Beschreibung: Hansen, Joseph, 26.04.1862-29.06.1943, Direktor des Historischen Archivs der Stadt Köln (1891-1927), Vorsitzender der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde (1893-1927). Der damals vorliegende Nachlass Hansen wurde bis auf 1-2 Kartons, die Stücke aus anderen Beständen enthielten; verzeichnet. Sie lagerten am Schluss des Bestandes. Nach Beendigung der Ordnungsarbeiten gab Heinz Boberach mit Abschluss der Quellenedition Hansen-Boberach Abschriften von Akten und Briefen für die von Hansen geplante Zeit 1850ff im Umfang von ca. 3-4 Stülpkartons an das Archiv zurück. Diese Materialien wurden ebenfalls am Schluss des Bestandes deponiert. Sie wurden nicht verzeichnet. Vorbemerkung Ein genauer Zeitpunkt für die Übernahme des Nachlasses von Joseph Hansen läßt sich nicht bestimmen. Es muss davon ausgegangen werden, dass der Nachlass bei seinem Tod während des Fliegerangriffs vom 29. Juni 1943 in seiner Wohnung Sachsenring bereits im Archiv lag. Denn die Wohnung brannte, getroffen von einer Phosphorbombe, völlig aus. Es kann als sicher angenommen werden, dass der Nachlass damals in seinem Dienstzimmer im Archiv Gereonskloster 2 lag. Denn Hansen hatte nach seiner Pensionierung 1927 für die Erarbeitung seiner Editionen „Quellen zur Geschichte der Rheinlande im Zeitalter der französischen Revolution 1780- 1801". Bd. 1-4, 1931-1938 und „Rheinische Briefe und Akten zur Geschichte der politischen Bewegung 1830-1850", Bd. 2, 1942 noch ständig im Archiv gearbeitet. Seit dieser Zeit lag der Nachlass in grober Vorordnung in Kartons. Die in den Kartons liegenden Mappen hatte Erich Kuphal durchnummeriert, nach ihrem Betreff aufgelistet und die Listen auf die Kartons aufgeklebt. Auch hatte er die Mappen, soweit nicht bereits von Hansen bezeichnet, und einen Inhaltsbetreff beschriftet, ansonsten sie aber in ihrem ursprünglichen Zusammenhang belassen. Dieser war aber, teils durch kriegsbedingte Auslagerung wie spätere Umlagerungen, so gestört, dass eine eingehendere Ordnung und Verzeichnung angebracht war. Die Neuordnung wurde unumgänglich, nachdem seit den Achtziger Jahren das Interesse der Forschung an Person und Werk Hansen ständig wuchs. Den Schwerpunkt des Nachlasses bilden a) die Zusammenarbeit Hansen mit historischen Gesellschaften und Kommissionen, b) Notizen, Materialsammlungen und Manuskriptentwürfe zu seinen Projekten, den Quelleneditionen wie den darstellenden Werken, c) Materialsammlungen zu Themen des 19. Jahrhunderts und seiner Gegenwart, denen Hansens historisches Interesse galt. Unterlagen zu rein dienstlichen Angelegenheiten fehlen fast völlig; sie müssen in der Archivregistratur ermittelt werden. Private und familiäre Unterlagen sind ebenfalls nicht vorhanden und müssen durch den Wohnungsbrand untergegangen sein. Weiterhin enthält der Nachlass ca. drei Kartons mit originären Quellen (Urkunden, Briefen, Akten), die z. T. mit den Forschungsprojekten Hansens in Verbindung stehen. Nach der Arbeitsweise von Hansen, die Quellen mit seinen eigenen Kommentierungen und Satzanweisungen unmittelbar in die Druckereien zu geben, ist dies nicht verwunderlich. Ein anderer Teil der Quellen kann aber nicht mit Hansens Forschungen in Verbindung gebracht werden. Sie werden bei Aus- und Umlagerungen zufällig dem Bestand zugeordnet worden sein und müssen wie die übrigen originären Quellen den Herkunftsbeständen wieder zugeordnet werden. Anders verhält es sich mit den von Hansen angeregten Quellenabschriften (Geheimes Preußisches Staatsarchiv, Staatsarchiv Darmstadt, Nationalarchiv Paris). Sie verbleiben als Materialsammlung in diesem Nachlass oder werden wie z.B. die Reunionsadressen als Anhang des Bestandes geführt. Über Person und Werk geben Auskunft: - Erich Pelzer: Josph Hansen (1982-1943) und sein Beitrag zur Rheinischen Revolutionsforschung, in: Tel Aviver Jahrbuch für deutsche Geschichte XVIII (1989), S. 271-291; - Everhard Kleinertz: Joseph Hansen (1982-1943), in: Joseph Hansen, Preußen und Rheinlande von 1815 bis 1915. Hundert Jahre politischen Lebens am Rhein, mit Beiträgen von ... herausgegeben von Georg Mölich, Köln 1990, S. 273-325; - Everhard Kleinertz: Joseph Hansen, in: Rheinische Lebensbilder Bd. 13, herausgegeben von Franz-Josef Heyen, Köln 1993, S. 249-276. Aus letzterer Veröffentlichung wird die - immer noch nicht vollständige - Liste der Veröffentlichungen von Joseph Hansen in Kopie beigegeben. Köln, den 27. Dezember 1995 Enthält u.a.: Manuskripte und Entwürfe zu geschichtlichen Arbeiten; Korrespondenzen die Allgemeine Deutsche Biographie, Kölner Geschichtsthemen, Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde, Historische Kommission in München, Historische Reichskommission in Berlin und Historisches Institut in Rom betreffend.
Beschreibung: 1. Geschichte der Vereine In Preußen gab es für Mädchen bis 1909 keine städtische oder staatliche Schule, die zur Hochschulreife führte. Die Töchterschulen hatten sowohl andere Lehrpläne als auch andere -ziele als die Knabengymnasien. Zwar ließen seit 1899 alle Universitäten Frauen als Hörerinnen zu, jedoch konnte Preußen sich nur schwer dazu entschließen, den Mädchen die gleiche Schulausbildung wie den Knaben zukommen zu lassen. Helene Lange hatte als erste Kurse eingerichtet, die zur Hochschulreife führten. Sie wurden von Frauen besucht, die die Töchterschule oder Privatunterricht absolviert hatten. Die fehlenden Kenntnisse mußten die Schülerinnen in 3 - 4 Jahren nachholen; das heißt, die Abiturientinnen waren vielfach älter als 20 Jahre. Der Kölner Verein Mädchengymnasium hatte sich das Ziel gesetzt, ein vollständiges, neunklassiges Mädchengymnasium einzurichten, um den Mädchen Gelegenheit zu geben, in der gleichen Zeit wie die Knaben die Hochschulreife zu erlangen. Vorbild war das vom Frauenverein Reform gegründete Mädchengymnasium in Karlsruhe. Nach Vorbesprechungen begannen die Vereinsmitglieder im Jahre 1899 ihre Aktivitäten zur Gründung eines Mädchengymnasiums: sie sammelten Gelder, gewannen Freunde und Förderer und nahmen Kontakt zu den zuständigen Behörden auf. Nach mehreren vergeblichen Eingaben erlaubte der preußische Unterrichtsminister dem Kölner Verein schließlich, 1903 ein sechsklassiges Gymnasium einzurichten, das Mädchen ab vollendetem 12. Lebensjahr aufnehmen konnte. Die Kölner Schule war damit das erste Mädchengymnasium in Preußen. Die Vereine in anderen preußischen Städten hatten sich weiterhin mit der Einrichtung von "Kursen" begnügt, weil sie den Widerstand des Staates für unüberwindlich gehalten hatten. Da der Kölner Verein einige Mädchen in einer Familienschule vorbereitet hatte, konnten 1905 bereits die ersten Schülerinnen des Mädchengymnasiums das Abitur ablegen. In den ersten Jahren mussten sich die Schülerinnen allerdings als Externe in Knabengymnasien prüfen lassen. Mathilde von Mevissen war im Verein Madchengymnasium die treibende Kraft, ja man kann sagen, ohne sie und ihren Mitstreiter, Archivdirektor Joseph Hansen, wäre das Gymnasium nicht zustande gekommen. Sie korrespondierte über Fragen der Mädchenbildung mit zahlreichen engagierten Frauen aus ganz Deutschland; viele von ihnen, wie Helene Lange oder Minna Cauer zum Beispiel, kannte sie persönlich. Mathilde von Mevissen stiftete außerdem erhebliche Summen für die Schule und mietete das erste Schulgebäude am Apostelnkloster an. Josef Hansen verfaßte nach Rücksprache mit den anderen Vereinsmitgliedern nicht nur die Eingaben an das Ministerium, sondern führte ebenso wie Mathilde von Mevissen auch persönliche Gespräche in den zuständigen Behörden in Koblenz beziehungsweise Berlin. Nach der Schulreform von 1908 übernahm die Stadt Köln nach heftigen Debatten im Stadtrat die Schule. Nachdem der Verein sein Ziel erreicht hatte, wandelte er sich 1909 in den Verein Frauenstudium (vormals Mädchengymnasium) um und widmete sich neuen Aufgaben. Erdachte sich die Förderung des Frauenstudiums zum Programm und vergab Stipendien. Hierbei kam ihm eine Erbschaft von Pauline Christmann zugute, aber auch andere Gönner finanzierten Studienbeihilfen. Die Inflation vernichtete allerdings später das Vermögen des Vereins. Wann genau der Verein seine Tätigkeit eingestellt hat, geht aus den vorliegenden Akten nicht hervor. Das Jahr 1933 hat er nicht überlebt. Sowohl der Verein Mädchengymnasium als auch der aus ihm hervorgegangene Verein Frauenstudium hatte stets sehr gute Beziehungen zum Stadtarchiv; im Archivgebäude am Gereonskloster 12 ist er nämlich gegründet worden. Archivdirektor Joseph Hansen war Mitglied im Vorstand. Seine Frau, Johanna Hansen, führte lange Jahre hindurch den Verein Frauenstudium als Vorsitzende. Stadtarchivar Hermann Keussen war Mitbegründer des Vereins Frauenstudium, Archivsekretär Philipp Nottbrock fertigte die Reinschriften der Eingaben an das Ministerium (die Bearbeiterin kennt seine Schrift). 2. Registratur und Ordnungsverfahren Die meisten Akten lagerten als Bestand 1067, Kölner Verein Frauenstudium (vormals Mädchengymnasium) in 8 übervollen Kästen im Magazin. Wann genau sie ins Archiv gelangten, läßt sich nicht mehr feststellen. Möglicherweise lagerten einige Akten des Vereins Madchengymnasium von Anbeginn an hier, - kein Wunder bei den guten Beziehungen. Eine Findliste verzeichnet allerdings nur 14 Akten des Vereins Frauenstudium, 8 Akten der Pauline-Christmann-Stiftung sowie 1 Akte "Feierliche Begebenheiten 1924/25 ". Außer dieser Liste gab es kein Verzeichnis. Lediglich Heft 47 der Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln (1963) enthält eine kurze Übersicht über den Bestand. Einige Akten waren bereits ordentlich gebunden (Fadenheftung), die meisten jedoch fanden sich in der unterschiedlichsten Formierung: sie lagen in Mappen oder Briefumschlägen, lose in einem großen Vorordner oder mit Seidenbändchen verschnürt. Manchmal waren gebundene Akten mit losen Dokumenten angereichert. Oft mußten erst einmal Akten gebildet werden. Kurz: es herrschte große Unordnung. Bei der ersten Durchsicht stellte sich heraus, daß der Bestand nicht nur die Akten der Vereine Mädchengymnasium beziehungsweise Frauenstudium enthielt, sondern sowohl mit Schriftwechsel Mathilde von Mevissens zu verschiedenen Frauenfragen als auch mit Unterlagen anderer Vereinsmitglieder, die häufig gleichzeitig in mehreren Vereinen aktiv waren, angereichert war. Deshalb wurden die Akten zunächst grob vorsortiert und in 3 Gruppen (Mädchengymnasium, Frauenstudium, andere Vereine et cetera) unterteilt. Es empfahl sich, die Akten nicht in verschiedene kleinere Bestände aufzuteilen, da sie zum Teil durchgängig geführt worden sind (die Mitglieder der Vereine Mädchengymnasium sowie Frauenstudium waren zum großen Teil dieselben). Außerdem hätte dann das Sammlungsgut noch gesondert verwahrt werden müssen. Einige Akten sind erst in den Jahren 1989 und 1990 zum Bestand genommen worden. 3 größere Kartons Akten lagerten als Nachlaß Mathilde von Mevissen in der Universitätsbibliothek. Weitere Akten sind dann später bei Aufräumungsarbeiten von Dr. Quarg aufgefunden und ebenfalls dem Archiv übergeben worden (acc. 1792 und 1877). Den damals noch ungeordneten Anhang des Nachlasses Gustav von Mevissen hatte ich durchgesehen und diejenigen Akten zum Bestand 1067 genommen, die zu den Vereinsakten gehören. Zwei weitere Akten sind im Dezember 1990 noch vom Bearbeiter des Nachlasses Mevissen, Dr. Groten, abgegeben worden. Im Verzeichnis ist bei den betreffenden Akten der frühere Lagerungsort angegeben. Die Form der Verzeichnung variiert. Meist ist die der Analyse gewählt worden, insbesondere wegen der zahlreichen im Bestand vorhandenen Briefe. Die Bündel waren gelegentlich beschriftet, jedoch stimmte die Beschreibung mit dem tatsächlichen Inhalt nicht immer überein. Der alte Aktentitel ist - durch Anführungszeichen gekennzeichnet - nur dann beibehalten worden, sofern er über den tatsächlichen Inhalt eine Aussage macht. Außer Inhalt und Datum ist der Umfang der Akte angegeben. Die meisten Schriftstücke sind handschriftlich, mit Tinte durchweg auf gutem Papier geschrieben. Vervielfältigungen und Drucke sind eher die Ausnahme. Die Papierformate, insbesondere der zahlreichen Privatschreiben sind von größter Vielfalt - meist kleiner als A 4 - und entsprechen nicht den heutigen Normen. Behördenschreiben haben vorwiegend Folio- Format. Die Archivalien stammen vorwiegend aus der Zeit von 1899 bis etwa 1924, in der die Vereine Mädchengymnasium beziehungsweise Frauenstudium aktiv waren. Nur wenige frühere beziehungsweise spätere Unterlagen finden sich bei den Akten. Dabei handelt es sich um private Unterlagen Mathilde von Mevissens. Der Bestand umfaßt 343 Akten in 14 Kästen sowie 1 Mappe mit vier Bildern. In dieser Mappe (schwarz mit silbernem Aufdruck "Erinnerungen an meinen Theuern Vater, geboren 20. Mai 1815, gestorben 13. Aug. 1899") fanden sich auch die Archivalien Nr. 315-320, die aus lagerungstechnischen Gründen entnommen wurden. Nicht erhalten sind Schülerlisten oder Zeugnislisten des Mädchengymnasiums. Diese Akten sind möglicherweise nach der Übernahme der Schule durch die Stadt abgegeben worden und müssen, wie die Akten der Schule, zu den Kriegsverlusten gerechnet werden. Die Namen der Schülerinnen, die in der Zeit von 1903-1908 Schulgeld bezahlten, sind im "Kassenbuch" (1067/91) erhalten. Die Namen der Abiturientinnen hat Johannes Kreutzer in seiner Schulgeschichte aufgelistet. Die im Jahre 1986 begonnene Verzeichnungsarbeit zog sich über mehrere Jahre hin. Eine erste Unterbrechung von einigen Monaten erfolgte, um den Fortgang der Aufräumarbeiten in der Universitätsbibliothek und einen eventuellen Aktenzugang abzuwarten. 1988 mußte die Erstellung des Findbuchs jedoch wegen einer anderen Arbeit ganz abgebrochen werden. 1989 konnte Monika Voigt den größten Teil des Findbuchs schreiben. Die Nachträge und Korrekturen wurden erst 1993 erledigt. Die abschließenden Arbeiten (Einleitung, Register, Konkordanz) konnten schließlich mit PC und Software der Heinrich-Böll-Stiftung erledigt werden. Köln, den 10. Mai 1994, M. Fäuster 3. Quellen zur Geschichte der Vereine beziehunsgweise der Schule Die Akten der Studienanstalt, der Merlo-Schule und auch die der Kaiserin-Augusta-Schule vor 1945 sind - soweit sie nicht schon vorher verloren gingen - im Weltkrieg fast vollständig vernichtet worden. a) Historisches Archiv der Stadt Köln: Chroniken und Darstellungen 511 und 511a Bestand 551 (einige wenige, sehr dünne Akten) b) Hauptstaatsarchiv Düsseldorf: Regierung Köln, Nr. 7404 c) Landeshauptarchiv Koblenz: Bestand 405. Unter der Bezeichnung "Merlo-Mevissenschule" sind dort auch die Akten über das Mädchengymnasium vor 1924 abgelegt. d) Noch nicht überprüft wurde, ob Akten des zuständigen preußischen Ministeriums erhalten sind. Literaturangaben: Apel, Hans-Jürgen, Sonderwege der Mädchen zum Abitur im Deutschen Kaiserreich, in: Zeitschrift für Pädagogik, 34. Jg., 1988, Nr. 2, S. 171-189. Braun, Lily, Die Frauenfrage, ihre geschichtliche Entwicklung und ihre wirtschaftliche Seite. Mit einer Einleitung von Beatrix W. Bouvier. Nachdruck der 1901 im Verlag Hirzel, Leipzig, erschienenen ersten Auflage, Berlin, Bonn 1979. Centralblatt für die gesamte Unterrichtsverwaltung in Preußen, 1899, S. 371-404. Dertinger, Antje, Die bessere Hälfte kämpft um ihr Recht. Der Anspruch der Frauen auf Erwerb und andere Selbstverständlichkeiten, Köln 1980. - Der Beitrag über Hildegard Wegscheider zeigt u.a. sehr schön, wie schwierig es für Mädchen war, eine Gymnasialausbildung und die Berechtigung zum Studium zu erlangen. Eckert, Li, Mathilde von Mevissen. Gedächtnisrede, gehalten im Gürzenich am 12. Oktober 1924. Hg. vom Verband Cölner Frauenvereine (Stadtverband). Festschrift zum 25 jährigen Bestehen der gymnasialen Studienanstalt 1903-1928, Köln 1928. Greven-Aschoff, Die bürgerliche Frauenbewegung in Deutschland 1894-1933, Kritische Studien zur Geschichtswissenschaft 46, Göttingen, 1981. Gymnasialklassen für Mädchen in Köln, in: Praktische Sozialpolitiker aus allen Ständen vom Throne bis zur Werkstätte, Cöln (1909). Hundert Jahre Hildegard-von-Bingen-Schule, Köln (1988). Hundert Jahre Mädchen-Gymnasium in Deutschland. Herausgeber: Stadt Karlsruhe, G. Braun. (Karlsruhe 1993) Jahresberichte der städtischen Merlo-Mevissen-Schule, Lyzeum mit Studienanstalt der gymnasialen Richtung in Köln am Rhein, Schuljahre, 1926/27,- 1929/30, erstattet von der Leiterin der Anstalt, Oberstudiendirektorin Carola Barth, Köln 1927 ff. Kailer, Gerhard, Mädchenbildung und Frauenstudium. Die Gründung des ersten deutschen Mädchengymnasiums in Karlsruhe und die Anfänge des Frauenstudiums an den badischen Universitäten (1890-1910), in: Zeitschrift für die Geschichte des Oberrheins, hg. von der Kommission für geschichtliche Landeskunde in Baden-Württemberg, 140. Band, Stuttgart 1992, S. 361 - 375. Kettler, Johanna, "Die Konkurrenz der Frau", 1890, "Gleiche Bildung für Mann und Frau", 1891, in : Die Frau ist freigeboren, Texte zur Frauenemanzipation, hg und kommentiert von Hannelore Schröder, Bd. 2, 1870 - 1918. Becksehe Schwarze Reihe, Bd. 231, München 1981. In der Einleitung zu diesem Text steht folgendes: "1893 gründete der Verein Frauenbildungsreform, der von ihr geleitet wurde. in Karlsruhe das erste deutsche Mädchengymnasium. Trotz erbitterter Gegenreaktionen und Verleumdungen entstanden bis 1900 Mädchengymnasien in Berlin, Köln, Breslau, Hannover, Leipzig und Bremen". Diese Darstellung ist nicht richtig. In Köln bestand kein Mädchengymnasium, in Berlin und an anderen Orten in Preußen bestanden lediglich Gymnasialkurse. Kindheit in Köln, Die Bestände des Kölnischen Stadtmuseums, bearbeitet von Helmut Hane, Köln, 1989. Kleinertz, Everhard, Joseph Hansen, in: Joseph Hansen, Preußen und Rheinland von 1815-1915, Dokumente und Darstellungen zur Geschichte der Rheinischen Provinzialverwaltung und des Landschaftsverbandes Rheinland, 4, Köln, 1990. Kleinertz, Everhard, Joseph Hansen (1862-1943), in: Rheinische Lebensbilder, Bd. 13, Köln 1993. Schenk, Herrad, Die feministische Herausforderung. 150 Jahre Frauenbewegung in Deutschland.Beck’sche schwarze Reihe 213, München 1983. Verhandlungen der Stadtverordnetenversammlung zu Cöln, 1902 und 1908. Vogt, Helmut, Zur Geschichte des Höheren Schulwesens m Köln-Kalk von 1896-1938, in: Rechtsrheinisches Köln. Bd. 15. 1989. S. 101-128. Voss, Ludwig, Geschichte der höheren Mädchenschule. Allgemeine Schulentwicklung in Deutschland und Geschichte der höheren Mädchenschulen Kölns, Opladen, 1952. Wagner, Rita, Cöln. Die sozialen Verhältnisse um 1900, Köln 1989. Weber-Kellermann, Ingeborg, Die deutsche Familie, Versuch einer Sozialgeschichte. Frankfurt 1974. Weiland, Daniela, Geschichte der Frauenemanzipation in Deutschland und Österreich. Hermes Handlexikon, Düsseldorf, 1983.
Beschreibung: Mit der vorliegenden Veröffentlichung wird ein Nachlass erschlossen, der seit nunmehr fast hundert Jahren im Historischen Archiv liegt. Die Unterlagen waren bis vor wenigen Jahren nur über ein handschriftliches Findbuch zugänglich, das in seinem ältesten Teil noch von dem früheren Leiter des Stadtarchivs Joseph Hansen angelegt worden war. Die zahlreichen Nachträge und Zusätze, die verschiedenen Signaturenschichten und -wechsel machten die Handhabung des Findmittels nicht leicht, schreckten auch wohl vor der Benutzung des Nachlasses zurück. Dies ist vielleicht einer der Gründe dafür, daß seit der von Hansen 1906 vorgelegten umfangreichen Biographie keine neuere, vergleichbar breite Untersuchung zum Leben und Werk Mevissens vorgelegt wurde. Eine solche ist aber um so dringender erwünscht, als die Biographie von Hansen bei allen Verdiensten allein auf Grund der Nähe des Autors, nicht nur der zeitlichen, zum Forschungsgegenstand veraltet ist, und dennoch bis heute das Urteil über die rheinische Unternehmerpersönlichkeit Mevissen weitergehend prägt. Neuere Untersuchungen zu einzelnen Aspekten machen Mängel der Biographie deutlich und zeigen Widersprüche zu ihr auf. Eine erneute, umfassende wissenschaftliche Auseinandersetzung mit dieser vielleicht bedeutendsten rheinischen Unternehmerpersönlichkeit des 19. Jahrhundert ist also wünschenswert, auch auf Grund der Reichhaltigkeit des Nachlasses sicherlich ertragreich. Hervorgehoben sei allein der umfangreiche Briefwechsel mit Zeitgenossen aus Wirtschaft, Politik, Gesellschaft und Kultur, der eine intensive Sichtung und Auswertung verdient. Wenn die vorliegende Veröffentlichung einen solchen Diskurs über Person und Werk Mevissens in Gang setzen würde, wäre dies über den unmittelbaren Anlass der Publikation hinaus sehr zu begrüßen. Dieser nämlich, der eigentliche Anlass, ist die Wiederkehr des 100. Todestags am 13. August 1899. Mevissen war in erster Linie ein Unternehmer, ein dynamischer Gründer und hoch befähigter Organisator von Bank-, Versicherungs- ,Verkehrs- und Industrieunternehmen, bei letzteren vornehmlich im Textil-, Bergbau- und Maschinenbaubereich. Aber seine Persönlichkeit war komplexer, vielseitiger. Mevissen war ein politisch denkender und handelnder Mensch, auf nationalstaatlicher Ebene als Abgeordneter und Unterstaatssekretär der Frankfurter Reichsregierung, auf kommunalpolitischer Ebene u.a. als Beigeordneter. Für die Belange des Gemeinwesens Köln als Wirtschafts-, Verkehrs- und Bildungszentrum hatte er ehrgeizige Konzepte und Ziele. Seinem Streben nach Reform der Schulbildung entsprang seine Stiftung zur Gründung einer Handelshochschule, der Vorgängereinrichtung der heutigen Universität Köln. Seiner Liebe zur Wissenschaft, hier ganz besonders zu den historischen Wissenschaften, verdankt die Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde ihre Entstehung im Jahre 1881. Im Zusammenhang mit deren Aufgabe, der Edition von historischen Quellen, hat Mevissen das Historische Archiv finanziell dazu in die Lage versetzt, mit der Ordnung, Erschließung und Veröffentlichung der Urkunden- und Aktenbestände zu beginnen. Mevissen hat die rheinische und stadtkölnische Geschichtsforschung gefördert. Er hat Arbeitsvorhaben unterstützt, die teilweise bis heute wissenschaftlich nicht überholte Grundlagen geschaffen haben. Für diese Förderung, die nach seinem Tod auch von seinen Töchtern, voran von Mathilde von Mevissen, fortgesetzt wurde, hat er manchen Kölner und rheinischen Unternehmer gewinnen und verpflichten können. Die vorliegende Veröffentlichung soll als Geste des Dankes verstanden werden, mit der das Archiv des Anregers und Gründers der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde gedenken und den Freund und Förderer des Historischen Archivs der Stadt Köln ehren möchte. Die Erschließung des Nachlasses Mevissen im Druck zu veröffentlichen war nur möglich, weil der Bearbeiter Manfred Groten in den Jahren 1991 - 1992 den Nachlass geordnet, verzeichnet und in einem Findbuch mit Personenregister erschlossen hatte. Ihm, den das Historische Archiv durch einen Ruf an die Universität Köln im Jahre 1998 als Mitarbeiter verlor, gebührt zunächst und vor allem Dank. Zwecks rascher Beförderung zum Druck hat Mechthild Willmes sich einigen Mühen unterzogen und die durch eine umfangreiche Aktenrestaurierung mittlerweile eingetretenen Unstimmigkeiten geglättet, den Nachlass nochmals auf seine Vollständigkeit überprüft und den Umfang der Akteneinheiten festgestellt. Der Unterzeichnende nahm einige für den Druck notwendige Eingriffe in den Text vor und erstellte das Firmen-, Orts-, und Sachregister. Besonderer Dank gilt der Industrie- und Handelskammer Köln und ihrem Präsidenten Alfred Freiherr von Oppenheim. Sie, die Kammer, hat die Publikation des Nachlasses ihres Präsidenten von 1856-1860 finanziell unterstützt und damit das Historische Archiv in die glückliche Lage versetzt, seines Förderers, zu gedenken. Mit Band 86 der Mitteilungsreihe wird eine Veröffentlichung vorgelegt, die der von Mevissen ideell wie finanziell geförderten Archivarbeit, nämlich der Ordnung, Erschließung und Veröffentlichung von Archivbeständen, verpflichtet ist. Köln, im August 1999 Everhard Kleinertz Daten zu Person und Werk Gustav von Mevissen (1815-1899) spielte im wirtschaftlichen, politischen und kulturellen Leben seiner Zeit eine bedeutende Rolle. Als Präsident der Rheinischen Eisenbahngesellschaft wirkte er führend am Aufbau des deutschen Verkehrsnetzes mit. Er engagierte sich in der Textil- und Montanindustrie, im Banken-, Versicherungs- und Schiffahrtswesen. Als liberaler Politiker gehörte er dem vereinigten preußischen Landtag von 1847, der Frankfurter Nationalversammlung, dem Volkshaus in Erfurt, später dem Herrenhaus an. Er bekleidete verschiedene politische Ämter. In Köln fungierte er als Beigeordneter. Mevissen förderte und unterstützte eine Vielzahl von kulturellen Institutionen und Projekten. Die folgende Auflistung will eine Übersicht über die von Mevissen angeregten und geförderten, teils maßgeblich gestalteten wirtschaftlichen Unternehmungen und über seine politischen Tätigkeiten und kulturellen Bestrebungen ermöglichen: 1815 Mai 20: Geburt von Gustav Mevissen in Dülken. 1828 Besuch des Karmelitergymnasiums, des späteren Friedrich-Wilhelm-Gymnasiums in Köln, Eintritt in die Quinta; Herbst 1828 Wechsel in die Quarta des Marzellengymnasiums in Köln. 1829 Herbst: Wechsel auf die Höhere Bürgerschule in Köln. 1830 Eintritt in das väterliche Unternehmen in Dülken: Zwirnfabrikation und Garngroßhandlung, landwirtschaftlicher Besitz mit Landproduktenhandlung und Ölmühle. 1836-1838 Ausgedehnte Reisetätigkeit für das Unternehmen ins Rheinland und nach Westfalen, auch nach Belgien; 1838 Bereisung der englischen Textilregionen, auf Anregung des preußischen Finanzministeriums. In Holbeck bei Leeds besichtigt er die große Flachsspinnerei von Marshall & Co., die 1250 Arbeiter beschäftigt. Mevissen unternimmt nun jährlich Geschäftsreisen nach England. 1839 Gemeinsame Führung des von seinem Vater ihm und seiner Schwester übertragenen Unternehmens; 1871 Juni 30 Umwandlung in eine AG Niederrheinische Flachsspinnerei. 1841 Übersiedlung nach Köln, Gründung einer Garngroßhandlung mit Christian Fremery. 1842 März: Kauf eines Wohnhauses in Köln, Sternengasse 5. 1842-1843 Aktionär, Aufsichtsratsmitglied, Mitarbeiter der Rheinischen Zeitung für Politik, Handel und Gewerbe. 1842 Dez. Mitglied einer Kommission zur Vorbereitung der Gründung der ersten eigenständigen Rückversicherungsgesellschaft (Kölnische Rückversicherungsgesellschaft); 1843 März Konstituierung; 1846 Konzession; 1852 Betriebsaufnahme. 1842 April/Mai Erkrankung (Gelenkrheumatismus), Kuren in Wiesbaden, Bad Homburg und Baden-Baden; Kontaktaufnahme zu süddeutschen Liberalen. 1843 Okt. Teilnahme an den Festlichkeiten zur Eröffnung der Rheinischen Eisenbahn, Strecke Köln - Aachen und Antwerpen. 1844 Febr. 27: 1. Teilnahme an einer Sitzung des Direktoriums der Rheinischen Eisenbahngesellschaft; 1844 Juli Mevissen wird Präsident; 1880 Niederlegung des Vorsitzes wegen Verstaatlichung der Eisenbahnen. 1844 Febr. 13: Verkehrsübergabe der Eisenbahn Köln - Bonn. 1844 März 19: Wahl zum stellv. Mitglied der Kölner Handelskammer. 1844 Dez. 28: Wahl zum Vorsitzenden einer Kommission zur Untersuchung der Lage der Rheinischen Dampfschiffahrtsgesellschaft, Übernahme seines Sanierungskonzepts bei Verdoppelung des Aktienkapitals. 1845 März: Wahl zum ordentlichen Mitglied der Handelskammer Köln. 1844 Initiativen und Anträge an die Regierung zur Gründung einer Kölner Bank als Aktienbank mit dem Recht der Notenausgabe; 1855 Konzession für die Kölnische Privatbank. 1845 Verhandlungen um die Gründung des Kölner Bergwerksvereins als AG; 1849 Okt. 22 Erteilung der Konzession; 1857 Mai Austritt aus der Verwaltung zugunsten seines Schwagers Franz Wilhelm Koenigs. 1845 Sept./Okt.: Reise mit dem Freund Franz Leiden nach Italien; Sept. 23 - Okt. 6 Teilnahme am Congresso degli scienziati italiani in Neapel. 1846 Bemühungen um die Gründung einer Hypothekenbank, einer Aktienbank für den Hypothekarkredit; 1861 Gründung. 1846 Mai 5: Vermählung mit Elise Leiden, Hochzeitsreise in die Schweiz, nach Südfrankreich und Italien. 1846 Aug. 18: Wahl zum Abgeordneten des Wahlkreises Gladbach-Dülken für den 8. Rheinischen Provinziallandtag. 1847 Teilnahme am Vereinigten Landtag in Berlin vom 11. April bis 26. Juni 1847. 1848 Mitglied des Vereinigten Landtags vom 2. bis 10. April 1848. 1848 Mai 10: Wahl zum Abgeordneten des Wahlkreises Siegen-Wittgenstein für die Nationalversammlung in Frankfurt. 1848 April: Vorbereitung einer Kölner Filiale der Darlehenskasse für Kaufleute und Fabrikanten; die Kasse tritt im Mai in Tätigkeit; Mevissen wird Vorstandsmitglied. 1848 April 25: Beratungen in Düsseldorf zwecks Gründung einer Rheinischen Hypothekenbank; die Konzession wird von Berlin verweigert. 1848 Aug.: Übernahme des Amtes des Unterstaatssekretärs unter Handelsminister Duckwitz im Reichsministerium Leiningen. 1848 Sept. 15: Ernennung zum staatlichen Kommissar und Direktor des A. Schaaffhausenschen Bankvereins; 1852 freigewählter Direktor; 1857-1874 Verwaltungsratsvorsitzender; 1875 Mai 16 Rückzug aus der Verwaltung. 1849 Mai 21: Ausscheiden aus dem Frankfurter Parlament. 1849 Juni: Teilnahme an der Versammlung in Gotha. 1849 Okt.: Reise nach Wien zum Kongreß deutscher Eisenbahnverwaltungen. 1850 Jan. 31: Wahl zum Abgeordneten des Wahlkreises Siegen-Wittgenstein für den Reichstag in Erfurt. 1850-1865 Mitglied des Aufsichtsrates der Köln-Mindener-Eisenbahngesellschaft; 1865 Juni 30 Austritt wegen Differenzen mit der Rheinischen Eisenbahngesellschaft wegen deren Planungen neuer Strecken in das Ruhrgebiet. 1851 Febr. 17: Gründung einer mechanischen Flachsspinnerei in Düren mit Matthias Bücklers und Leopold Schoeller; 1852 Juli Betriebseröffnung. 1851 Juli: Reise nach Schottland zu Verhandlungen mit der Firma Baird, Glasgow, wegen Ausbeutung der Eisensteinlager bei Dortmund (anläßlich der Vorplanungen zur späteren Gründung des Hörder Bergwerks- und Hüttenvereins); Besuch der 1. Weltausstellung in London. 1852 Febr. 20: Umwandlung der KG für Bergbau und Hüttenbetrieb in Stolberg (Firma Bredt & Cie) in eine Aktiengesellschaft „Allianz mit Sitz in Köln; 1851 Aug. 18 Konstituierung; die Firma besteht bis 1856; Mevissen ist Mitglied des Aufsichtsrates. Im linksrheinischen Gebiet ist Mevissen auch an der Gründung des Eschweiler Hüttenvereins und der Alsdorf-Hoengener Kohlenbergwerksgesellschaft beteiligt. 1852 Febr. 20: Gründung der Germania Lebensversicherungs- und Rentenbank für Deutschland; 1852 Mai Einigung mit der in Köln 1851 Febr. 8 gegründeten Allgemeinen deutschen Lebensversicherungsgesellschaft und Vereinigung beider Unternehmen zur Concordia Kölnische Lebensversicherungsgesellschaft und Rentenbank; 1854 Sept. 27. Konzession, Mitglied des Direktoriums; 1869-1879 Präsident in Nachfolge von Heinrich von Wittgenstein. 1852 Konzessionierung des Hörder Bergwerks- und Hüttenvereins, Präsident des Verwaltungsrates. 1852 April 29: Vertrag der Kölner Rückversicherungsgesellschaft mit den Bankhäusern Rothschild in Paris und Oppenheim in Köln betr. Placierung der Aktien in Höhe von 3 Mill. Talern. 1852 Juni 25: Abschluss eines Vertrags zur Einbringung getrennter Berechtigungen an der Hermannshütte (Eisen- und Schienenwalzwerk) und an den Eisensteingrubenfeldern bei Dortmund in den Hörder Bergwerks- und Hüttenverein; 1852 Febr. 16 Konzession, Mevissen Vorsitzender des Verwaltungsrates; 1874 Rücktritt vom Präsidium zugunsten seines Schwagers Franz Wilhelm Koenigs. 1852 Aug. 3: Gründung der Germania Kölnische Versicherungsgesellschaft (Feuerversicherung) mit angeschlossenem „Rheinisch-Westfälischem Verein zur Beförderung der Arbeitsamkeit und Sparsamkeit; Konzessionierung wird von der Reg. verweigert. 1853 Jan. 13: Gründung einer Aktiengesellschaft für Zuckerfabrikation in Tlumacz in Galizien; dieses Unternehmen ist erfolglos. 1853 Jan. 30: Gründung der Kölnischen Baumwollspinnerei und Weberei als AG; 1853 Juli 6 Konzession; 1855 Frühjahr Beginn der Tätigkeit der Spinnerei; 1854 Tätigkeitsaufnahme der Weberei, Mevissen Präsident des Verwaltungsrates;1874 Niederlegung des Vorsitzes. 1853 April 2: Konzessionierung der Aktiengesellschaft Bank für Handel und Industrie in Darmstadt als Aktien-Kreditbank; Präsident wird Mevissen; 1877 Mai Niederlegung des Vorsitzes im Aufsichtsrat, aber Ehrensitz. 1853 April 13: Konzessionierung der Aktiengesellschaft Bank für Süddeutschland in Darmstadt als Notenbank; 1856 Febr. 1 Eröffnung der Banktätigkeit; Mevissen leitet diese Bank in Personalunion mit der Bank für Handel und Industrie; 1877 Mai Niederlegung des Vorsitzes im Aufsichtsrat, aber Ehrensitz. 1853 Mai 3: Errichtung einer Flachsspinnerei in Dülken mit seinem Schwager Franz Wilhelm Koenigs; 1871 Umbenennung des Unternehmens nach Einbeziehung der Zwirnfabrik von Gerhard Mevissen in „Niederrheinische Flachsspinnerei. 1853 Aug. 22: Konzessionierung der Eisenbahn von Köln nach Krefeld. 1854-1858: Mitglied und Aufsichtsrat des von E. Mayer und Joest als Aktiengesellschaft neu errichteten gerade gegründeten Bochumer Vereins für Bergbau und Gußstahlfabrikation; 1858 Austritt, da eine Regelung der Konkurrenz zum Hörder Bergwerks- und Hüttenverein nicht erreicht werden konnte. 1855 April 23: Gründung der Kölnischen Maschinenbauaktiengesellschaft; 1856 Febr. 15 Aufnahme der Tätigkeit zunächst als KG; 1856 April 30 Erteilung der Konzession; Mevissen wird Präsident; 1866 Rücktritt von der Leitung des Unternehmens, aber Verbleib als Mitglied im Aufsichtsrat. 1855 Mai 15: Eröffnung der Weltausstellung in Paris; Mevissen wird zum Vizepräsidenten der 22. Klasse - Leinenindustrie - gewählt. 1855 Juli 26: Konzession der Deutz - Gießener Eisenbahn. 1856 Jan. 25: Gründung des Köln - Müsener Bergwerksvereins; 1856 Sept. 7 Erteilung der Konzession; Mevissen wird Vorsitzender des Verwaltungsrates; 1866 Rücktritt von der Leitung des Unternehmens, aber Verbleib als Mitglied im Aufsichtsrat. 1856 Febr. 13: Gründung der Preußischen Kreditinstituts zur Förderung von Ackerbau, Handel und Industrie; 1856 März 26 Ablehnung einer Konzession. 1856 März 5: Nach jahrelangen Bemühungen und Verhandlungen im Zusammenhang mit dem Bau einer Rheintalbahn erfolgt die Konzession über die Erweiterung der Rheinischen Eisenbahngesellschaft durch Verschmelzung mit der Bonn - Kölner und der Köln - Krefelder Bahn; der Rheinischen Eisenbahngesellschaft wird Bau und Verwaltung der ganzen Rheinbahn von Nijmwegen bis Bingen übertragen; 1857 Jan. 1 Übergabe der Bonn - Kölner Bahn, Beginn des Ausbaus der linsrheinischen Strecke von Köln nach Bingen; 1858 Nov. 12 feierliche Eröffnung der Eisenbahnstrecke Köln - Koblenz; 1859 Dez. 15 feierliche Eröffnung der ganzen Rheinbahn von Köln bis Mainz; 1860 Juli 1 Übergabe der Köln - Krefelder Bahn. 1856 März 8: Genehmigung des Bankstatuts der Internationalen Bank in Luxemburg als Aktienbank in Verbindung mit Kredit- und Notenbank; 1856 März Beginn der Banktätigkeit, Mevissen wird Präsident; 1878 Rücktritt vom Vorsitz. 1856 Juli 2: Konzessionierung der als KG organisierten Berliner Handelsgesellschaft. 1856-1860 Präsident der Handelskammer Köln. 1857 Mai 29: Tod der Ehefrau Elise geb. Leiden. 1860 Jan. 28: Mevissen heiratet Therese Leiden, eine jüngere Schwester seiner 1. Frau. 1862 März 3: Ernennung zum Mitglied der internationalen Jury der 2. Londoner Weltausstellung; Wahl zum Präsidenten der 19. Klasse - Leinenindustrie. 1863 Juli: Erlangung einer Konzession für eine Strecke der Rheinischen Eisenbahngesellschaft in das Ruhrgebiet: Osterrath - Rheinhausen - Mülheim - Essen. 1865 Dez. 1: Wahl in der Stadtverordnetenversammlung von Köln zum Beigeordneten als Vorbedingung für die Vertretung der Stadt im preußischen Herrenhaus; 1866 Febr. 12 königliche Bestätigung der Wahl; Mevissen erhält einen Sitz im Herrenhaus, bis 1891 als Vertreter der Stadt Köln, danach ehrenhalber. 1867 April 1: Eröffnung der Weltausstellung in Paris; Mevissen wird wieder zum Präsidenten der 28. Klasse - Leinenindustrie gewählt. 1868 Der Historiker Heinrich von Sybel, Rektor der Universität Bonn, erlässt anläßlich des 50jährigen Universitätsjubiläums im Einverständnis mit Mevissen einen Aufruf zur Gründung eines „Vereins für rheinisch-westfälische Geschichte. Der Aufruf hatte keinen Erfolg. 1869 Aug. 13: Feier zum 25jährigen Jubiläum Mevissens als Präsident der Rheinischen Eisenbahngesellschaft. 1871-1877 Mitglied des Verwaltungsrats der Gotthardbahn. 1871 März: Mitwirkung bei der Gründung der Süddeutschen Bodenkreditbank in München. 1872 Herbst: Umzug in das neuerbaute Wohnhaus Zeughausstraße 2a. 1879 Juni 10: Mevissen stiftet zunächst 100.000 Mk zur Gründung einer Handelsakademie in Köln; 1901 Gründung der Handelshochschule. 1881 Juni 1: Nach näheren Kontakten mit dem Historiker Karl Lamprecht seit 1879 und Beratungen mit der Universität Bonn und den Leitern der größeren rheinischen Archive nimmt die von Mevissen angeregte und geförderte Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde ihre Tätigkeit auf. Ab 1883 finanziert Mevissen ständig zwei bis drei junge Historiker für Arbeiten an den Beständen des Stadtarchivs und für Forschungen auf dem Gebiet der Rheinischen Geschichtskunde. 1882 Tod des Schwagers Franz Wilhelm Koenigs, der Mevissen jahrzehntelang in der Verwaltung der verschiedenen Unternehmungen entscheidend entlastete. 1884 Juni 11: Berufung in den neu geschaffenen preußischen Staatsrat. 1884 Sept. 23: Verleihung des erblichen Adels durch Kaiser Wilhelm I. auf Schloß Brühl. 1885 Mai 20: Verleihung der Ehrendoktorwürde durch die juristische Fakultät der Universität Bonn; 1893 Ehrendoktor der philosophischen Fakultät der Universität Bonn. 1893 Herbst: Mevissen nimmt Verbindung mit Eberhard Gothein auf, um die Gründung der Handelshochschule voranzutreiben.; 1894 Juni 1 Ablehnung einer Beteiligung der Rheinprovinz durch den Provinziallandtag. 1895 April 25: Die Stadtverordnetenversammlung Köln verleiht Mevissen das Ehrenbürgerrecht. 1899 Aug. 13: Mevissen stirbt in seinem Sommerhaus in Bad Godesberg. Literatur: Am ausführlichsten unterrichtet über sein Leben die zweibändige Biographie von Josef Hansen, Gustav von Mevissen, Ein rheinisches Lebensbild, Berlin 1906; weiterführende Literatur sowie Bemerkungen zum Forschungsstand enthalten: Klara van Eyll, Gustav v. Mevissen, NDB 17, 1994 S. 277-281; Beate-Carola Padtberg, Gustav (von) Mevissen, ein rheinischer Unternehmer zwischen Wirtschaftsleben und Politik (1815-1899). In: Die Rheinlande und Preußen. Parlamentarismus, Parteien und Wirtschaft, Köln 1990. S. 131-139. Übernahme des Nachlasses: Josef Hansen hat für seine Arbeit den Nachlass Mevissens noch in dessen Wohnhaus Zeughausstraße 2a benutzt. Schon zu Lebzeiten hatte Gustav von Mevissen Drucksachensammlungen an das Stadtarchiv abgegeben. Der Archivdirektor Hansen bemühte sich bald nach Mevissens Tod, möglichst umfangreiche Teile des Nachlasses für das Archiv zu gewinnen. Zu einer ersten großen Ablieferung fanden sich die Erben im Jahre 1907 bereit. Mevissens Enkel Heinrich von Stein legte in einem Schreiben vom 19.6.1907 die Übergabebedingungen fest: "Die im Mai d.J. von der Familie von Mevissen dem Historischen Archiv der Stadt Köln laut der uns gesandten Übersicht übermachten Akten beehren wir uns Ihnen hierdurch zum Geschenk zu überweisen unter der Bedingung, daß die Akten dauernd im Besitz des Archivs der Stadt Köln verbleiben." Der Nachlass wurde wegen seiner Bedeutung für die wirtschaftsgeschichtliche Forschung dem 1906 in Anlehnung an das Stadtarchiv gegründeten Rheinisch-Westfälischen Wirtschaftsarchiv als Depositum zugewiesen. Weitere Nachlassteile gelangten im Juli 1915 in das Stadtarchiv. Im Jahre 1918 wurde ein Findbuch für den Nachlass erstellt, das auch die noch von den Erben zurückbehaltenen Stücke, die später in das Archiv gelangten, erfasste. Im Jahre 1920 wurde der Wirtschaftswissenschaftler Bruno Kuske mit der Leitung des Wirtschaftsarchiv betraut, das gleichzeitig aus seiner Bindung an das Stadtarchiv gelöst wurde. Anlässlich der Neuorganisation stellte Archivdirektor Hansen am 20.10.1920 klar, dass der Nachlass Mevissen den Bestimmungen der Erben gemäß im Stadtarchiv verbleiben müsse. Mit Schreiben vom 23.10.1920 bestätigte Kuske diese Auffassung namens des Wirtschaftsarchivs. Nach 1920 wurden dem Nachlass bei verschiedenen Gelegenheiten noch kleinere Erwerbungen verschiedener Provenienz einverleibt. Ordnung des Nachlasses: Der Nachlass Mevissen zerfiel in seiner ursprünglichen archivischen Ordnung in drei Teile. Der erste Teil, der das wichtigste Schriftgut enthielt, war in fortlaufend numerierte Einheiten unterteilt, die nach Betreffen geordnet waren. Der zweite Teil, dessen Einheiten mit einer Kombination von römischen und arabischen Zahlen signiert war, enthielt vor allem Drucksachen. Der dritte Teil, unglücklicherweise wieder arabisch gezählt (zur Unterscheidung vom ersten Teil jeweils mit dem irreführenden Zusatz "ungeordnet"), umfasste auch nachgelassene Papiere von Mevissens Ehefrau Therese und von seinen Töchtern. Die über den Nachlass Mathilde von Mevissens in den Bestand gelangten Archivalien des Vereins Mädchengymnasium wurden vor der Neuordnung entnommen und zum Bestand 1067 (Verein Mädchengymnasium/Kölner Verein Frauen-Studium) formiert und verzeichnet. Der Nachlass Mevissen wurde in den Jahren 1990/1991 neu verzeichnet und in eine durchgehende Ordnung gebracht, bei der nicht alle alten Einheiten erhalten werden konnten. Die Verifizierung älterer Zitate ermöglicht eine beigefügte Konkordanz. Die Bearbeitung für den Druck wurde von Frau Lieselotte Brüßeler vorgenommen. Manfred Groten Literaturangaben: Kleinertz, Everhard (Hg.); Groten, Manfred: Der Nachlass von Mevissen; In: Mitteilungen aus dem Stadtarchiv von Köln, 86. Heft, Köln 1999 Josef Hansen, Gustav von Mevissen, Ein rheinisches Lebensbild, Berlin 1906 Klara van Eyll, Gustav v. Mevissen, NDB 17, 1994 S. 277-281 Beate-Carola Padtberg, Gustav (von) Mevissen, ein rheinischer Unternehmer zwischen Wirtschaftsleben und Politik (1815-1899). In: Die Rheinlande und Preußen. Parlamentarismus, Parteien und Wirtschaft, Köln 1990. S. 131-139.