Justiz

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        Kriegsministerium: Zentral-Abteilung (Bestand)
        Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 1/3 · Bestand · 1817 - 1819, 1846 - 1921
        Teil von Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik)
        1. Zur Geschichte der Zentral-Abteilung: Die Neuorganisation des württembergischen Militärwesens, die als Folge der Militärkonvention vom 21. /25. 11. 1870 seit Juli 1871 mit Hilfe preußischer Offiziere und Militärbeamten unternommen wurde, erstreckte sich auch auf das Kriegsministerium. In Anlehnung an eine frühere, allerdings nur intern gültige Einteilung und in Analogie zur Geschäftseinteilung des preußischen Kriegsministeriums wurde es im August 1871 in das Centralbureau, die Militär-Abteilung (mit drei Sektionen) und die Ökonomie-Abteilung (mit fünf Sektionen) gegliedert; eine "provisorische", tatsächlich aber lange Jahre gültige "Geschäftseinteilung legte gleichzeitig die Kompetenzen dieser Abteilungen, neben die später weitere Abteilungen traten, fest. Das Centralbureau (abgekürzt: CB. ), das vor 1871 in der Kanzleidirektion einen Vorläufer besaß, unterstand einem Chef, der bis zum Ende des ersten Weltkriegs - zugleich Adjutant des Kriegsministers war (vgl. die ohne eingehenderes Quellenstudium erarbeiteten Listen der Kriegsminister bzw. Abteilungschefs in Anhang I bzw. II S. XXV ff. ) In sein Ressort fielen nach der erwähnten Geschäftseinteilung folgende Aufgaben: 1. die persönlichen Angelegenheiten der Offiziere, Ärzte und Beamten, 2. die ehrengerichtlichen und militär-politischen Angelegenheiten, 3. die Ordens- und Dienstauszeichnungs-Angelegenheiten, 4. die Staats-Ministerial-Sachen, 5. Vorlage derjenigen Angelegenheiten, über welche der Kriegsminister selbst die Entscheidung zu treffen beabsichtigt, 6. persönliche Correspondenz des Ministers, 7. Redaktion des Armeeverordnungsblatts, 8. Angelegenheiten der Tagespresse. Außerdem unterstanden dem Centralbureau von Anfang an die Kanzlei, die Bibliothek und die Druckerei des Kriegsministeriums. Manche der Aufgaben, die das Centralbureau nach der erstmals im Januar 1907 wieder herausgegebenen Geschäftseinteilung des Kriegsministeriums wahrzunehmen hatte (so die Verwaltung des Dienstgebäudes, der Dienstgeräte und der Bürokasse des Kriegsministeriums), dürften ihm stillschweigend zugewiesen worden sein, sei es von Anfang an, sei es allmählich als Folge der ursprünglichen Kompetenzen. Andere Kompetenzveränderungen, auf die hier im übrigen nicht vollständig eingegangen werden kann, fanden dagegen ihren Niederschlag in den Quellen. Wiederholt eingeschränkt wurden seit November 1871 die Kompetenzen des Centralbureaus für persönliche, ehrengerichtliche und Ordensangelegenheiten von Offizieren, Ärzten und Beamten, bis schließlich im April 1896 die Militär-Abteilung fast ganz dafür zuständig wurde. Ab November 1872 hatte der Chef des Centralbureaus die Unterlagen aller Abteilungen des Kriegsministeriums für den mündlichen Vortrag des Kriegsministers beim König zu sammeln. Als 1874-nach dem Vorbild Preußens die Führung von Personalbogen und von Stammlisten der Truppen eingeführt wurde, hatte das Centralbureau die ans Kriegsministerium gelangten Exemplare dieser Unterlagen zu verwahren und zu verwalten. Nachdem die dem Centralbureau unterstellte Kanzlei des Ministeriums faktisch schon lange für die sog. "alte Registratur" des Kriegsministeriums zuständig gewesen war, wurde die Sorge dafür dem Centralbureau im Januar 1885 offiziell übertragen. Weitere kleinere Aufgaben kamen in den Jahren nach der Jahrhundertwende hinzu:1902 begann das Centralbureau, eine Sammlung von Zeitungsausschnitten über militärische Angelegenheiten anzulegen, und seit April 1906 sammelte man hier Nachrufe und Todesanzeigen württembergischer Offiziere; schließlich wurde das Centralbureau, das am 1. 8. 1906 bzw. - It. MVBl. 1906, 8. 185 - am 12. 9. 1906 in "Zentral-Abteilung" (abgekürzt: Z. ) umbenannt wurde, im Januar 1907 durch die neue Geschäftseinteilung des Kriegsministeriums für Denkmäler-Angelegenheiten zuständig. Die Aufgaben der Zentral-Abteilung, die durch die neue Geschäftseinteilung im übrigen nur wenig verändert wurden, konnten demnach im Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg von 1907 S. 64- f. wie folgt umschrieben werden: "Von der Zentral-Abteilung, deren Chef zugleich Adjutant des Kriegsministers ist, wird die Verteilung des gesamten Einlaufs auf die Abteilungen, die Zuleitung von Entwürfen und Vorlagen an den Kriegsminister und die Abfertigung des Auslaufs bewerkstelligt. Die Zentral-Abteilung bearbeitet die Rang- und Stammlisten, die Patentierung der Offiziere und Sanitätsoffiziere, die Führung der Personalbogen, die Anträge auf Adelsverleihung und die Prüfung des Adelstandes, die bei Feierlichkeiten, Jubiläen, Hof- und Armeetrauer usw. zu treffenden Anordnungen, alle den Geschäftsgang und die Geschäftseinteilung des Kriegsministeriums betreffenden Angelegenheiten und endlich die Redaktion des sächlichen Teils des Militärverordnungsblatts". Im März 1907 erhielt die Zentral-Abteilung außerdem die Verwaltung der sog. "Denkschriften-Sammlung" übertragen, d. h. der von den einzelnen Abteilungen des Kriegsministeriums für Beratungen des Bundesrats, des Reichstags und des württembergischen Landtags vorbereiteten Stellungnahmen und Ausarbeitungen. Größere Bedeutung gewann die Errichtung des Kriegsarchivs im Januar 1907, das der Zentral-Abteilung unterstellt und, obwohl dafür eigenes Personal vorgesehen war, faktisch ganz von ihr verwaltet wurde. Einmal sollte das Kriegsarchiv das archivwürdige Schriftgut militärischer Provenienzen Württembergs sichern und gab damit der Zentral-Abteilung Veranlassung, sich auch mit Fragen der Kassation bzw. Erhaltung solchen Schriftguts zu befassen; zum andern entwickelte es sich im Weltkrieg 1914 - 1918 zu einer selbständigen Abteilungen die die Zentral-Abteilung im Januar 1916 die Zeitungsausschnitt-Sammlung und im November 1916 die Verwaltung der Bibliothek des Kriegsministeriums abgab. Während der Weltkrieg 1914 - 1918 sonst ohne größere Auswirkungen auf Organisation und Kompetenzen der Zentral-Abteilung blieb, änderte sich dies gegen und nach Ende des Kriegs. Neben der Zentral-Abteilung, die unmittelbares Organ des Kriegsministers war, schuf sich dieser im Juli 1918 eine weitere Stelle, die ihm unmittelbar unterstand, in organisatorischer Hinsicht aber bis Oktober 1918 der Zentral-Abteilung zugeteilt wurde. Sie wurde nach ihrem Leiter, Oberstleutnant Hummel, "Dienststelle H " benannt und erhielt vom Kriegsminister den Auftrag, "für mich alle Unterlagen, deren ich zum Verkehr mit den gesetzgebenden Körperschaften oder einzelnen Mitgliedern dieser bedarf, zu sammeln und zu sichten. Hiezu wendet sich H an die zuständigen Abteilungen des Kriegsministeriums oder an sonstige in Betracht kommende Dienststellen usw. unmittelbar". Am 7"10. 1918 wurde sie von der Zentral-Abteilung ganz gelöst und unter der Bezeichnung "Ministerialabteilung"(abgekürzt: M) verselbständigt. Wie die ursprünglich in Aussicht genommene Bezeichnung "Presse- und Geheim-Abteilung" (abgekürzt: P. G. ) andeutet, war sie vor allem mit Fragen der "Aufklärung" der Zivilbevölkerung, der Kriegspropaganda, der Presse, der Zensur und der Bekämpfung von Gerüchten befasst. Bereits im Januar 1919 ging die Ministerialabteilung im Kriegsarchiv auf. Die Einrichtung und Verselbständigung der Ministerialabteilung berührten die Organisation und Aufgaben der Zentral-Abteilung offensichtlich ebenso wenig wie deren Umbenennung in "Hauptbüro" (abgekürzt: H. ) zwischen dem 18. und 25. 11. 1918 und die Wirren, denen nach der Novemberrevolution 1918 auch das Kriegsministerium ausgesetzt war. Dagegen wurden sie durch die Reorganisation, die der Kriegsminister Herrmann am 14. 3. 1919 verfügte, einschneidend verändert. Dabei wurde das Hauptbüro aufgelöst und an seiner Stelle errichtet: 1. das Ministerialbüro (MB), 2. die Hauptkanzlei (HK), 3. die Druckvorschriftenverwaltung (Dv) und die Bürokasse (BK), 4. die Hauptregistratur (HR). Während sich die Aufgaben der drei zuletzt genannten Abteilungen, die dem Stellvertreter des Kriegsministers, Hauptmann (seit 15. 3. 1919: Unterstaatssekretär) Krais, unterstellt wurden, im wesentlichen aus ihren Bezeichnungen ergeben, war das dem Kriegsminister unmittelbar unterstellte Ministerialbüro beauftragt mit der Auszeichnung des gesamten Eingangs, mit der Erledigung von Sonderaufträgen und der persönlichen Korrespondenz des Kriegsministers und mit der Anmeldung bzw. Abfertigung von Besuchern des Ministers. Ganz abgegeben wurde die Bearbeitung von Angelegenheiten der Nationalversammlung und des württembergischen Landtags, für die nun statt dem bisherigen Hauptbüro die im Februar 1919 neugeschaffene "Aufklärungs- und Pressestelle des Kriegsministeriums" zuständig wurde. Nach dem Rücktritt des Kriegsministers Herrmann (am 28. 6. 1919) und seines Stellvertreters Krais, die vor allem durch militärische Kreise vielfach und heftig angefeindet worden waren, wurde diese Aufteilung schon am 7*7. 1919 wieder rückgängig gemacht: das Ministerialbüro wurde aufgelöst und sein Personal zu der aus den anderen Abteilungen (HK, HR, BK) wieder neu gebildeten "Zentral-Abteilung" (abgekürzt: Z. ) übernommen, deren Kompetenzen nicht näher beschrieben wurden, die aber im wesentlichen die bisherigen Aufgaben dieser Abteilungen erhalten haben dürfte. Daran scheint sich nichts geändert zu haben, als das württembergische Kriegsministerium vom 28. 8. 1919 bis zum 30. 9. 1919 die Aufgaben und die Bezeichnung einer "Reichswehrbefehlsstelle Württemberg" hatte, ab 1. 10. 1919 zum "Abwicklungsamt des früheren württembergischen Kriegsministeriums" umgewandelt und als solches zusammen mit dem "Abwicklungsamt des früheren XIII. A. K. " zum "Heersabwicklungsamt Württemberg" vereinigt wurde. Mit der Reorganisation war eine Änderung des Dienstsitzes verbunden. Dieser befand sich ursprünglich im Gebäude des Kriegsministeriums, Charlottenstr. 6, dann seit Juni 1914- im neuen Dienstgebäude des Kriegsministeriums, Olgastr. 13; im Oktober 1919 wurde das Abwicklungsamt des Kriegsministeriums in das Dienstgebäude des früheren Kommandierenden Generals, Kriegsbergstr. 32, verlegt, von wo die Zentral-Abteilung bzw. die Abteilung K (siehe unten) im Zusammenhang mit der Umorganisation des Heeresabwicklungsamtes Württemberg wohl im September 1920 in das ehemalige Neben-Artilleriedepot in der Gutenbergstr. 111 übersiedelte. Soweit es die Quellen erkennen lassen, überstand die Zentral-Abteilung diese äußeren Veränderungen im wesentlichen unverändert "allerdings verlor sie als Folge der Heeresabwicklung, insbesondere auch der Reorganisation von Oktober 1919, zunehmend an Aufgaben. Zusammen mit den Abteilungen A, R, W, ZV, Auskunft und Kr. A. des Abwicklungsamtes des früheren württembergischen Kriegsministeriums wurde sie daher im August 1920 zur Abteilung K (d. h. Kriegsministerium) des Heeresabwicklungsamtes Württemberg vereinigt. Organisationsänderungen im folgenden Monat reduzierten diese Abteilung K jedoch weiter, so dass sie ab 1. 10. 1920 im wesentlichen wieder aus der früheren Zentral-Abteilung bestand. Allerdings oblagen ihr als Aufgaben nun nur noch die Bearbeitung der "noch anfallenden Resteingänge des ehemaligen Kriegsministeriums", die Weiterleitung derselben an die nunmehr zuständigen Stellen, außerdem Unterstützungsgesuche und sämtliche Angestelltenangelegenheiten des Heeresabwicklungsamtes Württemberg". Zudem war ihr die Unterabteilung W (Waffenabteilung) unterstellt, während die Bürokasse ab 20. 9. "1920 an die Kasse des Heeresabwicklungsamtes Württemberg abgegeben und das im August bzw. Oktober 1920 mit der Abteilung K vereinigte Kriegsarchiv im Dezember 1920 der Reichsarchivzweigstelle Stuttgart angegliedert wurde. Mit der Auflösung des Heeresabwicklungsamtes Württemberg auf 31. 3. 1921 fand schließlich auch die Abteilung K ihr Ende. 2. Zur Geschichte und Ordnung des Bestandes: Bei der Umgestaltung des Kriegsministeriums seit Juli 1871 wurde dessen Kanzlei unter Mithilfe eines Registrators aus dem preußischen Kriegsministerium bis November 1871 auf die neuen Verhältnisse umgestellt. Dabei wurden die bisher kurrenten Akten bis auf einige Faszikel, die sich auch im vorliegenden Bestand finden (Büschel 4, 6-9, 16, 17, 66 - 68, 88, 118, 475), geschlossen; die einzelnen Abteilungen des Kriegsministeriums erhielten neue, systematische Aktenpläne mit zugehörigen Repertorien", und wie bei den Truppen und der übrigen Militärverwaltung wurde statt der bisherigen losen Aktenablage die sonst in Württemberg nicht übliche preußische Aktenheftung eingeführt. § 4 der Organisationsbestimmungen des Kriegsministeriums vom 16. 8. 1871 bestimmte: "Die Registratur des Kriegsministeriums ist zwar eine einheitliche, doch ist dieselbe so zu formieren, daß jede Abteilung ihre eigenen Akten hat und derselben für die Journalführung, für das Herbeischaffen der Vorgänge, Gompletierung der Akten etc. 1 Registraturbeamter zur Disposition steht". Für die Zentral-Abtei-lung wie für die anderen Abteilungen des Ministeriums hatte dies zur Folge, daß beim Zuwachs von Kompetenzen der Aktenplan der Abteilung durch neu angelegte oder von anderen Abteilungen übernommene und entsprechend umsignierte Akten ergänzt wurde, während der Verlust von Kompetenzen die Abgabe von Akten an andere Abteilungen nach sich zog. Dementsprechend gelangte der Großteil der Akten der Zen-tral-Abteilung betr. persönliche, ehrengerichtliche und Ordensangelegenheiten von Offizieren, Militärärzten und Beamten vor allem in die Registratur der Militär-Abteilung (heute Bestand M 1/4 und von dort z. T. in die Registratur der 1917 neu gebildeten Abteilung für persönliche Angelegenheiten (heute Bestand M 1/5), während reine Personalakten heute in den Beständen M 430/1(Personalakten I), M 430/2 (Personalakten II) und M 430/5 (Personalakten V) zu finden sind. Eine besondere Gruppe innerhalb der Abteilungsregistratur bildeten die vom Chef der Zentral-Abteilung als Adjutant des Kriegsministers verwahrten Akten. Sie waren meist durch den Zusatz"A" (=Adjutantur) oder"Secret" gekennzeichnet und umfassten vorwiegend Geheim- und Personalakte sog. "Offizier-Registratur"). Zu ihnen gehörten die Geheimakten Büschel 47, 199 und 469, die mit "A" bezeichneten Büschel 172, 173, 189-191, 193-196, 199, 200, 202, 203, 207-458, 468 und 469 des vorliegenden Bestandes sowie der ganze Bestand M 1/2 (Sonderakten des Kriegsministers und seines Adjutanten), dessen Bildung und Abtrennung vom übrigen Schriftgut der Zentral-Abteilung wohl hauptsächlich auf das Heeresarchiv Stuttgart zurückgeht. Waren die Akten im wesentlichen dem systematischen Aktenplan der Zentral-Abteilung eingeordnet, so gab es daneben Sonderregistraturen und besondere Aktengruppen der Zentral-Abteilung, die diesem Plan nicht eingefügt waren. Dazu gehörten an erster Stelle die Allerhöchsten Ordres, durch die über die vom Kriegsminister dem König vorgetragenen Gesuchslisten (Büschel 209-458) entschieden wurde; sie wurden vom 1. 1. 1873 an in einer besonderen Registratur verwahrt und bilden heute den Bestand M 1/1(Allerhöchste Ordres) . Ebenfalls als Sonderregistratur wurden die für das Kriegsministerium bestimmten Exemplare der 1874 eingeführten Personalbogen von Offizieren, Militärärzten und Militärbeamten aufbewahrt; sie sind heute - zusammen mit oben erwähnten Personalakten - den Beständen M 430/1, M 430/2 M 430/3 und 430/5 eingeordnet. Außerdem waren dem systematischen Aktenplan nicht eingegliedert die ebenfalls 1874 einführten Stammlisten der Truppenteile (heute im Bestand M 1/11) sowie die Sammlungen der Zeitungsausschnitte (heute im Bestand M 730), der sog. Nekrologe (heute Bestand M 744) und der sog. Denkschriften (heute im Bestand M 731). Schließlich wurden als besondere Gruppen auch die sog. "Kriegsakten" behandelt, d. h. jene Akten, die während des Weltkriegs 1914 - 1918 neben den übrigen, fortgeführten Registraturakten erwuchsen und die speziell Angelegenheiten der Kriegsführung und ihrer Auswirkungen auf die Heimat betreffen; sie sind nur zum kleineren Teil erhalten und überdies z. T. im Bestand M 1/11 (Kriegsarchiv). Sehr wahrscheinlich bei der Zentral-Abteilung wurden die zwei Kriegsstammrollen mit zugehörigen Namensverzeichnissen geführt, die heute dem Bestand M 457 (Kriegsstammrollen des Kriegsministeriums, Höchster Kommandobehörden usw. ) eingeordnet sind. Bis zum Kriegsausbruch im August 1914 hatte die Registratur, von den Auswirkungen der verschiedenen Kompetenzänderungen abgesehen, im wesentlichen so bestanden, wie sie 1871 eingerichtet worden war. Dagegen begannen mit Kriegsausbruch Veränderungen, die sich besonders gegen und nach Ende des Kriegs verstärkten und schließlich zur völligen Umgestaltung der Registratur führten. Bereits im August 1914-wurde ein neues, zusätzliches Kriegs-Geschäftstagebuch begonnen, neben dem bis November 1914- noch das bisherige weiterlief und das danach zum alleinigen Journal der Abteilung wurde. Gleichzeitig begann die Anlage der sog. Kriegsakten, die keine Signaturen mehr enthielten, sondern in den Geschäftstagebüchern nur mit abgekürztem Aktentitel gekennzeichnet wurden. Begann damit die Auflösung der Einheitlichkeit und der inneren und äußeren Ordnung der Registratur, so verstärkte sich die Entwicklung gegen und nach Kriegsende. Sie wurde begünstigt durch die Vermehrung des Geschäftsanfalls, durch die zunehmende Fluktuation des immer weniger geschulten Kanzleipersonals, durch die nachlassende Papierqualität , durch den Verzicht auf die Aktenheftung, eventuell durch den zweimaligen Umzug der Dienststelle nach Kriegsende und vor allem durch die wiederholten Organisationsänderungen. Letztere begannen mit der Errichtung der Dienststelle H, die seit ihrer Verselbständigung als "Ministerialabteilung" im Oktober 1918 sich von der Registratur der Zentral-Abteilung trennte, ein eigenes Journal anlegte, ihre Akten in Schnellheftern ablegte und diese Akten nicht mehr systematisch, sondern nur noch numerisch ordnete und entsprechend signierte. Hinzu kam, dass bei der Umbenennung der Zentral-Abteilung in "Hauptbüro" ein Teil der bisherigen Akten nicht mehr weitergeführt und dafür neue Akten angelegt wurden. Dies wiederholte sich verstärkt im März 1919, als das Hauptbüro in die Abteilungen Ministerialbüro, Hauptkanzlei, Druckvorschriftenverwaltung und Bürokasse sowie Hauptregistratur aufgeteilt wurde. Wiederum wurde nun ein Teil der bisherigen Akten nicht mehr fortgeführt. Andere Teile der Registratur wuchsen dagegen weiter bei der Hauptkanzlei und der Hauptregistratur, deren Akten anscheinend gemeinsam geführt wurden, und beim Ministerialbüro. Wie die Hauptkanzlei und die Hauptregistratur legte dieses Büro außerdem neue Akten an, die ohne System in nur numerischer Folge Signaturen erhielten. Ganz entsprechend wurde bei der Wiedervereinigung dieser Abteilungen zur Zentral-Abteilung im Juli 1919, bei der Umbildung des Kriegsministeriums zum Abwicklungsamt des früheren Kriegsministeriums im Oktober 1919 und bei der Bildung der Abteilung K des Heeresabwicklungsamtes Württemberg im Oktober 1920 verfahren. Dass man sich in der Registratur zurechtfand, obwohl diese immer unübersichtlicher wurde, hatte man sicher auch dem Umstand zu verdanken, dass mit fortschreitender Abwicklung des württembergischen Heeres ältere Akten immer weniger benötigt und der Geschäftsanfall immer kleiner wurden. Als das Heeresabwicklungsamt Württemberg auf 31. 3. 1921 ganz aufgelöst wurde, kam die ganze Registratur der Zentral-Abteilung bzw. ihrer Nachfolge-Dienststellen wohl sofort in die im selben Dienstgebäude untergebrachte Reichsarchivzweigstelle Stuttgart, mit deren übrigen Beständen sie 1937 ins Heeresarchiv Stuttgart und 194-5 ins Hauptstaatsarchiv Stuttgart übernommen wurde. In seiner heutigen Gestalt umfasst der Bestand M 1/3 Schriftgut, das beim Centralbureau und seinen Nachfolge-Dienststellen einschließlich der Abteilung K des Heeresabwicklungsamtes Württemberg erwachsen ist. Zwar hätte man sinnvollerweise die Akten dieser Abteilung K auch dem Bestand M 390 (Heeresabwicklungsamt Württemberg) zuweisen können; analog zu den Beständen der anderen Abteilungen des Kriegsministeriums, die ebenfalls beim Heeresabwicklungsamt Württemberg weitergeführte Akten enthalten, wurden sie jedoch beim vorliegenden Bestand gelassen. Der Bestand M 1/3 enthält jedoch nicht alles bei der Zentral-Abteilung erwachsene Schriftgut. Abgesehen davon, dass manches in andere, oben genannte M-Bestände gelangt ist und dort nun belassen wurde, wurden in früheren Jahren z. T. wohl umfangreiche Kassationen vorgenommen. Hervorzuheben ist der Verlust der Geschäftstagebücher aus der Zeit vor 1910, die zu unbekanntem Zeitpunkt kassiert wurden. Nachdem die Wirren der Novemberrevolution 1918 für die Zentral-Abteilung anscheinend ohne Schriftgutverluste vorübergegangen waren, wurde wohl der größere Teil der sog. Kriegsakten im September 1919 an die Garnisonverwaltung Stuttgart abgegeben und dort vermutlich vernichtet. Kassationen größeren Umfangs, über die Büschel 107 des Bestandes (mit Angabe der jeweiligen Aktensignaturen) Aufschluss gibt, nahm - wahrscheinlich 1932 - die -Reichsarchivzweigstelle Stuttgart bei der Verzeichnung des Bestandes vor; dabei gingen einige Akten verloren, die man heute als archivwürdig erhalten würde. Einige wertlose Akten - vor allem Kassenunterlagen der Bürokasse (0, 5 lfd. m) - wurden bei der jetzigen Verzeichnung kassiert. Nach dem Provenienzprinzip wurden jetzt auch einige Faszikel, die bisher Teil des Bestandes bildeten, den Beständen M 1/4 und M 660 (Nachlass des Kriegsministers v. Marchtaler) eingeordnet; dem Bestand M 390 wurden solche Akten zugewiesen, die nicht bei der Zentral-Abteilung bzw. der Abteilung K dieser Behörde erwachsen sind. Wider besseres Wissen hatte das Heeresarchiv Stuttgart dem Bestand als Anhang 50 Bücher angefügt, die es 1938 aus der sog. Kriegssammlung der ehemaligen Hofbibliothek Stuttgart erhalten hatte. Diese Bücher waren während des Weltkriegs 1914--1918 veröffentlicht, unter Zensur gestellt und in ihrer übrigen Auflage wohl vernichtet worden. Da die einschlägigen Akten, zu denen sie als Anlagen gehören, im Bestand M 77/1 (Stellvertretendes Generalkommando XIII. A. K. ) verwahrt werden, wurden sie nun zu diesem Bestand genommen; ihr Verzeichnis, das dem bisher gültigen Repertorium des vorliegenden Bestandes eingeheftet war, wurde dem Repertorium M 77/1 eingefügt. Umgekehrt enthält der Bestand M 1/3 jetzt einige Archivalien, die bisher in anderen Beständen verwahrt wurden. Übernommen wurden aus dem Bestand E 271 (Kriegsministerium) die Büschel 90, 102, 104, 110, 176, 586 - 589 und 591, aus dem Bestand E 279 (Registraturbücher der obersten Militärbehörden) die Bände 25, 26 und 94-, aus dem Bestand M 4-00/2 (Heeresarchiv Stuttgart - Abteilung Zentralnachweisamt) Büschel 204, aus dem Bestand M 430/2 Büschel 512 sowie aus dem unsignierten Bestand "Aufbau und Organisation" Büschel 109 des vorliegenden Bestandes. Zu unbekannter Zeit, aber vermutlich bald nach ihrer Übernahme ins Archiv wurden die Akten der Zentral-Abteilung in der Reichsarchivzweigstelle Stuttgart verzeichnet. Dabei griff man zurück auf ein wohl nach Kriegsausbruch in der Zentral-Abteilung angefertigtes summarisches Verzeichnis der in der systematischen Sachaktenregistratur vorhandenen Akten, die man nicht ganz zutreffend als "Friedensakten" bezeichnete. Dieses Verzeichnis (Büschel 107) führt die Akten in der Folge ihrer Signaturen und mit Kurztiteln auf und ist vollständiger als ein ähnliches, beim Abwicklungsamt des früheren Kriegsministeriums entstandenes Verzeichnis (Büschel 55). Das Verzeichnis der Friedensakten (Büschel 107) ergänzte man in der Reichsarchivzweigstelle zunächst durch ebenso summarische Verzeichnisse der Geschäftstagebücher und der Akten der Ministerialabteilung, des Ministerialbüros und der Bürokasse. Erst später, wahrscheinlich 1932, fügte man Angaben über die Laufzeit, über durchgeführte Kassationen und über die erst jetzt eingeführte Paketzählung hinzu und schrieb das derart überarbeitete Findmittel 1932 ins reine. Obwohl dieses durch spätere Nachträge ergänzte Repertorium wenig befriedigen konnte, war es bis jetzt in Gebrauch. Bei der jetzigen Neuverzeichnung und Ordnung des Bestandes M 1/3 wurde versucht, den in der Aktenbildung sich widerspiegelnden zahlreichen Organisationsänderungen gerecht zu werden. Den größten Teil des Bestandes machen die von 1871 bis 1918 erwachsenen Akten aus. Sie sind nach den Signaturen des alten, systematischen Aktenplans geordnet, der allerdings noch nicht wiedergefunden, sondern nur anhand eben dieser Signaturen rekonstruiert werden konnte. Diesem Plan sind - mit Ausnahme der Geschäftstagebücher und der sog. Kriegsakten - an passender Stelle auch mehrere unsignierte Stücke eingeordnet worden. In einzelnen, durch Verweise gekennzeichneten lallen waren Korrekturen des Plans nötig. Verwiesen wird an den entsprechenden Stellen des Aktenplans auch auf Akten, die nach November 1918 beim Hauptbüro oder einer anderen Nachfolge-Dienststelle der Zentral-Abteilung weitergeführt wurden und deshalb einer anderen Aktengruppe des vorliegenden Bestandes zugewiesen werden mussten, sowie auf Akten der Zentral-Abteilung, die in den Beständen M 1/4, M 1/5 und M 390 verwahrt werden. Dagegen kann auf das Schriftgut der Zentral-Abteilung in den bereits oben genannten Beständen M 1/1, M 1/2, M 1/11, M 430/1, M 430/2, M 430/3, M 430/5, M 457, M 730 und M 731 hier nur generell hingewiesen werden. Wegen der wenig klaren Trennung der Registraturen wäre eine Scheidung der Akten, die nach Oktober 1918, März 1919, Juli 1919, Oktober 1919 bzw. Oktober 1920 bei den Abteilungen Hauptbüro, Ministerialbüro, Hauptkanzlei, Hauptregistratur, Zentral-Abteilung und Abteilung K erwachsen sind, nur sehr unvollkommen möglich und für die Benutzung des Repertoriums wenig gewinnbringend gewesen. Dieses Schriftgut konnte daher nur in zwei, durch die Behördengeschichte gerechtfertigte Gruppen geschieden werden, die, soweit nötig, durch Verweise miteinander verzahnt sind: in Akten, die bis Oktober 1919 kurrent waren, und in Akten, die nach diesem Datum weitergeführt oder neu angelegt wurden; soweit möglich, wurde der ersten Gruppe die Aktenordnung des Ministerialbüros zugrundegelegt, während das Gliederungsschema der zweiten Gruppe ganz neu zu erarbeiten war. Eigene Gruppen bilden die Akten der Bürokasse und der Ministerialabteilung, die der Zentral-Abteilung bloß angegliedert waren oder als selbständige Abteilungen sich von ihr abgetrennt haben; diese Akten standen mit der Registratur der Zentral-Abteilung nicht oder nur lose in Verbindung. Keiner dieser Aktengruppen ließen sich die Handakten von Offizieren und Beamten der Zentral-Abteilung einordnen; sie wurden deshalb zu einer eigenen Aktengruppe zusammengefasst. Bis Ende 1918 sind alle Akten des Bestandes in der Regel in der Registratur der Zentral-Abteilung erwachsen. Provenienzangaben waren bei den Titelaufnahmen daher nur bei solchen Akten nötig, die von dieser Regel abweichen und die nach Oktober/November 1918 erwachsen sind; soweit nichts anderes angegeben ist, kommen dabei bis zur Bildung der Reichswehrbefehlsstelle Württemberg im August 1919 als Provenienzen nur Abteilungen des Kriegsministeriums in Betracht. Der Bestand wurde - nach Vorarbeiten des Vertragsangestellten Westenfelder - im Sommer 1971 verzeichnet von Oberstaatsarchivrat Dr. Fischer; erst seit Frühjahr 1975 war es ihm jedoch möglich, die Titelaufnahmen zu überarbeiten und das Repertorium fertigzustellen. Der Bestand umfasst 27 Bände (1 lfd. m) und 602 Büschel (13 lfd. m). Stuttgart, im September 1975 Fischer 3. Anhang I: Kriegsminister bzw. Leiter des Kriegsministeriums und seines Abwicklungsamtes nach 1870: 23.3.1870 - 13.9-1874 Albert v. Suckow, General der Infanterie, Kriegsminister (23-3.1870 Chef des Kriegsdepartements; 19.7.1870 Kriegsminister) 13.9.1874 - 22.7.1883 Theodor v. Wundt, Generalleutnant , Kriegsminister (13.9.1874 mit Führung des Kriegsministeriums beauftragt; 5.3.1875 Departements-Chef; 14.6.1879 Kriegsminister) 28.7.1883 - 10.5.1892 Gustav v. Steinheil, General der Infanterie"Kriegsminister (28.7-1883 Departements-Chef; 28.2.1885 Kriegsminister) 10.5.1892 - 13.4.1901 Max Freiherr Schott v. Schottenstein, General der Infanterie, Kriegsminister 13.4.1901 - 10.6.1906 Albert v. Schnürlen, General der Infanterie, Kriegsminister 10.3.1906 - 8.11.1918 Otto v. Marchtaler, Generaloberst, Kriegsminister 9.11.1918 - 15.11.1918 Schreiner, Offizierstellvertreter, Leiter des Kriegswesens 16.11.1918 - 14.1.1919 Ulrich Fischer, Vizefeldwebel, Leiter des Kriegswesens 15.1.1919 - 28.6.1919 Immanuel Herrmann, Leutnant der Landwehr II und Professor an der Technischen Hochschule Stuttgart, Kriegsminister 30.6.1919 - 28.8.1919 Erich Wöllwarth, Oberstleutnant, mit Führung der Geschäfte des Kriegsministeriums beauftragt 28.8.1919 - 30.9.1919 Erich Wöllwarth, Oberstleutnant, Chef der Reichswehrbefehlsstelle 1.10.1919 - 31.3.1921 Erich Scupin, Major, Chef des Abwicklungsamtes des früheren württembergischen Kriegsministeriums bzw.(seit 1.10.1920) der Abteilung K des Heeresabwicklungsamtes Württemberg 4. Anhang; II: Chefs der Zentral-Abteilung: 28.3.1870 - 30.12.1872 Gustav v. Steinheil, Major 30.12.1872 - 25.9-1874 Reinhard v. Fischer, Hauptmann 23c 9.1874 - 26.9.1879 Karl Freiherr v. Reitzenstein, Oberleutnant bzw. Rittmeister 30.9.1879 - 9.10.1899 Paul v. Bilfinger, Hauptmann bzw. Major 9.10.1889 - 19.3.1896 Albert v. Funk, Major bzw. Oberstleutnant 19.3.1896 - 24.2.1899 Gustav v. Steinhardt, Hauptmann 24.2.1899 - 18.7.1902 Heinrich v. Maur, Hauptmann 18.7.1902 - 18.8.1903 Ernst v. Schroeder, Hauptmann 18.8.1903 - 19.11.1909 Hermann v. Haldenwang, Hauptmann bzw. Major 19.11.1909 - 21.4.1911 Max Holland, Hauptmann bzw. Major 21c 4.1911 - 25.2.1914 Richard v. Haldenwang, Major 22.4.1914 - 28.3.1915 Wilhelm Freiherr v. Neurath, Hauptmann bzw. Major 28.3.1913 - 10.6.1918 August Graf v. Reischach, Major 11.6.1918 - 27.3.1919 Erwin Tritschler, Major 5. Besondere Vorbemerkung für Klassifikationspunkt D: Die Zentralabteilung des Kriegsministeriums führte neben ihrer Hauptregistratur noch eine Reihe von Sonderregistraturen und Sammlungen. Hierzu zählten die Allerhöchsten königlichen Ordres und die Sonderakten des Kriegsministers und seines Adjutanten, also die heutigen Bestände M 1/1 und M 1/2, sodann die Ranglisten und die Personalbögen der Offiziere, seit 1906 eine Sammlung von Nekrologen, die 1874 angelegten Stammlisten der Truppenteile, die allgemeine Druckvorschriftensammlung, die seit 1902 geführte Zeitungsausschnittsammlung und die 1907 angelegte Denkschriftensammlung. Die Reichsarchivzweigstelle bzw. das Heeresarchiv vereinigte die Personalunterlagen mit anderem, vergleichbarem Material zu den heutigen Beständen M 430 - M 433 und führte die Nekrologe, heute Bestand M 744, und die Druckvorschriften, heute Bestand M 635/1, als archivische Sammlungen weiter. Nur die in sich geschlossenen bzw. wieder hergestellten Reihen der Stammlisten, Denkschriften und Zeitungsausschnitte ließen sich provenienzgerecht beim Bestand der Zentralabteilung eingliedern (1). Mit Erlass des Kriegsministeriums vom 24. April 1874 / Militärverordnungsblatt 24/1874 wurde die Führung von Stammlisten verbindlich eingeführt. Diese sollten jeweils "die ganze Periode des Truppenteils vom Stiftungsjahr an umfassen" und jährlich zum 1. November bezüglich "Garnison und Wechsel derselben, Ergänzung, Uniform und Bewaffnung, sowie deren Veränderungen, Stamm und Formationsveränderungen, Feldzüge und Schlachten, Auszeichnungen, Chefs, Kommandeure" ergänzt werden. Die Zentralabteilung des Ministeriums sammelte darauf eigene Aufschriebe, eingehende Meldungen, Drucksachen u. a. in für jeden Truppenteil getrennt angelegten Mappen, die, sorgfältig geführt, sich bald zu einem vorzüglichen Auskunftsmittel über die genannten Bereiche entwickelten, bis die Angaben 1912 abbrechen. Zu unbestimmter Zeit wurden die Stammlisten gebunden und dem späteren Bestand M 1/11 Kriegsarchiv zugewiesen, bei dessen Neuordnung 1985 sie wieder herausgelöst und hier eingefügt wurden. Auf Anordnung des Kriegsministeriums vom 9. März 1907 hatte die Abteilungen des Ministeriums solche militärischen Angelegenheiten, die eventuell im Bundesrat, im Reichstag oder im Landtag zur Sprache kommen konnten, aufzugreifen und entsprechende Ausarbeitungen zusammen mit einschlägigen Drucksachen, Zeitschriftenaufsätzen u. a. vorzulegen. Nach Abschluss der einzelnen Fälle verwahrte die Zentralabteilung diese sogenannten Denkschriften, um sie vierteljährlich der zuständigen Abteilungen zur Ergänzung auf den neuesten Stand wieder zuzusenden. Die Mappen waren nach dem Alphabet der Stichworte geordnet und dazuhin durchgezählt; 1911 wurden die Stichworte und die anschließende Nummerierung erneuert und in einem gedruckten Verzeichnis (siehe Anlage) zusammengestellt. Teilweise fanden in den Büscheln auch Vorgänge auf früheren Jahren Aufnahme, bis die Sammlung nach Kriegsausbruch 1914 nur noch in Einzelfällen fortgeführt und schließlich Anfang 1919 an die Abteilung Kriegsarchiv des Ministeriums abgegeben wurde. Nach 1911, vermutlich erst im Heeresarchiv, kam es mindestens zweimal zu Neuformierungen. Aber keine dieser Maßnahmen hat je den gesamten Bestand erfasst, wie er andererseits sich auch nicht vollständig erhalten hat bzw. ganz wiederherstellen lässt. Nachdem im Heeresarchiv eine Anzahl von Büscheln miteinander vermischt, andere hingegen getrennt und neu zusammengestellt worden sind, fehlen nunmehr von der Ordnung des Jahres 1911 die Nummern 15 (oder 16), 19, 26, 49, 51, 56, 79, 80, 93 und 113. 1939/50 vereinigte Regierungsinspektor Alfons Beiermeister das vorliegende Material mit weiteren allgemeinen gedruckten Denkschriften u. a., die bei Aktenausscheidungen angefallen waren, zum späteren Bestand M 730 "Denkschriften". Als dieser 1985 aufgelöst wurde, konnten die Denkschriften der Zentralabteilung wieder provenienzgerecht eingegliedert werden. Seit 1902 sammelte die Zentralabteilung für die Militärverwaltung wichtige Nachrichten aus mehreren, nach Haltung und Ausrichtung unterschiedlichen Tageszeitungen wie Berliner Tagblatt, Frankfurter Zeitung, Der Beobachter, Deutsches Volksblatt, Schwäbischer Merkur, Schwäbische Tagwacht, Stuttgarter Neues Tagblatt, Württemberger Zeitung u. a. Die Ausschnitte wurden ungefähr in chronologischer Folge in nachträglich gebundene Hefte eingeklebt und diesen meist noch eine detaillierte Inhaltsübersicht beigefügt. Nachdem die Sammeltätigkeit 1913 mit einem Sonderband zum Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelms II. abgebrochen war, wurde sie bei Kriegsbeginn 1914 in wesentlich erweitertem Rahmen wieder aufgenommen: Neben Ausschnitten von im Staatsanzeiger veröffentlichten Behördenverfügungen standen nun zu Sachthemen wie "Kriegsschauplatz", "Parlament", "Kriegskrankenpflege" angelegte Serien. Zu Jahresbeginn 1916 wurde aber diese Sammlung an die Abteilung Kriegsarchiv des Ministeriums abgegeben und dann dort fortgeführt. Doch verblieb die hauptsächlich aus Parteizeitungen zusammengestellte Gruppe "Stellungnahmen der politischen Parteien zum Kriege", die ursprünglich ebenfalls ausgefolgt werden sollte, zunächst noch bei der Zentralabteilung, die überdies gegen Jahresende 1916 noch eine neue Gruppe "Auslassungen der Presse über die Zivildienstpflicht" eröffnete. Im Juli 1918 sollte die verbliebene sachthematische Sammlung - also ohne die erwähnten Ausschnitte von Behördenverfügungen - an die neugeschaffene "Dienststelle H", die spätere "Ministerialabteilung", abgekürzt M, des Ministeriums übergehen. Inwieweit dies erfolgt ist, muss offen bleiben, da die Sammlung in der bisherigen Form in keiner der beiden Abteilungen weiterbetrieben wurde. Im Heeresarchiv vereinigte Archivangestellter Oberst a. D. Kurt Hiller alle beim Kriegsministerium erwachsenen diesbezüglichen Unterlagen mit weiteren bis ins Jahr 1938 reichenden Zeitungen, Ausschnitten, Denkschriften u. a. zur "Zeitungsausschnittsammlung des Württembergischen Kriegsministeriums", dem späteren Bestand M 731, und legte darüber Bandrepertorium an, das allerdings um 1940 unvollendet blieb. Bei der Aufteilung dieses Bestandes 1985 wurden die Zeitungsausschnitte, die bei der Zentralabteilung ausgewählt und nicht, wie erwähnt, 1916 an das Kriegsarchiv abgegeben wurden, erneut beim Bestand der Zentralabteilung eingereiht. Bereits 1974 verzeichnete Werkvertragsangestellter Westerfelder die Stammlisten, im Frühjahr 1985 Archivangestellter Werner Urban die Denkschriften; dazuhin fertigte dieser das zugehörige Orts-, Personen- und Sachverzeichnis. Für die Zeitungsausschnitte wurden weitgehend die Titelaufnahmen des Findbuchs von 1940 übernommen, für das wiederum von Werner Urban zusammengestellte Orts-, Personen- und Sachverzeichnis außerdem das 1950 zum Bestand M 731 von Beiermeister angelegte Register mitbenutzt. Die Auswahl der in de Titelaufnahmen wie in Beiermeisters Register enthaltenen Stichworte ist begrenzt und könnte anhand der genannten Inhaltsübersichten zu den einzelnen Bänden ergänzt werden, solche, an sich wünschenswerte umfangreiche Erweiterung ist jedoch einstweilen zurückgestellt worden. Die Stammlisten, Denkschriften und Zeitungsausschnitte de Zentralabteilung des Kriegsministeriums umfassen nunmehr die Bände und Büschel 603 - 821 in 3,3 Regalmetern. Stuttgart, im Oktober 1985 (Cordes) (1) Insoweit sind die Angaben in Band 1 des Repertoriums, S. XVIII, nunmehr zu berichtigen.
        Kuhlmann, August Carl Heinrich (1871-1945)
        RMG 1.644 a-c · Akt(e) · 1892-1965
        Teil von Archiv- und Museumsstiftung der VEM (Archivtektonik)

        1898-1945 in Okazewa, Otjimbingue, Omburo, Omaruru, vgl. RMG 1.482 Nachlaß; Briefe u. Berichte, Privatbriefe, 1898-1945; Lebenslauf, Bewerbung, Zeugnisse, Empfehlungen, 1892; Sieben Wochen unter d. aufständischen Hereros, Bericht, März 1904; Randbemerkungen zum Hererokrieg, kritische Stellungnahme, Mai 1904; Unsere Hererochristen in d. Kriegslagern, Mai 1904; Die Lüge im Hererokriege, Juni 1904; Bitte August Kuhlmanns um Begnadigung d. Hereros, Antwort von Trothas hierauf, Febr. 1905; Bericht über Friedensvermittlungsversuche in Otjimbingue, Febr. 1905; Beilagen zu „Windhoeker Nachrichten“ mit Angriffen gegen Mission, Juni 1905; Bericht über d. Gefangenen auf d. Haifischinsel bei Lüderitzbucht, Aug. 1905; Bericht über d. Arbeit in Karibib u. an d. Kriegsgefangenen an d. Otavi-Bahn, Aug. 1905; Berichte aus d. Sammellagern für Hereros in Omburo, 1906; Flugblatt „Drei Weihnachten in Deutsch-Südwestafrika“, Dr., 1904-1906; Referat: „Was kann u. muß geschehen, um d. verstreuten Heiden u. Christen nachzugehen“, 11 S., hektographiert, 1909; Referat: "Zur Psychologie d. Glaubenslebens unserer afrikanischen Christen“, 14 S., ms., 1913.; Referat: „Das Problem d. christlichen Ehe unter d. afrikanischen Heidenchristen“, o. J.; Korrespondenz mit Frau Elisabeth Kuhlmann, geb. Dannert u. Familie, 1946-1965

        Rheinische Missionsgesellschaft
        Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe, L 109 Blomberg · Bestand · 1822-1941
        Teil von Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik)

        Aufgrund der Verwaltungsreform von 1879 wurden die Stadt Blomberg, die Ämter Blomberg, Schieder und Schwalenberg zum Verwaltungsamt Blomberg zusammengefasst, das am 1. Oktober 1879 seine Arbeit aufnahm (Landesverordnungen vom 30.7.1879, S. 717 ff.). Die bisher von diesen Ämtern wahrgenommenen Justizaufgaben wurden durch die Justizreform unter Auflösung aller bisherigen Gerichte dem zum 1. Oktober 1879 neu eingerichteten Amtsgericht Blomberg zugewiesen (LV 17 vom 7.5.1879, S. 659 ff.). An der Spitze des Verwaltungsamts stand ein ausgebildeter Verwaltungsbeamter, dem ein Amtsschreiber beigegeben war. Der Beamte hatte den Vorsitz in der Amtsgemeindeversammlung, in der die einzelnen Amtsgemeinderäte vertreten waren. In besonderen Fällen führte er neben allen anderen von den Amtmännern der einzelnen Ämter übernommenen Aufgaben auch die Hebungsgeschäfte weiter. Der Amtmann in Blomberg hatte darüber hinaus auch die Konskriptionsgeschäfte [Musterung der Rekruten] weiter zu besorgen, da die Verwaltungsämter Blomberg und Detmold zusammen zwar den neuen Aushebungsbezirk Detmold, aber mit den beiden Aushebungsorten Blomberg und Detmold, bildeten. Die Verordnung zur Bildung der Verwaltungsbezirke vom 23.7.1879 blieb bis zur Verabschiedung des Gemeindeverfassungsgesetzes vom 1.2.1927, die am 1.4.1928 in Kraft trat, wirksam. - 1928 wurde der Amtmann durch einen ebenfalls geschulten Verwaltungsbeamten, den Landrat, ersetzt, der Vorstand des Amtsausschusses war und auch dem Amtstag vorstand (LV 40 vom 1.12.1927, S. 303 ff.). Die Aufgaben und das Verwaltungsgebiet blieben erhalten. Bei der Verwaltungsreform im Rahmen der Sicherung des Landeshaushalts und der Haushalte der Gemeinden und Gemeindeverbände vom 14.10.1931 (LV 31 vom 14.10.1931, S. 393 ff.) wurden die Landratsämter aufgelöst und in Lippe zwei Kreise gebildet. Das Landratsamt Blomberg wurde unter Einbeziehung der Städte Blomberg und Schwalenberg dem neuen Kreis Detmold inkoporiert. Jedoch wurde gleichzeitig in diesem Kreisverband als unterste Verwaltungsinstanz der Amtmann in Blomberg eingerichtet, dem mit Amtssitz Blomberg das Verwaltungsgebiet des ehemaligen Landratsamtes Blomberg unterstand (vgl. D 105 Der Amtmann in Blomberg [jetzt Kreisarchiv Lippe, Bestand K 1 Blomberg]). Mit Auflösung des Landratsamts Blomberg fiel auch die Bezirksfürsorgestelle in Blomberg fort, deren Aufgaben fortan der Kreis Detmold wahrnahm. Die Akten des Bestandes L 109: Verwaltungs- und Landratsamt reichen also von 1879 - mit Vorakten - bis 1932 und schließen an die Amtsbestände L 108 Blomberg, L 108 Schieder sowie L 108 Schwalenberg an. Zu zitieren ist: L 109 Blomberg Nr. ... gez. Wolf Nr. 416-481 aus Zug. 49(49 a?)/1971 und 59/1972 sowie 482-512 aus Zug. 73/2007 nachgetragen und eingeordnet; die bestehende Klassifikation musste in einigen Punkten erweitert sowie um einige neue Unterpunkte ergänzt werden (1.1. ; 13.1. - 13.7.). 10.8.2006/12.11.2007/15.10.2008 gez. Schwinger Nr. 513 und 514 aus "Nachlass" Ingeborg Kittel nachgetragen (siehe Vorbemerkung zu L 108 Schwalenberg). 12.10.2009 gez. Arno Schwinger

        L 51 Auswärtiger Besitz (Bestand)
        Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe, L 51 · Bestand · 1031-1796
        Teil von Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik)

        Einleitung 1. Besitzgeschichte Der Detmolder Bestand L 51 „Auswärtiger Besitz Lippes ist in mehrere lokale Untergruppen gegliedert. Die Verbindung dieser Orte besteht darin, daß sie verschiedenartige lippische Rechte (Besitzungen, Ansprüche, Pfandschaften und Vogteien) außerhalb des geschlossenen Territoriums umfassen. Es handelt sich einerseits um eine Zone unweit des eigentlichen Herrschaftsgebietes im Norden bzw. Nordwesten (Enger, Bünde, Quernheim und Dünner Mark sowie Ulenburg), andererseits aber auch um entferntere Gebiete, wie das Amt Beyenburg an der Wupper, die souveräne Herrschaft Vianen südlich von Utrecht und das Stift Freckenhorst bei Münster. Zeitlich liegen die Akten zu den Einzelgruppen allerdings weit auseinander, da sie (abgesehen von Kopien älterer Dokumente, die bis angeblich 1031 zurückreichen) Vorgänge vom 15. bis zum ausgehenden 18. Jahrhundert enthalten. Das an der Wupper gelegene Amt Beyenburg war zwar Teil des Herzogtums Jülich-Kleve-Berg, hatte aber als Witwensitz der 1593 verstorbenen Gräfin Maria von Waldeck gedient. Danach kam es zu Verhandlungen und zur tatsächlichen Übernahme als Pfandschaft durch Graf Simon VI. zur Lippe, worauf die ein Jahrzehnt währende Verwaltung durch seine Amtleute (ab 1597) und die recht baldige Wiedereinlösung durch Jülich (1607) erfolgten. Die lippische Verwaltung bestand aus drei Personen, dem von Jülich übernommenen Rentmeister Wilhelm von Pylsum, der 1602 durch Hermann Kirchmann ersetzt wurde, einem weiteren Amtmann und dem Förster. Die Angelegenheiten des Amtes spiegeln sich vor allem im Briefwechsel des Rentmeisters und des Amtmannes mit dem Grafen zur Lippe. Außerdem sind Rechnungsbücher und Einnahme- und Ausgabeverzeichnisse erhalten, und die beiden Herrschaftswechsel führten jeweils dazu, daß die dortigen Rechte und Güter inventarisiert wurden. Daß es überdies zu einem jahrelangen Streit des entlassenen Rentmeisters von Pylsum mit dem Grafen Simon VI. zur Lippe kam, hat ebenfalls seinen aktenmäßigen Niederschlag gefunden. Im Dorf Bünde bestanden die lippischen Rechte vor allem aus den Marktzöllen, die für einige Jahre (1551-1560) ebenso wie äußere Eingriffe gegen diese Rechte dokumentiert sind. Das Amt Enger war durch die Edelherren von Lippe im Jahre 1409 an Bischof Wilhelm von Paderborn verpfändet worden. Im 16. Jahrhundert versuchten die Grafen zur Lippe wiederholt, die Pfandschaft bei den Herzögen von Jülich, an die Enger mittlerweile gelangt war, auszulösen. Besondere Aktivitäten entfalteten sich in dieser Hinsicht unter Graf Simon VI. in den Jahren seit 1576. Die Rückgewinnung gelang nicht, da es zu Uneinigkeiten über den genauen Umfang des verpfändeten Amtes kam. Aufgrund der Einsetzung einer Kommission zur Abgrenzung und Aufzeichnung der dortigen lippischen Rechte wurden aber Protokolle angefertigt, die eine Bestandsaufnahme von Enger um 1578 enthalten. Die Akten des Klosters Quernheim beziehen sich auf das dortige Damenstift, dessen Vogtei die Grafen zur Lippe seit dem 13. Jahrhundert innehielten. Die dortigen Äbtissinnen nahmen diese im 16. Jahrhundert dafür recht häufig in Anspruch, etwa zum Schutz ihrer Eigenleute gegen Übergriffe von Vertretern des Stiftes Minden, aber auch gegen die Stadt Lübbecke und den Grafen von Diepholz, außerdem zur Wahrung ihrer Ansprüche beim Holzeinschlag und der Schweinemast und auf Besitzungen sowie bei Uneinigkeiten im Konvent. Letztendlich geriet das Kloster nach dem Auszug einiger Schwestern in Abhängigkeit Mindens, wogegen auch ein gemeinsames Vorgehen der Grafen zur Lippe und des Stifts Osnabrück vor dem Reichskammergericht nichts ausrichten konnte. Allerdings haben sich die Grafen zur Lippe noch im 18. Jahrhundert durch Osnabrück mit der Vogtei belehnen lassen. Ausgesprochen umfangreich ist der Bestand Ulenburg. Die lippischen Lehnshoheit über diese Burg war 1470 entstanden und resultierte aus einer erfolgreichen Fehde Lippes und der Stadt Herford gegen die Herren von Quernheim. Schon die Periode vor der späteren direkten Herrschaftsausübung Lippes ist gut dokumentiert, weil offenbar der schriftliche Nachlaß des letzten Besitzers Hilmar von Quernheim übernommen wurde. Hilmar, Obrist in Diensten Dänemarks und Drost unterschiedlicher Herren, war in zahlreiche rechtliche Auseinandersetzungen verstrickt, wie etwa in einen Streit mit seinem Vetter Jasper von Quernheim um Haus Beck, eine Besitzung, die recht oft in den Ulenburger Akten erscheint. Folgenreicher war Hilmars Konflikt um die durch das Stift Minden beanspruchten Hoheitsrechte, in dem ihn sein Lehnsherr Simon VI. zur Lippe bald unterstützte, und der sich nach Hilmars Tod († 1581) fortsetzte. Nun wurde die Ulenburg als heimgefallenes Lehen von Simon VI. beansprucht und nach längerem Streit mit Minden schließlich auch behauptet. Als Minden nach einem kaiserlichen Pönalmandat die Ulenburg Ende 1593 an Lippe übergab, war der Konflikt nicht beendet, da der Zustand der Burg für Graf Simon VI. nicht zufriedenstellend war. In einem Fortsetzungsprozeß (bis 1607) wurden durch eine kaiserliche Kommission zahlreiche Zeugen vernommen und umfangreiche Aufstellungen der Einnahmen der Ulenburg angefertigt. Zwar gelangte die Ulenburg schon Anfang des 17. Jahrhunderts über Philipp zur Lippe-Alverdissen an die Familie von Wrede, doch nach deren Konkurs übernahm Lippe noch einmal kurz die Herrschaft dort (um 1708 bis 1711). Anscheinend behielt man die damals inventarisierten Unterlagen und brachte sie dann ins Archiv nach Brake. Hierunter befinden sich auch die Akten und zahlreiche Rechnungsbücher seit dem ausgehenden 16. Jahrhundert und bis in die Zeit derer von Wrede und ihres Konkurses. Von der Ulenburg aus wurden nach deren Übernahme die älteren lippischen Rechte in der Dünner Mark verwaltet, etwa das dortige Holzgericht, das ebenfalls mit dem Stift Minden umstritten war. Auch die diesbezüglichen Akten finden sich im Bestand Ulenburg. Im Gegensatz zu den anderen Unterbeständen bezieht sich die Akte zu Freckenhorst nur auf einen bestimmten politischen Vorgang außerhalb Lippes, nämlich auf eine Neuwahl der Äbtissin. Nach dem Tod der Äbtissin Margarete zur Lippe kam es zum Versuch Graf Simons VI., seine Tochter Elisabeth zur Nachfolgerin wählen zu lassen, was zwar in Freckenhorst Unterstützung fand, wegen des Eingreifens des Stiftes Münster aber zugunsten der Besetzung mit einer katholischen Kandidatin verhindert wurde. Somit handelt es sich im Grunde nicht um eine "auswärtige Besitzung" Lippes. Die Herrschaft Vianen und Ameide sowie die Burggrafschaft von Utrecht gelangten von der Familie von Brederode an die Grafen zu Dohna (1684). Durch deren Erbin Amalie zu Dohna, die Gemahlin Simon Heinrichs zur Lippe, kam die niederländische Exklave 1686 an Lippe. Schon am 3. September 1725 wurde sie jedoch an die niederländischen Generalstaaten verkauft, das Vianische Archiv verblieb aber, soweit es Familienangelegenheiten im weitesten Sinne betraf, vertragsgemäß beim Haus Lippe. Darin finden sich zahlreiche Unterlagen der letzten Mitglieder des Hauses von Brederode (Johann Wolfert, Wolfert und Hedwig) und ihrer Erben Carl Emil und Amalie aus der Familie zu Dohna, darunter auch Korrespondenzen mit der weitläufigen Verwandtschaft, gegenüber der aufgrund einer Fideikommißregelung für Vianen auch finanzielle Verpflichtungen bestanden. Aus eben diesem Grunde, sahen sich die nachgeborenen Angehörigen des Hauses Lippe (Agnaten) beim Verkauf von Vianen in ihren dortigen Ansprüchen verletzt und zogen vor das Reichskammergericht. In Wetzlar hatten sie letztendlich Erfolg, weswegen die regierenden Grafen zur Lippe Entschädigungszahlungen zu leisten hatte und nun ihre eigenen Verantwortlichen zu belangen suchten. So sahen sich die lippischen Protagonisten bei den Verkaufsverhandlungen, Präsident Christoph von Piderit und Regierungsrat Blume mit Vorwürfen konfrontiert, die in einen Prozeß des lippischen Fiskals gegen den ehemaligen Präsidenten mündeten. Aufgrund dieser späteren juristischen Auseinandersetzungen wurden die Materialien der inneren Verwaltung der Herrschaft Vianen aufbewahrt, um deren rechtlichen und finanziellen Zustand zu dokumentieren. Daher lassen sich diese Angelegenheiten bis ins Detail nachvollziehen, insbesondere die Zahlungen der Rentmeister Peter Inghenhouse (1679 noch bis mindestens 1698), Elisa Gordon (parallel dazu seit ca. 1694 bis 1721, zuvor schon Sekretär, später Bürgermeister), Wolfert Louis van der Waal (interimistisch 1721), Arnold Henrik Feith (1721-1724), Henrik van Dortmond (1725) sowie des Sondergesandten Simon Henrich Blume (1725/26 bzw. 1727/30). Daneben traten der Drost (Drossart), zunächst über Jahre Jacques de l¿Homme de la Fare, von 1710 bis 1725 dann Jean Henry Huguetan (verheirateter van Odijk, späterer Graf Güldensteen) und weitere Räte auf, die gemeinsam den 1681 eingerichteten Regierungsrat von Vianen bildeten. Alle an der Verwaltung beteiligten Personen kumulierten mehrere Amtsposten und regelten nach ihrem Ausscheiden häufig noch ihre früheren Angelegenheiten, was eine zeitliche Abgrenzung erschwert. Diese Art Verwaltung scheint man von der Zeit derer von Brederode und während des Intermezzos unter Carl Emil zu Dohna recht bruchlos unter die lippische Herrschaft übernommen zu haben, wie auch personelle Kontinuitäten und Verbindungen (Elisa Gordon war etwa mit der Familie van Dortmond verwandt, diese wiederum mit Jobst B. Barckhausen verschwägert) zeigen. Nathan van Dortmond, der aus Vianen stammte, gelang es sogar, in Lippe bis zum Landgografen aufzusteigen, während nur in der Anfangszeit und gegen Ende der lippischen Periode auch Räte aus Deutschland in Vianen tätig wurden, wie Justus Dietrich Neuhaus, Theodor Fuchs und Simon Henrich Blume. 2. Bestandsgeschichte Die ersten sechs Untergruppen des Bestandes L 51 wurden durch Johann Ludwig Knoch nach sachlichen Gesichtspunkten gegliedert, zusammengestellt und mit recht detaillierten Angaben in seinem Findbuch verzeichnet. Diese Art der Verzeichnung hing sehr von seinen Präferenzen ab, weswegen etwa Rechnungen u.ä. oder Quellen zu den Untertanen zwar aufgehoben, aber kaum beachtet wurden. Am Anfang der von Knoch gebildeten Akten finden sich häufig Abschriften spätmittelalterlicher Urkunden, die zumeist für spätere Vorgänge rechtserheblich wurden, welche erst im weiteren Verlauf der oft chronologisch sortierten Zusammenstellungen hervortreten. Dabei ist nicht nur der Gesamttitel „Auswärtiger Besitz wegen der Einbeziehung der zuungunsten Lippes entschiedenen Einsetzung einer Äbtissin in Freckenhorst etwas unpräzise. Auch die Untereinteilungen wurden derart schematisch vorgenommen, daß zusammenhängende Prozesse formal zwar korrekt in Einzelverfahren getrennt wurden, die sachlich aber zueinander gehören (etwa die Sache Hilmar von Quernheim gegen Erich Dux, mindischen Drosten von Hausberge, sowie gegen dessen Herrschaft, Bischof und Domkapitel des Stiftes Minden). Außerdem erscheinen Bündel von Resten, deren Aufteilung auf unterschiedlichen Sachgruppen Knoch zwar geplant, aber nicht verwirklich hatte (L 51 Nr. 46, 160, ähnlich zu Vianen Nr. 265/66, und zu vermischten Betreffen, Nr. 267), oder auch verstreute Einzelstücke, die zu einem gemeinsamen Vorgang gehören (Angelegenheiten des Obristen Alexander Günther von Wrede, L 51 Nr. 43, 55, 62). Manches hierunter hat keinerlei Bezug zum auswärtigen Besitz Lippes, wie etwa unterschiedlichen Prozessen zugehörige Protokollauszüge des Reichskammergerichts (L 51 Nr. 160). Bei den Rechnungen des Amtes Beyenburg (L 51 Nr. 14) fand sich zudem ein Bündel mit Schreiben zu damit sonst nicht verbundenen außerlippischen Besitztiteln (in Sommersell, Kariensiek und Entrup im Samtamt Oldenburg), die Knoch zwar noch mit seinen typischen Randbemerkungen am oberen Rand versehen und chronologisch sortiert hatte, ohne sie aber zu verzeichnen. Ganz ähnlich verhält es sich mit den Rechnungen über ein Gebäude, das Graf Simon VI. am Prager Schloßberg ab 1608 errichten ließ (Nr. 120). Es liegen hier offenbar zwei weitere Untergruppen des „auswärtigen Besitzes im Entstehungszustand vor, die in Knochs Findbuch und bei der Einteilung des Bestandes unberücksichtigt blieben. Des weiteren hatte Knoch einige Akten über die Untertanen der Ulenburg zwar angelegt, aber in seinem Findbuch mit der Bemerkung „nullius momenti (ohne Bedeutung) versehen und nicht näher verzeichnet. Darin finden sich aber durchaus interessante Angelegenheiten vom Ende des 17. Jahrhunderts (L 51 Nr. 100 und. 101), wie etwa Freilassungsbriefe, Nachlaßinventare einfacher Leute, Klagen wegen Bierpanscherei oder Register von Personen mitsamt ihrem Land und Vieh. Die siebte Untergruppe mit den Akten über Vianen wurde offenbar erst später an den Bestand L 51 angehängt. Ein Teil des Materials kam erst 1726 nach Detmold, wozu die einschlägigen in ohnehin in der Residenz vorhandenen Eingänge und das Material der späteren Prozesse kam. Obwohl Knoch einzelne Akten am Beginn und Schluß des Teilbestandes (L 51 Nr. 265-267) beschriftet hat, fehlt seine Verzeichnung, jedenfalls im erhaltenen Findbuch L 51. Als die Akten zum Verfahren der Familie zu Dohna wegen der Intervention des preußischen Königs Friedrich II. nach 1772 wieder hervorgesucht wurden, wurde auch Knoch aktiv, wie ein Stammbaum und einige Bemerkungen von seiner Hand belegen (L 51 Nr. 191). In der siebten Untergruppe, Vianen, finden sich einerseits die auf die Herrschaft bezüglichen Eingänge. Hinzu kommen Materialien, welche 1726 bei der Teilung des Archivs, das sich auf Schloß Batestein in Vianen befand, nach Detmold gebracht wurden. Diese Akten wurden anscheinend für die späteren Untersuchungen und Prozesse neu zusammengestellt, allerdings kam es zur Abtrennung des nicht nur Urkunden enthaltenden Bestandes L 3. Spätere Ordnungen des Unterbestandes Vianen wurden nur mit geringer Tiefe durchgeführt. Im Prinzip scheint die heutige Ordnung einerseits noch auf die Gliederung der Materie für den Wetzlarer Reichskammergerichtsprozeß, der mit den lippischen Miterben geführt wurde, zurückzugehen, wie auch entsprechende Vermerke zeigen (so zu L 51 Nr. 218, Nr. 223), zum anderen aber handelt es sich um die Anlagen zum Bericht der späteren Untersuchungskommissionen über die Rolle der lippischen Räte beim Verkauf der Herrschaft. Alles in allem handelt es sich um eine eher bunte Mischung unterschiedlichster Stücke aus der Verwaltung der Herrschaft, die nicht nur mit der Periode unter den Grafen zur Lippe zu tun haben, sondern aus früheren Jahrhunderten, vor allem aus der Herrschaftszeit der Familie von Brederode und aus den Jahrzehnten nach dem Verkauf stammen. Auch die Verwendung des durch Verkauf von Vianen erlangten Geldes durch den Grafen zur Lippe ist genau dokumentiert. Außerdem sind auch die privaten Unterlagen der Gräfin Amalie zur Lippe, geb. Dohna, in die Unterlagen über ihr Erbe, die Herrschaft Vianen, gelangt, auch wenn sie damit direkt nichts zu tun hatten. Ein Teil der Korrespondenz über und aus Vianen wurde unglücklicherweise schematisch (offensichtlich nicht durch Knoch) nach Absendern geordnet. Damit wurden die ursprünglichen Sachzusammenhänge teils zerrissen, die sich nun über die Verzeichniseinheiten L 51 Nr. 268 bis 285 verstreut finden. Auch im Unterbestand Vianen fand sich am Schluß eine Sammlung von Reststücken, darunter Abschriften von mittelalterlichen Urkunden, beginnend mit der Gründung des Klosters Abdinghof [1031], und andere Dokumente, die teils vollkommen sachfremd sind oder nur in Zusammenhang mit dem Bestand stehen, etwa zum Besitz des Grafen von Geldern in der Umgebung von Vianen oder sich auf Urahnen der Familie Brederode (wie Ritter Arnold von Herlaer) beziehen. Ihre Beschriftung spricht für sich, etwa (L 51 Nr. 267): „Quodlibet gesammelter einzelner Aktenstücke, von welchen die Verfolge, wozu sie gehören, vielleicht noch aufgefunden werden können, oder (ebd.) „Alte Nachrichten, von welchen vielleicht noch einiger Gebrauch gemacht werden kann. Mehr Bezug zu Vianen haben die gesammelt vorliegenden Druckschriften (L 51 Nr. 255) und Tagebücher, darunter die Aufzeichnungen des Sekretärs der Hedwig von Brederode für 1679 und 1680, aber auch eine anonyme Beschreibung einer Seereise nach Amerika (1776). Entsprechend zum Stand der Verzeichnung wurde auch die erstmalige Auswertung des Bestandes vorgenommen. Da Graf Simon VI. zur Lippe in vielen der Teilbeständen von L 51 eine besonders wichtige Rolle spielte, hat August Falkmann in seinem Werk über diesen Herrscher recht häufig darauf in einer Weise rekurriert, die den Knochschen Regesten viel verdankt. Die Materialien zur Ulenburg hat neben Falkmann auch Otto Preuß erstmals genauer betrachtet, während diese Pionierleistung für die Beyenburg durch Werhan erbracht wurde. Peter van Meurs, der an der bis 1909 in Den Haag vorgenommenen Verzeichnung des Vianischen Bestandes L 3 beteiligt war, hat für seine Arbeit über das Erbe des Hauses Brederode wohl auch Teile von L 51 VII ausgewertet. 3. Zur Verzeichnung Der Bestand setzt sich aus 286 Einheiten in nunmehr 85 Kartons zusammen; das älteste (abschriftliche) Dokument darin stammt angeblich von 1031, das jüngste von 1796. Die Verzeichnung erfolgte vom 17. Oktober bis 15. Dezember 2004. Dabei wurde einerseits an-gestrebt, stärker analytisch-zusammenfassend vorzugehen, um die Charakteristika der Akten besser herauszustellen; andererseits sollten auch die von Knoch nicht berücksichtigten Materialien, die späteren Umordnungen und Zusätze und der fast gänzlich unerschlossene Unterbestand zu Vianen in gleichwertiger Weise oder mangels anderer Findmittel sogar tiefer verzeichnet werden. Anzumerken ist dabei, daß insbesondere die Aktenstücke zu Vianen nicht nur auf Deutsch, sondern auch auf Französisch, Niederländisch, Latein und selten auch auf Englisch verfaßt sind, was hier wegen des häufigen Wechsels der Sprachen (oft innerhalb von Dokumenten) nicht einzeln aufgeführt werden konnte. Eine Einheit, die bei einer früheren Verzeichnung aufgeführt wurde, konnte nicht eingehend beschreiben werden, da sie offenbar seit 1999 fehlt (L 51 Nr. 286). Technische Mängel erzwangen die mehrmalige Bearbeitung der Indices. Ein Altsignaturenindex wurde nicht erstellt, da die Knochschen Signaturen bisweilen inkonsequent vergeben oder seine Einheiten durch spätere Umsortierungen und Einschübe wieder zerteilt wurden. Die genaue Konkordanz läßt sich aber aus dem Knochschen Findbuch ersehen, in welches die neuen Signaturen eingetragen wurden. Aus konservatorischen Gründen wurden die meisten Plakate aus den Akten entnommen, von denen manche zu sachverwandten Angelegenheiten gehören, etwa eine Replik auf einen Schandbrief aus einem Prozeß des Hilmar von Quernheim, Proklamationen von Gesetzen der Herrschaft Vianen und der benachbarten niederländischen Territorien, aber auch solche zu anderen Betreffen, wie etwa eine signierte Soldatenordnung des kaiserlichen Oberbefehlshabers Wallenstein aus dem dreißigjährigen Krieg. Manche dieser Plakate wurden als Aktenhüllen verwendet. Die Entnahmevermerke konnten bei den Verzeichnungseinheiten zunächst nicht ausgedruckt werden. Da der Bestand die auswärtigen Besitzungen und Ansprüche Lippes betrifft, finden sich Materialien dazu auch in anderen Archiven, vor allem der benachbarten Reichsstände, wobei etwa für Beyenburg, Enger und Bünde das Herzogtum Jülich (HStA Düsseldorf) zu nennen ist. Auch zur Ulenburg und zu Haus Beck gibt es Quellen in weiteren Archiven. Für die Reichskammergerichtsprozesse Hilmars von Quernheim und des Grafen zur Lippe existiert Gegenüberlieferung v.a. im Staatsarchiv Münster (RKG Q 113-116, ebd. L 629/630), außerdem im ehemals Wetzlarer untrennbaren Bestand (jetzt Bundesarchiv) sowie in zahlreichen weiteren Archiven. Die Akten von Haus Beck sind im Stadtarchiv Löhne deponiert, während die entsprechenden Materialien zur Ulenburg ins Stadtarchiv Bielefeld gelangt sind. Auch für die Belehnung der Quernheimer mit der Ulenburg existiert weitere Überlieferung. Für die Herrschaft Vianen und Ameide greifen die Materialien in Detmold bis ins Mittelalter zurück, da sich hier die älteren Urkunden der Herren von Brederode finden, zumeist in L 3 (einiges auch in L 51 Nr.214, 229, 265; zudem Drucke bzw. Regesten von älteren Urkunden des Hauses Brederode, ebd. Nr. 210 bzw. 243), einem Bestand, der für die spätere Zeit Parallelakten zu L 51 besitzt und ebenfalls bis in die Zeit nach dem Verkauf reicht. Selbstverständlich gibt es zusätzliche Überlieferung in den Niederlanden. Für den Streubestand mit Materialien zu Sommersell und benachbarten Orten ist ergänzend auch L 89 A Nr. 231-233 heranzuziehen. Die umfangreichen Materialsammlungen und Parteiakten zu den Reichskammergerichtsprozessen über Vianen und die sporadisch auftretenden RKG-Akten in L 51, die nicht zu den eigentlichen Betreffen dieses Bestandes gehören, konnten anhand des bereits existierenden Verzeichnisses zugeordnet werden. Schon 1785 aus Wetzlar zurückgesandte Akten zu dem Reichskammergerichtsprozeß über den Verkauf von Vianen sind in den Bestand L 95 I gelangt. Zu zitieren ist wie folgt: L 51 Nr. (Bestellnummer) Detmold, im Dezember 2004 Dr. Otfried Krafft

        Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe, L 75 · Bestand · 1764-1944
        Teil von Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik)

        Kabinetts-Ministerium / Staats-Ministerium / Landespräsidium 1853 - 1932 Durch Landesherrliche Verordnung vom 12. September 1853 wurde ein Fürstliches Kabinett eingerichtet, um eine Trennung "der zu Unserer persönlichen Kenntnisnahme und Beschlußfassung geeigneten Staats- und Regierungsgeschäfte" von der "Unserem Regierungs-Collegium zugewiesenen Geschäftsleitung" vorzunehmen. An das Kabinett sollten verwiesen werden "die Angelegenheiten Unseres Hauses und des Äußeren, die Landtags- und Militärsachen, die Übung des höchsten Aufsichtsrechts auf die Justiz und Polizei wie des Kirchen- und öffentlichen Unterrichtswesens, alle Anstellungsangelegenheiten der höheren Staatsdienerschaft, Recurs- und Gnadensachen" (Landesverordnungen 11, S. 105). Eine Verordnung vom 30.09.1853 regelte die Ausfertigung nicht eigenhändig vom Fürsten unterzeichneter Erlasse unter der Bezeichnung "Cabinetsministerium" durch den Kabinettsvorstand (Landesverordnungen 11, S. 113). Das Kabinettsministerium bestand danach aus dem Kabinetts-Minister (seit 1897 Staatsminister), einem Kabinetts-Sekretär und einem Registrator nebst weiterem Büro- und Kanzleipersonal, später zeitweilig auch einem Kabinettsrat und Referenten aus der Regierung. Das "Staatshandbuch" im Fürstl. Lippischen Kalender auf das Jahr 1914 nennt im "Fürstlichen Staatsministerium", neben dem es ein Fürstl. Geh. Kabinett im Hofstaat gab, den Staatsminister, Exz., einen Ministerialsekretär und Rechnungsrat, einen Ministerialregistrator (Sievert) und einen Pedell; vorhanden waren 1914 in der Kanzlei zwei Kanzleigehilfen und ein Aktuar (L 75 II - 1, 21). [d.h. der Rechnungsrat war Ministerialsekretär] Die Stellung des Ministeriums als "Oberste Verwaltungsbehörde" in Überordnung über die Regierung als "Obere Verwaltungsbehörde" blieb auch nach dem Umsturz von 1918 erhalten. An die Stelle des Ministeriums trat nach einem Zwischenspiel des Volks- und Soldatenrates (dessen Akten hier unter I - 1 Nr. 39) 1919 gemäß der Verfassung ein dreiköpfiges Landes-Präsidium, das die bisherigen Befugnisse des Fürsten und des Staatsministeriums ausübte (Landesverordnungen 26, S. 913); es bestand nach dem "Staatshandbuch" im Lipp. Kalender für das Jahr 1930 aus den 3 Mitgliedern, von denen eines Vorsitzender und geschäftsführendes Mitglied war, und einem Präsidialamtmann. Das hier nicht genannte Kanzleipersonal bestand Jan. 1931 aus zwei Beamten der Vergütungsgruppen 7 und 8, die jährlich ca. 15 000 Eingänge zu bewältigen hatten (L 75 II - 2 a Nr. 1; hier auch über Registraturordnung). Durch eine Verordnung vom 14. Okt. 1931 zur Sicherung des Landeshaushalts wurden dann mit Wirkung vom 01.04.1932 Landespräsidium und Regierung zu einer Landesregierung vereinigt (Landesverordnungen 31, S. 393). Eine gemeinsame Geschäftsordnung des Landespräsidiums und der Regierung des Landes Lippe vom 28. November 1928 war schon seit dem 01.01.1929 in Kraft (L 75 IV - 1, 25; L 80.04 Nr. 268; vorher eine besondere Geschäftsordnung des Landespräsidiums vom 5. Jan. 1927: L 75 III - 1 Nr. 13a). Wenn es in der Anordnung der Verwaltungsreform geheißen hatte, dass die Regierung als obere Verwaltungsbehörde aufgehoben würde und dass das Landespräsidium fortan die Bezeichnung "Landesregierung" führe, so war das Verhältnis de facto doch umgekehrt. Auf der Grundlage der Präsidialerlasse vom 1. Juni, 13. Juli und 28. Okt. 1932 über die Geschäftsordnung, Geschäftsverteilung und Dienstordnung der Landesregierung (L 75 IV - 1, 23; L 80.04 Nr. 268) wurde das Landespräsidium in die Regierung eingegliedert, in deren Abt. I (Inneres) nun allein die allgemeinen Reichs- und Landesangelegenheiten - wie etwa die späteren Anschlussverhandlungen - bearbeitet wurden. Diese Ministerialregistratur findet somit ihre inhaltliche Fortsetzung in der Regierungsregistratur (L 80.04). Liste der Minister und Mitglieder des Landespräsidiums siehe Kittel, Geschichte des Landes Lippe, S. 299. Detmold, den 27. März 1958 gez. Kittel Das maschinenschriftliche Findbuch wurde im August/September 2008 von Gunnar Haas aus Herford im Rahmen eines Werkvertrages in VERA abgeschrieben (in neuer Rechtschreibung). Erfasst wurden nur die die als vorhanden abgehakten Akten; gelegentlich erfolgte eine geringfügige redaktionelle Überarbeitung. Detmold, November 2008 gez. Schwinger

        Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe, L 76 · Bestand · 1907-1949
        Teil von Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik)

        Der vorliegende Bestand umfasst 223 Verzeichnungseinheiten mit einer Laufzeit von 1933-1945 und kam bald nach dem 2. Weltkrieg, im November des Jahres 1945, in das damalige Lippische Landesarchiv zu Detmold. Mit dem „Zweiten Gesetz zur Gleichschaltung der Länder mit dem Reich vom 7. April 1933 wurde das Amt des Reichsstatthalters in den Ländern geschaffen. Die Reichsstatthalter waren in der kurzen Phase der „Machtergreifung mit quasi-diktatorischen Vollmachten ausgestattete Kontrollinstanzen der von ihnen eingesetzten, gleichgeschalteten, nationalsozialistisch-dominierten Landesregierungen und nur Hitler unterstellt. Sie waren seine „Unterführer in den Ländern. Bereits mit dem „Gesetz über den Neuaufbau des Reiches vom 30. Januar 1934 verlor das Reichsstatthalteramt an Bedeutung. Die Macht- und Rechtsverhältnisse wurden zu Gunsten der Zentralinstanzen in Berlin und gegen die Landesregierungen bzw. die Reichsstatthalter verschoben. Mit dem Reichsstatthaltergesetz vom 30. Januar 1935 wurden die Reichsstatthalter nur noch Instanzen der Reichsregierung im Sinne einer Reichsmittelbehörde; zudem erhielt ihre Stellung einen zunehmend repräsentativen Charakter. Durch den Reichspräsidenten Paul von Hindenburg wurde der Gauleiter des Gaues Westfalen-Nord, mit Sitz in Münster, Dr. Alfred Meyer, am 16. Mai 1933 auf Vorschlag Hitlers zum Reichsstatthalter der beiden kleinsten Reichsländer, Lippe und Schaumburg-Lippe ernannt. Eine Woche später, am 23. Mai, setzte er in seiner Eigenschaft als Reichsstatthalter einen Mann seines besonderen Vertrauens, den Dipl.-Landwirt und Gauinspekteur Hans-Joachim Riecke, mit dem antiquierten Titel „Staatsminister an die Spitze der lippischen Landesregierung. Dieser war Meyer direkt unterstellt. Rieckes ehrenamtlicher Stellvertreter als Chef der Landesregierung wurde der Detmolder NSDAP-Kreisleiter, der Lagenser Malermeister Adolf Wedderwille. Da die Machtpositionen und -befugnisse der Reichsstatthalter in der Verwaltung in den Jahren nach 1933 zunehmend erodierten, ohne dass das Amt trotz seines augenscheinlichen Bedeutungsverlustes aufgehoben wurde, strebte auch Meyer - wie andere seiner Kollegen - danach, Verwaltungs- und Regierungspositionen in seiner Hand zu vereinigen. So wurde er nach Rieckes Weggang in das Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft zum 1. Februar 1936 durch Führererlass auch zum „Chef der Lippischen Landesregierung ernannt. Am 17. November 1938 wurde er Oberpräsident der Provinz Westfalen zu Münster. Zudem wurde er noch im November des Jahres 1941 stellvertretender Minister im neugeschaffenen Ministerium für die besetzten Ostgebiete unter Alfred Rosenberg und ab dem 29. Mai 1940 von Hitler mit der Führung der Geschäfte eines Reichsverteidigungskommissars betraut. Meyer weilte nur gelegentlich in seiner Eigenschaft als Reichsstatthalter für beide Lippe in Detmold. Münster blieb sein Amtssitz. Meyers Mann vor Ort und „Kontrolleur der Detmolder Regierungsarbeit mit Sitz im kleinen, nur 3-4 Mitarbeiter/innen umfassenden Reichsstatthalterbüro, das 1937 nach Berlebeck auf die Friedrichshöhe verlegt wurde, war von 1933-1943 Regierungsrat Karl Wolf. Auch in seiner Rolle als Chef der Lippischen Landesregierung kam Meyer nur selten an seinen neuen Amtssitz. Mit Wedderwille, der nach Rieckes Versetzung hauptamtlicher stellvertretender lippischer Regierungschef wurde und in Rieckes vormaligem Dienstzimmer residierte, hatte er einen zuverlässigen „Statthalter im Lipperland in Partei und Landeserwaltung. Meyers Hauptbetätigungsfelder und Machtpositionen lagen in Münster und Berlin und nicht in der kleinen Residenzstadt am Teutoburger Wald. So wurde sein treuer Paladin Adolf Wedderwille allmählich, vor allem aber im Kriege mit seiner Doppelrolle faktisch zum mächtigsten Mann in ganz Lippe. Seit Februar 1936 ergingen die lippischen Gesetze und Verordnungen unter der Bezeichnung: „Der Reichsstatthalter in Lippe und Schaumburg-Lippe (Landesregierung Lippe) und wurden gezeichnet entweder vom Reichstatthalter Dr. Meyer selbst oder „In Vertretung Wedderwille. Bis zum April 1945 wurde Lippe in dieser Form regiert. Aus dem Vorgenannten wird deutlich, dass es zu gewissen Vermischungen und Überschneidungen in der Registratur des Reichstatthalterbüros kommen konnte, ja kommen musste. Manches Schrift- oder Aktenstück wäre in der Registratur des Staatsministers oder in der des NSDAP-Kreisleiters inhaltlich und formal besser aufgehoben gewesen. Auch war manchem Petenten sicherlich nicht klar, ob er Meyer nun in dessen Eigenschaft als Gauleiter, Reichsstatthalter oder Chef der Landesregierung anschrieb/anschreiben sollte. So wurde die vorarchivische Ordnung weitgehend beibehalten und vor allem keine Bestandsbereinigung vom Unterzeichner unternommen (z.B. beim Gliederungspunkt 5 „Staatsminister). Für die Erforschung der lippischen NS-Zeit sind daher auch und vor allem die Bestände L 80.03 (Staatsminister) und L 113 (NSDAP und NS-Organisationen in Lippe) sowie die L 80-Bestände allgemein zu konsultieren. Es ist nach Bestellnr. zu zitieren: L 76 Nr... Literatur: Andreas Ruppert und Hansjörg Riechert, Herrschaft und Akzeptanz. Der Nationalsozialismus in Lippe während der Kriegsjahre. Analyse und Dokumentation, Opladen 1998. Hans-Jürgen Sengotta, Der Reichsstatthalter in Lippe 1933 bis 1939. Reichsrechtliche Bestimmungen und politische Praxis, Detmold 1976. Andreas Ruppert. Der Kreisleiter in Lippe. Zur Funktion einer Mittelinstanz der NSDAP zwischen Ortsgruppen und Gau., in. Lipp. Mitt. 60 (1991), S. 199-229. Heinz-Jürgen Priamus, Alfred Meyer - Biographische Skizze eines NS-Täters, in: Nationalsozialismus in Detmold, bearb. v. Hermann Niebuhr und Andreas Ruppert, Detmold 1998, S. 42-79. Detmold, im Juli 2003 (Bender)

        Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe, L 77 A · Bestand
        Teil von Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik)

        Archiv und Registratur der lippischen Regierung, seit Jahrhunderten in einer Hand, waren im Laufe des 18. Jahrhunderts derart durcheinandergeraten, dass zur Rationalisierung der Verwaltungsarbeit Abhilfe geschaffen werden musste. Eine genauere Definition und Abgrenzung der Begriffe Registratur und Archiv kann hier unterbleiben, zumal sie längst vollzogen war und sich an den Begriffen "kurrent" und "rechtswirksam" orientierte. Der Versuch von 1749, durch ein Repertorium alphabeticum eine fortdauernde Ordnung der Registratur zu erreichen, war nicht von sonderlichem Erfolg gekrönt, denn bereits 1771 klagt der Geh.-Sekretär Clausing, dass die alte Ordnung durch Abgabe an das Archiv (mit der Ernennung des Archivrats Knoch wurde die Reorganisation des lippischen Archivs eingeleitet) und durch Unterlassung aller Nachträge völlig überholt sei und die Registratur praktisch ohne Ordnung daliege (D 79 [Alte Findbücher] Nr. 193 Einleitung). Clausing übergab nun einen Großteil der älteren Akten an das Archiv und versuchte die kurrenten Sachen in einem Ordnungschema unterzubringen, das sich nach Sachen und nach Lagerungsmöglichkeit richtet. Clausing bezog sich bei seiner systematischen Gliederung auf das Vorbild Pütters, das dieser in seiner Anleitung zur juristischen Praxis gibt (Pütter, Anleitung zur juristischen Praxis 1. Teil § 479 ff S. 278 ff). Die Ordnung in 181 Fächern war den äußeren Verhältnissen des Registraturraumes angepasst. Diese Ordnungsschicht macht sich im vorliegenden Bestand bei einigen bis in die 40er Jahre des 18. Jahrhunderts zurückreichenden Akten bemerkbar, auf denen auch die alten Fachsignaturen vermerkt sind. Äußere Umstände - der Umzug der Regierungsregistratur - und eine ungenügende systematische Schärfe machten 1813 eine völlige Neuorganisation erforderlich. Der Registrator Scherf - später Legationsrat in Frankfurt - regte in diesem Jahre an, eine neue Facheinteilung vorzunehmen. Dabei war ihm im Sinne seiner Zeit die Übereinstimmung von Lagerung und Signatur noch sehr wichtig. In seinen Vorschlägen an Fürstin Pauline zur Lippe erwähnt er auch, dass aus der Registraturschicht von 1771 bereits wieder ein Teil der Akten ins Archiv gelangt sei, ein weitaus größerer Teil aber unverzeichnet umherliege. Neben der Wiedereinführung der Aktenheftung, Anschaffung von Aktendeckeln, ist Scherfs Anliegen die neue Systematik, die ihm auch für seinen Teil der Regierungsregistratur gelingt. Denn bereits gut ein halbes Jahr später berichtet er über den ersten Erfolg seiner Arbeit und legt die beiden ersten Repertorien vor (D 79 [Alte Findbücher] Nr. 194 und 5). Sie enthielten folgende Gruppen, 1. Teil: I. Ämter und Städte Fach 1-77 II. Behörden, Kommissionen und Kassen Fach 78 - 103 III. Anhang Fach 104 - 108 Der 2. Teil enthielt in den Fächern 109 - 231 neben den Landschaftssachen vor allem allgemeine Polizeisachen, aber auch auswärtige Angelegenheiten und Zoll- sowie Steuersachen. Scherf hatte neben der neuen Systematik vor dem Problem gestanden, die endgültige Trennung von der Kanzleiregistratur vorzunehmen und die Sonderregistraturen der Lehenregistratur (heute Bestand L 6) und der Militärsachen (L 77 C ), aber auch die der Feuerpolizei und der Wegebausachen zu respektieren, da diese von anderen Registratoren besorgt wurden. Ziel Scherfs, aber dann auch seines Nachfolgers Ulrich, war die Einführung einer Zentralregistratur, die nur zum Teil durchsetzbar war. In der Systematik lehnte sich Scherf an die Ordnung seines Vorgängers Clausing an. Er betonte, in der Polizeiverwaltung die einzelnen Sachen schärfer getrennt zu haben, aber ihm war oft die Lagerung wichtiger als das System. Beabsichtigt, aber nicht erreicht hatte er die Einführung einer eigenen Abteilung für Außenpolitik. Seine innere Gliederung der einzelnen Fächer ist trotz aller Nachträge noch erkennbar: den Generalakten folgen jeweils die Spezialakten. Die Verzeichnung der Regierungs-Militärregistratur, die gesondert blieb, wurde 1815 von Scherf begonnen und 1825 abgeschlossen (D 79 [Alte Findbücher] Nr. 4). Scherfs Nachfolger Ulrich, der die Registratur jahrzehntelang betreute, fertigte bis 1822 den dritten "Supplement"-Teilband der Regierungsregistratur an, in dem er die bisher gesonderten Registraturen der Feuerpolizei und der Wegebausachen und Truppenverpflegung zusammenfasste (D 79 [Alte Findbücher] Nr. 6). Von einer Gesamtsystematik kann bei diesem Konglomerat in der Registratur nicht mehr gesprochen werden. Während Teil 1 noch ein System erkennen lässt, ist bereits Teil 2 eine Reihung von Gruppen - völlig unzusammenhängend ein Teilbereich: Auswärtiges -, Teil 3 nun aber nur noch ein Nachtrag von Restgruppen. Daneben fertigte Ulrich Repertorien der Drucksachen (D 79 [Alte Findbücher] Nr. 33) sowie der Risse und Karten an (vgl. L 77 A Nr. 1542). Die folgenden Jahrzehnte in der Entwicklung der Regierungsregistratur sind gekennzeichnet durch Fortschreibung, Ausweitung und damit Raumnot und Kassationsprobleme. Von 1832 an mehren sich die Anträge der Registratur an die Regierung, Akten kassieren zu dürfen. Zumeist wird das Gutachten der Departementsräte eingeholt, bevor die Zustimmung zur Kassation erteilt wird. Zunächst werden Rechnungsbelege, Formulare und Manualakten, dann aber mehr und mehr Einzelakten vernichtet. 1842 ist erstmals wieder von einer Abgabe an das Archiv die Rede (Abschoßsachen). Es kommt aber gelegentlich auch zu Ablehnungen einer Kassation: 1846 hält die Regierung die Militärrapporte von 1807-1816 doch "noch immer von Interesse" (L 77 A Nr. 1567). 1849 kommt es dann zu größeren Kassationen, die man heute wenigstens dem Aktentitel nach verstehen kann, bei manchen Akten z. B. Verbot, über politische Gegenstände zu reden, 1812, denkt man heute etwas anders. Erstmals wird nun aber auch die gutachtliche Stellungnahme des Archivs zu den Kassationsvorschlägen des Registrators Ulrich erbeten. Falkmanns Grundsätze zur Kassation, die auch für die folgenden Jahrzehnte maßgeblich bleiben, gehen von dem "practischen Werth" der Akten aus. Aufzubewahren waren nach Falkmanns Ansicht die Akten, die allgemeine und bleibende Rechtsverhältnisse zum Gegenstand hatten. Vernichtet werden konnten solche, die sich auf spezielle Vorfälle und Persönlichkeiten bezogen (ebd. 1849 Juni 14). Vom historischen Wert der Akten sprach zuerst nicht der Archivar sondern Oberregierungsrat v. Meien, als er aus diesem Grund die Vernichtung der Spezialberichte des Legationsrats v. Scherf aus Frankfurt ablehnte. Um diese Zeit mehrten sich auch die Abgaben von Drucksachen an die Bibliothek und es kommt zu Aktenabgaben an die Landeskatasterkommission und an die Leihebank. Die registraturmäßige Auseinandersetzung mit der Registratur des neugebildeten Kabinettsministeriums verlief ohne große Schwierigkeiten, da die im Ministerium zunächst benutzten Regierungsakten entweder zurückgegeben oder fortgeführt wurden, so dass sie echter Bestandteil der neuen Registratur wurden. Der Bedeutungsverlust der Regierungsakten nach 1853 ist nicht so erheblich, wie es bei der Bildung einer Zentralbehörde anzunehmen wäre. Die eigentliche Verwaltungsarbeit wurde eben doch auf der Ebene der Regierung vollzogen. Nur in wenigen Bereichen gab es eine ausschließliche Kompetenz des Kabinettsministeriuns. Nach 1850 werden die Einzelkassationen seltener. 1856 kommt es zur Abgabe der Akten wegen Lippstadt und Schaumburg-Lippe an das Archiv. Hier hat nun auch Falkmann das präsumtive geschichtliche Interesse als maßgebend bei der dauernden Aufbewahrung der einzelnen Akten anerkannt (L 79 I 20 Nr. 4 [jetzt L 79 Nr. 40]).Die Regierungsregistratur in ihren älteren Teilen wurde mehr und mehr archivreif, aber erst 1894 kommt es zur Erstellung eines Verzeichnisses der geschichtlich wertvollen Akten durch die Registratur. Am 06.11.1899 übernimmt dann Archivrat Kiewning die reponierten Regierungsakten der ersten 279 Fächer, wie es hieß, nur der Akten bis 1830, in das fürstliche Haus- und Landesarchiv. Die Akten werden von Kiewning in den beiden folgenden Jahren "repertorisiert" und 1901 der Regierung der Abschluss der Verzeichnung - die Fertigstellung zweier umfangreicher Repertorien - mitgeteilt (diese handschriftlichen Findbücher Kiewnings sind erhalten, jetzt D 79 [Alte Findbücher] Nr. 1 und 2). Am 21.10.1901 folgten die reponierten Akten der restlichen Fächer, die Kiewning bis 1904 verzeichnete (D 79 [Alte Findbücher] Nr. 3). Der Rest dieser reponierten Akten der Regierungsregistratur von 1813 muss 1911/1912 (vgl. D 29 J, spez. Jahresbericht 1912) ins Archiv gelangt sein und ist in den folgenden Jahren lagerungs- und verzeichnungsmäßig mit den älteren Abgaben vereinigt. Sie waren in den drei maschinenschriftlich vorliegenden Repertorienbänden der Benutzung zugänglich gemacht. Die Behandlung des vorliegenden Bestandes oder besser der vorliegenden Registraturschicht im Archiv ist gekennzeichnet durch möglichst geringe Veränderung der vorarchivischen Ordnung. Kiewning verzeichnete 1900-1904 die Akten, die ihm in der erhaltenen Registraturordnung übergeben waren, indem er das alte Ordnungschema beließ, die Signaturen nicht veränderte, die Aktentitel nur geringfügig änderte - es entfielen weitgehend Formulierungen wie "Acta betreffend" - und die Laufzeiten komplettierte. Größere Kassationen wurden auch nicht mehr durchgeführt. Der Arbeitsaufwand, sieht man einmal von der handschriftlichen Arbeit ab, war also denkbar gering. Dabei birgt der Bestand in sich ein Problem, das bereits Kiewning hätte auffallen müssen, das späteren Benutzern des Bestandes oft Ärger bereitete und auch jetzt noch zu Überlegungen führt. Es handelt sich um das Problem der zeitlichen Abgrenzung des Bestandes sowohl vor 1813 wie auch gegenüber der 1919-1912 gebildeten neuen Registraturschicht. Die historische Entwicklung der Registratur macht deutlich, dass 1813 noch formierte Akten aus dem Repertorium von 1771 in großer Zahl vorhanden waren (die oft bis 1749, den Zeitpunkt des erwähnten Vorläufers, zurückreichen), die aus sachlichen wie traditionellen Gründen mit übernommen werden mussten und nur zum Teil fortgeführt wurden. Ein Großteil aber der Akten aus der Zeit von 1771-1812 gelangte ins Archiv, wurde dort aber nur zu einem sehr geringen Teil in das Knochsche Archivsystem eingegliedert und ist daher bis heute kaum erschlossen. Es ist daher erwogen worden, alle vor 1813 abgeschlossenen Akten dem Bestand L 77 zu entnehmen, sie in die Knochschen "Pertinenz"-Bestände einzugliedern und diese dann besser zu erschließen. Abgesehen vom großen Arbeitsaufwand spricht aber gegen diese puristische Trennung der Registraturschichten, dass die Knochschen Bestände eine Aktenführung, wie sie in den erhaltenen Akten zumeist vorliegt, nicht voraussetzen, was dazu führen musste, dass gewachsene Aktenzusammenhänge aufgelöst werden müssten. Umgekehrt wäre eine Eingliederung der Akten aus der Zeit von 1771-1812, soweit sie von Knoch oder seinen Nachfolgern noch nicht eingearbeitet sind, denkbar. Wichtig wäre wohl aber, dass auch die Knochschen Bestände neuverzeichnet und erschlossen würden, alsdann können die sachlichen Fragen leichter beantwortet werden, wenn auch die Übergänge zwischen den Registraturschichten weiter fließend sind. Ähnlich ärgerlich ist die Abgrenzung des Bestandes zu den jüngeren Schichten der Regierungsregistratur hin. Wohl bei der Reorganisation der Registratur 1910/1912 wurde die Zeit um 1878 als Schnittjahr festgelegt, doch sind Überschneidungen in beiden Registraturschichten selbstverständlich und unvermeidlich. Eine Abstellung dieses Missstandes wird nur durch eine repertorienmäßige Vereinigung aller Schichten der Regierungsregistratur seit 1813 zu erreichen sein, ein Fernziel, das bei der Neuverzeichnung aller Regierungsbestände (L 77, L 79 und L 80) im Auge behalten werden muss. Die Neuverzeichnung erfolgte nach den heute üblichen Regeln zur Titelaufnahme, wobei, im Gegensatz zur Zeit um die Jahrhundertwende, nun zahlreiche Änderungen der Aktentitel erforderlich waren. Entweder entsprachen die alten Registraturtitel nicht dem Inhalt oder sie waren unverständlich oder gebrauchten eine stärkere Konkretisierung. Auch bei den Laufzeiten ergaben sich gelegentlich Veränderungen, da Abschriften älterer Vorgänge entweder neu erfasst oder als solche gekennzeichnet wurden, so dass die oft weit zurückliegenden Laufzeiten der Akten sich verkürzen. Ähnlich wurde mit der Verdeutlichung von Nachakten verfahren, so dass sich einige Überschneidungen der Registraturschichten nur als fiktiv erwiesen. Eine stärkere Erschließung, vor allem personalbezogener Sammelakten, konnte nicht erfolgen. Solch eine Arbeit muß Spezialverzeichnissen vorbehalten bleiben, wie ja auch jetzt noch die alten Verzeichnisse "Grundstücksverkäufe" ihre Gültigkeit besitzen und eine bessere Nutzung dieser Serien ermöglichen. Bei der Neuklassifikation wurde die Grundkonzeption der ersten beiden Teile der Scherfschen Systematik beibehalten, nur musste der 3. Teil, der 1813 nur aus organisatorischen Gründen nicht in der zentralen Registratur lag, endlich in die Systematik einbezogen werden. Es wäre wünschenswert gewesen, auch die Militärregistratur einzubeziehen, da aber die eigene Bestandssignatur einen Zwang ausübt, kann die Verzahnung mit den Militärversorgungsakten (Abschnitt F [VERA-Gliederung: 6.]) erst bei einer Gesamtverzeichnung aller Regierungsakten erfolgen. Die Akten der 1813 auch getrennten Lehnkammer (L 6) werden schwerlich je in ein Gesamtverzeichnis einbezogen werden können, da sie die Registraturschichten von 1813/1878/1912 nicht kennen. Es wurde trotz aller Widrigkeiten versucht, eine dem Bestand - der Registratur-schicht - angepasste Systematik zu finden, ohne dem Gesamtverzeichnis aller Regierungsakten von 1813-1947 vorwegzugreifen, da dieses sich wohl nach der Gliederung der jüngsten Bestände wird richten müssen. [Detmold, 1976 gez. Sagebiel] Die Verzeichnung des Bestandes L 77 A erfolgte in den Jahren 1974-1976 durch Staatsarchivdirektor Dr. Martin D. Sagebiel, 2009 die Retrokonversion des maschinenschriftlichen Findbuchs durch einen externen Dienstleister und 2011 der Import nach VERA. Bei der Endkontrolle des VERA-Findbuchs wurden noch einige Unstimmigkeiten bereinigt (v.a. Schreibfehler, die scheinbar zur Vergabe doppelter Signaturen geführt hatten, gelegentlich falsche Laufzeiten). Hinweise, die bisher zwischen den Verzeichnungseinheiten im laufenden Findbuchtext standen, finden sich nun als "Bemerkung" unter der Überschrift des jeweiligen Klassifikationspunkts. Die Hinweise auf andere Gliederungspunkte ("siehe auch E.4.d") wurden der VERA-Klassifikation angepasst ("5.4.4."). Die bis 1979/80 noch benutzten alten Findbücher sind im Bestand D 79 Alte Findbücher als Nr. 437-439 eingeordnet. Detmold, im April 2011 gez. Arno Schwinger In diesem Bestand befindet sich eine der dichtesten Überlieferungen der Wanderarbeit weltweit, insbesondere der lippischen Ziegler. Das Internationale Institut für Sozialgeschichte in Amsterdam (IISG) erforscht seit vielen Jahren diese Form der Arbeitmigration. Nun werden sowohl die Forschungsergebnisse von Prof. Dr. Jan Lucassen und Piet Lourens als auch digiatlisierte Archivalien aus diesem Bestand, v.a. Ziegelbotenliste, sowie quellenkundliche Hinweise zu L 77 A, L 79 und den für die Zieglerforschung auch relevanten Personenstandsunterlagen in einem Internetportal präsentiert: Internationales Institut für Sozialgeschichte . Dort können in einer Datenbank auch einzelne Ziegler ermittelt werden.

        Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe, L 80.19 · Bestand · 1829-1954
        Teil von Landesarchiv NRW Abteilung Ostwestfalen-Lippe (Archivtektonik)

        Vorbemerkung Behördengeschichte: 1855 Juni Einrichtung einer selbständigen "Fürstlichen Forstdirektion" 1897 Juni Eingliederung in die Rentkammer als "Forstabteilung" 1921 April Direktion der Domänen und Forsten, Forstabteilung 1924 August Lippische Regierung, Forstabteilung 1934 Oktober Lippische Regierung Abt. II, Staatsforstverwaltung 1936 Juni Der Reichsstatthalter in Lippe und Schaumburg-L., Landesregierung Lippe, ... 1945 April Lippische Landesregierung, Abteilung II, Landesforstverwaltung 1948 Nov. Übergang der Forstabteilung an den Landesverband Lippe (Ges. über die Vereinigung des Landes Lippe mit dem Land Nordrhein-Westfalen und Ges. über den Landesverband Lippe, beide vom 05.11.1948) Die Aufgaben der staatlichen Forstverwaltung bestanden 1. in der Wahrnehmung der Hoheitsrechte des Staates hinsichtlich der Forsten, der Jagd und der Fischerei 2. in der Leitung der staatseigenen Forstwirtschaft Noch am Ende des I. Weltkriegs beruhte die forsthoheitliche Tätigkeit auf der "Verordnung, die Bewirthschaftung der Privat- und Gemeindeholzungen betreffend" von 1819 (Landesverordnungen Bd. 6, S. 459 ff.); ein Forstgesetz gab es nicht. Mit Einrichtung der Forstdirektion 1855 wurde auch eine Dienstinstruktion für Förster und Waldschützen erlassen (s. L 94 Nr. 42) und die Einteilung in 13 Oberförstereien (später mehrfach geändert) sowie Amts- und Dienstbezeichnungen festgelegt. Zu Beginn des Jahres 1919 bestand noch die alte Domanial-Forstverwaltung mit den 8 Oberförstereien Hiddesen (2132 ha), Berlebeck (3093 ha), (Kohlstädt-)Horn bzw. Oesterholz (2940 ha), Schieder (2935 ha), Falkenhagen (2713 ha), Sternberg (1913 ha), Langenholzhausen (1806 ha) und Detmold (672 ha), insgesamt 35 Förstereien mit einer Fläche von rd. 18.200 ha. - Hiddesen war die frühere Oberförsterei Lopshorn mit Sitz im Heidental (Umbenennung 15.11.1918), Langenholzhausen die bisherige Obf. Varenholz mit Sitz in Langenholzhausen, Detmold hieß bis 30.05.1912 Diestelbruch. Der Sitz der Obf. Oesterholz wurde bei gleichzeitiger Umbenennung in Obf. Horn am 01.08.1927 vom Jagdschloss Oesterholz in die Stadt verlegt (Staatsanzeiger Nr. 62), 1929 der Sitz der Obf. Sternberg in das Schloss Brake; außerdem erfolgte zum 01.01.1929 die Zusammenlegung von Sternberg und Detmold zur Obf. Brake. Durch den Domanialvertrag vom 31.10.1919 erhielt das Fürstliche Haus die Oberförsterei Berlebeck mit den vier Förstereien Hirschberg, Hirschsprung, Hartröhren und Kreuzkrug. Hauptaufgabe der Staatsforstverwaltung in den 20er Jahren war der durch die neuzeitliche wirtschaftliche Entwicklung bedingte Schritt von der Verwaltung zum "Betrieb". Die entsprechenden Unterlagen nehmen folglich auch großen Raum ein. Im Oktober 1934 wurden in Anlehnung an die in Preußen getroffene Neuregelung die Behörden-, Amts- und Dienstbezeichnungen neu festgelegt (s. lfd. Nr. 592). Aus Oberförsterei wurde Forstamt, aus Försterei Revierförsterei. Der Oberforstmeister wurde Landforstmeister, ein Staatsoberförster Forstmeister, ein Förster Revierförster. Bisherige Hilfsförster hießen nun Förster, Forstgehilfen Hilfsförster, Forstbeflissene und Forstlehrlinge Forstanwärter (für Verwaltungsdienst/Betriebsdienst). Untergebracht war die Forstverwaltung bis 1921 in dem 1866 erbauten Gebäude der Fürstlichen Forstdirektion, Hornsche Str. 66. Nach dessen Verkauf an die Firma Gebr. Klingenberg wurden die Diensträume am 1. Oktober in das umgebaute Gebäude des ehemaligen Fürstlichen Marstalls am Schlossplatz / Rosenthal verlegt (s. L 94 Nr. 10). Im Juni 1924 erfolgte der erneute Umzug in das Regierungsgebäude am Kaiser-Wilhelm-Platz und im August die Eingliederung als Lippische Regierung, Forstabteilung (s. lfd. Nr. 597). Erster lippischer "Forstmeister" war bis zu seinem Tod im Oktober 1896 Julius Feye. Von Mai 1897 bis zu seinem Tod am 18.04.1925 leitete Oberlandforstmeiser Alois Baldenecker, vormals preußischer Oberförster aus Neukirchen, Regierungsbezirk Kassel die lippische Forstverwaltung. Ihm folgte, nach kommissarischer Wahrnehmung der Leitung durch Forstmeister Karl Schmidt aus Hiddesen, ab März 1926 Alfred Reier aus Syke bei Bremen als Landforstmeister, der aber bereits Ende Juli 1933 vor Vollendung des 65. Lebensjahres (er war am 18.06.1879 geboren) "zwecks Vereinfachung der Landesregierung" in den Ruhestand versetzt wurde. Der bereits genannte Forstmeister Schmidt sollte nun neben seiner Oberförsterei Hiddesen gleichzeitig die Landesforstverwaltung leiten. Da sich die Ausübung beider Ämter jedoch bald als unmöglich herausstellte, wurde ab November 1935 Forstreferendar Dr. Köster beim Forstamt Hiddesen eingestellt. Schmidt (*15.11.1871) versah sein Amt als Landforstmeister zunächst bis kurz vor Vollendung des 67. Lebensjahrs (Oktober 1938), nahm den Dienst jedoch wieder auf, als Nachfolger Fritz Murmann aus Bielefeld zum Kriegsdienst eingezogen wurde und schließlich - nach zwischenzeitlicher U.K.-Stellung - im Dezember 1942 fiel. Erst am 1. März 1946 trat Schmidt endgültig in den Ruhestand, nachdem im Januar desselben Jahres Oberforstmeister Alfred Hirsekorn aus Rinkerode mit der kommissarischen Leitung der Landesforstverwaltung beauftragt worden war. Dieser stellte jedoch bereits im Mai sein Amt zur Verfügung und wurde durch Otto Wahl aus Celle ersetzt. Zur Verzeichnung Etwa 9/10 des Bestandes (Nr. 1-878) entstammen dem Zugang 47/1976, der nach dem 1927 eingeführten Aktenplan ("Umstellung der Registratur der Forstabteilung nach dem Staatshaushaltsplan", siehe lfd. Nr. 590) geordnet war und bis zur Abgabe der Akten an den Landesverband Lippe 1949 galt. Die Nrn. 879-892 kamen als Zugang 37/1962 ins Haus, Nr. 893-971 waren als L 80 II c Nr. 1-9 bereits signiert, aber nicht verzeichnet. Anfang 2003 wurden auf der Zugangsetage noch 27 Geschäftstagebücher (Journale) entdeckt (Nrn. 972-998). Die Akten umfassen im Wesentlichen den Zeitraum ab Bildung der neuen Abteilungsregistraturen im Jahre 1924 (s. lfd. Nr. 597 und L 75 IV / 1 Nr. 20) bis zum Übergang an die Forstabteilung des Landesverbands; viele Aktendeckel tragen den Vermerk "angelegt 1927". Vorakten befinden sich im Bestand L 94 (Forstdirektion); weitergeführte oder erst 1950 und später angelegte Akten wurden dem Bestand D 110 zugeordnet. Der Übergang der Aktenführung auf den LVL erwies sich als überaus unscharf. Die Forstabteilung der Regierung bestand bis 1949. Sehr viele Akten enthalten noch einíge wenige Schriftstücke aus den Jahren 1950-1951, selten auch 1952. Diese Akten wurden, wenn der Inhalt weit überwiegend in den Jahren bis 1949 entstanden war, beim Bestand L 80.19 belassen, da sonst nur noch ein Torso übriggeblieben wäre. Offensichtlich hat der LVL ab 1951/52 neue Akten angelegt und die dann gebildete Altregistratur 1976 an das Staatsarchiv abgegeben. Grundlage für die Ordnung des Bestandes bildete der o.g. Aktenplan, der allerdings zahlreicher Umstellungen bedurfte. Generalakten über Einrichtung und Organisation der Forstverwaltung rangierten z.B. unter den Titelgruppen erst an 7. Stelle. Verschiedene Aktengruppen mussten zusammengefasst oder unterteilt werden. Die Nrn. 879 ff. ließen sich ohne Schwierigkeiten den Positionen des zugrundegelegten Aktenplans zuordnen. Zum Inhalt Wenn auch die Bewirtschaftung des Staatswalds die Hauptaufgabe der Forstverwaltung war, so bietet der Bestand dennoch darüber hinaus eine Fülle zeitgeschichtlicher Quellen, z.B. für den Einsatz von Kriegsgefangenen, Umweltverschmutzung (Fischereiaufsicht), Fremdenverkehr, staatliche Wirtschaftspolitik (Dörentruper Sand- und Thonwerke, Holzverkohlung Schieder), über Gebäude wie das "Krumme Haus" und die Silbermühle; - in der NS-Zeit ergeben sich zahlreiche Berührungspunkte mit der Partei und verschiedenen NS-Organisationen. Quellen: - D 72 Brakemeier Nr. 2 und 3 (Nachlass Wilhelm Brakemeier, Oberförster in Brake) - L 80.19 Nr. 590-593, 597 - L 75 IV. 1 Nr. 20 - L 76 Nr. 206 (Personalangelegenheiten, u.a. leitende Forstbeamte) - Die Lippische Landesverwaltung in der Nachkriegszeit, hrsg. v. Heinrich Drake, Detmold 1932 (Dienstbibliothek C 303) - Lippisches Staatshandbuch (im Lippischen Kalender, Dienstbibliothek A 255) Detmold, Mai 2003 gez. Arno Schwinger P.S.: Im Juli 2005 wurde der Zugang 35/2004 - Nrn. 999-1087 - nachgetragen (hauptsächlich Grundstücks-, Grundbuch- und Katasterangelegenheiten sowie Ablösungen); im Juni 2009 wurden die Nrn. 1088 (aus L 93 !!) sowie 1089-1112 (aus L 94) aufgrund ihrer Laufzeit dem Bestand L 80.19 zugeordnet und hier verzeichnet. gez. Arno Schwinger Es ist zu zitieren: L 80.19 + Bestellnummer

        Ladung der Schiffe: Bd. 5
        BArch, RM 15/1605 · Akt(e) · 1940-1941
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält: "Fort de Vaux" (französisch); "Formose" (französisch); "Mecanirin Principal Carvin" (französisch); "Fort Medine" (französisch); "Baoule" (französisch); "Saint Basile" (französisch); "Aurillag" (französisch); "Agen" (französisch); "Medjerda" (französisch); "Saint Didier" (französisch); "Fort Douaumont" (französisch); "Henry Desprez" (französisch); "Paris" (französisch); "Lafayette" (französisch); "Ville de Majunga" (französisch); "Sarcoxie" (französisch); "Tetuan" (französisch); "Lorient" (französisch); "Verhaven" (niederländisch); "Roslagen" (dänisch); "Hulda Thorden" (dänisch); "Karin Thorden" (dänisch); "Brita Thorden" (dänisch); "Disa" (dänisch); "Manhattan" (amerikanisch); "Washington" (amerikanisch); "Falke" (deutsch); "Pometol" (deutsch); "Wakama" (deutsch); "Togo" (unbekannt); "Casamance" (unbekannt); "Armdius" (unbekannt); "Normanie" (unbekannt); "Chateau Palmer" (unbekannt); "Ville de Pamatave" (unbekannt); "Margaux" (unbekannt) Enthält auch: Aufstellung über Güter, die vor dem 3. Sept. 1939 in Le Harve eintrafen und sonstige Freigaben

        Ladung der Schiffe: Bd. 7
        BArch, RM 15/1607 · Akt(e) · 1941
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält: "Oliva" (deutsch); "Manizales" (deutsch); "Togo" (deutsch); "Wagogo" (deutsch); "Niemburg" (deutsch); "Ville de Reims" (französisch); "Arijon" (französisch); "Martiniere" (französisch); "Bourbonais" (französisch); "Ville de Tamatave" (französisch); "Arica" (französisch); "Alioth" (französisch); "Leoville" (französisch); "Fort de Troyen" (französisch); "Belle Isle" (französisch); "Cantal" (französisch); "Linois" (französisch); "Indiana" (französisch); "Forbin" (französisch); "Vendôme" (französisch); "Fort Binger" (französisch); "d’Entrecosteaux" (französisch); "Congo" (französisch); "Saint Octave" (französisch); "Ango" französisch); "Fort de Vaux" (französisch); "Chateau Laroze" (französisch); "Margaux" (französisch); "Champlain" (französisch); "de la Salle" (französisch); "Colombie" (französisch); "Paris" (französisch); "Arigny" (französisch); "Formose" (französisch); "Barsac" (unbekannt); "Trondanger" (unbekannt); "Lady Cloe" (englisch); "Lady Emerald" (englisch); "Colwith Torre" (englisch); "City of Kobé/Cyclops" (englisch); "Clan Morison" (englisch); "Antilochus" (englisch); "City of Mandaley" (englisch); "Bangalore" (englisch); "Harmodius" (englisch); "City of Athens" (englisch); "Washington" (amerikanisch); "West Cohas" (amerikanisch); "President Harding" (amerikanisch); "President Rooseweldt" (amerikanisch); "Manhattan" (amerikanisch); "Brimanger" (norwegisch); "Raul Soares" (brasilianisch); "Boringia" (niederländisch); "Delfshaven" (niederländisch); "Ceres" (niederländisch); "Parkhaven" (niederländisch); "Costa Rica" (niederländisch)

        Lageberichte
        Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar, 6-32-0020 P 236 · Akt(e) · 1927 - 1929
        Teil von Landesarchiv Thüringen - Hauptstaatsarchiv Weimar (Archivtektonik)

        Enthält v. a.: Referate und Berichte des Rko.- Strategie und Taktik der KPD vor und nach dem VI. Weltkongress der KI.- M-Apparat und Aufklärungstätigkeit unter den Angehörigen der Polizei und Reichswehr.- Auseinandersetzungen mit der Gruppe der Rechten und Versöhnler in der KPD (genannt wird unter anderem Albert Schreiner), Ausschluss der Rechten aus der KPD.- RFB, Liga gegen Imperialismus und koloniale Unterdrückung. Darin: Enthält auch: Rechte Parteien und militaristische Organisationen.

        Lageberichte
        Thüringisches Hauptstaatsarchiv Weimar, 6-32-0020 P 235 · Akt(e) · 1926 - 1927
        Teil von Landesarchiv Thüringen - Hauptstaatsarchiv Weimar (Archivtektonik)

        Enthält v. a.: VII. und VIII. Tagung des EKKI vom 22. November - 16. Dezember 1926 bzw. vom 18.-30. Mai 1927.- Propaganda- und Schulungstätigkeit der KPD und des RFB.- Denkschriften über die Militärpolitik und Aufklärungstätigkeit des ZK der KPD und über den RFB.- 11. Parteitag der KPD in Essen vom 2.-7. März 1927.- Reichskongress der Werktätigen und Reichskonferenz der Erwerbslosen im Dezember 1926.- RHD, IRH und IAH.- Liga gegen koloniale Unterdrückung und Imperialismus und antikolonialer Kongress in Brüssel im Februar 1927.- Arbeiterdelegationen in die Sowjetunion. Darin: Enthält auch: Rechte Parteien und militaristische Organisationen.

        Lageberichte Nr. 118
        BArch, R 1507/2030 · Akt(e) · 19. Juni 1926
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält u.a.: Alldeutscher Verband, Seite 75-76 Bismarckorden, Seite 169 Brigade Ehrhardt, Seite 152 Bund der Guten, Seite 94 Deutsche Ehren-Legion, Seite 185 Deutscher Volksbund "Schwarz-Weiß-Rot", Seite 93 Deutschvölkische Freiheitspartei, Seite 85-86 Frontgeist, Halberstadt, Seite 88 Frontkriegerbund e. V., Seite 58 Hitler-Jugend der NSDAP, Seite 181-182 Kampfbund für Völkerrecht, Seite 149 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Seite 72-74, 87-90, 156, 174-184 Nationalsozialistischer Deutscher Studentenbund, Seite 184 Nationalverband deutscher Offiziere, Seite 75-76 Nationalverband deutscher Unteroffiziere, Seite 94 Olympia, Seite 75-76, 77, 81-82 Reichsbund Schwarz-Weiß-Rot, Seite 93 Schutzstaffeln (SS) der NSDAP, Seite 90, 179 Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, Seite 5, 72-74, 83-84, 156, 159-162 Sturmabteilungen (SA) der NSDAP, Seite 90, 179 Tannenbergbund, Seite 72-74, 87-88, 155-156, 170-171 Treubund Deutschorden, Seite 168 Vereinigte Vaterländische Verbände Deutschlands, Seite 72-74 Wehrbund Ostmark, Seite 81-82 Wehrwolf, Seite 73-74, 91-92 Wiking-Bund, Seite 77-80, 158 "Prometheus"-Verleih und Vertriebsgesellschaft mbH, Seite 34-37 Allgemeine Arbeiter-Union (AAU), Seite 54 Ansiedlung Ost, Seite 65-68 Antiautoritärer Block, Seite 54 Arbeiter-Radio-Klub Deutschlands, Seite 57-59 Arbeiter-Samariter-Bewegung, Seite 51-52 Arbeiter-Schach-Klub, Seite 60 Arbeiter-Schützen-Bund, Seite 150 Aufstand und Aufstandsagitation, Seite 45-46 Bauern- und Landarbeiterbewegung der KPD, Seite 5 Beamtenbewegung der KPD, Seite 41-43 Bund Rote Marine, Seite 26 Exekutiv-Komitee der III. (Kommunistischen) Internationale EKKI, Seite 7-14, 138-139 Filmarbeit der KPD, Seite 34-37 Freie Arbeiterunion Deutschlands (FAUD), Seite 54 Gegnerabwehr der KPD, Seite 99-104 Gemeinschaft proletarischer Freidenker, Seite 70-71 Internationale Arbeiterhilfe (IAH), Seite 49-50, 105 Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands (KAPD), Seite 54, 150 Kommunistische Partei Deutschlands, Seite 9-71, 97-109, 119-130, 133-151 Kommunistischer Jugendverband Deutschlands, Seite 23, 53, 148 Kulturpolitische Arbeit, Seite 34-37 Nachrichtendienst der KPD, Seite 29-30 Ordnerdienst der KPD, Seite 15-16 Proletarische Kulturgemeinschaft, Seite 55-56 Reichsverband der Erwerbslosen, Seite 137 Ring Revolutionärer Jugend, Seite 61-64 Rote Hilfe Deutschlands, Seite 47-48 Roter Frontkämpferbund, Seite 5, 17-19, 33, 121-130, 135-136, 140-145, Spartakusbund, Seite 138 Sportbewegung, Seite 31-32 Theaterarbeit, Seite 34-37 Vaganten, Seite 39-40, 149 Zersetzungsarbeit der KPD, Seite 27-28, 131-132

        Lageberichte Nr. 124
        BArch, R 1507/2037 · Akt(e) · 24. Dez. 1927
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält u.a.: Alldeutscher Verband, Seite 102-103, 124-125 Antisemitismus, Seite 99-103 Bayrischer Heimat- und Königsbund, Seite 131-133 Brigade Ehrhardt, Seite 117-121 Bund Bayern und Reich, Seite 131-133 Bund Oberland, Seite 96, 102-103 Deutschnationaler Handlungsgehilfenverband (DHV), Seite 102-103 Deutschvölkische Freiheitspartei, Seite 105-107, 149-151 Deutschvölkischer Offiziersbund, Seite 102-103 Königin Luise-Bund, Seite 102-103 Nationalbolschewismus, Seite 117-121 Nationalistische Nothilfe, Seite 136 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Seite 95, 104-105, 104, 107-110 Nationalverband deutscher Offiziere, Seite 102-103 Olympia, Seite 125 Reichsflagge, Seite 134-135 Scharnhorstbund, Seite 116 Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, Seite 96, 102-103, 111-115, 117 Tannenbergbund, Seite 96-102, 103, 129-130 Unabhängige Nationalsozialistische Arbeiterpartei Deutschlands, Seite 99-103 Vaterländische Gefangenenhilfe, Seite 136-137 Vereinigte Vaterländische Verbände Deutschlands, Seite 96 Wehrwolf, Seite 96, 102-103 Wiking-Bund, Seite 122-123 Arbeiterkorrespondenz der KPD, Seite 29, 38 Arbeitsgemeinschaft Kommunistischer Schriftsteller, Seite 37 Bund der Freunde der Sowjetunion, Seite 34-37 Exekutiv-Komitee der III. (Kommunistischen) Internationale EKKI, Seite 12-67 Internationale Arbeiterhilfe (IAH), Seite 16-18, 86-88 Kommunistische Partei Deutschlands, Seite 138-148 Proletarische Lichtbildzentrale, Seite 73 Rote Hilfe Deutschlands, Seite 73-78 Rote Jungfront des RFB, Seite 47-66 Rote Sportinternationale, Seite 92-94 Roter Frontkämpferbund, Seite 43-55, 143-148 Spartakusbund, Seite 79-85 Sportbewegung, Seite 92-94 Zersetzungsarbeit der KPD, Seite 30-33

        Lageberichte Nr. 125
        BArch, R 1507/2038 · Akt(e) · 14. Apr. 1928
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält u.a.: Anti-ultramontaner Reichsverband, Seite 99 Bund völkischer Freiheitskämpfer, Seite 102-103 Deutschbanner Schwarz-Weiss-Rot, Seite 89 Deutsche Ehren-Legion, Seite 99 Deutscher Frauenorden der NSDAP, Seite 110 Deutscher Herold, Seite 99-103 Deutschvölkische Freiheitspartei, Seite 97, 99-103 Gesellschaft "Deutsche Freiheit", Seite 99 Hundertschaft der alten Völkischen, Seite 99 Nationalbolschewismus, Seite 130-131 Nationale Gewerkschaft Deutscher Eisenbahner, Seite 97 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Seite 94-95, 108-115 Reichsbund völkischer Freiheitskämpfer, Seite 167 Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, Seite 116-123 Sturmabteilungen (SA) der NSDAP, Seite 111-115 Tannenbergbund, Seite 132-134 Vaterländische Gefangenenhilfe, Seite 135-137 Völkische Bauernschaften, Seite 99, 105 Völkisch-nationaler Block, Seite 89, 96-99 Völkisch-sozialer Bund e. V., Sportabteilung, Seite 107 Wehrwolf, Seite 89, 96 Wiking-Bund, Seite 129-131 "Nord-West" GmbH, Kommunistische Verlagsgenossenschaft, Seite 27, 28, 29, 30, 31, 32, 35-36, 37, 38-40 Arbeiterkorrespondenz der KPD, Seite 37 Bauern- und Landarbeiterbewegung der KPD, Seite 5 Exekutiv-Komitee der III. (Kommunistischen) Internationale EKKI, Seite 11-16 Gemeinschaft proletarischer Freidenker, Seite 79-89 Internationale Arbeiterhilfe (IAH), Seite 10, 59-61 Kommunistische Partei Deutschlands, Seite 8-31, 41-48, 52-76, 79-88 Kommunistischer Jugendverband Deutschlands, Seite 55-58 Lenin-Bund, Seite 68-76 Proletarische Wehr-Internationale, Seite 23-25 Rote Hilfe Deutschlands, Seite 10, 62-67 Rote Jungfront des RFB, Seite 10 Roter Frauen- und Mädchenbund der KPD, Seite 22 Roter Frontkämpferbund, Seite 17-21, 52-54 Theaterarbeit, Seite 44-48 Verein der Freidenker für Feuerbestattung, Seite 79-88 Volks-Film-Gemeinschaft, Seite 49-51 Zersetzungsarbeit der KPD, Seite 41-43

        Lageberichte Nr. 81
        BArch, R 1507/2018 · Akt(e) · 1. Dez. 1922
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält u.a.: Adler und Falken, Seite 10, 54-57 Alldeutscher Verband, Seite 51, 53-57, 166 Allgemeiner deutsch-völkischer Turnverein, Seite 12 Antikommunistische Weltliga, Seite 48-50 Antisemitismus, Seite 11, 12, 142, 153-155, 157, 168-169 Arndt-Hochschule, Seite 166 Aufklärungsausschuß betreffend die Kriegsschuldfrage, Seite 166 Bayrischer Heimat- und Königsbund, Seite 51 Bayrischer Ordnungsblock, Seite 51, 166 Bismarckorden, Seite 10, 53-57 Braver Heiderich, Seite 11 Bremer Hansa, Seite 166 Brigade Ehrhardt, Seite 6 Bund Bayern und Reich, Seite 51 Bund der Aufrechten, Seite 9, 53-57 Bund der Getreuen, Seite 9 Bund der Kaisertreuen, Seite 11 Bund Deutschland, Seite 10 Bund für Freiheit und Ordnung in Berlin und Umgebung, Seite 104-107, 166 Bund Jungdeutschland, Seite 166 Bund Oberland, Seite 9 Bund zur Brechung der Zinsknechtschaft, Seite 51 Christlich-völkische Arbeitsgemeinschaft, Seite 166 Deutschbund, Seite 10, 166, 169 Deutsche Vereinigung, Seite 166 Deutscher Bund e. V., Volksbund deutscher Föderalisten, Seite 166 Deutscher Frauenbund, Seite 166 Deutscher Offiziersbund, Seite 51 Deutscher Orden, Seite 11, 166 Deutscher Ostmarkenverein, Seite 166 Deutscher Treubund, Seite 6, 166 Deutscher Volksbund "Schwarz-Weiß-Rot", Seite 166 Deutscher Wehrverein, Seite 166 Deutschnationale Jugendbewegung, Seite 9, 166 Deutschnationale Volkspartei, Seite 4, 157 Deutschnationaler Beamtenbund, Seite 10, 166 Deutschnationaler Handlungsgehilfenverband (DHV), Seite 141 Deutschnationaler Lehrerbund, Seite 166 Deutschnationaler Verein für Österreich, Seite 166 Deutschnordische Gesellschaft, Seite 167 Deutsch-völkische Arbeitsgemeinschaft, Seite 51 Deutschvölkische Jugend, Seite 9 Deutsch-Völkischer Schutz- und Trutzbund, Seite 6, 9, 51-58, 142, 153-155 Eos, Seite 11 Fichtegesellschaft, Seite 167 Flottenbund deutscher Frauen, Seite 167 Frauenbund zur Wahrung der deutschen Ehre für unsere Kinder, Seite 167 Friesen-Sachsenbund, Seite 167 Frontkriegerbund e. V., Seite 51 Germanenhort, Seite 167 Hermannsbund, Seite 10 Hochschulring Deutscher Art, Seite 9, 53-57, 167 Interessengemeinschaft deutscher Heeres- und Marineangehöriger, Seite 51 Junglehrerbund Baldur, Seite 10, 54-57 Jungnationaler Bund, Seite 11 Knappenschaft, Seite 12, 54-57 Nationalsozialistische Deutsche Arbeiterpartei, Seite 11, 51, 63, 142, 145, 153-155, 168-170 Nationalverband deutscher Offiziere, Seite 9, 51, 54-57, 167 Nationalverband deutscher Soldaten, Seite 7-8, 21-22 Niedersachsenring, Seite 10, 54-57 Notwehr-Verband, Seite 10 Organisation Consul, Seite 6-7, 9, 18-20, 153-155 Organisation Escherich, Seite 11 Organisation Rossbach, Seite 11, 170 Preußenbund, Seite 167 Reichsbund deutscher Kriegsteilnehmer deutscher Hochschulen, Seite 51 Reichsbund ehemaliger Kadetten, Seite 11, 54-57 Reichsbund Schwarz-Weiß-Rot, Seite 11 Reichsflagge, Seite 51 Stahlhelm, Bund der Frontsoldaten, Seite 9, 53-57 Sturmabteilungen (SA) der NSDAP, Seite 168-169 Teja-Bund, Seite 10 Turnverein Theodor Körner, Seite 11 Verband der bayrischen Offizier-Regimentsvereine, Seite 51 Verband nationalgesinnter Soldaten, Seite 6, 8-9, 21-22, 51 Verein ehemaliger Baltikumer, Seite 11 Verein Hindenburgehrung, Seite 167 Verein reichstreuer Männer, Seite 167 Vereinigte Vaterländische Verbände Deutschlands, Seite 166 Volksbund gegen Bolschewismus, Seite 167 Volkskraftbund, Seite 166 Wandervogel völkischer Art, Seite 11 Westvorstädtischer Sportverein Leipzig-Lindenau, Seite 54-57 Allgemeine Arbeiter-Union (AAU), Seite 31-33, 158-159 Aufstand und Aufstandsagitation, Seite 36-38, 63 Exekutiv-Komitee der III. (Kommunistischen) Internationale EKKI, Seite 30, 42-43, 135-136 Kommunistische Arbeiterpartei Deutschlands (KAPD), Seite 31-33, 43, 47-48, 58-159, 163 Kommunistische Partei Deutschlands, Seite 17, 26-31, 36-41, 75-80, 83-85, 104-111, 115-136, 147-152, 158, 163 Organisation Plättner, Seite 47-48 Politische Gefangene, Arbeit der RHD, Seite 43-46 Proletarische Tribüne, Seite 81 Reichsverband der Erwerbslosen, Seite 158 Roter Frontkämpferbund, Seite 161-162 Roter Jungsturm des RFB, Seite 9 Selbstschutzbewegung, Seite 152 Sowjetfilm-Gesellschaft für proletarische Kultur, Seite 81 Unabhängige Sozialdemokratische Partei Deutschlands (USPD), Seite 26-29 Zersetzungsarbeit der KPD, Seite 108, 132-134, 150-151, 163

        Landbauamt Bad Kissingen Akten (Bestand)
        Staatsarchiv Würzburg , Landbauamt Bad Kissingen Akten · Bestand · 1872-1954
        Teil von Staatsarchiv Würzburg (Archivtektonik)

        Vorwort Landbauamt Bad Kissingen Akten: Behördengeschichte des Landbauamtes Bad Kissingen: Das Landbauamt Bad Kissingen wurde am 23. Januar 1872 als eine von 24 Dienststellen mit identischem Behördennamen in Bayern zur Durchführung von Bauvorhaben im Bereich Hochbau eingerichtet (Quelle: Regierungs-Blatt für das Königreich Bayern Nr. 10 vom 31. Januar 1872). Die Ausübung der Tätigkeiten im Bereich Tiefbau, die von 1857 mit 1872 durch die sog. Baubehörden gehandhabt worden war, wurde den zum gleichen Zeitpunkt neu eingerichteten Straßen- und Fluss-bauämtern übertragen. Hintergrund dieser Neuorganisation war die zeitverzögerte Anpassung der staatlichen Bauverwaltung an die Umstrukturierung der inneren Verwaltung auf unterer Ebene durch Ausgliederung aus den Landgerichten (älterer Ordnung) und Einrichtung der Bezirksämter. Dem Landbauamt Bad Kissingen wurde die räumliche Zuständigkeit für die Sprengel der Bezirksämter Bad Brückenau, Bad Kissingen, Ebern, Haßfurt, Bad Königshofen, Hofheim, Mellrichstadt, Bad Neustadt a.d.Saale und Schweinfurt sowie die kreisfreien Städte Bad Kissingen und Schweinfurt zugewiesen. Am 1. April 1954 wurde der Sitz des Landbauamtes nach Schweinfurt verlegt. In Bad Kissingen verblieb eine Aussenstelle, welche ausschließlich für die Betreuung der Staatsbäder Bad Kissingen, Bad Bocklet und Bad Brückenau zuständig war. Würzburg, September 1997

        Landbauamt Donauwörth, Bildersammlung Lippert
        Sammlung · 1923-1938
        Teil von Staatsarchiv Augsburg (Archivtektonik)

        Vorwort: Johannes Christoph Ferdinand Lippert wurde am 07.08.1875 in Sulzbach-Rosenberg als eines von sechs Kindern geboren. Im Jahre 1906 hat er Frau Elisabeth Serr in Germersheim (Pfalz) geheiratet. Hans Lippert war von 1925 bis 1938 Leiter des Landbauamts Donauwörth. Er hat sich in diesen Jahren außerordentlich stark in der Heimatgeschichte engagiert und ist ab 1930 als Vorsitzender des Historischen Vereins für Donauwörth und Umgebung hervorgetreten. In dieser Zeit hat er vorwiegend in seinem Sprengel eine Fülle von Motiven aufgenommen, die den einzigartigen Wert der sogenannten Bildersammlung Lippert ausmachen. Bei der Gleichschaltung des Historischen Vereins 1938 trat Lippert zurück. Nach seinem Umzug nach Fürth war er im dortigen Stadtarchiv und im Staatsarchiv Nürnberg (z.B. Staatsarchiv Nürnberg, Bestand: Reichsstadt Nürnberg, Losungsamt, Stadtrechnungsbelege) noch lange Jahre ehrenamtlich tätig (freundlicher Hinweis von Herrn Erich Hofgärtner). Er wohnte bis zu seinem kinderlosen Tod in Fürth (Königswarterstraße 72) und starb als Oberregierungsbaurat a.D. Am 01.08.1961 in Fürth (Jakob-Henle-Straße 1). Sein Testament vom 10. April 1939 enthält zu seiner Bildersammlung keine Verfügungen. Der Nachlassakt ist im Staatsarchiv Nürnberg archiviert (Amtsgericht Fürth VI 843/1961; freundlicher Hinweis von Frau Magerla, Staatsarchiv Nürnberg). Die Bildersammlung umfasst insgesamt 2.431 Aufnahmen aller Arten von Bauwerken nebst Innen- und Außenansichten vorwiegend aus dem Landbauamtsbezirk Donauwörth. Den Hauptbestand von 1884 Objekten hat das Staatsarchiv Augsburg im Jahr 1992 (Archivalienzugangsbuch-Nr.: 36/1992) und im Jahr 1993 (Archivalienzugangsbuch-Nr.: 14/1993) vom Land- und Universitätsbauamt Augsburg übernommen. Daneben gibt es im Stadtarchiv Donauwörth einen kleineren Bestand von 547 Objekten, der zum Teil mit dem des Staatsarchivs Augsburg verzahnt ist. Die im Stadtarchiv verwahrten Aufnahmen gingen in den Besitz des Historischen Vereins für Donauwörth und Umgebung über, dessen Vorsitzender Lippert bis 1938 gewesen ist. Das Staatsarchiv Augsburg übernahm in den Jahren 1992 und 1993 die Sammlung, welche in einem eigens dafür angefertigten Holzschrank aufbewahrt wird. Nach einer ersten Sichtung durch die Herren Dr. Gerhard Hetzer, Bernhard Stadler und Simon Lutz (letzterer früher beim Landbauamt Donauwörth beschäftigt) wurden, zusätzlich zu einem bereits vorhandenen älteren Verzeichnis der Diapositive, handschriftliche Listen zur Bestimmung der Bildmotive der Negative erstellt. Daraufhin nummerierte Herr Richard Helfrich die Aufnahmen von 1 bis 3202 ohne eine Trennung in verschiedene Serien (schmale, mit Schreibmaschine beschriftete Aufkleber), wobei die Diapositive ihre alten, mit Bleistift auf den Originalen in einer Ecke vermerkten, Nummern behielten. Die alten Pergamintüten der Negative, die mit erklärenden Beschriftungen versehen sind oder beigelegte lose Zettel enthalten, trugen nur teilweise ältere Nummern. Die Nummerierung geschah im Hinblick auf eine Sicherungsverfilmung im Labor Herrmann und Kraemer GmbH u. Co KG in Garmisch-Partenkirchen. Vor der Sicherungsverfilmung hat Herr Simon Lutz in Absprache mit dem Amtsvorstand Herrn Dr. Seitz die von Herrn Helfrich nummerierten Originale von Nr. 2366 bis 2999 aus der Bildersammlung entnommen, da diese nicht dazugehörten (v.a. Personenaufnahmen). Im Labor hat man die Bildersammlung schließlich aus technischen Gründen in zwei Gruppen geteilt: Negative bzw. Serie A (1096 Objekte) Enthält Original-Glasplattennegative (Format 13 x 18 cm, 9 x 11,5 cm, 6,5 x 9 cm), Original-Filmnegative (6 x 8,5 cm), Negativduplikate (10,5 x 14,5 cm) und Fotoabzüge (10,5 x 14,5 cm). Diapositive bzw. Serie B (759 Objekte) Enthält Original-Glasplattendiapositive (Format 9 x 12 cm), Negativduplikate (10,5 x 14,5 cm) und Fotoabzüge (10,5 x 14,5 cm). Die angefertigten Negativduplikate und Fotoabzüge wurden im Labor mit den Originalen jeweils in eine Pergamintüte gegeben; die Tüten sind dort mit schwarzem Stift links oben mit der Ordnungsnummer (=Bestellnummer) beschriftet worden. Im Staatsarchiv Augsburg wurden die Negativduplikate und Fotoabzüge (zur Vorlage an Benützer) durch Werkstudentinnen von den Originalen getrennt und mit Unternummern versehen, da in den älteren Pergamintüten oft mehrere Originale enthalten waren. Die Praktikantinnen erstellten, getrennt nach den Formaten der Originale, mit Schreibmaschine mehrere Verzeichnisse. Im Jahr 2004 wurden die Bestände im Staatsarchiv Augsburg und im Stadtarchiv Donauwörth im Auftrag des Bezirks Schwaben von Herrn Florian Anton Kofler mit dem Programm Excel erfasst. Herr Kofler verzeichnete aus dem noch verbliebenen ungeordneten Anhang (Negative auf Filmstreifen sowie ältere Fotoabzüge) der Bildersammlung auch einige ältere Fotoabzüge, für die eine kleine Serie C (bisher 29 Objekte) gebildet wurde. Herr Kofler hat freundlicherweise seine Datensätze dem Staatsarchiv Augsburg überlassen, anhand derer, nach Import in das Datenbankprogramm Faust, folgende Findbücher mit Register erstellt werden konnten: - Staatsarchiv Augsburg, Landbauamt Donauwörth, Bildersammlung Lippert. Dieser Archivbestand wurde in die Findmitteldatenbank eingestellt. - Stadtarchiv Donauwörth, Historischer Verein, Bildersammlung Lippert. Dieses Findbuch liegt als Fremdrepertorium im Staatsarchiv Augsburg. Ergänzend soll noch auf zwei Akten im Bestand LANDBAUAMT DONAUWÖRTH hingewiesen werden: J 63: Heimatschutz und Denkmalpflege mit 36 Fotos, 1935-1940. J 65: Heimatschutz und Denkmalpflege mit 11 Fotos, 1921-1929. Literatur: Ottmar Seuffert "Hans Lippert, Vorsitzender des Historischen Vereins für Donauwörth und Umgebung e.V. In schwieriger Zeit (1930-1938)", in: Mitteilungen des Historischen Vereins für Donauwörth und Umgebung 2000, S. 67-81. Augsburg, Günter Steiner, 6. April 2005

        Landesforstverwaltung (Bestand)
        Landesarchiv Sachsen-Anhalt, Z 112 (Benutzungsort: Dessau) · Bestand · 1895 - 1948
        Teil von Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik)

        Findhilfsmittel: Findbuch 2007 (online recherchierbar) Registraturbildner: Bis zur Verwaltungsreform von 1932 gehörte die Forstverwaltung in Anhalt in das Ressort der 1874 gebildeten Mittelbehörde Finanzdirektion. Ihr nachgeordnet waren zum damaligen Zeitpunkt die Forstrevierverwaltungen Dessau, Haideburg, Sollnitz, Rossdorf, Nedlitz, Coswig, Serno, Aderstedt, Gernrode, Harzgerode, Güntersberge, Wörlitz und Lindau. Mit der Ersten Verordnung zur Umbildung und Vereinfachung der Verwaltung vom 04.07.1932 wurden die Mittelbehörden aufgelöst und ihre Aufgaben fünf neu geschaffenen Abteilungen des Staatsministeriums Dessau, der obersten staatlichen Behörde, übertragen. Für die Landesforstverwaltung war zunächst die Unterabteilung C der Abteilung Finanzen zuständig. Im Zuge von Aufgabenverschiebungen zwischen der Abteilung Finanzen und der Abteilung Wirtschaft im Jahr 1936 änderte sich die Bezeichnung der Unterabteilung von C in B. Die früher der Finanzdirektion nachgeordneten Forstrevierverwaltungen waren nunmehr dieser Abteilung unterstellt. Die Mehrzahl der Forstrevierverwalltungen hatte in den 20er Jahren des 20. Jahrhunderts – offenbar in Abhängigkeit von der Größe ihres Zuständigkeitsbereichs und der Qualifikation des jeweiligen Leiters – die Bezeichnung „Staatsoberförsterei" erhalten. Die Unterabteilung C bzw. später B trug ab sofort die Bezeichnung „Anhaltisches Staatsministerium, Abteilung Finanzen, Landesforstverwaltung“. Aus den bisherigen Forstrevierverwaltungen wurden Anhaltische Forstämter, die in ihrem Bereich für mehrere Revierförstereien und teilweise auch für Forstwarte zuständig waren. Im Jahre 1937 waren der "Abteilung Finanzen, Landesforstverwaltung" die staatlichen Forstämter Nedlitz, Coswig, Serno, Dessau, Haideburg, Sollnitz, Aderstedt, Gernrode, Harzgerode und Güntersberge sowie die Stiftungsreviere der Theater- und Joachim-Ernst-Stiftung (Forstämter Wörlitz, Roßdorf und Lindau) nachgeordnet. Letztere waren auf Grund einer Vereinbarung zwischen der Herzoglichen Treuhandverwaltung und dem Anhaltischen Staatsministerium vom 24.12.1928 am 01.01.1929 in staatliche Verwaltung übergegangen. Die Struktur blieb so im Wesentlichen bis zum Ende des Zweiten Weltkriegs im Jahr 1945 bestehen. Als Nachfolgebehörde der Landesforstverwaltung ist das 1945 gebildete Bezirksforstamt Dessau anzusehen. Bestandsinformationen: In den 50er, 60er und 90er Jahren des 20. Jahrhunderts übernahm das damalige Landesarchiv Oranienbaum zahlreiche Akten verschiedener anhaltischer Forstbehörden, u.a. auch der anhaltischen Landesforstverwaltung. Der Bestand wurde bei Neuverzeichnungen im Jahre 1999 gebildet. Die vorher bereits erschlossenen Akten fanden Eingang in den Archivbestand "Z 117-7 Finanzdirektion. Forstsachen 2" und sind darin auch heute noch enthalten. Die Quellenüberlieferung der anhaltischen Forstverwaltung und der ihr nachgeordneten Forstbehörden ist im Gegensatz zu der anderer anhaltischer Behörden aus der NS-Zeit relativ umfangreich. Anhand der vorhandenen Unterlagen lassen sich u.a. Informationen über allgemeine Veränderungen in der anhaltischen Behördenorganisation, über die Personal- und Siedlungspolitik (Schaffung von Reichsheimstätten), den verstärkten Einsatz des Freiwilligen Arbeitsdienstes und von Kriegsgefangenen in der Forstwirtschaft oder über den Erwerb von Forstflächen durch den Reichswehrmachtfiskus zum Ausbau von Militärstandorten während dieser Zeit nachvollziehen. Zusatzinformationen: Die o.g. Karten sind in Akteneinheiten enthalten bzw. daraus aus konservatorischen Gründen herausgelöst worden. Enthaltene Karten: 35 Enthaltene Fotos: 12

        Landesherrliche Verordnungen (LVO) (Bestand)
        Stadtarchiv Mainz, LVO · Bestand · 15. bis 18. Jahrhundert
        Teil von Stadtarchiv Mainz (Archivtektonik)

        Sammlung kurfürstlich mainzischer, die Verwaltung und die Justiz des gesamten Kurfürstentums betreffender Verordnungen aus dem 15.-18. Jahrhundert in Drucken und Abschriften. Karl Härter (Hg.), Repertorium der Policeyordnungen der Frühen Neuzeit Bd. 1: Deutsches Reich und geistliche Kurfürstentümer (Kurmainz, Kurköln, Kurtrier), Frankfurt a.M. 1996.

        Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe, 462 Zugang 1994-38 · Bestand · 1891-1990
        Teil von Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Generallandesarchiv Karlsruhe (Archivtektonik)

        Behörden- und Überlieferungsgeschichte: Auf der Grundlage der Sozialgesetzgebung des Reiches wurde am 2. Juni 1890 für das Großherzogtum Baden eine "Versicherungsanstalt für Invaliden- und Altersversicherung" in Karlsruhe gegründet, die wenig später den Namen "Landesversicherungsanstalt Baden" erhielt. Sie hatte bis zum Umzug in das Beiertheimer Feld ihren Sitz in dem eigens dafür errichteten Behördenbau Kaiserallee 8 (heute im Besitz der Stadtverwaltung). Mit bis zu 8 eigenen Heilanstalten und der Aufsicht über die Versicherungsämter (bei den Bezirksämtern) und Oberversicherungsämter (Konstanz, Freiburg, Karlsruhe, Mannheim) wurde die LVA zu einer der wichtigsten Steuerungs- und Kontrollinstanzen im Bereich der medizinischen Versorgung und der Sozialversicherungen. Während des 2. Weltkriegs war die LVA auch für das besetzte Elsass zuständig. Zum 1.1. 2005 wurde sie mit der LVA Württemberg zur LVA Baden-Württemberg mit Sitz in Karlsruhe fusioniert. Von der Landesversicherungsanstalt ist das ehemalige Landesversicherungsamt Baden zu unterscheiden, das bereits 1888 als Berufungsinstanz für strittige Krankenversicherungsfragen eingerichtet worden war und 1936 aufgelöst wurde; die Kompetenzen gingen auf die Oberversicherungsämter bzw. die Sozialgerichte über. Im Generallandesarchiv erhielten die Akten dieser beiden verschiedenen Provenienzen jedoch die gemeinsame Bestandssignatur 462. Die Akten des Landesversicherungsamts bilden daher jetzt den Grundbestand 462 und den Zugang 1980-50 (beide bisher in einem Zettelrepertorium inventarisiert), während die Verwaltungsakten der Landesversicherungsanstalt allein im vorliegenden Zugang 1994-38 zu suchen sind. Alle anderen Zugänge bestehen neben Personalakten und Akten über die Heilstätte Hirschlanden (Zugang 1992-50) vor allem aus exemplarisch archivierten Einzelfallakten der Landesversicherungsanstalt. Bestandsgeschichte: Der Zugang wurde 1994 von Archivreferendaren unter Anleitung von Herrn Dr. Jürgen Treffeisen bewertet und von Volontären unter Anleitung von Herrn Dr. Peter Rückert verzeichnet. Er spiegelt fast das gesamte Verwaltungshandeln einer Anstalt des öffentlichen Rechts nach innen und außen wieder. Die Überlieferung setzt dicht allerdings erst nach dem Ersten Weltkrieg ein; für die Zeit davor kann z.T. auf die vielfache Parallelüberlieferung des Landesversicherungsamts zurückgegriffen werden. Die Schlussredaktion lag beim Unterzeichneten. Der Zugang umfasst 551 Faszikel in 10 lfd.m. Die längste Sperrfrist läuft bis 2045. Karlsruhe, im August 2005 Konrad Krimm