Vermögen

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              BArch, R 15-IV · Bestand · 1934-1945(-1961)
              Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

              Geschichte des Bestandsbildners: Die "Reichsstelle für Garten- und Weinbauerzeugnisse" (Reichsstelle) wurde am 01. November 1936 errichtet. Die gesetzliche Grundlage für die Errichtung bildete das Gesetz über den Verkehr mit Garten- und Weinbauerzeugnissen vom 30. September 1936 (RGBL. I S. 854). Die Reichsstelle übte eine staatliche Wirtschaftstätigkeit aus. Ihre Hauptaufgabe war es, die Einfuhr der bewirtschafteten Erzeugnisse mengenmäßig, örtlich und zeitlich nach den Bedürfnissen des Binnenmarktes zu überwachen und zu lenken sowie gleichzeitig hiermit die Preisgestaltung dieser Erzeugnisse so zu leiten, dass Störungen, die sich aus der Verschiedenheit der Weltmarktpreise mit den inländischen Preisen ergeben, möglichst vermieden wurden. Die Reichsstelle war also auch in den inneren Marktausgleich sowie in die Vorratswirtschaft eingeschaltet. Nur durch sie durften aus dem Zollausland oder einem Zollausschlussgebiet eingeführte Garten- und Weinbauerzeugnisse im Zollinland in den Verkehr gebracht werden. Alle aus dem Zollausland oder aus einem Zollausschlussgebiet einzuführenden Garten- und Weinbauerzeugnisse, die dem Gesetz über den Verkehr mit Garten- und Weinbauerzeugnissen vom 30. September 1936 unterlagen, waren also der Reichsstelle zum Kauf anzubieten. Die Übernahme durch die Reichsstelle erfolgte mittels eines Übernahmescheins, dessen Ausstellung der Einführer bei der Reichsstelle beantragte. Eine Verpflichtung zur Übernahme der angebotenen Garten- und Weinbauerzeugnisse bestand für die Reichsstelle nicht. Die Einfuhr der Waren konnte also jederzeit unterbunden werden. Die vom inländischen Erzeuger in den inländischen Handel gebrachten Garten- und Weinbauerzeugnisse unterlagen mit Rücksicht auf die für sie durchgeführte Marktordnung nicht den Beschränkungen des Gesetzes über den Verkehr mit Garten- und Weinbauerzeugnissen. Lediglich die aus dem Zollausland oder einem Zollausschlussgebiet eingeführten Erzeugnisse wurden von der Reichsstelle bewirtschaftet. Ihr Umfang ergab sich aus Artikel III der siebten Verordnung zur Durchführung und Ergänzung des Gesetzes über den Verkehr mit Garten- und Weinbauerzeugnissen vom 07. Juni 1940 (RGBl. I S. 862). Die Reichsstelle führte im Wesentlichen aus folgenden Ländern Erzeugnisse ein: - Europäische Ursprungsländer: Baltische Staaten, Belgien, Bulgarien, Dänemark, Finnland, Frankreich, Griechenland, Italien, Jugoslawien, Niederlande, Norwegen, Rumänien, Russland, Schweden, Schweiz, Slowakei, Spanien, Ungarn und Portugal. - Außereuropäische Ursprungsländer: Afghanistan, Ägypten, Australien, Argentinien, Brasilien, Chile, China, Japan, Indien, Iran, Kamerun, Kanada, Mexiko, Palästina, Somalia, Südafrikanische Union, Syrien, Türkei, USA und Westindien. Die eingeführten Erzeugnisse wurden zu folgenden Erzeugnisgruppen zusammengefasst: - Gemüse, Obst, Südfrüchte, Kartoffeln, Gemüsesamen, Blumensamen, Tabaksamen, Kümmel, Azaleen, Schnittblumen und Rentierflechte. Die Reichsstelle war in Hauptabteilungen, Abteilungen und Sachgebiete gegliedert. Die Aufteilung in Abteilungen und deren Untergliederung in Sachgebiete ergab sich aus dem Geschäftsverteilungsplans. Mit Verordnung vom 06. Dezember 1938 (Deutscher Reichs- und Preußischer Staatsanzeiger 1938 Nr. 291) wurde die "Überwachungsstelle für Gartenbau-Erzeugnisse, Getränke und sonstige Lebensmittel" (Überwachungsstelle), die am 24. September 1934 errichtet wurde (Deutscher Reichs- und Preußischer Staatsanzeiger 1934 Nr. 209), mit der Reichsstelle zur "Reichsstelle für Garten- und Weinbauerzeugnisse als Überwachungsstelle" (Reichsstelle als Überwachungsstelle) zusammengelegt. Bei der Zusammenlegung wurden Einrichtungen gleicher oder ähnlicher Art der beiden Dienststellen soweit als möglich vereinigt, so z.B. die Geld-, Vermögens-, Personal- und Materialverwaltung, die Register, die Kanzlei, die Poststelle sowie die am gleichen Ort befindlichen Außenstellen. Auch die frühere Hauptabteilung III der Reichsstelle und die Ländergruppen I - VI der Überwachungsstelle wurden zusammengelegt, so dass die Anträge auf Erteilung von Devisenbescheinigungen und Übernahmescheinen in einem Arbeitsgang erledigt werden konnten. Die Reichsstelle als Überwachungsstelle war nunmehr in 5 Hauptabteilungen, 6 Abteilungen, 21 Unterabteilungen und 15 Sachgebiete gegliedert. Das Aufgabenspektrum der Reichsstelle als solche blieb jedoch in grundsätzlicher Hinsicht unverändert. Hinzu kam der im Wesentlichen unveränderte Aufgabenbereich der Überwachungsstelle, nämlich die Prüfung der von den Importfirmen eingereichten Anträge auf Erteilung von Devisenbescheinigungen nach formalen und wirtschaftlichen Gesichtspunkten, insbesondere nach Maßgabe der Vorschriften auf dem Gebiet der Devisenbewirtschaftung, des Imports von Gemüse, Obst, Säften, Weinen, Tee und lebenden Pflanzen, sowie deren Kontingentierung. Im Weiteren erteilte sie auch beantragte Devisenbescheinigungen und kontrollierte die ordnungs- und fristgerechte Ausnutzung der erteilten Devisenbescheinigungen durch die Importeure. Das Aufgabengebiet der Reichsstelle als Überwachungsstelle war also auch durch das Gesetz über die Devisenbewirtschaftung bestimmt. Gemäß § 2 Abs. 2 dieses Gesetzes trafen neben den Devisenstellen auch die Überwachungsstellen ihre Maßnahmen und Entscheidungen nach Richtlinien, welche die Reichsstelle für Devisenbewirtschaftung im Einvernehmen mit dem Reichswirtschaftsminister und dem Reichsminister für Ernährung und Landwirtschaft aufstellte. Diese Richtlinien grenzten das Aufgabengebiet der Überwachungsstellen dahingehend ab, dass sie Wareneinfuhr und Warenbezahlung überwachten und die Einkaufspreise kontrollierten. Sie hatten ferner Maßnahmen auf dem Gebiet der inneren Bewirtschaftung (z.B.: Verarbeitungs- und Ausfuhrverbote) zu treffen. Die Reichsstelle als auch die Überwachungsstelle waren Körperschaften des öffentlichen Rechts, also eigene Rechtpersönlichkeiten, die sich selbst finanzierten und nicht aus Reichsmitteln unterhalten wurden. Sie unterstanden der Dienstaufsicht des Reichsministeriums für Ernährung und Landwirtschaft. Von diesem musste sich auch die Reichstelle als Überwachungsstelle die Gebührenordnung genehmigen lassen. Gebührenpflichtige Tatbestände waren beispielsweise die Ausstellung von Devisenbescheinigungen und die Abgabe von Gutachten zu privaten Verrechnungsgeschäften. Buch- und Betriebsprüfungen führte die Überwachungsstelle allerdings gebührenfrei durch; es sei denn die Betriebsprüfung ergab, dass ein Unternehmen gegen behördliche Anordnungen verstoßen hatte. Nach Kriegsausbruch war die Reichsstelle als Überwachungsstelle hinsichtlich der Warenbeschaffung vor neue Aufgaben gestellt. Sämtliche Feindstaaten und ein großer Teil der neutralen Staaten fielen als Lieferanten aus, während der Bedarf an Lebensmitteleinfuhren jeder Art ständig anstieg. Hierdurch stiegen auch die Preise im Ausland stark an, so dass die bisherige Aufgabe der Reichsstelle, die Auslandspreise durch Unterschiedsbeträge auf das deutsche Preisniveau anzuheben, illusorisch wurde und schließlich eine Umkehrung in das Gegenteil erfuhr, nämlich die Verbilligung der eingeführten Waren. Die weitere Aufgabe, die gebietsmäßige Lenkung der Wareneinfuhr war schon bei Kriegsausbruch in erhöhtem Maße auf die Hauptvereinigungen (z.B.: Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft) übergegangen, so dass nur noch das Aufgabengebiet der Überwachungsstelle blieb. Die Reichsstelle als solche wurde daher Anfang Juli 1943 stillgelegt. Dafür nahm die Überwachungsstelle im Zuge der Kriegsauswirkungen mit den wachsenden Schwierigkeiten der Warenbeschaffung immer größeren Umfang an. Nach Ende des Krieges wurde das Vermögen der Reichsstelle von den Alliierten abgewickelt. Die Vorrats- und Einfuhrstelle in Hamburg war durch § 5 Ziffer 2 der Verordnung des Zentralamtes für Ernährung und Landwirtschaft vom 17. August 1946 (Amtsblatt für Ernährung und Landwirtschaft Nr. 2 vom 24.08.1946) und durch Erlass des Ernährungs- und Landwirtschaftsrates in Stuttgart vom 04. Juli 1946 ermächtigt, das Vermögen der Reichsstelle, soweit es sich in der amerikanischen und britischen Besatzungszone befand, abzuwickeln. Die Außenstelle in Bayern wurde durch die Geschäftsstelle der Wirtschaftsverbände abgewickelt. Zur Durchführung der Abwicklung wurde ein Sachwalter ernannt, der seine Tätigkeitserlaubnis von der zuständigen britischen Kontrollbehörde erhielt und die "Abwicklungsstelle der Reichsstelle für Garten- und Weinbauerzeugnisse als Überwachungsstelle" in Berlin sowie die "Abwicklungsstelle der Hauptvereinigung der deutschen Gartenbauwirtschaft und Reichsstelle für Garten- und Weinbauerzeugnisse als Überwachungsstelle - Außenstelle München" leitete. Die endgültige Auseinandersetzung über das Vermögen der früheren Reichsstellen innerhalb der vier Besatzungszonen blieb der Entscheidung des alliierten Kontrollrats vorbehalten. Bestandsbeschreibung: Bestandsbeschreibung Die Akten der Reichsstelle für Garten- und Weinbauerzeugnisse gelangten 1974 von der Oberfinanzdirektion Berlin, die mit der Abwicklung des Reichsnährstands beauftragt war, in das Bundesarchiv nach Koblenz. Die 248 Akten haben eine Laufzeit von 1930 bis 1973, wobei die Masse der Akten zwischen 1936 und 1945 entstand. Die Unterlagen enthalten vor allem Schriftgut, das aufgrund der Geschäftsbeziehungen der Reichsstelle mit den Importeuren entstanden ist: Vereinbarungen zu Mengen und Preisen für unterschiedliche Erzeugnisse, Devisenbescheinigungen und Übernahmescheine, Aktenvermerke über Dienstreisen und Betriebsprüfungen. Der Bestand kann auch eingeschränkt als Ersatzüberlieferung für die wegen Kriegsschäden unzureichende Überlieferung des Bestandes R 3601 (Reichsministerium für Ernährung und Landwirtschaft) herangezogen werden. Es wurden keine Kassationen vorgenommen. Archivische Bewertung und Bearbeitung Ein Aktenplan für die Reichsstelle existierte nicht. Auch war in der Reichsstelle keine Registratur vorhanden. Die Ordnung der Akten und deren Ablage erfolgte durch die Mitarbeiter der Reichsstelle nach deren jeweiligen Aufgaben und Prioritäten. Die Aktenordnung ist deshalb zum Teil eigenwillig und unsystematisch. Demzufolge finden sich in den Akten Unterlagen unterschiedlicher sachthematischer Zuordnung. Lediglich eine Ordnung nach einzelnen Ländern ist erkennbar. An dieser Ordnung nach Ländern orientiert sich die Klassifikation im Findmittel. Vorarchivisch waren nur wenige Akten mit Titeln versehen. Die Aktentitel wurden daher nach dem überwiegenden sachlichen Inhalt der Akte gebildet. Die Verzeichnungseinheiten wurden ggf. mit Enthält-Vermerken tiefer erschlossen. Inhaltliche Charakterisierung: Überlieferungsschwerpunkte bilden vorallem Unterlagen aus der Geschäftstätigkeit der Reichsstelle, dabei v.a. Ministerialerlasse sowie Materialien zum Außenhandel mit europäischen und außereuropäischen Ländern Erschließungszustand: Findbuch (2004) Zitierweise: BArch, R 15-IV/...

              Repertorium XI (1840 - 1960) (Bestand)
              62011 · Bestand · 1840 - 1960
              Teil von Archivverbund Bautzen (Archivtektonik)

              Bestandsgeschichte: Ergänzend zu den Repertorien I bis X wurden Mitte des 20. Jahrhunderts aufgefundene Akten aus der Entstehungszeit zwischen 1840 und 1960 nicht mehr den entsprechenden Repertorien des Neuen Archivs zugeordnet, sondern in einem separaten Bestand zusammengefasst und als Repertorium XI angefügt. Der Bestand wurde 2011 erweitert verzeichnet und klassifiziert. Zu beachten ist, dass sich im Bestand Akten befinden, die inhaltliche Verbindungen zu den zu den Repertorien I bis X aufweisen. Erschließungszustand: vorläufig erschlossen, 10,01 lfm Inhalt: Allgemeine Verwaltungsangelegenheiten.- Polizeiangelegenheiten.- Militärangelegenheiten und Kriegsangelegenheiten.- kommunale und soziale Angelegenheiten.- interne Dienstangelegenheiten.- Industrie, Handwerk, Gewerbe, Handel.- Bankwesen, Finanzwesen und Vermögen.- Versicherungen.- Landwirtschaft und Forstwirtschaft.- Gesundheitswesen.- Kultur, Jugend, Sport.- Feste, Gedenktage und Feiertage. Findhilfsmittel: Findliste von 1930 mit Nachträgen AUGIAS-Datenbank 2011 Zitierweise: Archivverbund Bautzen, Stadtarchiv, 62011 Repertorium X, lfd. Nr.

              BArch, R 2-ANH. · Bestand · (1938-) 1945-1958
              Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

              Geschichte des Bestandsbildners: Die "Restverwaltung" entstand als unmittelbare Nachkriegseinrichtung in Berlin aus einer kleinen Gruppe früherer Angehöriger des Reichsfinanzministeriums zur Erarbeitung von Übersichten und Zusammenstellungen aus erhalten gebliebenen Akten des RFM im Auftrag der Alliierten. Die Erhebung der "Restverwaltung" zu einer Dienststelle erfolgte mit ihrer Angliederung an die Generalsteuerdirektion und der Bereitstellung der erforderlichen Geldmittel durch die Verfügung der Finanzabteilung des Magistrats der Stadt Berlin vom 31. Jan. 1946. Am 4. Dez. 1946 wurde von der Alliierten Kommandantur die Schließung der Restverwaltung verfügt und der Magistrat von Berlin angewiesen, "ein Amt für die Sicherung und Klassifizierung der Archive des früheren Reichsfinanzministeriums ... einzurichten". Die Tätigkeit des daraufhin errichteten "Archiv des ehemaligen Reichsfinanzministeriums" war zunächst weiterhin darauf beschränkt, "den vier Besatzungsmächten Auskunft zu erteilen" (siehe: R 2 ANH./1). Später kam die Auskunftserteilung an deutsche Dienststellen sowie an Firmen und Privatpersonen hinzu. Aufgrund einer Vereinbarung zwischen dem Bundesministerium der Finanzen und dem Senator für Finanzen des Landes und der Stadt Berlin vom 2. Juni/ 6. Juli 1951 wurde das ’Archiv’ mit Wirkung vom 1. April 1951 in das Bundesministerium für Finanzen eingegliedert und führte bis zur Auflösung Ende 1957/Anfang 1958 die Bezeichnung „Archiv des Bundesministeriums der Finanzen". Bestandsbeschreibung: Bestandsgeschichte Die von der Restverwaltung bzw. dem Archiv des BMF verwahrten Akten des ehemaligen Reichsfinanzministeriums sowie die aus der eigenen Tätigkeit erwachsenen Unterlagen sind in den 60er Jahren z. T. über das Bundesministerium der Finanzen bzw. das Geheime Staatsarchiv als Zwischenstation in das Bundesarchiv gelangt. Zusätzlich wurden dem Bestand jene in das Bundesarchiv gelangten Ausarbeitungen, v. a. statistische Zusammenstellungen, eingefügt, die von den deutschen Arbeitsgruppen des ehemaligen Ministerial Collecting Center, Economic Division, aus Akten des ehemaligen Reichsfinanzministeriums erarbeitet worden sind. Inhaltliche Charakterisierung: Ausgehend von der Aufgabenstellung der Behörde sind neben wenigen Akten zur Organisation und Auskünften zu Beschäftigungszeiten im Wesentlichen Ausarbeitungen und Auskünfte v. a. für die vier Besatzungsbehörden zum Reichshaushalt und zu finanziellen Angelegenheiten des Reichs, zur Rüstungsfinanzierung, zu Deutschem Vermögen im Ausland sowie feindlichem und ausländischem Vermögen im Inland, darunter auch 12 Aktenbände zur Arisierung und Zerschlagung des Petschek-Konzerns, überliefert. Zitierweise: BArch, R 2-ANH./...

              Staatsarchiv Hamburg, 113-6 · Bestand · 27.09.1939-29.02.1952
              Teil von Staatsarchiv Hamburg (Archivtektonik)

              Verwaltungsgeschichte: Mit Kriegsbeginn 1939 wurden nach Verabschiedung des Reichsleistungsgesetzes in der Fassung vom 1. September 1939 sowie des § 1911 des BGB in der Fassung vom 11. Oktober 1939 (Vgl. RGBl 1939 I, S. 2026 ff.) Abwesenheitspflegschaften und -verwaltungen für jüdische Vermögen jeder Art einschließlich eingelagerter Güter, feind-ausländische Beteiligungen an deutschen Firmen, Immobilien und eingelagerte Warenbestände angeordnet. Auch der Besitz Deutscher, die sich zum Zeitpunkt des Inkrafttretens des Gesetzes im Ausland aufhielten, konnte hiervon betroffen sein. Dabei konnte es sich durchaus um komplette Schiffsladungen handeln, z.B. von Schiffen, die durch die Kriegsgefahr zur Umkehr gezwungen waren. So wurden den Bevollmächtigten der Reichsstelle für Holz oder dem reichsstatthalter in Hamburg komplette Holzladungen unterstellt, deren Zuordnung zu Eigentümern oder zum Lagerungsort Hamburg damals nicht gelungen ist. Die gerichtlich bestellten Pfleger bzw. Verwalter waren in der Regel Kaufleute und Rechtsanwälte, denen eigentlich Handlungen zum Wohle ihrer Pfleglinge auferlegt waren. Im weiteren Kriegsverlauf wurden aber Teile der Vermögen dem Reich oder dem "Volksvermögen" zugeführt, so dass sich nicht mehr alle Pfleger um echte Aufklärung der Eigentumsverhältnisse kümmerten bzw. das auch in Ermangelung von Informationen nicht konnten, weil Unterlagen fehlten und kriegsbedingt nicht beschafft werden konnten. Die in diesem Bestand verzeichneten Unterlagen zur Verwaltung von Vermögenswerten feindlicher Ausländer, im Ausland aufhältlicher Deutscher und ausgereister (geflüchteter) Juden entstanden zunächst in der Abt. 5 der Staatsverwaltung in Hamburg (Wirtschafts-, Landwirtschafts- und Sozialabteilung), bevor sie im Verlauf des Krieges an den Führungsstab Wirtschaft für den Wehrwirtschaftsbezirk X übergingen. Wie sie von hier an die Geschäftsstelle der Großen Strafkammer 8 (Wirtschaftsstrafkammer) des Landgerichts gelangten, wird sich im einzelnen nicht mehr rekonstruieren lassen. Von hier wurden sie 1999 an das Staatsarchiv abgegeben und - da provenienzgerecht nicht dem Landgericht zuzuordnen - zu dem vorliegenden Bestand formiert. Neben den einzelnen Pflegschaftsvorgängen fanden sich auch einige wenige allgemeine Verwaltungsvorgänge zur Behandlung der Pflegschaften. Archivierungsgeschichte: Die Archivhelfer Herr Köppe und Herr Nowak haben die zumeist schmalen Einzelvorgänge unter Anleitung des Unterzeichneten entmetallisiert, umgebettet und erfaßt; Herr Köppe hat anschließend die Archivalien mit "findbuch" verzeichnet; sie wurden vom Unterzeichneten überarbeitet und indiziert. März 2006 Lorenzen-Schmidt

              BArch, R 3301/2022 · Akt(e) · 1920-1922
              Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

              Enthält u.a.: Ernennung des Reichskommissars Dr. Friedrich Carl, 1920 Geschäftsverteilungspläne und Personalübersichten: - des RMfW (einschließlich Kolonialverwaltung) vom 01.08.1920 bzw. 15.11.1920 - des Reichskommissars für die Liquidation ausländischer Unternehmungen vom 05.11.1920 - des Reichsausgleichsamts vom 10.09.1920 bzw. vom 10.11.1920 - des Treuhänders für das feindliche Vermögen vom 12.11.1920 - der Deutschen Kohlenkommission vom 11.11.1920 - der Reichsrücklieferungskommission vom 15.11.1920 - des Reichsaussusses für den Wiederaufbau der Handelsflotte vom 15.11.1920 - der Reichsentschädigungskommission vo m15.11.1920 - des Reichskommissars für Auslandsschäden vom 15.11. 1920 - des Reichskommissars zur Ausführung von Aufbauarbeiten in den zerstörten Gebieten vom 15.11.1920 - des Kommissars für die Rückführung von Eisenbahnmaterial vom 20.11.1920 Konzentration des Presse- und Propagandadienstes der Reichsministerien".- Denkschrift des Ministerialrats Norden, 1921 Vereinfachung und Beschleunigung des Geschäftsverkehrs (zwei Gutachten), 1921 "Bisheriger Verlauf der Arbeiten zur Verinfachung und Vereinheitlichung der Reichsverwaltung" (Denkschrift) 1922

              BArch, R 26-VI/647 · Akt(e) · 1943-1944
              Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

              Enthält: Mondschein, Hermann und Mondschein, Laura; Lichtspieltheater Metropol, Inh.: Vig, Adam; Maler, Lenka; Nagy, Anton und Farkas, Alexander; Petkovic & Co. AG, Belgrad, Talvi, Moreno und Bokrosch, Philipp und Davidovic, Marcel; Elektrizitätszentrale Belgrad; Bergwergkonzession Mokra Gora bei Usice, Inh.: Davico, Josip J.; Bergwergkonzession Drenica, Inh.: Miller, Leo A.; Jugoflora AG, Belgrad, Vaszonji, Leopold und Krügel, Markus und Mirkovic, Andrija; Maj, Rudolf; Trajsch, Edo und Trajsch, Draginja geb. Andric; Sarfati, Sarina; Zorka Erste Jugoslawische AG für chemische Industrie, Belgrad, Maric, Arthur, Dr. und Maric, Milan, Dr.; Bully, Benzion; Gedalja, Geza; Star Ultramarinblau und Farbenfabrik AG, Belgrad, Gerö, Alexander; Apotheke Trifolium, Belgrad, Alkalaj, Isak, Dr.; Vajs, Josip; Sekelj, Arnold; Export AG; Kolonialbank, Guthaben von Cazes, Alfred; Diskont- und Handelsbank, Belgrad; Borivoj Karic; Fleischer und Celebonovic, Belgrad; Eskenazi, Moritz und Jeuschua, Flora; Levenzon, Jelena; Horovitz, Dr.

              BArch, R 87/8204 · Akt(e) · 1940-1944
              Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

              Enthält: Abdel Rahman Azzam Bey, 1942 Anschel, Alex (2.4.1888), 1943 British & Colonial Shippers Ltd., London, 1942-1943 Firma Bülbring Bros., Port Elizabeth, Südafrikanische Union, Bülbring, Louis, Gustav, Hermann, Alfred, 1942-1943 Block, Samuel (27.10.1878) u. Ruth (19.5.1920), 1943-1945 Bromberg, Josef, 1943 Battaligni, Luise geb. Elkan, 1942 Buchsbaum, Leon (23.12.1900), 1942 Anton Buchmann GmbH in Liqu., Nürnberg, Rosenfeld & Co, Rosenfeld, Arthur (19.6.1871), Kurt (3.3.1877), Kirschbaum, Theodor (26.12.1878), 1942-1943 Berry ( Perry) and Co. Ltd, 1940 Campbell Currie & Co., Glasgow, 1942-1944 Cassierer, Ernst Dr. Prof. (28.7.1874 ?), 1942-1943 Drehlich, Josef (20.3.1899), 1942 Duchmann, Marius, 1941 Max Emanuel & Co., London, 1942 Trikotagenfabrik Erscha, Memel, 1943 Ekdisch, Abraham, 1943 Frischwasser, Schulem u. Mathilde, 1942 Fehling, Wolfgang, 1940 Grumach, Herbert (24.8.1899) , Charlotte (9.6.1899) geb. Baehr, Martin (13.3.1925), Werner (20.1.1929), 1941 Henninger Bräu AG, 1940 Herzfelder, Ernst, 1942 Harrington, Francis C.W., 1943 Hausmann, John, 1941 Firma Heinrich Leo, Metallwarenfabrik und Gießerei, Gera, 1941 Firma Gebr. Himmelsbach, Freiburg i.B., 1941 Hofmann, W. Dr. Jur., ( englische Firma ), 1940 Jaffé, Ludwig, 1941 Jute Gesellschaft mbH, Prag, 1940 Kaolin-Werke Oberwinter mbH, Beuel b/Bonn, Baumann, Adolf, Minna Otto ( Lucie de Villevert ), 1941-1942 Kenrick & Jefferson Ltd., West Bromwich, 1942-1943 Kahn, Fritz, Bettmann, Rosa, 1942-1943 Kukiainis, Emanuel, 1943 Kraft, Philipp, 1943 Kamnitzer, Irma geb. Wiener, 1942 Katzenstein, David, Firma David Katzenstein, Viersen, 1941 Keramische Werke Gnaschin AG., Gnaschin, 1941 Landenberger, Dagobert, 1942 Lowozowsky, Stefan, 1943 Levy, Alfred, 1943 Loewi, Adolf (16. Oder 26. 2.1888), 1943 Lind, Simon, 1943 Leiner, Hirsch u. Lea geb. Feit, 1942 Lion, Elsbeth (4.1.1906) geb. Hesse, 1943 Levi, Moritz u. Jutta, Svarc, Berta geb. Levi, 1943 Firma Leiter & Ullmann, Nürnberg, 1940 Loeck, Günther, 1940 Meyer, Albert, 1942 Atherton Mills Ltd., Atherton, Walton Dale Mills Ltd., Bamber Bridge, 1942-1943 Firma Metallurgia Radomsko, 1943 Mainzer, Hermann, Mainzer, Max, 1940 Malcomes, Hermann u. Auguste, 1940 Meissner, Ernst Dr., 1941 Metternich’sche Besitztümer, Habsburger Vermögen, 1940 Mineralölunternehmungen, 1940 Müller, August, 1941 Notenstichplatten, 1943 Nathan, Martha, 1942 Norddeutsche Grundstücksverwaltung AG. I.L., 1940 Oberndörfer, Klara (21.8.1871), 1942 Ockenfels, D. 1941 Papanastassis, Tasso (18.1.1902), 1942 Popper, Oscar (2.4.1870), 1942 Pringsheim, Hans Prof. Dr., Ernst, Fritz, Feiler, Helene, 1942-1943 Provinzial-Lebensversicherungsanstalt Brandenburg, 1943 Patons & Baldwins Ltd., Halifax, 1943, 1946 Payot, Paris S.A., Paris ; Payot & Cie. S.A., Lausanne, Payot, Samuel, Henri, Fritz, 1940 P. R. Poland & Son Ltd., London, Fa. Werner Hasenohr, Leipzig, 1941 Ramzak, Ferdinand, 1942 Reliance Fur Co. Ltd., London, Fa. Johannes Schulze, Leipzig, 1941 Firma Ronal Rose, Baden-Baden, 1940 Sigler, Bernhard Leon, 1943 Seewald, Julius, 1943 Sachs, G. Prof. Dr., 1942 Sachs, Aron Dr., 1941 Armement Seegmuller (Seegmüller) & Cie S.A., Strassburg, Société Coopérative de Transport S.A. Paris, 1941 Nelke, Oskar, Stern, Gerda geb. Siegel, 1941 Schmidt, Heinz, 1942 Schlesische Metallwarenfabrik Mewa, Bielitz O/S., 1941 E.A. Schwerdtfeger & Co. AG., Berlin, 1940 Thyssen, Fritz Dr., Bank voor Handel en Schepvaart N.V., Rotterdam, 1940 Uno Forsikringsselskabet A.S. , Oslo, 1941 Usagane & Co. Ltd., Deutsch-Ostafrikanische Gesellschaft, 1940 Vorchheimer, Isidor Dr. (3.12.1896), 1942-1944 Wolfskehl, Millian (14.1.1906), 1942 Warburg, Siegfried (30.9.1902), 1941 Wulff, Margot Frieda, 1940

              Landesarchiv Sachsen-Anhalt, I 601 (Benutzungsort: Merseburg) · Bestand · 1923 - 1949
              Teil von Landesarchiv Sachsen-Anhalt (Archivtektonik)

              Hinweis: Der Bestand enthält Archivgut, das personenbezogenen Schutzfristen gemäß § 10 Abs. 3 Satz 2 ArchG LSA unterliegt und bis zu deren Ablauf nur im Wege einer Schutzfristenverkürzung gemäß § 10 Abs. 4 Satz 2 ArchG LSA oder eines Informationszuganges gemäß § 10 Abs. 4a ArchG LSA zugänglich ist. Findhilfsmittel: Findbuch 2015 (online recherchierbar) Registraturbildner: Am 5. Okt. 1923 wurde in Halle (Saale) die Zuckervertriebsgesellschaft Halle-Rositz-Holland AG gegründet. Nach Stilllegung der Zuckerfabrik Holland in Dessau-Alten (1932) erfolgte die Umbenennung der Gesellschaft in Zuckervertriebsgesellschaft Halle AG (ZVG), mit den Zweigniederlassungen in Halle und Rositz/Altenburg. Ab 1942 bildete die ZVG mit der Vereinigung mitteldeutscher Rohzuckerfabriken (VEMIRO) eine Doppelgesellschaft im Sinne der Kartellsteuerverordnung. Die Zuckervertriebsgesellschaft koordiniert die Belieferung der Zuckerraffinerien mit Rohzucker, den Verkauf von Zuckerprodukten, steuerte den Rübenanbau und war Verkaufsorgan der in der VEMIRO zusammengeschlossenen Rohzuckerfabriken, vor allem in der Gegend Halle, Köthen und Zeitz/Altenburg. Sie gehörte der Wirtschaftsgruppe Zuckerindustrie Berlin und dem Verband bzw. der Hauptvereinigung der deutschen Zuckerwirtschaft Berlin an. In den 1930er und 1940er Jahren kümmerte sich die Gesellschaft auch um die Vermittlung ausländischer Arbeitskräfte bzw. Zwangsarbeiter für die Raffinerien und Zuckerfabriken. 1946 wurde die Gesellschaft enteignet, den Industriewerken Sachsen-Anhalt zugeordnet und 1947 aufgelöst. Deren Aufgaben und Vermögen übernahm die Zuckerraffinerie Halle. Bestandsinformationen: Aus dem Verwaltungsarchiv des VEB Zuckerkombinat Halle wurde 1981 etwa 2 lfm Schriftgut der ZVG an das Staatsarchiv Magdeburg übergeben, wo die Akten 1984 auf Karteikarten verzeichnet und neu signiert wurden. Der Bestand kam 1994 in das neu gegründete Landesarchiv Merseburg (später Landeshauptarchiv Sachsen-Anhalt, Abteilung Merseburg), wo die Kartei 2011 im Archivprogramm scopeArchiv retrokonvertiert wurde. 2015 erfolgte die komplette Überarbeitung und Neuordnung des Archivgutbestandes. Zusatzinformationen: Korrespondierende Bestände: - I 599 VEMIRO - I 601 Zuckerraffinerie Halle AG - Bestände verschiedener Zuckerfabriken