170 Blatt, Enthält u. a.: - Handschriftlicher Lebenslauf (nach dem Stand vom 2. Juni 1905) - Verleihung des Professorentitels, 1909 - Beurlaubung zur Durchführung einer Studienreise nach Ägypten, 1910 - Anstellung des Oberleutnants [...] Pfaehler vom 4. Unter-Elsässischen Infanterie-Regiment Nr. 143 wegen Vertretung des Prof. Dr. Diedrich Hermann Westermann, 1910 - Genehmigung zur Übernahme der Vormundschaft für die psychisch gestörte Lehrerin Rosa Schüller, 1912 - Bernhard Struck, Der Schlüssel der Sudansprachen, Sonderabdruck aus: Allgemeine Missions-Zeitschrift, Jahrgang 1913, Heft 11 und 12. Kassel 1913 (Druck) - Anstellung des Missions-Superintendenten Christian Schumann wegen Vertretung des Prof. Dr. Diedrich Hermann Westermann, 1915/1916.
Kassel
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Behördengeschichte Die Gesandtschaft in Hamburg gehörte zu den wichtigsten diplomatischen Vertretungen Preußens in Deutschland. Ihre Bedeutung lag vor allem auf dem Gebiet der Handels- und Zollpolitik sowie der Schifffahrt. Besondere Akzente wurden dabei durch die wirtschaftsgeografische Lage des gesandtschaftlichen Zuständigkeitsbereiches als Ausgangsbasis des deutschen Überseehandels und als Endpunkt der wichtigen Binnenschifffahrtsstraßen Elbe und Weser gesetzt. Die Gesandtschaft erlangte noch eine zusätzliche Bedeutung im Rahmen der Kolonialpolitik. Die Entwicklung der Zuständigkeit der Gesandtschaft Hamburg ist recht kompliziert, doch bleibt festzuhalten, dass in der Regel die drei Hansestädte Hamburg, Bremen und Lübeck sowie die beiden Mecklenburg zum Gesandtschaftsbereich gehörten. Vom Tilsiter Frieden 1807 bis zur Annexion der Hansestädte und Oldenburgs durch Frankreich im Dezember 1810 erstreckte sich die Zuständigkeit der Mission außer auf die genannten Staaten auch auf Mecklenburg-Schwerin und Mecklenburg-Strelitz. Nach der durch die französische Annexion der deutschen Nordseeküste bedingten Auflösung der Hamburger Gesandtschaft 1810 wurden die diplomatischen Kontakte Preußens zu Mecklenburg, gebunden an die Person des bisherigen Gesandten in Hamburg, im Wesentlichen von der Gesandtschaft in Dresden wahrgenommen. Nach dem Pariser Frieden vom 30. Mai 1814 wurde die Gesandtschaft neu gegründet und erhielt einen großen Zuständigkeitsbereich, der sich außer auf die Hansestädte und Mecklenburg auch auf Hannover, Braunschweig, Oldenburg, Schaumburg-Lippe und Lippe-Detmold erstreckte. 1832 wurden die Vertretungen bei Hannover, Braunschweig, Schaumburg-Lippe und Lippe-Detmold von der Gesandtschaft Kassel übernommen. 1837 wurde Oldenburg in den Bereich der neugegründeten Mission in Hannover einbezogen. Der somit auf die Hansestädte und Mecklenburg verengte Zuständigkeitsbereich blieb bis zur Auflösung der Gesandtschaft Hamburg, die am 31. März 1920 erfolgte, konstant. Missionschefs 1804 - 1811 Grote, Graf August Otto von 1814 - 1830 1830 - 1832 Maltzan, Mortimer von 1832 - 1848 Haenlein, Johann Christian Ferdinand Louis von 1848 - 1859 Kamptz, Carl Ludwig Georg Friedrich Ernst Albert von 1859 - 1867 Richthofen, Freiherr Emil Carl Heinrich von 1867 - 1869 Kamptz, Carl Ludwig Georg Friedrich Ernst Albert von 1869 - 1872 Magnus, Anton von 1872 - 1875 Rosenberg, Freiherr Adalbert von 1875 - 1885 Wentzel, Robert Albrecht Friedrich Otto von 1885 - 1890 Kusserow, Heinrich von 1890 - 1894 Thielmann, Freiherr Max von 1894 - 1895 Kiderlen-Waechter, Alfred von 1895 - 1898 Wallwitz, Graf Nikolaus von 1898 - 1902 Metternich, Graf Paul von 1902 - 1907 Tschirschky und Boegendorff, Heinrich Leonhard von 1907 - 1908 Heyking, Freiherr Edmund von 1908 - 1915 Bülow, Gustav Adolf von 1915 - 1920 Quadt von Wyckradt und Isny, Albert Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte Der Bestand setzte sich aus fünf Registratur- bzw. Abgabeschichten (A-E) zusammen, die zwischen 1834 und 1940 ins Archiv gelangten. 1840 wurde für die Gruppe A ein Findbuch angelegt, in das auch die weiteren Abgabeschichten eingetragen wurden. Die Akzessionen Nr. 8042 bis 8168 wurden im Januar 1870 zu Gruppen zusammengefasst, ein Teil als wertlos klassifiziert (vgl. VI. HA Nl. Friedländer, G., Nr. 13, fol. 33). Während des Zweiten Weltkrieges wurde der Bestand Rep. 81 Hamburg in die Salzbergwerke von Staßfurt und Schönebeck ausgelagert und zu Kriegsende in die Sowjetunion gebracht. Im Jahre 1955 erfolgte seine Rückführung in das Zentrale Staatsarchiv nach Merseburg. Der Bestand wurde in den Teil vor 1807 und den Teil nach 1807 getrennt. Letzterer Teil 1968 von Joachim Nossol neu verzeichnet und 1969 unter Anleitung Dr. Joachim Lehmann und Roswitha Nagel nach sachlichen Gesichtspunkten geordnet. Die unterste Gliederungsstufe ist chronologisch - unter Wahrung sachlicher Zusammenhänge - gereiht. Die redaktionellen Arbeiten besorgte die Archivarin Maria Lehmann, das Findbuch schrieb Magdalena Sabor. Die Institutionsgeschichte wurde von Dr. Joachim Lehman verfasst. Im Zuge der Neuverzeichnung des Bestands I. HA Rep. 81 Gesandtschaft Hannover wurde eine Akte aufgefunden, die provenienzmäßig in den Bestand der Gesandtschaft Hamburg gehört (Altsignatur Rep. 81 Hannover B 4 a). Der Bestand Gesandtschaft Hamburg umfasst insgesamt 1.350 Akten aus der Zeit von 1804 bis 1920. Merseburg, im Juni 1981 gez. Nagel überarbeitet Berlin, im Februar 2011 gez. Dr. Puppel letzte vergebene Nummer: ____ zu bestellen: GStA PK, I. HA Rep. 81 Gesandtschaft Hamburg zu zitieren: GStA PK, I. HA Rep. 81 Gesandtschaften und Konsulate nach 1807, Gesandtschaft Hamburg Findmittel: Datenbank; Findbuch, 1 Bd.
113 Blatt, Enthält u. a.: - Vorschläge der Baronin Thecla von Felsentorff, geb. Ekenstam, einer Verwandten des Ministers Langerheim in Berlin, für die abendliche Freizeitgestaltung während des nächsten Aufenthalts Wilhelms II. in Rom, Handschreiben, Rom, 14. April 1893 - Refexionen Wilhelms II. über die Entwicklung der englichen und der deutschen Industrie, über die Ausnutzung der Arbeiterschaft (kann auf "dem Mist sterben") und über deren Bedüfnisse (Absicherung, Vorsorge usw.) und Teilhabe, die Bildung von trade-unions in England, die weitgehende Ablehnung dieser zivilisatorischen Aufgabe in Deutschland (gute Beispiele Krupp, Stinnes), das Verhältniss der Arbeiterschaft zur Sozialdemokratie und dann zur Anarachie, über die Forderung an und das Defizit der deutschen Industrie bei der Wahrnehmung der Bedürfnisse der Arbeiterschaft. Vergleich mit der Truppe, das Kümmern des Hauptmanns um die Wünsche und Gedanken gegenüber der Überlassung an den Feldwebel und Unteroffizier (13 Punkte, handschriftlich, o. D.) - Auswahl des Konsitorialpräsidenten Ernst von Weyrauch in Kassel zum Unterstaatssekerär im Kultusministerium, von Wilhelm II. als Präsident des evangelischen Oberkirchenrats erwogen, 20. April 1890 [mit Randbemerkungen Wilhelms II.: "stimmt! zeigt mal wieder, daß erstens ich nicht so dumm bin wie die Herren Minister mich manchmal halten, zweitens, daß ich mir meine Leute immer richtig vorher ansehe."] - Einreichung von Marine-Tabellen durch Freiherrn von Senden, Jan. 1895 - Schiffbau 1893/1894 nach der Statistik von Lloyds. Vergleich Handeschiffe/Kriegsschiffe Deutschland, Russland, Frankreich, Vereinigte Staaten, handschriftlich Wilhelm II. - Neubau und Anforderungen für 1895 von Schlachtschiffen, Panzerschiffen, Kreuzern, Torpedobooten in England und Frankreich - Namen der Schlachtschiffe in England, Russland, Frankreich und Italien, 1895. Schiffsbau 1893 - Handzeichnung des Schlachtschiffs Hannibal, 14900 tons. Panzerung, Bestellungen, Besorgnis in England über die Verhältnisse in Ostasien. Handzeichnung und Ausführungen durch Wilhelm II. - Äußerungen von Georg Kardinal von Kopp, Beslau, über die Ablehnung eines Glückwunschtelegramms an Bismarck (1. April 1895) seitens des Papstes, März 1895 - Bitte einer Frau von Sarlaghy um Unterstützung durch den Ankauf eines Bildes (großes Selbstportrait mit Palette) durch die Nationalgalerie aufgrund der finanzellen Forderungen ihres Ehemanns aus Anlass ihrer beabsichtigten Scheidung, 7. Nov. 1895 - Äußerungen von Georg Kardinal von Kopp, Beslau, über die anstehende Wiederbesetzung des erzbischöflichen Stuhls in Freiburg in Baden und die Möglichkeit der Einflußnahmen durch den Kaiser, 14. April 1897 - Projekt für eine Bund zur Bekämpfung sozialdemokratischer Tendenzen, Vorschläge des preußischen gesandten in Stuttgart, Theodor von Holleben, 21. April 1897, mögliches Zusammentreffen anlässlich der Reise des Kaisers nach Wiesbaden, 29. April 1897 - Nachrichtenverkehr und Berichterstattung über den griechisch-türkischen Krieg, Larissa, 2. Mai 1897 - Ankündigung des inkognito Aufenthalts des Theodor von Holleben im Hotel Taunus am Bahnhof in Wiesbaden, 14. Mai 1897 - Äußerungen des Gesandten in Stuttgart, Theodor von Holleben, über seine diplomatische Verwendung. Änderungen bei den Reichämtern, Nachbesetzung des Postens in Stuttgart, Vorschlag des japanischen Gesandten Shuzo Aoki zur Errichtung von Botschaften in Berlin und Tokio, mögliche Besetzung dieses Postens mit Theodor von Holleben. Vormals nicht realisierte Entsendung nach China im ersten japanisch-chinesischen Krieg (1894/95), 6. Juli 1897 - Übereinstimmung Georg Kardinal von Kopps, Beslau, mit dem Urteil des Kaisers, Johannesberg/Jauernig, österreichisch Schlesien, 6. Juli 1897 - Anfertigung von Wasserkarten und Hilfen für das schlesische Überschwemmungsgebiet. Kentern des Torpedoboots S 26 am 22. Sept. 1897 im Sturm in der Elbemündung und Tod von sieben Besatzungsmitgliedern, 25. Sept. 1897 - Regelung des geheimen Telegrammverkehrs und Chiffre zur geheimen Korrespondenz zwischen Wilhelm II. und Sultan Abdülhamid II. (Yildiz-Palast / Konstantinopel [ab 1930 offiziell Istanbul]) über dessen Ersten Sekretär des Palais, Tashin Bay, [nach dem Stand vom 26. November 1898] - Novellierung des Flottengesetzes. dabei u. a. Handschreiben des Viceadmirals Alfred (ab 1900 von) Tirpitz und Zeitungsmeldungen, Dez. 1899 - Initiative des Friedrich von Bodelschwingh, Bethel bei Bielefeld, für eine Petition "Das Deutsche Volk an seinen Kaiser" zur Beendigung des (zweiten) Burenkrieges, Feb. 1901. Dabei Petition (Vervielfältigungsstück) und Telegramm an den Chef des Zivilkabinetts Lucanus "Stelle mich morgen abend 6 uhr. bodelschwingh" - Bericht des Oberleutnants in der Kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika Georg von Stillfried-Rattonitz über seine Ansichten betreffend Eingeborenenfrage und militärische Verhältnisse in Südwestafrika in den letzten zwei Jahren, 12. Dezember 1904 [mit Randbemerkungen Wilhelms II.] - Handschreiben [Axel] Varnbühlers [von und zu Henningen] an Wilhelm II., u. a. über sein Entrinnen vor der "Gelben Gefahr" und Äußerungen über die Nachfolge des württembergischen Kultusministers im Ministerium des auswärtigen Angelegenheiten beim Rücktritt des württembergischen Außenministers Julius von Soden, 27. Juni 1906 - Ludwig Quidde, Eine Studie über römischen Cäsarenwahnsinn. 3. Aufl. Leipzig [1894]. Separatdruck aus der "Gesellschaft". Zeitschrift für Kunst, Literatur und Sozialpolitik. Anonyme Verdächtigung der Majestätsbeleidigung, ohne Datum.
Findhilfsmittel: Findbuch von 1814, Neues Findbuch 2016 (online recherchierbar) Registraturbildner: Bereits in der Konstitution des Königreichs Westphalen vom 7. Dezember 1807 (Bull. 1807/08 I, 3) war durch die Art. 34 bis 37 die Einteilung in Departements, Distrikte und Munizipalitäten für das Königreich eingeführt worden. Die Gesamtzahl der Departements war zwischen acht und zwölf, die der Distrikte in einem Departement zwischen drei und fünf festgesetzt. In jedem Departement waren für die Verwaltung neben dem Präfekten ein Generalsekretär, ein Präfekturrat und ein Generaldepartementsrat festgesetzt. Die gesamte Verwaltung im engeren Sinne gehörte zum Ressort des Ministeriums des Inneren. Der Präfekt war im Umfang seines Departements unter königlicher Autorität und Aufsicht mit allen Zweigen der öffentlichen Verwaltung, einschließlich der Steuerverwaltung betraut. Dazu kamen militärische Aufgaben wie Aushebung und Aufsicht der Nationalgarden, Truppenverpflegung, Vorbereitung und Durchführung von Truppenaushebungen. Im Distrikt seiner Departementshauptstadt versah er zugleich das Amt des Unterpräfekten. Der Generalsekretär war der ständige Vertreter des Präfekten. Er war der Direktor des Verwaltungsbüros, erledigte die Expeditionen und leitete die Archive. Die übrigen Sachgebiete wurden in den Büros der Abteilungen bearbeitet. Der aus drei bis vier Mitgliedern unter dem Vorsitz des Präfekten in jedem Departement bestehende Präfekturrat war Spruchbehörde über streitige Gegenstände. Die Präfekturräte entschieden als Verwaltungsbehörden und ihre Entscheidungen konnten nur durch den Staatsrat annulliert werden. Der Generaldepartementsrat, besetzt mit Kandidaten, die dem König aus dem Departementskollegien vorgeschlagen wurden, bestand aus fünfzehn bis zwanzig Mitgliedern. Den Präfekten und den Sekretär wählte dieses Gremium aus seiner Mitte. Der Generaldepartementsrat tagte einmal im Jahr über zwei Wochen. Er hatte die direkten Steuern auf die einzelnen Distrikte zu verteilen, über die von den Distriktsräten und Kommunen eingehenden Gesuche um Steuerermäßigung zu entscheiden, die Zuschüsse für die Departementalausgaben zu bestimmen und darüber die Rechnung abzugeben. Schließlich war er dazu berechtigt, sich über die Lage und die Bedürfnisse des Departements zu äußern. Jedes Departement war in drei bis fünf Distrikte eingeteilt. An der Spitze jedes Distrikts stand der Unterpräfekt, ihm zur Seite der Sekretär der Unterpräfektur und ein Distriktsrat. Die Distrikte waren in fünf bis 19 Kantone unterteilt, wobei größere Städte eigene Kantone (= Stadtkreise) bildeten. An der Spitze eines Kantons stand der Kantonmaire, der gewöhnlich zugleich Maire seines Wohnsitzes war. Er stand zwischen dem Unterpräfekten und den Kommunemaires und führte die Aufsicht über die Kommunemaires, deren Geschäftsführung er leitete. Zur Verwaltung der einzelnen Kommunen (Munizipalitäten) waren ein Maire, ein oder mehrere Polizeikommissare und ein Munizipalrat eingesetzt. Der Maire war für die Verwaltung des Gemeindevermögens und die Gemeindeanstalten zuständig und hatte die Aufsicht über die Ortspolizei. Er war zudem verantwortlich für die kommunalen Ausgaben. Das Elbdepartement wurde gebildet aus den linksrheinischen Teilen des Herzogtums Magdeburg, der Grafschaft Barby, den Ämtern Gommern (Sachsen), Calvörde (Braunschweig), Klötze (Hannover), Teilen des Fürstentums Halberstadt und aus der Altmark. Die Hauptstadt des Departements war Magdeburg. Das Departement bestand aus den Distrikten Magdeburg, Neuhaldensleben, Stendal und Salzwedel. Der erste Präfekt des Elbdepartements war der ehemalige preußische Landrat Ernst Alexander von der Schulenburg, der im Sommer 1811 suspendiert und durch den Polizeipräfekten von Kassel, der bis Oktober 1809 Generaldirektor der Hohen Polizei gewesen war, ersetzt. Bestandsinformationen: Der Bestand kam über das Regierungsarchiv Magdeburg (Zeit des Kgr. Westphalen Ba Nr. 1) in das heutige Landesarchiv. Früher trug er die Bezeichnung Rep. A 76 III Ba Nr. 1. Die Überlieferungen der Zentralbehörden des Königreiches Westphalen werden heute im Geheimen Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz in Berlin verwahrt. Im Juni und Juli 2016 erfolgte die Retrokonversion der Verzeichnungsinformationen, die im August 2016 überprüft und um zahlreiche deutsche Aktentitel ergänzt wurden. In diesem Zusammenhang wurden die Registraturbildnergeschichte und die Bestandsinformationen eingepflegt sowie ein neues Findbuch erstellt.
Geschichte des Bestandsbildners: 1872 Gründung des Kaiserlichen Statistischen Amtes durch den Reichskanzler mit der Erteilung einer Geschäftsinstruktion, zunächst dem Reichskanzleramt, seit 1879 dem Reichsamt des Innern und seit 1918 mit gleichzeitiger Umbenennung in Statistisches Reichsamt dem Reichswirtschaftsministerium unterstellt, 1934 Fusion mit dem Preußischen Statistischen Landesamt Aufgabe des Amtes war die Sammlung des Materials für die Reichsstatistik, dessen technische und wissenschaftliche Prüfung, Bearbeitung und Veröffentlichung, gutachterliche Berichterstattung über statistische Fragen. Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte Durch Kriegseinwirkungen und den Zusammenbruch des Deutschen Reiches hat das Schriftgut des Statistischen Reichsamtes schwere Verluste erlitten. In der Berliner Zentrale in der Neuen Königstraße wurden bei Bombenangriffen im Mai 1945 Teile des statistischen Materials vernichtet, Bei der Sprengung des Gebäudes 1945 gingen die Zentralregistratur vollständig und von der 200 000 Bände umfassenden Bibliothek ca. 10% verloren. In den Jahren 1943/44 waren mehrere Abteilungen bzw. Referate mit ihrem Schriftgut in Ausweichstellen verlegt worden. Von dem Material, welches in den später von sowjetischen Truppen besetzten Gebieten verblieben ist, wurde vieles vernichtet, anderes gelangte an das damalige Zentrale Staatsarchiv Potsdam. Im April konnte von der Darguner und der Weimarer Außenstelle noch wichtiges Material nach Schwerin gebracht werden, von wo die dortigen Bediensteten des Statistischen Reichsamtes Ende April mit Teilen des in Schwerin befindlichen Schriftgutes nach Hamburg flüchten konnten. In russische Hände fielen in Schwerin das Urmaterial der Industriellen Produktionsstatistik und die Masse der preisstatistischen Dokumente. Die nach Wernigerode ausgelagerten Teile der Steuerstatistik wurden vor dem Rückzug der amerikanischen Truppen nach Derenburg in Hessen transportiert. Die nach Würzburg verbrachten Bestände erlitten durch Bombenschäden Verluste; das übrige Schriftgut blieb erhalten. Nach 1945 wurden die nach den westlichen Besatzungszonen ausgelagerten Bestände und aus der sowjetischen Besatzungszone darin geretteten Überlieferungssplitter an drei Stellen konzentriert: 1. in der britischen Besatzungszone im Statistischen Amt in Hamburg und Minden 2. und der amerikanischen Besatzungszone im Ministerial Collecting Center in Fürstenhagen bei Kassel; von dort wurden größere Teile in die USA gebracht 3. in der französichen Besatzungszone im Amt für Statistik und Wirtschaftsförderung in Baden-Baden. Im Wesentlichen gelangten die damals in die Hände der westlichen Besatzungsmächte gefallenen Unterlagen auf dem Wege über das amerikaische Document Center in Berlin, über das Statistische Bundesamt oder über die USA an das Bundesarchiv. Archivische Bewertung und Bearbeitung Die sukzessive Abgabe von Überlieferungsteilen aus dem Statistischen Reichsamt an das Bundesarchiv hat zu einer stufenweisen Verzeichnung des Bestandes geführt. Die Unterlagen zur Verbrauchssteuerstatistik, die 1952 mit Schriftgutsplittern anderer Abteilungen aus amerikanischer Hand in das Bundesarchiv gelangten, wurden durch ein Findbuch erschlossen. Das 1958 aus Alexandria zurückgegebene Material wurde 1959 provisorisch erschlossen. Nach einer Aktenrückführung aus dem Berliner Document Center im Jahre 1962 und weiteren Splitterabgaben konnte 1968 ein vorläufiger Abschluss der Verzeichnung erreicht werden. Sämtliches ins Bundesarchiv gelangte Schriftgut des Statistischen Reichsamtes wurde durch eine Findkartei erschlossen, wobei Teile des im Findbuch der Verbrauchsstatistik erfassten Materials umsigniert wurden. Die damals im Budnesarchiv vorhandenen Veröffentlichungen des Statistischen Reichsamtes wurden in Ergänzung dazu in einer zweiten Kartei erfasst. Später konnten vor allem vom Statistischen Bundesamt noch weitere Unterlagen der Agrarstatistik, der Industriellen Produktionsstatistik bzw. des Reichsamtes für wehrwirtschaftliche Planung und die Sozialstatistik übernommen werden. Aus in das Bundesarchiv gelangten Überlieferungen des Reichsnährstandes und der Reichsstelle für Raumordnung wurden weitere Ausstellerprovenienzen eingegliedert. Ferner übergab das Imperial War Museum in London dem Bundesarchiv noch einschlägiges Schriftgut geringen Umfangs. Im Winter 1975 wurden auch diese Zugänge in den Bestand eingearbeitet. Inhaltliche Charakterisierung: Im Wesentlichen sind folgende Schriftgutgruppen zu nennen, die als Schwerpunkte des Bestandes gelten: - Sozialstatistik - Industrie - Finanz- und Steuerstatistik - Verkehrs- und Transportwesen - Ausland - Geld- und Kreditwesen, Versicherungen Teil 1 (vormals: ZStA 31.02): Organisation und Geschäftsbetrieb 1922-1945 (186); Bevölkerung und Gebiet 1925, 1933-1943 (28); Wirtschaftliche Querschnittsbereiche 1910-1944 (533); Rüstungs- und Kriegswirtschaft 1933-1947 (312); Industrie 1910-1946 (542); Land- und Forstwirtschaft, Fischereiwesen 1913, 1924-1945 (93); Verkehrs- und Transportwesen 1924-1945 (475); Post- und Telegrafenwesen 1913-1944 (12); Handwerk 1895, 1936-1944 (8); Kunst und Kultur 1930-1944 (88); Medizinalwesen und Sport 1928-1945 (72); Sozialwesen 1909-1945 (164); Bildung und Erziehung 1937, 1939-1944 (4); Finanzen und Steuern 1913-1945 (177); Geld- und Kreditwesen, Versicherungen 1876-1946 (223); Justiz- und Kriminalstatistik 1937-1941 (3); Ausland 1904-1944 (640). Teil 2 (vormals: BArch R 24): Dienststellenverwaltung 1923-1945 (16); Handels- und Verkehrsstatistik 1927-1944 (11); Sozialstatistik 1927-1945 (1633); Bevölkerungs- ,Betriebs- und Kulturstatistik 1910-1944 (5); Finanz- und Steuerstatistik 1913-1945 (527); Zusammenfassende Wirtschaftsstatistik 1934-1945 (53); Industrielle Produktionsstatistik 1936-1945 (35); Allgemeine Auslandsstatistik 1927-1945 (107); Statistische Mitteilungen - Memel 1932-1934 (2). Erschließungszustand: Findbuch für Teil 1 (1982) Findbuch für Teil 2 (1975) Zitierweise: BArch, R 3102/...