die Grundschule und das Gymnasium der Jesuiten in Monaco (2). Im Jahre 1877 wechselte er an die Jesuiten-Erziehungsanstalt Unserer Lieben Frau Stella matutina in Feldkirch über. Nach einem erneuten Schulwechsel 1881 legte er im Jahre 1883 am Karlsgymnasium in Stuttgart das Abitur ab. Nach dem Abitur studierte Fürst Karl 1883 bis 1884 zwei Semester an der Universität München (3). Dort besuchte er u. a. Vorlesungen in Metaphysik und Geschichte der griechischen Philosophie bei dem Philosophie-Professor und späteren bayerischen Ministerpräsidenten und deutschen Reichskanzler Georg Graf von Hertling (1843-1919) sowie Vorlesungen in Staatswissenschaften bei dem Journalisten und Schriftsteller Professor Wilhelm Heinrich Riehl (1823-1897). Im Jahre 1883 erfolgte die Ernennung des Fürsten zum Secondelieutenant à la suite des Ulanen-Regiments König Karl (1. Württ.) Nr. 19 (4). Im April 1886 trat Fürst Karl in den aktiven Dienst dieses Regiments ein, musste aber infolge einer Erkrankung den aktiven Dienst wieder verlassen. Im März 1887 schied der Fürst als Offizier à la suite aus dem aktiven Dienst des Regiments aus. In den folgenden Jahren wurden dem Fürsten die für ein Mitglied des Hauses Württemberg üblichen Beförderungen unter Stellung à la suite des Regiments zuteil: 1887 wurde er zum Premierlieutenant, 1891 zum Rittmeister, 1899 zum Kavallerie-Major und 1906 zum Oberstleutnant ernannt. Im Jahre 1911 wurde ihm schließlich der Charakter eines Oberst verliehen. In den Jahren ab 1884 unternahm Karl Fürst von Urach zahlreiche ausgedehnte Reisen (5): 1884 bis 1886 bereiste er Südamerika, wo er v. a. die Kordilleren besuchte und die Indianerstämme am Oberlauf des Amazonas studierte (6). Die ethnologische Sammlung, die er auf der Reise anlegte, übergab er später dem Linden-Museum in Stuttgart. Auch in der Zeit nach 1887 hielt er sich häufig in Italien, Griechenland, auf dem Balkan, in Ägypten, wo er in Heliopolis bei Kairo Immobilien besaß (7), und im Osmanischen Reich auf. Im Jahre 1891 beteiligte er sich an einer Expedition nach Spitzbergen (8), 1893 bereiste der Fürst die USA(9). Die wenigen im vorliegenden Bestand erhaltenen Unterlagen zu der USA-Reise (v. a. Empfehlungsschreiben) (10) lassen vermuten, dass diese Reise auch ethnologischen Studien zu Indianerstämmen diente. Ein bevorzugtes Reiseziel des Fürsten war der Orient, der auf ihn eine große Faszination ausübte. So lernte er Türkisch, Arabisch und Persisch. Nicht zuletzt ließ der Fürst in den Jahren 1893 bis 1925 in seinem Palais in der Neckarstraße in Stuttgart arabische Räume (11) einbauen, die er mit Möbeln, Schnitzereien, Kacheln, Arbeiten aus Gipsstuck, Teppichen und anderen Antiquitäten aus dem Orient ausschmückte. Die Räume, die sogar zeitweise besichtigt werden konnten und als Attraktion galten, wurden bei einem Bombenangriff im Jahre 1944 zerstört. Während des Ersten Weltkrieges konnte Fürst Karl schließlich seine Sprachkenntnisse und sein auf den vielen Reisen in den Orient erworbenes Wissen über diese Region in seine Tätigkeit als deutscher Verbindungsoffizier im Osmanischen Reich (12) einbringen. Diese Funktion übte er in den Jahren 1916 bis 1917 aus. Fürst Karl übernahm einige ehrenamtliche Ämter. So war er Präsident der württembergischen Landesgruppe der Deutschen Kolonialgesellschaft (13) und Mitglied des württembergischen Landesverbandes des Deutschen Flotten-Vereins (14). Er unterstützte die Gesellschaft zur Förderung der Deutschen Ansiedlungen in Palästina (15). Außerdem förderte er die Arbeit des Luftschiff-Konstrukteurs Ferdinand Graf von Zeppelin mit der Zeichnung von Anteilen an der Gesel lschaft zur Förderung der Luftschifffahrt AG (16). Karl Fürst von Urach wurden im Laufe seines Lebens zahlreiche Orden verliehen (17): 1883 erhielt der Fürst den monegassischen Orden Saint Charles, 1889 das Großkreuz des persischen Sonnen- und Löwenordens (18), 1897 den Osmanie-Orden Erster Klasse, 1899 die Kaiser-Wilhelm-Erinnerungsmedaille. 1910 wurde er mit dem preußischen Roten Adlerorden ausgezeichnet. 1916 bekam er das Wilhelmskreuz mit Schwertern und Krone, ein Jahr später den königlich ungarischen Sankt-Stephansorden und das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Karl Fürst von Urach starb am 5. Dezember 1925 in Stuttgart. Er wurde in der Katholischen Abteilung der Gruft der Schlosskirche Ludwigsburg begraben. 2. Zur Ordnung und Verzeichnung des Bestandes:: Der Bestand GU 120 gelangte zusammen mit dem Archiv der Herzöge und Fürsten von Urach Grafen von Württemberg als Depositum im Jahre 1987 ins Hauptstaatsarchiv. Dort bildet das Archiv des Hauses Urach innerhalb der Beständegliederung (Tektonik) die GU-Beständeserie. Bei der Neuordnung des Archivs durch Ltd. Archivdirektor Wolfgang Schmierer erhielten die Unterlagen zu Karl Fürst von Urach die Signatur GU 120. Da sich die Materialien in einem schlechten Ordnungszustand befanden, mussten die Verzeichnungseinheiten größtenteils erst gebildet werden. Wo es sinnvoll erschien, wurden die bereits vorgefundenen Einheiten beibehalten. Während der Erschließungsarbeiten wurden aus dem Bestand GU 120 umfangreiche Unterlagen ausgegliedert und insbesondere den Beständen GU 96 (Vermischtes und Ungeklärtes), GU 100 (Fremdarchivalien und sonstige Sammlungen), GU 107 (Florestine Herzogin von Urach), GU 117 (Wilhelm (II.) Herzog von Urach) und GU 202 (Bertha Freiin von Biegeleben) zugewiesen. Es kann zudem nicht ausgeschlossen werden, dass sich noch weiteres Material der Provenienz Karl Fürst von Urach in bisher noch unverzeichneten Beständen des Hauses Urach befindet. Den weitaus größten Teil des Bestandes bilden die umfangreichen Korrespondenzen des Fürsten (Rubrik 2), vor allem mit seiner Mutter (Rubrik 2.1.1) mit seinem Bruder Wilhelm und dessen Familie (Rubrik 2.1.2) sowie mit Bertha von Biegeleben (Rubrik 2.1.5). Letztere war die Hofdame seiner Mutter Florestine und eine enge Vertraute des Fürsten. Außerdem finden sich Korrespondenzen mit Vertretern der deutschen und europäischen regierenden und ehemals regierenden Fürstenhäusern in dem Bestand (Rubrik 2.5). Karl Fürst von Urach korrespondierte zudem auch mit zahlreichen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens (Rubrik 2.7), u. a. mit Gelehrten. Bei fast allen Korrespondenzen handelt es sich um sogenannte unilaterale Korrespondenzen, d. h. es finden sich lediglich die Briefe des Korrespondenzpartners im vorliegenden Bestand. Wenn vereinzelt auch Briefe oder Briefentwürfe des Fürsten an den jeweiligen Adressaten vorhanden sind, ist dies ausdrücklich in der Titelaufnahme erwähnt. Meist handelt es sich dabei um nachträglich an den Fürsten oder dessen Familie zurückgegebene Briefe des Fürsten. Zudem ist zu beachten, dass Fürst Karl bei seiner Korrespondenz keine Durchschläge angefertigt hat. Die Korrespondenzen können als interessante Quelle für die Alltags- und Mentalitätsgeschichte des Adels angesehen werden. In ihnen zeigen sich die vielfältigen Kontakte, die der Fürst zu Mitgliedern anderer Adelsfamilien pflegte. Auch bieten sie sicherlich Details zu den zahlreichen Reisen des Fürsten. Eine inhaltliche Erschließung der Korrespondenz war allerdings aufgrund des damit verbundenen Arbeits- und Zeitaufwandes nicht möglich. Leider weisen die Korrespondenzen bzw. Korrespondenzserien, die in diesem Bestand enthalten sind, teilweise kleinere Lücken auf. Ob sich in den bisher noch unverzeichneten Beständen des Archivs des Hauses Urach noch Korrespondenz des Fürsten befindet, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beantworten. Neben den Korrespondenzen bilden die umfangreichen Sammlungen von Fotos und Aufnahmen (Rubrik 10) den nach Anzahl der Titelaufnahmen zweitgrößten Teil des Bestandes. Von Interesse sind dabei vor allem die Fotos und Fotoalben mit Aufnahmen von den zahlreichen Reisen des Fürsten u. a. nach Südamerika, nach Ägypten und ins Osmanische Reich und auf den Balkan (Rubrik 10.2.2). Außerdem finden sich Fotos, die während der bereits erwähnten Tätigkeit des Fürsten als Verbindungsoffizier im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs entstanden sind (Rubrik 10.2.4). Fürst Karls Interesse an islamischer (arabischer) Kunst spiegelt sich auch in den zahlreichen Aufnahmen zu Bauten und Kunstwerken islamischer Kunst, die in der Rubrik 10.3 vereinigt sind. Möglicherweise dienten ihm auch diese Aufnahmen als Quelle der Inspiration beim Bau der Arabischen Räume im Palais Urach zu Stuttgart. Von den übrigen in dem vorliegenden Bestand verwahrten Materialien seien noch die Manuskripte des Fürsten mit literarischen und kunsthistorischen Texten und eine Denkschrift zur politischen Neuordnung Europas durch Deutschland im Ersten Weltkrieg zu erwähnen. Ferner finden sich interessante Dokumente über die bereits oben aufgeführten Vereine und Gesellschaften, in denen der Fürst tätig war bzw. die er finanziell unterstützte, in dem Bestand. In einem Anhang (Rubrik 16) sind Fotos, ein Album und Siegel aus dem Besitz der Wera Herzogin von Württemberg geb. Großfürstin von Russland vereinigt, die nach dem Tod der Herzogin von deren Tochter Olga Prinzessin zu Schaumburg-Lippe an Karl Fürst von Urach übergeben wurden. Außerdem wurden dem Bestand Korrespondenzen des Bruders von Karl Fürst von Urach, Wilhelm (II.) Herzog von Urach, zum Nachlass Karls, zu den Arabischen Räumen sowie zu einem Zeitungsartikel über den Fürsten eingegliedert (19). Da sich diese Materialien auf Karl Fürst von Urach beziehen, erschien die Einordnung in den vorliegenden Bestand sinnvoll. Unterlagen zu Karl Fürst von Urach sind erwartungsgemäß auch in anderen Beständen des Archivs des Hauses Urach vorhanden. Insbesondere sind hier die Bestände GU 99 (Fotoalben und -sammlungen), GU 107 (Florestine Herzogin von Urach geb. Prinzessin von Monaco), GU 117 (Wilhelm (II.) Herzog von Urach) und GU 202 (Bertha von Biegeleben) zu nennen. Die Archivalien des Bestandes dürfen nur nach vorheriger Genehmigung des Chefs des Hauses Urach eingesehen werden. Der Bestand GU 120 wurde von Herbst 2004 bis April 2005 von dem Unterzeichneten erschlossen. Er umfasst 4,6 lfd. Meter mit 318 Nummern. Stuttgart, im April 2005 Eberhard Merk Fußnoten: (1) Zu Karl Fürst von Urach siehe v. a.: Artikel von Wolfgang Schmierer in: Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Hg. von Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press. Stuttgart 1997. S. 390. Heinrich Fischer: Fürst Karl von Urach als Forschungsreisender. In: Schwäbischer Merkur vom 11. Dezember 1926 S. 17f. (Sonntagsbeilage zum Schwäbischen Merkur Nr. 580). Zeitungsartikel und Nachrufe in M 743/2 Bü 542. (2) Vgl. hierzu Bü 1 (Ordnungsnummer 1) in diesem Bestand. Bei Schmierer wird der Schulbesuch in Monaco nicht erwähnt. Die Daten zum Schulbesuch des Karl Fürst von Urach wurden dem kurzen Lebenslauf, verfasst von Wilhelm (II.) Herzog von Urach, in Bü 21 (Ordnungsnummer 11) entnommen. (3) Siehe hierzu Bü 11 (Ordnungsnummer 2). (4) Zur militärischen Karriere vgl. die Personalakte Fürst Karls in: M 430/1 Bü 2797. Außerdem Bü 7 (Ordnungsnummer 3), 121 (Ordnungsnummer 98). (5) Eine Aufstellung der Reisen des Fürsten, angefertigt von Karls Bruder Herzog Wilhelm (II.), wird in Bü 21 (Ordnungsnummer 11) verwahrt. Diese Aufstellung diente auch Heinrich Fischer als Grundlage für seinen Artikel (a.a.O.). (6) Siehe dazu das Manuskript des Fürsten in Bü 269 (Ordnungsnummer 145). Eine ausführliche Beschreibung des Reiseverlaufes der Südamerika-Reise findet sich in dem Artikel von Heinrich Fischer (a.a.O.). (7) Bü 297, 298 (Ordnungsnummer 208, 211) (8) Vgl. dazu den Briefwechsel des Max Graf von Zeppelin in Bü 161 (Ordnungsnummer 118) und das Manuskript des Fürsten in Bü 273 (Ordnungsnummer 146). Fotos von Spitzbergen und Norwegen finden sich in Bü 59 (Ordnungsnummer 247). (9) Zu dieser Reise gibt es keine Fotos im vorliegenden Bestand. (10) Bü 177 (Ordnungsnummer 138) (11) Siehe dazu Bü 20 (Ordnungsnummer 217), Bü 80 (Ordnungsnummer 288), Bü 83 (Ordnungsnummer 202), Bü 316 (Ordnungsnummer 198). Eine eindrückliche Beschreibung der arabischen Räume liefert: Claus Mohr: Arabische Kunst in Stuttgart. In: Deutsches Volksblatt Jg. 1926 Nr. 170 vom 28. Juli 1926. (12) Siehe dazu Bü 108, 293 (Ordnungsnummern 5 und 6). Fotos aus dieser Zeit haben sich in Bü 42 (Ordnungsnummer 264) erhalten. (13) Zur Arbeit des Fürsten in der Deutschen Kolonialgesellschaft finden sich keine Materialien im vorliegenden Bestand. (14) Bü 285 (Ordnungsnummer 193) (15) Bü 294 (Ordnungsnummer 191) (16) Bü 296 (Ordnungsnummmer 189) (17) Siehe dazu Bü 6, 101 (Ordnungsnummern 7 und 8) (18) Die Verleihung erfolgte anlässlich des Staatsbesuchs von Schah Nasir-el-din im Jahre 1889 in Stuttgart. (19) Bü 10 (Ordnungsnummer 9), Bü 21 (Ordnungsnummer 11), Bü 23 (Ordnungsnummer 216)
            Urach, Karl von

            Abschnitt Sumatra - Marquesas-Inseln, Japan - Neuseeland. Weigel und Schneider (Buchhandlung, Herausgeber). 2. Auflage, Stich, handkoloriert (Grenze von Asien rot, Gebiet Indonesien gelb, Australien, Neuguinea und Mikronesien grün, Polynesien und Melanesien rot) verbleicht. Ca. 1 : 23.000.000. Nürnberg. Vertikal gefaltet, 67,5 x 50 cm; thematische Karte (Entdeckungsfahrten); nicht maßstabsgetreu (Neuguinea gestreckt, Tasmanien mit Australien verbunden); auf Karton aufgezogen. Bem.: ohne Maßstab; äquatorialständiges Meridiangitternetz (Greenwich) mit Himmelsrichtungsangaben; Bezeichnung Australiens als "Neu-Holland"; Einzeichnung der Entdeckungsfahrten (farbig) und geographischer Besonderheiten, Stempel (?) auf Rückseite. Vorsignaturen: 222; A 19.