Nachlässe

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            Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen, N 1/78 T 1 · Bestand
            Teil von Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Staatsarchiv Sigmaringen (Archivtektonik)

            Überlieferungsgeschichte Zur Person Robert Arnaud wurde am 30. Juni 1885 in Sigmaringen geboren. Nach dem Besuch des Gymnasiums absolvierte er eine dreijährige Lehrzeit in Heilbronn, der die Tätigkeit in verschiedenen Drogerien und als Vertreter für Kathreiners Malzkaffee folgte. Im November 1908 erwarb Robert Arnaud ein Gebäude in der Schwabstraße in Sigmaringen, das in der Folgezeit die Stadtdrogerie Robert Arnaud beherbergen sollte. Das Geschäft wurde im Jahre 1928 durch einen Anbau im Bauhausstil sehr vergrößert. Aus der 1910 geschlossenen Ehe Robert Arnauds mit Amelie Dieringer (1889-1970) gingen die Töchter Gertrud (1911-1990), Hildegard (1912-1995) und Gretel (1916-1995) und der Sohn Robert (1927-1945) hervor. Am 11. Mai 1945 starb Robert Arnaud, kurz nachdem sein Sohn beim Einmarsch der französischen Truppen in Sigmaringen erschossen worden war. Bestandsgeschichte und Bearbeiterbericht Die vorliegenden Unterlagen übergab Renate Arnaud dem Staatsarchiv Sigmaringen in den Jahren 2004, 2005 und 2007 (Akzessionsnummern 55/2004, 20/2005 und 9/2007). Es handelt sich um einen angereicherten Nachlass, dessen Laufzeit von ca. 1871 bis 2005 reicht. Der Schwerpunkt liegt in den ersten beiden Jahrzehnten des 20. Jahrhunderts sowie in den Jahren zwischen 1930 und 1940. Corinna Knobloch verzeichnete die Unterlagen in der Zeit von März bis Juli 2006 und im Februar 2007. Bei der Erschließung wurden 1381 Einheiten gebildet, die unter anderem aus 5 Stammtafeln, 14 Einheiten mit Korrespondenz, 1191 Postkarten bzw. Mappen mit Postkarten sowie Fotografien, 4 Fotoglasplatten, 479 Sammelbildchen von Kathreiner’s Kneipp-Malzkaffee, Liebig’s Fleisch-Extract, Bernsdorp’s Cacao & Chocolade Amsterdam und Palmin sowie 140 Heiligenbildchen bestehen. Der Gesamtumfang des Bestandes beträgt ca. 1,6 lfd. Meter. Bei der Verzeichnung der Postkarten und Fotografien wurde bei der Identifizierung von Orten in den ehemaligen deutschen Ostgebieten grundsätzlich die deutsche Ortsbezeichnung aufgenommen. Auch bei der Bezeichnung der Bauwerke war eine Recherche nach einer möglichen Umbenennung in späteren Jahren nicht zu leisten. Auf eine Unterscheidung der verschiedenen Drucktechniken wurde bei den Postkarten verzichtet. Differenziert wurde lediglich zwischen Zeichnungen und fotografischen Aufnahmen sowie zwischen schwarzweißer und kolorierter Ausführung. Soweit sich Glückwunsch-, Kunst- und Kriegspostkarten eindeutig einem Ort zuordnen ließen, wurden sie in der Klassifikation diesem untergeordnet. War kein Ort vorhanden oder identifizierbar, wurden sie dem inhaltlichen Oberbegriff zugeordnet. Kunstkarten wurden einzeln verzeichnet, allerdings nur grob beschrieben. Innerhalb der einzelnen Klassifikationsstufen erfolgte die Sortierung der Verzeichnungseinheiten in der Regel chronologisch. Bei der Verzeichnung der Korrespondenz war eine Aufnahme der Korrespondenzpartner nur bei der brieflichen Korrespondenz möglich. Bei den beschriebenen Postkarten wurde der Absender nicht in der Verzeichnung aufgeführt, da dies einen zu großen Aufwand bedeutet hätte und in vielen Fällen nicht durchführbar gewesen wäre. Sigmaringen im Februar 2007 Corinna Knobloch Inhalt und Bewertung Neben Korrespondenz und einigen Unterlagen zu Robert Arnaud und seiner Familie bildet insbesondere die umfangreiche internationale Postkartensammlung einen Schwerpunkt des Bestandes. Weitere Inhalte sind vor allem Sammlungen von Heiligenbildchen, Sammelbildchen verschiedener Firmen, Unterlagen der Kathreiners Malzkaffee Fabriken GmbH, Literatur und Zeitungsausschnitte. Der Dokumentationsgehalt der im Bestand enthaltenen Korrespondenz umfasst viel mehr als nur private Belange. Die geschäftliche Korrespondenz dokumentiert das Wirken eines Handelsmanns zu Beginn des 20. Jahrhunderts. Durch zahlreiche Schriftstücke aus der Zeit zwischen 1914 und 1918 werden daneben viele alltagsgeschichtliche Begebenheiten während des Ersten Weltkriegs aufgezeigt.

            3 · Gliederung
            Teil von Universitätsbibliothek Leipzig

            Gründung des Franz-Michael-Felder-Vereins Bregenz, Dazu eine kleine Schrift über Felder. Satzung des Franz-Michael-Felder-Vereins. Aufruf für ein Denkmal für Franz Michael Felder. wei Felderbilder (Photodrucke) und ein Erinnerungsblatt zum Tode von Anna Katharina Felder, Felders Frau. Schriften von Hermann Sander. Rede zum Andenken an Franz Michael Felder. Die Dornbirner Schützen-Compagnie vom Jahre 1866. Vorarlberg zur Zeit des deutschen Bauernkrieges. Beiträge zur Geschichte des vorarlbergischen Gerichtes Tannberg. Einige Aktenstücke zur Geschichte Vorarlbergs im Zeitalter des dt. Bauern-kriegs. "Dr. Homobon": Franz Michael Felder. Dr. Herburger: Dr. J. G. Waibel, sein Leben und Wirken. Kaspar Moosbrugger: Kultur-Gespräche aus Vorarlberg. Kaspar Moosbrugger: Psychische Erlebnisse. Waling Dykstra: Bearbeitung / Transponierung von Felders "Sonderlingen" in eine Gemeinde an der Meeresküste; in niederländ. Sprache: De Frymitseler fen Ginsenbürren. Julius Studer: Walliser und Walser. Eine deutsche Sprachverschiebung in den Alpen. Zeitungsausschnitte:National-Zeitung v. 13.8.1867, Wiener Tageszeitung v. 19.6.1869, Vorarlberger Volksblatt v. 17.5.1890., Vorarlberger Volksblatt v. 3.6.1890., Feldkircher Zeitung v. 11. und 14.6.1890.

            Nachlass Siegfried Passarge (Titel)
            K 580, 855 · Bestand · 1887/1955
            Teil von Leibniz-Institut für Länderkunde Leipzig

            Der Nachlass-Splitter enthält Manuskripte, darunter die nicht publizierte Autobiographie sowie Zeitungsausschnitte und Sonderdrucke. Der zweite Nachlassteil wurde im Sommer 2007 vom Bundesarchiv Koblenz übernommen (Altsign.: Zsg. 155/39-42). Im November 2013 kam ein drittes Konvolut von Manuskriptdrucken aus dem Altbestand des Geographischen Instituts der Universität Leipzig hinzu.

            Passarge, Siegfried
            7/39 · Bestand · 1836-1979
            Teil von Universitäts- und Landesbibliothek Düsseldorf

            Maximilian Theodor Bilharz, geboren am 23. März 1825 in Sigmaringen, widmete sich nach dem Besuch des Gymnasiums 1843 zunächst philosophisch-naturwissenschaftlichen Studien in Freiburg i. Br., bevor er 1845 das Medizinstudium in Tübingen begann. Dort gewann er 1846 die Preisaufgabe über das Blut wirbelloser Tiere. 1849 erfolgte die medizinische Staatsprüfung, kurze Zeit war er als provisorischer Prosektor an der Anatomie in Freiburg beschäftigt. Bilharz, der jedoch eine wissenschaftliche Laufbahn einschlagen wollte, nahm im Mai 1850 das Angebot seines in Tübingen kennengelernten Freundes Wilhelm Griesinger an, ihn als Privatassistent nach Kairo zu begleiten, wo Griesinger als Direktor des Medizinalkollegiums das ägyptische Gesundheitswesen reorganisieren sollte. Bilharz, der in den ägyptischen Staatsdienst übernommen wurde und die Aufsicht über eine klinische Abteilung erhielt, konnte nun seinen wissenschaftlichen Vorhaben nachgehen. Bei seiner Erforschung von Wurmkrankheiten entdeckte er neue Eingeweidewürmer, darunter auch den Erreger der als "Bilharziose" (heute Schistosomiasis) bekannten Infektionskrankheit. Einen zweiten Forschungsschwerpunkt bildeten die Studien über das elektrische Organ des Zitterwelses. Nach der Rückkehr Griesingers nach Deutschland wurde Bilharz 1852 Oberarzt an der chirurgischen Klinik Kairo, 1853 Chefarzt der Inneren Abteilung. 1855 erfolgte die Ernennung zum Professur, ein Jahr später wurde ihm die Professur für deskriptive Anatomie übertragen. 1862 begleitete er eine Reisegesellschaft des Herzogs Ernst II. von Coburg-Gotha an das Rote Meer. Dabei infizierte er sich mit Typhus, kehrte schwerkrank nach Kairo zurück und starb dort am 9. Mai 1862. Alfons Bilharz, geboren am 2. Mai 1836, absolvierte nach ersten naturhistorischen Studien an der Universität Freiburg ein Medizinstudium in Heidelberg, Würzburg, Berlin und Wien, das er mit dem medizinischen Examen 1859 abschloss. Nach einem Besuch bei seinem Bruder Theodor in Ägypten widmete er sich der Nervenphysik im Physiologischen Laboratorium von Emil du Bois-Reymond. Es folgte ein kurzer Aufenthalt in Amerika, bevor er leitender Krankenhausarzt in Sigmaringen wurde. Dort sorgte er für den Ausbau der Klinik, insbesondere der Irrenabteilung. Ein Augenleiden zwang ihn 1907, die Leitung abzugeben. Während seiner praktischen Tätigkeit entstanden zahlreiche philosophische Studien, v. a. über die Philosophie Kants und Schopenhauers. Alfons Bilharz starb am 23. Mai 1925. Der von Prof. Hans Schadewaldt gesammelte Bestand gelangte über das Institut für Geschichte der Medizin in das Universitätsarchiv. Er enthält von Theodor Bilharz v. a.: Gedichte aus der Schulzeit, Notizen und Zeichnungen zu den Forschungsprojekten Parasiten und Fische, die Familienchronik und Korrespondenz. Von Alfons Bilharz sind Schulhefte, Publikationen, Zeichnungen (v. a. der Bilharziose) und Korrespondenz erhalten. Als Anreicherung enthält der Bestand Sekundärliteratur (u. a. Aufsätze von Hans Schadewaldt über Theodor Bilharz), Fotos und eine Kartei mit Regesten zu den Briefen des vermutlich gesamten Nachlasses (Laut Angelika Althoff: Wissenschaftlicher Briefwechsel von und mit Theodor Bilharz. Düsseldorf 1980, S. 2f wurden die Briefe von den Töchtern des Alfons Bilharz verzeichnet; hier auch weitere Angaben zu den Standorten des Nachlasses Bilharz).

            Nachlass Wissowa (Titel)

            Yi 20 I: Autographen; Yi 20 Ia: 18 ausgearbeitet Vorträge und Aufsätze; Yi 20 II: 25 ausgearbeitete Vorlesungen; Yi 20 III: Beiträge zu lexikalischen Sammelwerken; Yi 20 IV: Rezensionen und Gutachten; Yi 20 V: Materialien zur Germania; Yi 20 VI: Materialien zum Dialogus de oratoribus; Yi 20 VII: Über die Neubearbeitung von Pauly-Wissowa.

            Nachlässe

            Nachlässe zeigen Facetten von Persönlichkeiten, die sonst nicht überliefert würden: Schriftwechsel, Vereinstätigkeiten, Reden, Vorträge und Publikationen, aber auch Zeugnisse und persönliche Dokumente. Unter den rund 20 größeren Nachlässen im Stadtarchiv Kiel sind besonders Dokumente von Stadtbaurat Herbert Jensen, Ministerpräsident Bruno Diekmann, dem DGB-Kreisvorsitzenden Bruno Verdiek und der Familie Schweffel hervorzuheben.