- Porträtkopf; General von Lettow-Vorbeck 3. - [die Medaille ist durchgeprägt] 6. am oberen Rand kleines Stück herausgebrochen
Erinnerungsmedaille
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- Verwaltungsgeschichte/Biographie: Carl Bach wurde am 08.03.1847 als Sohn des Sattlermeisters und Wagenbauers Heinrich Julius Bach in Stollberg im Erzgebirge geboren. Nach dem Besuch der Volks- sowie der Privatschule in Stollberg absolvierte er eine Schlosserlehre. In den Jahren 1863 und 1864 arbeitete er im Dampfmaschinenbau der Firma R. Hartmann in Chemnitz. In dieser Zeit lernte er auch neben der Arbeit her noch Englisch. Darauf war er zunächst Schüler der Gewerbschule, später der Werkmeisterschule, wo er zu Ostern 1866 seinen Abschluss mit der Gesamtnote 1 und der Silbermedaille, die nur in einem Exemplar vergeben wurde, erwarb. In diesem Jahr beteiligte er sich an Planungsarbeiten für die Chemnitzer Wasserleitung unter der Leitung von Prof. Kankelwitz. Nach dem darauffolgenden Studium am Polytechnikum Dresden folgte er Prof. Kankelwitz als Assistent für die Jahre 1868 bis 1872 nach Stuttgart. Im Anschluß an diese Zeit studierte Bach erneut, diesmal bei Grashof an der TH Karlsruhe, wo er 1873 sein Diplom erwarb. In den folgenden fünf Jahren arbeitete er als Ingenieur in Wollwich, London und Wien, schließlich wurde er Direktor der Lausitzer Maschinenfabrik AG in Bautzen. 1877 wählte man ihn in die Handelskammer Zittau und im selben Jahr heiratete er. Am 01. Oktober 1878 wurde Bach zum ordentlichen Professor des Maschinenbauwesens an die Technische Hochschule Stuttgart berufen, wo er 1884 die Materialprüfanstalt und elf Jahre später das Ingenieurlaboratorium errichtete. In den Jahren 1885 bis 1888 war er Rektor der TH Stuttgart. Ein Jahr später, am 20. Juni 1889, wurde Bach die Erinnerungsmedaille in Silber anlässlich des 25-jährigen Regierungsjubiläums durch den König von Württemberg verliehen. Im Februar 1892 erhielt er das Ritterkreuz und am 25. November 1895 das Ehrenkreuz des Ordens der Württembergischen Krone, verbunden mit dem Personenadel. Der Titel „Baudirektor“ wurde ihm ebenfalls verliehen. Schon im Jahre 1883 wurde Carl Bach an das eidgenössische Polytechnikum in Zürich, 1895 an die Technische Hochschule Berlin und 1902 inoffiziell an die Technische Hochschule in Wien berufen. Er folgte jedoch keinem dieser Rufe. Am 22. März 1911 erhielt er das Komturkreuz 2. Klasse des Albrechtsordens durch König Friedrich August von Sachsen, 1914 den Titel „Staatsrat“, im Februar 1916 wurde ihm das Wilhelmskreuz durch den König von Württemberg verliehen, im Februar 1918 das Kommenturkreuz des Ordens der Württembergischen Krone. Ebenfalls in diesem Jahr erhielt Bach als erster Techniker in Württemberg den Titel „Exzellenz“. In der Zeit 1912 bis 1918 war Carl von Bach Mitglied der 1. Kammer des Württembergischen Landtages für die TH Stuttgart. An seinem 70. Geburtstag, 1917, wurde er Ehrenbürger seiner Heimatstadt Stollberg und zum 80. Geburtstag Ehrenbürger von Stuttgart. Im Jahre 1920 ließ ihn der Senat der TH Stuttgart für den Senatssaal malen. Zwei Jahre später wurde Bach emeritiert. 1926 wurde Bach erneut gemalt, diesmal für den Sitzungssaal des VDI in Berlin. Am 10. Oktober 1931 verstarb Carl von Bach in Stuttgart. Er trägt die Ehrendoktorwürden der TH Berlin (1903), der Universität Tübingen (1927), der TH Wien (1927) und der TH Stuttgart (1927). In engem Zusammenwirken und regem Gedankenaustausch mit namhaften Unternehmern und Erfindern wie Robert Bosch, Paul Daimler, Rudolf Diesel, Graf Ferdinand von Zeppelin u.v.a. gelang es Bach, im Maschinenwesen die Kluft zwischen den Praktikern wie Redtenbacher (Karlsruhe), und den Theoretikern wie Reuleaux (Berlin) durch zielgerichtete Verbindung von Theorie und Praxis mittels experimenteller Forschung im Maschinenbau und Bauwesen zu überwinden. Zur Sicherung der wissenschaftlichen Grundlagen betrieb Bach mit Erfolg die Errichtung zweier Forschungsstätten, der Materialprüfanstalt 1884, deren Direktorat er bis 1922 inne hatte, und des Ingenieurlabors 1895. Auf seine Initiative wurde 1925 der erste Lehrstuhl für das Luft- und Kraftfahrtwesen in Deutschland mit dem dazugehörigen Laboratorium errichtet. Aufgrund seiner Arbeiten gilt Bach als Begründer der statischen Elastizitäts- und Festigkeitslehre. Sowohl aus eigenem Erfahren als auch aus seinem Wirken in Unternehmerkreisen und technischen Vereinen war Bach bewusst, dass es zur raschen Entwicklung der deutschen Industrie einer grundlegenden Reform der Ingenieurausbildung bedurfte. Er forderte eine mindestens einjährige "Werkstattpraxis". Solide praktische Erfahrungen ergänzt durch eine gründliche, umfassende Ausbildung in naturwissenschaftlichen und technischen Fächern aber auch die Vermittlung geisteswissenschaftlicher Disziplinen, die "Humanisierung der Technischen Hochschulen", hielt Bach für den Ingenieur der Zukunft für unbedingt erforderlich. Seinen bildungspolitischen Intentionen, die er in seinem mehr als 40-jährigen Wirken an der Technischen Hochschule Stuttgart verwirklichte, verschaffte er vor allem über den Verein Deutscher Ingenieure Geltung. Ausdruck der Wertschätzung Bachs als Lehrer und Gelehrter ist neben den Berufungen an andere Hochschulen, neben den Orden und Ehrungen von gekrönten Häuptern bis hin zu Vereinigungen technischer, wissenschaftlicher und gesellschaftspolitischer Art, das prachtvolle Dankschreiben der Studierenden der TH Stuttgart. 2. Bestandsbeschreibung: Carl von Bach (1847-1931) war einer der bedeutendsten deutschen Technikwissenschaftler seiner Zeit. Auf dem Gebiet des Maschinenwesens und der Materialprüfung leistete er eine Pionierarbeit, welche die Grundlagen auch für die in unserer heutigen Zeit aktuellen Probleme und Problemlösungen darstellt. Insgesamt umfasst der Nachlass Carl von Bach ca. 40 lfm. Archivgut. Dieses Material beinhaltet jedoch nicht nur den wissenschaftlichen Nachlass Bachs, sondern weit mehr: neben den wissenschaftlichen Arbeiten - es sind nahezu alle Manuskripte seiner Hauptwerke in den verschiedensten Auflagen vorhanden - wird auch ein umfangreicher Teil seiner privaten Hinterlassenschaft verwahrt. Darüber hinaus befindet sich im Universitätsarchiv auch der Nachlass seines Sohnes Julius Bach. Ihm wurde testamentarisch der gesamte Schriftnachlass seines Vaters vermacht, den dieser schließlich der damaligen Technischen Hochschule Karl-Marx-Stadt neben seinem eigenen vermachte. Besonders wertvoll am Nachlass Carl von Bachs, wenn man überhaupt eine Untergruppe herausgreifen kann, ist die überlieferte Geschäftskorrespondenz. Auf ca. 50.000 Blatt ist sowohl die eingegangene als auch die ausgegangene Korrespondenz über den Zeitraum von 1876 bis 1931 nahezu lückenlos überliefert. Wegen des Arbeits- und Forschungsschwerpunktes Bachs, der Festigkeits- und Elastizitätslehre, deren Mitbegründer er war, kam er mit den verschiedensten Vertretern aus Wissenschaft und Wirtschaft in Kontakt. Darüber hinaus war Bach ein sehr sozial engagierter Mensch, was sich ebenfalls in dieser Korrespondenz niederschlägt. Die Überlieferung ist aber in ihrer Erhaltung gefährdet. Insbesondere die Kopialbücher mit der ausgegangenen Korrespondenz werden nur noch in Ausnahmefällen für die Benutzung freigegeben. Besonders problematisch ist hier der Erhaltungsgrad des Schreibstoffes. Der Nachlasser hat in der Regel keine handelsübliche Tinte benutzt, sondern diese in wechselnder Zusammensetzung selbst zusammengemischt, welche nun zum Teil sehr stark verblasst. Außerdem ist das transparente Papier der Bücher nur von geringer Stabilität. Aus diesem Grund wurde die Geschäftskorrespondenz im Nachlass Bach ist komplett verfilmt und digitalisiert. Ausgewählte Dokumente sind auf Farbfilm aufgenommen und als Negativ sowie Positiv vorhanden. Die Untergliederung des Nachlasses In seiner vorläufig letzten Verzeichnungsstufe gliedert sich der Nachlass Carl von Bachs in sechs Abschnitte: I. biografisches Material Diese Gruppe umfasst Urkunden zur Person, Zeugnisse über seinen Bildungsweg und der berufspraktischen Arbeit, Dokumente über seine Militärdienstzeit, Ehrungen, Berufungen, Jubiläen und autobiografische Aufzeichnungen. II. Privatkorrespondenz Diese ist nach den Familienmitgliedern und innerhalb dieser chronologisch geordnet. Hiervon ist der Briefwechsel mit seinem Sohn Julius der umfangreichste und sicherlich auch der interessanteste, da in ihm die Erörterungen vielfältiger Fachprobleme, die zwischen den beiden Wissenschaftlern geführt wurden, enthalten sind. III. Geschäftskorrespondenz Diese kann zwar nicht den Anspruch der Vollständigkeit erheben, aber der Umfang der Überlieferung ist beeindruckend. Besonders bemerkenswert ist die Überlieferung der ausgegangenen Post, die in insgesamt 35 Kopialbüchern auf ca. 35000 Blatt festgehalten ist. Sie überstreichen den Zeitraum von 1876 bis 1903 und von 1909 bis zu seinem Tode 1931. Innerhalb dieser Kopiale sind die Schreiben chronologisch geordnet und für nahezu jedes dieser Bücher existiert ein hinten angestelltes Namensregister der Empfänger, welches noch vom Nachlasser angefertigt worden ist. Allerdings befinden sich in den Kopialbüchern auch Kopien von eingegangenen Schreiben und verschiedenen Konzepten, Ordnungen usw., die Bach wohl für besonders wichtig hielt. Auch die in dieser Gruppe archivierte eingegangene Post ist mit 18 000 Blatt recht beachtlich. Insgesamt sind in der Gruppe der Geschäftskorrespondenz ungefähr 2500 Korrespondenzpartner verzeichnet. Zu den beiden Abschnitten Privat- und Geschäftskorrespondenz ist zu sagen, dass auch außerhalb dieser, in den Sachakten, Korrespondenzen zu finden sind. IV. Geschäftspapiere Hier befinden sich die Manuskripte seiner unzähligen Veröffentlichungen, Stellungnahmen und Gutachten zu den von Bach bearbeiteten Wissenschaftsgebieten sowie umfangreiche Materialsammlungen zu diesen Fragen. Seine Arbeiten zu Materialprüfung, zur Haltbarkeit von Dampfkesseln und Nietverbindungen usw. lassen sich hier besonders gut nachvollziehen. Bach legte selbst feste Mappen an, in denen er alle möglichen Vorgänge zu einem Sachbetreff sammelte und diese dann entsprechend beschriftete. Dieser Ordnungs- und Verzeichnungszustand wurde bei der früheren Bearbeitung des Nachlasses weitgehend übernommen, ohne im Einzelnen den Inhalt zu verifizieren. Dieser Mißstand wurde 2007 behoben. Die Ordnung nach dem Sachbetreff wurde beibehalten, jedoch wurden die Mappen neu verpackt und die Aktentitel mit umfangreichen "Enthält"-Vermerken ergänzt, was einen leichteren Zugang zu diesem Material schaffen soll. Zudem wurden diesem Abschnitt noch Papiere aus dem Nachlass Julius Bach hinzugefügt, die aber eindeutig ihren Ursprung bei Carl Bach haben. V. Materialsammlungen Hier wurde verschiedenartiges Material zusammengefasst. Das betrifft z. B. seine Mitgliedskarten, Orden, Werbegeschenke, Materialproben oder auch verschiedene Fotos. Die Abschnitte 4 und 5 sind nicht neugeordnet, sondern original vom Nachlasser übernommen worden. VI. provenienzfremdes Material Hier befindet sich das später zum Nachlass dazugekommene Material über den Nachlasser, wie Nachrufe oder Kopien von und über Bach aus anderen Archiven. Bei der Neubearbeitung des Nachlasses konnte weiteres Material über Carl Bach ergänzt werden. Hervorzuheben sind an dieser Stelle besonders die zahlreichen Fotos der Familie Carl Bach, welche in digitaler Form für den Bestand zur Verfügung gestellt wurden. Zur Bezeichnung Die Bestandssignatur ist die Nummer 302, gefolgt von einer Angabe in römischen Ziffern und den einzeln (in arabischen Zahlen) nummerierten Akteneinheiten. Die römischen Ziffern kennzeichnen hierbei die sechs verschieden Gruppen. Beispiel: 302 / III / 0123 Bestand Nachlass Carl von Bach / Geschäftskorrespondenz / Auslandskorrespondenz Amerika: Argentinien, Chile, Kanada, USA Bestandsbearbeitung Der Nachlass Carl von Bach ist noch nicht endgültig erschlossen. Zu Beginn der Bearbeitung in den 80er Jahren ist eine Kartei erstellt worden, welche die Grundlage bei der Eingabe in die Datenbank Ende der 90er Jahre darstellte. Die Daten wurden unverändert übernommen. Für den Nachlass wurde eine neue Klassifikation erarbeitet, nach der die eingegebenen Verzeichnungseinheiten geordnet werden. In den Abschnitten Biografisches Material, Privat- und Geschäftskorrespondenz sind neue Aktentitel gebildet worden. 2007 wurden schließlich die Abschnitte IV bis VI tiefgründiger erschlossen. Zwar wurden zum großen Teil die Titel der Akten in den Geschäftspapieren und Materialsammlungen original vom Nachlasser übernommen, jedoch wurden sie mit umfangreichen Bemerkungen ergänzt. Damit stellt das hier vorliegende Findbuch den vorläufig letzten Stand der Bearbeitung dar. Digitalisierung Die Korrespondenz im Nachlass ist komplett verfilmt und vom Film digitalisiert worden. Wegen des Erhaltungszustandes werden auch die Originale nicht mehr zur Benutzung freigegeben. Durch einen hochwertigen Silberhalogenidfilm ist eine Bestandssicherung erreicht worden. Die Benutzung dieses Nachlassteiles erfolgt in der Regel über die elektronischen Daten am PC. Die Bezeichnung der CD-ROM entspricht der der Akteneinheit. Beim Scannen wurden die einzelnen Blatt fortlaufend mit einer Nummerierung versehen. Der erste Teil des Dateinamens spiegelt aber die Akteneinheit wider. Allerdings stimmen die Dateinummern nicht mit der Seitenzahl überein. 3. Erschließungszustand/Umfang: erschlossen; Findbuch, Datenbank, Digitalisate; Umfang: 40,75 lfm.
- 1896-1899, Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Q 2/48 Nachlässe Rudolf von Gansser sen. und Rudolf Gansser jun. Enthält auch: einige Postkarten Enthält u.a.: 1896: Ankunft in Daressalam, Schnepfenjagd mit von den Marwitz, das Essen in der Messe (25.12.1896) 1897: Leutnant Bresler, Kauf eines Esels, Foxterrier Flock, Schwester Lilli, geb. Gräfin Pückler (08.01.1897); bevorstehender Empfang des Gouverneurs (21.01.1897); trigonometrisches Signal bei der Plantage Lewa eingesetzt, Besichtigung des Signals durch den Gouverneur, Ausstattung der Expedition Ganssers (06.02.1897); Lob vom Gouverneur für das Signal in Lewa, Beschreibung der Plantage Lewa, Errichtung eines weiteren Signals auf dem Berg Mlinga, Weitermarsch zum Tengomaberg, Ausblick vom Tengomaberg (26.03.1897); Beschreibung des Berges Lutindi, Feier des 100. Geburtstags Kaiser Wilhelms I. (19.03.1897); Fertigstellung des Signals auf dem Lutindi (30.03.1897); auf dem Mlunduiberg, Glückwunsch zum Hochzeitstag der Eltern, Besuch der v. Horn während der Ostertage geplant (5./6.04.1897); Dank für das Geburtstagskistchen, gute Aufnahme auf der Plantage der v. Horns, bisher 8 große Signale errichtet (23.4.1897); Feier des Geburtstags (Postkarte vom 26.04.1897 mit kurzem Gruß der Marieluise v. Horn); Anfang Juni sollen an der Küste weitere Signale errichtet werden, Fieberanfall Ganssers, Besitzverhältnisse an den Plantagen, Schilderung der Marschroute (18.05.1897); in Handei sind alle Punkte errichtet, als nächstes sollen alle Punkte gemessen und im Herbst der Küstenanschluss gemacht werden (11.06.1897); Einweihung der Marieluisenhöhle auf dem Bulwa-Berg (20.06.1897); erneute freundliche Aufnahme bei den v. Horns für 14 Tage, hier Errichtung einer Hütte zur Unterbringung seiner Lasten, eine in Tanga verwahrte Kiste Ganssers wurde aufgebrochen und einiges daraus gestohlen, u.a. eine Mauserpistole und Munition (1.07.1897); Bau eines Blockhauses auf Msasa (Teil von Derema), wo die v. Horns nun wohnen, zur Lagerung von Gegenständen und Errichtung einer Bettstelle dort, im Luengeratal wegen Überschwemmung keine Messungen möglich, Einladung in die englische Mission (15.07.1897); Basismessung im Luengeratal verzögert sich wegen andauerndem Regenfall (01.08.1897); noch kein Jagdausflug, Wild in Afrika, klimatische Situation, Signal in Lutindi am 14.08. fertiggestellt, neues Ziel ist Wuga (10.08.1897); Gansser rekrutiert in Masinde neue Träger und Arbeiter, er versucht dort, eine neue Basis zu errichten, da das Luengeratal nicht trocken zu werden scheint, Jagd in der Steppe beim Manga-See, schwer erkrankter Premierleutnant Storch in Masinde und dessen Tod, Erhalt der Erinnerungsmedaille, Gratulation zum Geburtstags des Vaters (06.09.1897); weitere Gratulation zum Geburtstag des Vaters, seit 3 Monaten heftiges Zahnweh, Behandlung durch Dr. Eggel, nach wie vor Wasser im Luengeratal, höheres Preisniveau in Deutsch-Ostafrika (29.09.2897); auf Rückreise nach West-Usambara wieder bei den v. Horns, Kapitän Asthausen vom "Bundesrat", mit dem Gansser die Anreise nach Ostafrika gemacht hatte (10.10.2897); Gansser versucht in Luengeratal Basismessung durchzuführen (24.10.1897), Schwierigkeit, im Luengeratal Basismessung voranzubringen, Jagd auf Flusspferde, Planung für die weiteren Vermessungsarbeiten (31.10.1897); Erkrankung an Fieber, neuer Hund, Fotografieren in Ostafrika, Rodung einer 3000 m langen und 10 bis 15 m breiten Linie aus dem Busch zu Vermessungszwecken, der Leuchtturm von Ulenge bei Tanga soll der östlichste Vermessungspunkt sein (20.11.1897); Verschickung von Meßinstrumenten ins Luengeratal, kleines Haus dort zur Unterbringung von Material und zum Schlafen (6.12.1897); Gansser wurde von Dr. Becker untersucht, alles gesund, sein Messgehilfe Wolfhauer, der gestorben ist, war ein Trinker und starb am Herzschlag (20.12.1897) ; feierte Weihnachten im Busch (26.12.1897) 1898: feierte Silvester bei den v. Horns, er hofft, in 6 Wochen vor Einbruch der Regenzeit mit der Vermessung der Basis fertig zu sein, dann folgt die Messung auf allen Punkten (01.01.1898); Beschreibung seines Aufenthaltes in Kerenge im Luengeratal (16.01.1898); Planung für den 70sten Geburtstag des Vaters, anstehender Besuch des Gouverneurs (29.01.1898); Besuche bei Gansser (07.02.1898); Geschenk für Herrn v. Horn, bevorstehender Besuch des Gouverneurs und dessen Vorbereitung (13.03.1898); bevorstehender Besuch des Gouverneurs (22.03.1898); Besuch des Gouverneurs im Lager Kerenge, dessen Verlauf, Kielmaiers Grab an der großen Karawanenstraße (5.04.1898); Strafexpedition wegen des Todes von Kielmaier ohne Gansser, "jedoch auf kriegerische Lorbeeren muß ich hier erstmal verzichten", Pockengefahr gering, Pockenimpfungen werden durchgeführt; Lage in Kiautschou (China) (16.04.1898); Bestellung von photographischen Platten bei Schaller über den Vater (01.05.1898); Dank für das Geburtstagskistchen von den Eltern, bevorstehende Vermessung der horizontalen Vermessungsbasis, militärische Laufbahn des Bruders Konrad Gansser, Beurteilung der Politik des Gouverneurs Liebert, Nichtberufung von v. Scheele als Kolonialdirektor (13.05.1898); der geodätische Professor sei nicht gekommen, Erfolg von Gouverneur Lieberts Besuch, Gansser hat eine Pfahljochbrücke gebaut, Messbasis, Besuch bei den v. Horns über Pfingsten (01.06.1898); Stand der Arbeiten an der Basis, Dauer der Paketzusendung (11.06.1898); Arbeit an der Basis ist fertig, sie kann vermessen werden, Geburtstag des Herrn v. Horn (30.06.1898); Zustand der Vermessungsbasis und weitere Arbeiten daran (10.07.1898); mögliches Geschenk für Frau v. Horn (31.07.1898); Weitere Arbeit an der Vermessungsbasis, Heilbronner Unruhen, Bestellungen über den Vater, u.a. Fotoplatten (31.07.1898); Besuch der Pflanzung "Magroko", hohe Temperaturschwankungen, Marsch zur Küste, Löwenjagd, Frachtsendung von Fellen, Speeren und Hörnern an die Eltern, Gratulation zum Geburtstag der Mutter, Geschenke für Frau v. Horn aus Deutschland (5.09.1898); wünscht sich zu Weihnachten Backwerksendung von den Eltern (24.08.1898); Ungünstiges Wetter zum Vermessen, will als nächstes nach West-Usambara marschieren (06.09.1898); Geburtstag des Vaters, Zufriedenheit mit der Situation in Deutsch-Ostafrika, Zustand der Basis, Spur eines alten Löwen, Krankheit seines Sergeants, er wird entlassen, kommt zum Vortrag nach Daressalam, Bericht Graf von Lindens (21.09.1898); Beginn des Messens in West-Usambara, Vorstellung eines Försters als neue Kraft, Entlassung von dessen Vorgänger, (4.10.1898); Plan 1899 nach Europa zu kommen, Erklärung für starke Temperaturunterschiede, nach Fertigstellung des Signals Vermessung von Illichs Plantage, hat nun einen gelernten Förster als Mitarbeiter (13.10.1898); Heimreise des Gouverneurs (4.11.1898); Reise nach Mombasa, englische Ugandabahn, schickt Bilder und anderes mit (21.11.1898); Museum des Grafen Linden, Daressalam-Reise und Mombasa, Beschreibung der Bahnverhältnisse (14.12.1898); Dank für das Weihnachtsbackwerk, Weihnachtsfeier Ganssers , Patent als Premierleutnant (28.12.1898) 1899: Situation im Lager auf Msasa (11.1.1899); Marsch zum Lutindi, Abschuss einer Antilope, Heuschreckenplage in der Gegend, Maßnahme gegen die Hungersnot, mühsame Arbeit auf dem Lutindi (23.01.1899); holte in Tanga ein Messinstrument, Rückkehr des Gouverneurs aus dem Urlaub (17.02.1899); war auf einer anstrengenden 6-7 wöchigen Tour, Plan für eine große Safari vor dem Urlaub (08.03.1899); astronomische Bestimmungen zur Festlegung der Basis wegen schlechten Wetters und Sternensicht noch nicht beendet, geographische Breite und Länge des Lagers, sein Urlaubsgesuch, wünscht Teilnahme am Kaisermanöver (21.03.1899); hat die schwere Arbeit im Luengeratal trotz widriger Wetterverhältnisse inzwischen beendet (01.04.1899); bevorstehender Urlaub in Deutschland (14.04.1899); im Mittelmeer auf der Fahrt nach Deutschland, will in Paris den Bruder Hans besuchen (19.06.1899); Aktivitäten in Berlin (13.07.1899) description: Enthält auch: einige Postkarten Enthält u.a.: 1896: Ankunft in Daressalam, Schnepfenjagd mit von den Marwitz, das Essen in der Messe (25.12.1896) 1897: Leutnant Bresler, Kauf eines Esels, Foxterrier Flock, Schwester Lilli, geb. Gräfin Pückler (08.01.1897); bevorstehender Empfang des Gouverneurs (21.01.1897); trigonometrisches Signal bei der Plantage Lewa eingesetzt, Besichtigung des Signals durch den Gouverneur, Ausstattung der Expedition Ganssers (06.02.1897); Lob vom Gouverneur für das Signal in Lewa, Beschreibung der Plantage Lewa, Errichtung eines weiteren Signals auf dem Berg Mlinga, Weitermarsch zum Tengomaberg, Ausblick vom Tengomaberg (26.03.1897); Beschreibung des Berges Lutindi, Feier des 100. Geburtstags Kaiser Wilhelms I. (19.03.1897); Fertigstellung des Signals auf dem Lutindi (30.03.1897); auf dem Mlunduiberg, Glückwunsch zum Hochzeitstag der Eltern, Besuch der v. Horn während der Ostertage geplant (5./6.04.1897); Dank für das Geburtstagskistchen, gute Aufnahme auf der Plantage der v. Horns, bisher 8 große Signale errichtet (23.4.1897); Feier des Geburtstags (Postkarte vom 26.04.1897 mit kurzem Gruß der Marieluise v. Horn); Anfang Juni sollen an der Küste weitere Signale errichtet werden, Fieberanfall Ganssers, Besitzverhältnisse an den Plantagen, Schilderung der Marschroute (18.05.1897); in Handei sind alle Punkte errichtet, als nächstes sollen alle Punkte gemessen und im Herbst der Küstenanschluss gemacht werden (11.06.1897); Einweihung der Marieluisenhöhle auf dem Bulwa-Berg (20.06.1897); erneute freundliche Aufnahme bei den v. Horns für 14 Tage, hier Errichtung einer Hütte zur Unterbringung seiner Lasten, eine in Tanga verwahrte Kiste Ganssers wurde aufgebrochen und einiges daraus gestohlen, u.a. eine Mauserpistole und Munition (1.07.1897); Bau eines Blockhauses auf Msasa (Teil von Derema), wo die v. Horns nun wohnen, zur Lagerung von Gegenständen und Errichtung einer Bettstelle dort, im Luengeratal wegen Überschwemmung keine Messungen möglich, Einladung in die englische Mission (15.07.1897); Basismessung im Luengeratal verzögert sich wegen andauerndem Regenfall (01.08.1897); noch kein Jagdausflug, Wild in Afrika, klimatische Situation, Signal in Lutindi am 14.08. fertiggestellt, neues Ziel ist Wuga (10.08.1897); Gansser rekrutiert in Masinde neue Träger und Arbeiter, er versucht dort, eine neue Basis zu errichten, da das Luengeratal nicht trocken zu werden scheint, Jagd in der Steppe beim Manga-See, schwer erkrankter Premierleutnant Storch in Masinde und dessen Tod, Erhalt der Erinnerungsmedaille, Gratulation zum Geburtstags des Vaters (06.09.1897); weitere Gratulation zum Geburtstag des Vaters, seit 3 Monaten heftiges Zahnweh, Behandlung durch Dr. Eggel, nach wie vor Wasser im Luengeratal, höheres Preisniveau in Deutsch-Ostafrika (29.09.2897); auf Rückreise nach West-Usambara wieder bei den v. Horns, Kapitän Asthausen vom "Bundesrat", mit dem Gansser die Anreise nach Ostafrika gemacht hatte (10.10.2897); Gansser versucht in Luengeratal Basismessung durchzuführen (24.10.1897), Schwierigkeit, im Luengeratal Basismessung voranzubringen, Jagd auf Flusspferde, Planung für die weiteren Vermessungsarbeiten (31.10.1897); Erkrankung an Fieber, neuer Hund, Fotografieren in Ostafrika, Rodung einer 3000 m langen und 10 bis 15 m breiten Linie aus dem Busch zu Vermessungszwecken, der Leuchtturm von Ulenge bei Tanga soll der östlichste Vermessungspunkt sein (20.11.1897); Verschickung von Meßinstrumenten ins Luengeratal, kleines Haus dort zur Unterbringung von Material und zum Schlafen (6.12.1897); Gansser wurde von Dr. Becker untersucht, alles gesund, sein Messgehilfe Wolfhauer, der gestorben ist, war ein Trinker und starb am Herzschlag (20.12.1897) ; feierte Weihnachten im Busch (26.12.1897) 1898: feierte Silvester bei den v. Horns, er hofft, in 6 Wochen vor Einbruch der Regenzeit mit der Vermessung der Basis fertig zu sein, dann folgt die Messung auf allen Punkten (01.01.1898); Beschreibung seines Aufenthaltes in Kerenge im Luengeratal (16.01.1898); Planung für den 70sten Geburtstag des Vaters, anstehender Besuch des Gouverneurs (29.01.1898); Besuche bei Gansser (07.02.1898); Geschenk für Herrn v. Horn, bevorstehender Besuch des Gouverneurs und dessen Vorbereitung (13.03.1898); bevorstehender Besuch des Gouverneurs (22.03.1898); Besuch des Gouverneurs im Lager Kerenge, dessen Verlauf, Kielmaiers Grab an der großen Karawanenstraße (5.04.1898); Strafexpedition wegen des Todes von Kielmaier ohne Gansser, "jedoch auf kriegerische Lorbeeren muß ich hier erstmal verzichten", Pockengefahr gering, Pockenimpfungen werden durchgeführt; Lage in Kiautschou (China) (16.04.1898); Bestellung von photographischen Platten bei Schaller über den Vater (01.05.1898); Dank für das Geburtstagskistchen von den Eltern, bevorstehende Vermessung der horizontalen Vermessungsbasis, militärische Laufbahn des Bruders Konrad Gansser, Beurteilung der Politik des Gouverneurs Liebert, Nichtberufung von v. Scheele als Kolonialdirektor (13.05.1898); der geodätische Professor sei nicht gekommen, Erfolg von Gouverneur Lieberts Besuch, Gansser hat eine Pfahljochbrücke gebaut, Messbasis, Besuch bei den v. Horns über Pfingsten (01.06.1898); Stand der Arbeiten an der Basis, Dauer der Paketzusendung (11.06.1898); Arbeit an der Basis ist fertig, sie kann vermessen werden, Geburtstag des Herrn v. Horn (30.06.1898); Zustand der Vermessungsbasis und weitere Arbeiten daran (10.07.1898); mögliches Geschenk für Frau v. Horn (31.07.1898); Weitere Arbeit an der Vermessungsbasis, Heilbronner Unruhen, Bestellungen über den Vater, u.a. Fotoplatten (31.07.1898); Besuch der Pflanzung "Magroko", hohe Temperaturschwankungen, Marsch zur Küste, Löwenjagd, Frachtsendung von Fellen, Speeren und Hörnern an die Eltern, Gratulation zum Geburtstag der Mutter, Geschenke für Frau v. Horn aus Deutschland (5.09.1898); wünscht sich zu Weihnachten Backwerksendung von den Eltern (24.08.1898); Ungünstiges Wetter zum Vermessen, will als nächstes nach West-Usambara marschieren (06.09.1898); Geburtstag des Vaters, Zufriedenheit mit der Situation in Deutsch-Ostafrika, Zustand der Basis, Spur eines alten Löwen, Krankheit seines Sergeants, er wird entlassen, kommt zum Vortrag nach Daressalam, Bericht Graf von Lindens (21.09.1898); Beginn des Messens in West-Usambara, Vorstellung eines Försters als neue Kraft, Entlassung von dessen Vorgänger, (4.10.1898); Plan 1899 nach Europa zu kommen, Erklärung für starke Temperaturunterschiede, nach Fertigstellung des Signals Vermessung von Illichs Plantage, hat nun einen gelernten Förster als Mitarbeiter (13.10.1898); Heimreise des Gouverneurs (4.11.1898); Reise nach Mombasa, englische Ugandabahn, schickt Bilder und anderes mit (21.11.1898); Museum des Grafen Linden, Daressalam-Reise und Mombasa, Beschreibung der Bahnverhältnisse (14.12.1898); Dank für das Weihnachtsbackwerk, Weihnachtsfeier Ganssers , Patent als Premierleutnant (28.12.1898) 1899: Situation im Lager auf Msasa (11.1.1899); Marsch zum Lutindi, Abschuss einer Antilope, Heuschreckenplage in der Gegend, Maßnahme gegen die Hungersnot, mühsame Arbeit auf dem Lutindi (23.01.1899); holte in Tanga ein Messinstrument, Rückkehr des Gouverneurs aus dem Urlaub (17.02.1899); war auf einer anstrengenden 6-7 wöchigen Tour, Plan für eine große Safari vor dem Urlaub (08.03.1899); astronomische Bestimmungen zur Festlegung der Basis wegen schlechten Wetters und Sternensicht noch nicht beendet, geographische Breite und Länge des Lagers, sein Urlaubsgesuch, wünscht Teilnahme am Kaisermanöver (21.03.1899); hat die schwere Arbeit im Luengeratal trotz widriger Wetterverhältnisse inzwischen beendet (01.04.1899); bevorstehender Urlaub in Deutschland (14.04.1899); im Mittelmeer auf der Fahrt nach Deutschland, will in Paris den Bruder Hans besuchen (19.06.1899); Aktivitäten in Berlin (13.07.1899)
- Biographie: Karl Joseph Wilhelm Florestan Gero Crescentius Fürst von Urach Graf von Württemberg wurde am 15. Februar 1865 in Ulm als jüngerer Sohn des Wilhelm (I.) Herzog von Urach und der Florestine Herzogin von Urach geb. Prinzessin von Monaco geboren (1). Der Fürst besuchte zunächst zusammen mit seinem älteren Bruder Wilhelm (II.) Herzog von Urach die Grundschule und das Gymnasium der Jesuiten in Monaco (2). Im Jahre 1877 wechselte er an die Jesuiten-Erziehungsanstalt Unserer Lieben Frau Stella matutina in Feldkirch über. Nach einem erneuten Schulwechsel 1881 legte er im Jahre 1883 am Karlsgymnasium in Stuttgart das Abitur ab. Nach dem Abitur studierte Fürst Karl 1883 bis 1884 zwei Semester an der Universität München (3). Dort besuchte er u. a. Vorlesungen in Metaphysik und Geschichte der griechischen Philosophie bei dem Philosophie-Professor und späteren bayerischen Ministerpräsidenten und deutschen Reichskanzler Georg Graf von Hertling (1843-1919) sowie Vorlesungen in Staatswissenschaften bei dem Journalisten und Schriftsteller Professor Wilhelm Heinrich Riehl (1823-1897). Im Jahre 1883 erfolgte die Ernennung des Fürsten zum Secondelieutenant à la suite des Ulanen-Regiments König Karl (1. Württ.) Nr. 19 (4). Im April 1886 trat Fürst Karl in den aktiven Dienst dieses Regiments ein, musste aber infolge einer Erkrankung den aktiven Dienst wieder verlassen. Im März 1887 schied der Fürst als Offizier à la suite aus dem aktiven Dienst des Regiments aus. In den folgenden Jahren wurden dem Fürsten die für ein Mitglied des Hauses Württemberg üblichen Beförderungen unter Stellung à la suite des Regiments zuteil: 1887 wurde er zum Premierlieutenant, 1891 zum Rittmeister, 1899 zum Kavallerie-Major und 1906 zum Oberstleutnant ernannt. Im Jahre 1911 wurde ihm schließlich der Charakter eines Oberst verliehen. In den Jahren ab 1884 unternahm Karl Fürst von Urach zahlreiche ausgedehnte Reisen (5): 1884 bis 1886 bereiste er Südamerika, wo er v. a. die Kordilleren besuchte und die Indianerstämme am Oberlauf des Amazonas studierte (6). Die ethnologische Sammlung, die er auf der Reise anlegte, übergab er später dem Linden-Museum in Stuttgart. Auch in der Zeit nach 1887 hielt er sich häufig in Italien, Griechenland, auf dem Balkan, in Ägypten, wo er in Heliopolis bei Kairo Immobilien besaß (7), und im Osmanischen Reich auf. Im Jahre 1891 beteiligte er sich an einer Expedition nach Spitzbergen (8), 1893 bereiste der Fürst die USA(9). Die wenigen im vorliegenden Bestand erhaltenen Unterlagen zu der USA-Reise (v. a. Empfehlungsschreiben) (10) lassen vermuten, dass diese Reise auch ethnologischen Studien zu Indianerstämmen diente. Ein bevorzugtes Reiseziel des Fürsten war der Orient, der auf ihn eine große Faszination ausübte. So lernte er Türkisch, Arabisch und Persisch. Nicht zuletzt ließ der Fürst in den Jahren 1893 bis 1925 in seinem Palais in der Neckarstraße in Stuttgart arabische Räume (11) einbauen, die er mit Möbeln, Schnitzereien, Kacheln, Arbeiten aus Gipsstuck, Teppichen und anderen Antiquitäten aus dem Orient ausschmückte. Die Räume, die sogar zeitweise besichtigt werden konnten und als Attraktion galten, wurden bei einem Bombenangriff im Jahre 1944 zerstört. Während des Ersten Weltkrieges konnte Fürst Karl schließlich seine Sprachkenntnisse und sein auf den vielen Reisen in den Orient erworbenes Wissen über diese Region in seine Tätigkeit als deutscher Verbindungsoffizier im Osmanischen Reich (12) einbringen. Diese Funktion übte er in den Jahren 1916 bis 1917 aus. Fürst Karl übernahm einige ehrenamtliche Ämter. So war er Präsident der württembergischen Landesgruppe der Deutschen Kolonialgesellschaft (13) und Mitglied des württembergischen Landesverbandes des Deutschen Flotten-Vereins (14). Er unterstützte die Gesellschaft zur Förderung der Deutschen Ansiedlungen in Palästina (15). Außerdem förderte er die Arbeit des Luftschiff-Konstrukteurs Ferdinand Graf von Zeppelin mit der Zeichnung von Anteilen an der Gesel lschaft zur Förderung der Luftschifffahrt AG (16). Karl Fürst von Urach wurden im Laufe seines Lebens zahlreiche Orden verliehen (17): 1883 erhielt der Fürst den monegassischen Orden Saint Charles, 1889 das Großkreuz des persischen Sonnen- und Löwenordens (18), 1897 den Osmanie-Orden Erster Klasse, 1899 die Kaiser-Wilhelm-Erinnerungsmedaille. 1910 wurde er mit dem preußischen Roten Adlerorden ausgezeichnet. 1916 bekam er das Wilhelmskreuz mit Schwertern und Krone, ein Jahr später den königlich ungarischen Sankt-Stephansorden und das Eiserne Kreuz 2. Klasse. Karl Fürst von Urach starb am 5. Dezember 1925 in Stuttgart. Er wurde in der Katholischen Abteilung der Gruft der Schlosskirche Ludwigsburg begraben. 2. Zur Ordnung und Verzeichnung des Bestandes:: Der Bestand GU 120 gelangte zusammen mit dem Archiv der Herzöge und Fürsten von Urach Grafen von Württemberg als Depositum im Jahre 1987 ins Hauptstaatsarchiv. Dort bildet das Archiv des Hauses Urach innerhalb der Beständegliederung (Tektonik) die GU-Beständeserie. Bei der Neuordnung des Archivs durch Ltd. Archivdirektor Wolfgang Schmierer erhielten die Unterlagen zu Karl Fürst von Urach die Signatur GU 120. Da sich die Materialien in einem schlechten Ordnungszustand befanden, mussten die Verzeichnungseinheiten größtenteils erst gebildet werden. Wo es sinnvoll erschien, wurden die bereits vorgefundenen Einheiten beibehalten. Während der Erschließungsarbeiten wurden aus dem Bestand GU 120 umfangreiche Unterlagen ausgegliedert und insbesondere den Beständen GU 96 (Vermischtes und Ungeklärtes), GU 100 (Fremdarchivalien und sonstige Sammlungen), GU 107 (Florestine Herzogin von Urach), GU 117 (Wilhelm (II.) Herzog von Urach) und GU 202 (Bertha Freiin von Biegeleben) zugewiesen. Es kann zudem nicht ausgeschlossen werden, dass sich noch weiteres Material der Provenienz Karl Fürst von Urach in bisher noch unverzeichneten Beständen des Hauses Urach befindet. Den weitaus größten Teil des Bestandes bilden die umfangreichen Korrespondenzen des Fürsten (Rubrik 2), vor allem mit seiner Mutter (Rubrik 2.1.1) mit seinem Bruder Wilhelm und dessen Familie (Rubrik 2.1.2) sowie mit Bertha von Biegeleben (Rubrik 2.1.5). Letztere war die Hofdame seiner Mutter Florestine und eine enge Vertraute des Fürsten. Außerdem finden sich Korrespondenzen mit Vertretern der deutschen und europäischen regierenden und ehemals regierenden Fürstenhäusern in dem Bestand (Rubrik 2.5). Karl Fürst von Urach korrespondierte zudem auch mit zahlreichen Persönlichkeiten des öffentlichen Lebens (Rubrik 2.7), u. a. mit Gelehrten. Bei fast allen Korrespondenzen handelt es sich um sogenannte unilaterale Korrespondenzen, d. h. es finden sich lediglich die Briefe des Korrespondenzpartners im vorliegenden Bestand. Wenn vereinzelt auch Briefe oder Briefentwürfe des Fürsten an den jeweiligen Adressaten vorhanden sind, ist dies ausdrücklich in der Titelaufnahme erwähnt. Meist handelt es sich dabei um nachträglich an den Fürsten oder dessen Familie zurückgegebene Briefe des Fürsten. Zudem ist zu beachten, dass Fürst Karl bei seiner Korrespondenz keine Durchschläge angefertigt hat. Die Korrespondenzen können als interessante Quelle für die Alltags- und Mentalitätsgeschichte des Adels angesehen werden. In ihnen zeigen sich die vielfältigen Kontakte, die der Fürst zu Mitgliedern anderer Adelsfamilien pflegte. Auch bieten sie sicherlich Details zu den zahlreichen Reisen des Fürsten. Eine inhaltliche Erschließung der Korrespondenz war allerdings aufgrund des damit verbundenen Arbeits- und Zeitaufwandes nicht möglich. Leider weisen die Korrespondenzen bzw. Korrespondenzserien, die in diesem Bestand enthalten sind, teilweise kleinere Lücken auf. Ob sich in den bisher noch unverzeichneten Beständen des Archivs des Hauses Urach noch Korrespondenz des Fürsten befindet, lässt sich zum gegenwärtigen Zeitpunkt nicht beantworten. Neben den Korrespondenzen bilden die umfangreichen Sammlungen von Fotos und Aufnahmen (Rubrik 10) den nach Anzahl der Titelaufnahmen zweitgrößten Teil des Bestandes. Von Interesse sind dabei vor allem die Fotos und Fotoalben mit Aufnahmen von den zahlreichen Reisen des Fürsten u. a. nach Südamerika, nach Ägypten und ins Osmanische Reich und auf den Balkan (Rubrik 10.2.2). Außerdem finden sich Fotos, die während der bereits erwähnten Tätigkeit des Fürsten als Verbindungsoffizier im Osmanischen Reich während des Ersten Weltkriegs entstanden sind (Rubrik 10.2.4). Fürst Karls Interesse an islamischer (arabischer) Kunst spiegelt sich auch in den zahlreichen Aufnahmen zu Bauten und Kunstwerken islamischer Kunst, die in der Rubrik 10.3 vereinigt sind. Möglicherweise dienten ihm auch diese Aufnahmen als Quelle der Inspiration beim Bau der Arabischen Räume im Palais Urach zu Stuttgart. Von den übrigen in dem vorliegenden Bestand verwahrten Materialien seien noch die Manuskripte des Fürsten mit literarischen und kunsthistorischen Texten und eine Denkschrift zur politischen Neuordnung Europas durch Deutschland im Ersten Weltkrieg zu erwähnen. Ferner finden sich interessante Dokumente über die bereits oben aufgeführten Vereine und Gesellschaften, in denen der Fürst tätig war bzw. die er finanziell unterstützte, in dem Bestand. In einem Anhang (Rubrik 16) sind Fotos, ein Album und Siegel aus dem Besitz der Wera Herzogin von Württemberg geb. Großfürstin von Russland vereinigt, die nach dem Tod der Herzogin von deren Tochter Olga Prinzessin zu Schaumburg-Lippe an Karl Fürst von Urach übergeben wurden. Außerdem wurden dem Bestand Korrespondenzen des Bruders von Karl Fürst von Urach, Wilhelm (II.) Herzog von Urach, zum Nachlass Karls, zu den Arabischen Räumen sowie zu einem Zeitungsartikel über den Fürsten eingegliedert (19). Da sich diese Materialien auf Karl Fürst von Urach beziehen, erschien die Einordnung in den vorliegenden Bestand sinnvoll. Unterlagen zu Karl Fürst von Urach sind erwartungsgemäß auch in anderen Beständen des Archivs des Hauses Urach vorhanden. Insbesondere sind hier die Bestände GU 99 (Fotoalben und -sammlungen), GU 107 (Florestine Herzogin von Urach geb. Prinzessin von Monaco), GU 117 (Wilhelm (II.) Herzog von Urach) und GU 202 (Bertha von Biegeleben) zu nennen. Die Archivalien des Bestandes dürfen nur nach vorheriger Genehmigung des Chefs des Hauses Urach eingesehen werden. Der Bestand GU 120 wurde von Herbst 2004 bis April 2005 von dem Unterzeichneten erschlossen. Er umfasst 4,6 lfd. Meter mit 318 Nummern. Stuttgart, im April 2005 Eberhard Merk Fußnoten: (1) Zu Karl Fürst von Urach siehe v. a.: Artikel von Wolfgang Schmierer in: Das Haus Württemberg. Ein biographisches Lexikon. Hg. von Sönke Lorenz, Dieter Mertens, Volker Press. Stuttgart 1997. S. 390. Heinrich Fischer: Fürst Karl von Urach als Forschungsreisender. In: Schwäbischer Merkur vom 11. Dezember 1926 S. 17f. (Sonntagsbeilage zum Schwäbischen Merkur Nr. 580). Zeitungsartikel und Nachrufe in M 743/2 Bü 542. (2) Vgl. hierzu Bü 1 (Ordnungsnummer 1) in diesem Bestand. Bei Schmierer wird der Schulbesuch in Monaco nicht erwähnt. Die Daten zum Schulbesuch des Karl Fürst von Urach wurden dem kurzen Lebenslauf, verfasst von Wilhelm (II.) Herzog von Urach, in Bü 21 (Ordnungsnummer 11) entnommen. (3) Siehe hierzu Bü 11 (Ordnungsnummer 2). (4) Zur militärischen Karriere vgl. die Personalakte Fürst Karls in: M 430/1 Bü 2797. Außerdem Bü 7 (Ordnungsnummer 3), 121 (Ordnungsnummer 98). (5) Eine Aufstellung der Reisen des Fürsten, angefertigt von Karls Bruder Herzog Wilhelm (II.), wird in Bü 21 (Ordnungsnummer 11) verwahrt. Diese Aufstellung diente auch Heinrich Fischer als Grundlage für seinen Artikel (a.a.O.). (6) Siehe dazu das Manuskript des Fürsten in Bü 269 (Ordnungsnummer 145). Eine ausführliche Beschreibung des Reiseverlaufes der Südamerika-Reise findet sich in dem Artikel von Heinrich Fischer (a.a.O.). (7) Bü 297, 298 (Ordnungsnummer 208, 211) (8) Vgl. dazu den Briefwechsel des Max Graf von Zeppelin in Bü 161 (Ordnungsnummer 118) und das Manuskript des Fürsten in Bü 273 (Ordnungsnummer 146). Fotos von Spitzbergen und Norwegen finden sich in Bü 59 (Ordnungsnummer 247). (9) Zu dieser Reise gibt es keine Fotos im vorliegenden Bestand. (10) Bü 177 (Ordnungsnummer 138) (11) Siehe dazu Bü 20 (Ordnungsnummer 217), Bü 80 (Ordnungsnummer 288), Bü 83 (Ordnungsnummer 202), Bü 316 (Ordnungsnummer 198). Eine eindrückliche Beschreibung der arabischen Räume liefert: Claus Mohr: Arabische Kunst in Stuttgart. In: Deutsches Volksblatt Jg. 1926 Nr. 170 vom 28. Juli 1926. (12) Siehe dazu Bü 108, 293 (Ordnungsnummern 5 und 6). Fotos aus dieser Zeit haben sich in Bü 42 (Ordnungsnummer 264) erhalten. (13) Zur Arbeit des Fürsten in der Deutschen Kolonialgesellschaft finden sich keine Materialien im vorliegenden Bestand. (14) Bü 285 (Ordnungsnummer 193) (15) Bü 294 (Ordnungsnummer 191) (16) Bü 296 (Ordnungsnummmer 189) (17) Siehe dazu Bü 6, 101 (Ordnungsnummern 7 und 8) (18) Die Verleihung erfolgte anlässlich des Staatsbesuchs von Schah Nasir-el-din im Jahre 1889 in Stuttgart. (19) Bü 10 (Ordnungsnummer 9), Bü 21 (Ordnungsnummer 11), Bü 23 (Ordnungsnummer 216)
- Zur Geschichte der Abteilung für persönliche Angelegenheiten: Der Beitritt Württembergs zum Deutschen Reich 1871 brachte erhebliche organisatorische Veränderungen im württembergischen. Kriegsministerium mit sich. Es wurde zunächst in drei Abteilungen gegliedert: Centralbureau (C), Militärabteilung (MA) und Oeconomieabteilung (Oe). Im provisorischen Organisationsentwurf vom 16. August 1871 wurde die Bearbeitung der Personalangelegenheiten der Offiziere, der Ordensverleihungen, der Ehrengerichtssachen für Offiziere und der Personalnachrichten im Militärverordnungsblatt dem Centralbureau übertragen. Bereits im November 1871 wurde ein Teil dieser Aufgaben an die Militärabteilung abgegeben. Nach § 4 der Registraturordnung des Kriegsministeriums sollte die Registratur des Ministeriums zwar als eine einheitliche aufgefasst werden, "doch ist dieselbe zu formieren, dass jede Abteilung ihre eigenen Akten hat und derselben für die Journalführung, für das Herbeischaffen der Vorgänge, Completierung der Akten usw. ein Registraturbeamter zur Disposition steht". Diese Anordnung hatte zur Folge, dass bei Kompetenzveränderungen die entsprechenden Akten von Abteilung zu Abteilung wanderten. Im Januar 1896 begann das Centralbureau mit der Führung eines eigenen Diariums für die Personalangelegenheiten und Ordensverleihungen. Am 24. April 1896 überwies der Kriegsminister die Bearbeitung sämtlicher Personalangelegenheiten der Offiziere und der Ordensverleihungen an die Militärabteilung, die mit diesen Aufgaben auch das Journal und die Vorakten des Centralbureaus übernahm. Für diesen Tätigkeitsbereich wurde in der Militärabteilung die Sektion III eingerichtet. Bei der Neuorganisation des Kriegsministeriums erhielt die Militärabteilung mit Wirkung vom 1. August 1906 an die Bezeichnung "Abteilung für allgemeine Armee- und persönliche Angelegenheiten" (A). Die Gliederung in drei Sektionen blieb unverändert, ebenso die Journalführung (ein gemeinsames Diarium für Sektion 1 und 2, ein zweites für die Sektion 3). Nach dem im Januar 1907 gedruckten Organisationsschema hatte die Sektion 3 folgende Angelegenheiten zu bearbeiten: Personalien der Offiziere und Sanitätsoffiziere Offiziere des Landjägerkorps Kommandierungen von Offizieren Heiraten Erkrankungen Qualifikations- und Personalberichte Anstellung verabschiedeter Offiziere im Zivildienst Ergänzung des Offizier- und Sanitätsoffizierkorps Kadettenkorps Fahnenjunker und Fähnriche Kriegsschulen und Kriegsakademien Ausgleich des militärärztlichen Personals für den Mobilmachungsfall zwischen Württemberg und Preußen Allerhöchste Handschreiben Ehrengerichtliche Angelegenheiten der Offiziere und Sanitätsoffiziere Verleihung von königlich württembergischen Orden und Medaillen Verleihung nichtwürttembergischer Orden usw. an württembergische Militärpersonen Rückgabe und Ersatz von Orden und Ehrenzeichen Kaiser Wilhelm-Erinnerungsmedaille Rettungsmedaille Gehaltseinweisungen der Offiziere (Etatskapitel 19-24, 41) Generalmajor Wocher’sche Stiftung Militärverordnungsblatt (Personal-Nachrichten). Der Beginn des Ersten Weltkriegs änderte an diesem Umfang der Geschäfte nichts, allerdings nahm die Arbeit enorm zu. Die Sektion A 3 bestand am 2.8.1914 aus zwei Offizieren und drei Zivilbediensteten. Im Verlauf des Krieges musste der Personalstand erheblich ausgeweitet werden. Im Oktober 1918 beschäftigte die Abteilung 39 Mitarbeiter. Im Spätherbst 1914 wurde die Sektion in vier Gruppen mit der Bezeichnung 3 a-d aufgeteilt, die im wesentlichen unverändert die bisherigen Aufgaben wahrnahmen. Neu war z.B. die Vorbereitung von Gedenkblättern für gefallene Offiziere (bis November 1917) und die Redaktion der Veröffentlichung von Verleihungen Eiserner Kreuze. Einen detaillierten Aufschluss über die Arbeit liefern die vierteljährlichen Denkschriften der Sektion bzw. Abteilung für den Kriegsminister (Bü 274). Durch Verfügung des Kriegsministers vom 30. Juni 1917 wurde die Sektion A 3 aus der Abteilung A herausgelöst und als selbständige "Abteilung für persönliche Angelegenheiten" (P) institutionalisiert. Die Führung der Geschäfte übernahm der bisherige Sektionschef Major Schumacher. Im übrigen blieben die Einteilung und der Dienstbetrieb in der nunmehrigen Abteilung völlig dieselben wie in der früheren Sektion. Die alten Gruppen A 3 a-d erhielten die Bezeichnung P 1-4. Auch der Aktenbestand der Abteilung wurde nicht verändert. So ist es zu erklären, dass in diesem Bestand Schriftstücke und Aktenbände mit den Signaturen C, Z, MA, A (AP) und P enthalten sind. Sie spiegeln die wandernde Kompetenz wider. Analog zur Übernahme von Akten anderer Abteilungen wurden bei Abgabe einer Kompetenz auch die entsprechenden Akten weitergegeben. So wurde z.B. 1917 die Bearbeitung vorläufiger Entlassungen, Zurückstellungen usw. der Abteilung für Waffen und Feldgerät übertragen. Die einschlägigen Akten der Gruppe A 3b bzw. P 2 wurden daraufhin an die Abteilung WK ausgefolgt. Im Jahre 1917 hatte die Gruppe A 3a mit der Führung eines separaten Diariums begonnen. Es wurde von der in P 1 umbenannten Gruppe unverändert fortgeführt. Diese Gruppe bearbeitete ausschließlich Verleihung, Beschaffung, Rückgabe und Ersatz von Orden und Ehrenzeichen. Die Diarien der Abteilung P umfassen also die noch vom Centralbureau begonnene Hauptserie ab 1896 und die Sonderserie für Ordensangelegenheiten ab 1917, sowie ein Demobilmachungstagebuch ab 1914. Nach Kriegsende trat im Mai 1919 eine neue Geschäftseinteilung im Kriegsministerium im Kraft. Die Abteilung P hieß seitdem Abteilung Generalkommando (GK) - Personalamt. Mit der Annahme der Weimarer Verfassung ging die gesamte Heeresverwaltung auf das Reich über. Am 28. August 1919 wurde deshalb das Kriegsministerium in Reichswehr-Befehlstelle Württemberg umbenannt. Diese Behörde stellte ihre Tätigkeit am 30. September 1919 ein. An ihre Stelle trat am 1. Oktober 1919 das Heeresabwicklungsamt Württemberg. Die noch zu erledigenden Arbeiten aus dem Bereich der alten Abteilung P wurden in der Personalabteilung des Abwicklungsamtes bis zum 31. März 1921 fortgeführt. Offiziell waren zu diesem Zeitpunkt alle unerledigten Angelegenheiten abgewickelt. 2. Zur Geschichte des Bestandes und seiner Ordnung: Die eigenen Akten des Abwicklungsamtes gelangten mit den übernommenen Akten des Ministeriums in die Reichsarchivzweigstelle Stuttgart. Dort wurde ein eigener Bestand "Heeresabwicklungsamt" gebildet, im wesentlichen für die Akten, die ausschließlich bei dieser Behörde erwachsen waren. Die Ministerialakten wurden aussortiert und nach Abteilungen - möglichst in der Folge der alten Aktenzeichen - gegliedert. In wenigen Fällen waren Schriftstücke des Abwicklungsamts in Ministerialaktenbände eingeheftet. Sie wurden dort belassen. Die Reichsarchivzweigstelle übernahm zum Teil die Listen, etwa über Ordensverleihungen, die im Kriegsministerium geführt worden waren, als Handakten oder zur Ergänzung. Diese Tätigkeit erlosch schon vor dem Zweiten Weltkrieg. Allerdings wurden diese Listen zunächst nicht dem Bestand der alten Ministerialabteilung P angegliedert. Bei Beginn der Ordnungsarbeiten im Herbst 1970 fanden sich summarisch verzeichnete und völlig unerschlossene Akten und Bände der Personalabteilung an verschiedenen Lagerorten im Gebäude Gutenbergstraße. Ein summarisches Verzeichnis nannte Friedensstammlisten, die aber bereits 1940 kassiert worden waren. Das gleiche Schicksal erfuhr im Jahre 1949 die Masse der sog. Kriegsakten der Abteilung A 3 bzw. P 2-4 seit 1915, sowie Unterlagen über Stellenbesetzungen und Zurückstellungsgesuche. Von ursprünglich 96 Bunden (rund 25 lfd. m) dieses Bestandes waren noch 22 (rund 5.5 lfd. m) vorhanden. Dazu kamen 30 listenmäßig erfaßte Bunde mit Akten über Ordensverleihungen, einige Leitzordner und weitere lose vermischte Akten der Personalabteilung, zum Teil aus den Handregistraturen früherer Heeresarchivsachbearbeiter. Bei der Ordnung dieser einigermaßen verwirrenden Sammlung wurde versucht, alte Registraturzusammenhänge so gut wie möglich beizubehalten. Es gab im wesentlichen vier Registraturschichten: 1. Akten, die vor dem Ersten Weltkrieg angelegt wurden. Sie tragen nach Kapitel, Titel, Sektion, Nummer und evtl. Bandzahl gegliederte Aktenzeichen (1.3.1.1. Vol. I). Auch ursprünglich im Centralbureau angelegte Akten tragen solche Signaturen. Die auf den vorgedruckten Aktendeckeln zwischen den Angaben Sektion und Nummer vorgesehene Position Lit(tera) wurde nicht belegt. 2. Akten, die im Ersten Weltkrieg vor 1917 angelegt wurden. Sie tragen in der Regel mnemotechnische Aktenzeichen (RKM = Rote-Kreuz-Medaille, KrA = Kriegsakten). 3. Akten, die nach 1917 bei P neu angelegt wurden. Sie haben keine Aktenzeichen. 4. Akten, vor allem Listen, ohne jedes Aktenzeichen. Da sich diese Schichten zeitlich überschneiden, wurde eine sachliche Gliederung vorgezogen. Die Ordensangelegenheiten wurden vorangestellt. Aussortiert wurden einige wenige Aktenbände, die bei P keinen Zugang erhalten hatten und wohl irrtümlich bei der flüchtigen Aufteilung der Kriegsministerialakten in das Schriftgut der Personalabteilung eingereiht worden waren. Kassiert wurden nur vereinzelte unbedeutende lose Schriftstücke und leere Formulare. Einige Aktenbände, die eigentlich in diesen Bestand gehören, wurden irrtümlich bei der Verzeichnung des Bestandes der Verwaltungsabteilung (B) dort nicht herausgelöst. Auf diesen Bestand wird deshalb hingewiesen. Ordensakten finden sich auch provenienzgerecht in den Unterlagen anderer Ministerialabteilungen. Im Anschluss an die eigentlichen Titelaufnahmen werden jeweils alte Signaturen (AS) - soweit vorhanden - angegeben. Danach folgt eine Aufstellung der Stellen, bei denen die einzelnen Faszikel geführt worden sind: C bzw. Z, MA, MA(P), AP, P, HAA (Heeresabwicklungsamt), Reichsarchivzweigstelle. Die Verzeichnung wurde von Archivinspektoranwärter Buchsteiner im Herbst 1970 durchgeführt. Er arbeitete auch einen ersten Ordnungsversuch aus. Die Überarbeitung der Titelaufnahmen und die endgültige Ordnung wurde im Frühjahr 1971 von Staatsarchivrat Dr. G. Taddey durchgeführt. Der Bestand wurde vom Archivangestellten Westenfelder verpackt. Er umfasst 355 Faszikel in 12.60 lfd. m, sowie 75 Diarienbände in 3.75 lfd. m. Stuttgart im März 1971 (Taddey)
- Signatur des Bestandes: XM - Bezeichnung des Bestandes: Münzen, Medaillen, Marken - Umfang des Bestandes: über 1.900 Nummern - Findmittel: Findbuch - Beschreibung des Bestandes (wesentliche Inhalte mit Angabe der Laufzeit): 1. Münzen 1.1. Deutschland (um 1180 – 1950) 1.2. Andere Emittenten (um 20 v. Chr. – 1948) 2. Medaillen 2.1. Hof (1817 – 1998) 2.2. Andere (1530 – 1983) 3. Marken 3.1. Hof (um 1870 - um 1995) 3.2. Andere (um 1800 – 2003) Titelaufnahme: 1. - Münzen: Nominal (Wertangabe) und Emittent - Medaillen: Medaillenart - Marken: Emittent 2. Vorderseite: Abbildung, Inschrift 3. Rückseite: Abbildung, Inschrift 4. Rand: Inschrift 5. Herkunft (Geschenk, Leihgabe, Künstler, Prägestätte, Fundort, Teil eines Münzschatzes) 6. Bemerkungen: Material, Form (falls nicht rund), Durchmesser, Zustand Begriffsfestlegungen: Im Sinne dieses Findbuches sind: - Münzen: werthaltige Ausprägungen von Geld, d.h. typischerweise in einem Gebiet bei verschiedenen Stellen und zu beliebigen Zwecken einlösbare Kleingegenstände, die auf nicht absehbare Dauer ohne Verlust ihres Wertes aufbewahrt werden können; in Unterscheidung zu Banknoten und anderen Formen von Geld sind Münzen klein, oft rund und aus Metallen hergestellt (Ausnahmen: eckige Münzen; Münzen aus Porzellan oder Papier); trotz seiner eingeschränkten Geldfunktionen (zeitliche und örtliche Begrenzung der Gültigkeit) wird das Notgeld aus den Jahren 1917-1923 hier zu den Münzen gerechnet. - Medaillen: formal münzähnliche Stücke, die primär ehrenden oder propagandistischen Charakter haben und keine Geldfunktionen (Thesaurierung, Wertmessung, Austauschbarkeit) aufweisen. Erinnerungsmedaillen: herausgegeben zur späteren Erinnerung an ein zum Zeitpunkt der Herausgabe stattfindendes Ereignis (spezielle Formen: Tauf-, Weihnachts-, Glückwunsch-, Teilnahmemedaillen), Gedenkmedaillen: herausgegeben zum Gedenken an ein früheres Ereignis oder eine verstorbene Person, Ehrenmedaillen (auch: Verdienstmedaillen): herausgegeben zur Dokumentation der Ehrung einer lebenden Person durch eine öffentliche Stelle (ähnlich einem Orden), Spottmedaillen, Scherzmedaillen: herausgegeben, um ein Ereignis, eine Person oder eine Idee lächerlich zu machen, Werbemedaillen: herausgegeben von Unternehmen oder Betrieben zur Kundenwerbung. - Marken: Gebührenmarken (auch: Rabattmarken), d.h. werthaltige, münzähnliche Stücke, die nur bei einer einzigen Institution oder Stelle zu einem bestimmten Zweck eingelöst werden können; hier auch: Spielgeld u.ä. Folgende Nummern wurden noch nicht vergeben: 2151-2194, ab 2199. - Angaben zur Bestandsgeschichte (mit Literaturhinweisen): Sammlungen des Stadtarchivs und des Museums Bayerisches Vogtland, teils von privaten Sammlern als Geschenk oder Leihgabe erhalten, teils von der Stadtverwaltung übernommen. Eine systematische Sammeltätigkeit übten die Stadt Hof oder ihr Museum (im Unterschied zu manchen anderen Kommunen, etwa in der Zeit des Notgeldes 1914-1923) nicht aus. Ankäufe von Münzen oder Medaillen sind mit der Ausnahme eines Münzfundes vom Vogelherd 1966 nicht nachweisbar. Einige Stücke kamen in die Sammlung im Zusammenhang mit der Gründung des Museums, andere als Gegenleistung für Hofer Notgeld, welches die Stadt Hof anderen Kommunen schickte. Die Hofer Medaillen der 1980er und 1990er Jahre sind Belegstücke, weil das Stadtarchiv die Bildvorlagen und Texte zu deren Gestaltung lieferte, oder Übernahmen aus der Verwaltung (z.B. im Falle der Landesgartenschau 1994, bei deren Liquidation die Stadt Hof die noch vorhandenen Vermögenswerte übernahm). In vielen Fällen ist der Provenienzzusammenhang nicht mehr rekonstruierbar. Angaben zu Münzfunden: Im Bestand befinden sich Münzen aus mehreren Münzfunden: Eine Münze wurde 1952 in der Hospitalkirche in Hof gefunden (XM 1803). Ein Münzfund erfolgte 1966 auf dem Grundstück Drosselsteig 10 im Hofer Stadtteil Vogelherd. Die 115 Münzen wurden für das städtische Museum angekauft. Es sind aber nur Teile davon im Bestand vorhanden. Der Verbleib der übrigen Münzen ist unbekannt. Vgl. die der Einleitung angehängte Liste (nur im ausgedruckten Findbuch). Der dritte Münzfund sind die Münzen, die 1987 bei den Grabungen am ehemaligen Klarissenkloster in Hof gefunden wurden. Das Landesamt für Denkmalpflege in Schloss Seehof (Memmelsdorf bei Bamberg) stellte sie dem Museum leihweise zur Verfügung. Es handelt sich um die Bestellnummern 554 und 1807-1809. Weitere Münzen befinden sich in dem Akt des Stadtarchivs Hof A 113/181: 3 stark verwitterte Münzen beim Schreiben der Prägeanstalt C. Balmberger, Nürnberg, vom 14.11.1919, 1 stark verwitterte Münze beim Schreiben der Prägeanstalt C. Balmberger, Nürnberg, vom 6.9.1920, 7 Münzen auf einer Pappleiste beim Schreiben der Prägeanstalt L. Chr. Lauer, Nürnberg, vom 6.9.1920: 5 Pfennig, Kreis Dieburg, 1918, 10 Pfennig, Stadt Rudolstadt, 1918, 5 Pfennig, Kreis Heppenheim, o. Dat., 10 Pfennig, Stadt Überlingen, 1917, 10 Pfennig, Kreis Heppenheim, 1918, 25 Pfennig, Rupertiwinkel, 1918, 50 Pfennig, Kreis Lauterbach, o. Dat. Lit.: Allgemeine Geld- und Münzgeschichte/Lexika A. Luschin von Ebengreuth, Allgemeine Münzkunde und Geldgeschichte des Mittelalters und der neueren Zeit, 2. Aufl., München/Berlin 1926 (Stadtarchiv Hof, 8° A 50) Ferdinand Friedensburg, Münzkunde und Geldgeschichte der Einzelstaaten des Mittelalters und der neueren Zeit, München/Berlin 1926 (Stadtarchiv Hof, 8° A 320) Friedrich Freiherr von Schrötter, Wörterbuch der Münzkunde, Berlin/Leipzig 1930 (Stadtarchiv Hof, 8° A 51) Arthur Suhle, Deutsche Münz- und Geldgeschichte von den Anfängen bis zum 15. Jahrhundert, Berlin (Ost) 1955 (Stadtarchiv Hof, 8° A 49) Helmut Seling, Keysers Kunst- und Antiquitätenbuch, Heidelberg/München 1959 (Stadtarchiv Hof, 8° A 322/2) Tyll Kroha, Münzen sammeln, Braunschweig 1964 (Stadtarchiv Hof, 8° A 330) Helmut Kahnt/Bernd Knorr, Alte Maße, Münzen und Gewichte, Mannheim u.a. 1987 (Stadtarchiv Hof, 8° A 949) Dieter Fassbender, Lexikon für Münzsammler, Augsburg 1991 (Stadtarchiv Hof, 8° A 1133) Arnd Kluge, Geld und Banken in Hof, in: Hof im Spiegel der Zeit, 2. Aufl., Bad Soden-Salmünster 1996, S. 17-25 (Stadtarchiv Hof, 8° A 1311) Münzen Gerhard Schön, Deutscher Münzkatalog 18. Jahrhundert, 3. Aufl., München 2002 (in der Stadtbücherei Hof einsehbar) Paul Arnold u.a., Großer deutscher Münzkatalog von 1800 bis heute, wiederholte Auflagen (in der Stadtbücherei Hof einsehbar) Christian Charlet, Monnaies des Rois de France de Louis XIII a Louis XVI 1640-1793, Paris 1996 Jean-Marc Leconte, Le bréviaire de la numismatique francaise moderne 1791-1995, Paris 1995 Günter Schön u.a., Weltmünzkatalog. 19. Jahrhundert, wiederholte Auflagen (in der Stadtbücherei Hof einsehbar) Günter Schön u.a., Weltmünzkatalog. 20. Jahrhundert, wiederholte Auflagen (in der Stadtbücherei Hof einsehbar) Friedrich Freiherr von Schrötter, Brandenburg-Fränkisches Münzwesen, Teil II: das Münzwesen der hohenzollernschen Burggrafen von Nürnberg und der Markgrafen von Brandenburg in Franken 1515-1603, Halle 1929 (Stadtarchiv Hof, 4° A ohne Signatur) Kurt Jaeger, Die neueren Münzprägungen der deutschen Staaten vor Einführung der Reichswährung, 5. Heft: Königreich Bayern 1806-1871 mit Großherzogtum Berg und Würzburg, Basel 1957 (Stadtarchiv Hof, 8° A 139) Hans Meyer, Das deutsche Notgeld. Private Notmünzen 1915-1923, Heft 8, Berlin 1971 (zu XM 216) Peter Menzel, Deutsche Notmünzen und sonstige Geldersatzmarken 1840-1990, 2 Bände, Gütersloh 1993 Gerhard Greim, Wipper und Kipper in Hof, in: Kulturwarte, 1969, S. 158f (Münzstätte Hof 1620-22) Hans Seiffert, Münzelend – Inflation – Notgeld, in: Kulturwarte, 1968, S. 178-184 (Kipper- und Wipperzeit 1620-23, Notgeld 1914-24 in der Hofer Region) Heinz Henschel, Als Münchberg Stadtnotgeld ausgab, in: Kulturwarte, 1968, S. 187-192 (Münchberger Notgeld 1917-1924) Maximilian Ritz, Serie zum Notgeld 1917-1924 in Hof und Umgegend, in: Kulturwarte: Offizielle Notmünzen der Stadt Hof, 1971, S. 251-253 Das Hofer Papiernotgeld, 1972, S. 32-34 Das Hofer Notgeld – Die Großgeldscheine, 1972, S. 141-143 Papiernotgeld 1922: Hof ist besser als sein Ruf, 1972, S. 204-205 Hofer Inflationsscheine (1. Teil): „Jeder ist nun Millionär“, 1974, S. 145-146 Hofer Inflationsscheine mit Überdruck (2. Teil): Ein Dollar für eine Billion Papiermark, 1975, S. 16-17 Hans Hofner, Die Münzenfunde im Stadt- und Landkreis Hof, in: Kulturwarte, 1959/60, S. 83-87 Stadtarchiv Hof, A 113/134, 113/181, 113/221 (Hofer Notgeld 1916-1923) Stadtarchiv Hof, A 4390 (Münzfunde in Hof 1952-1978) Medaillen Dieter Fischer/Hermann Maué, Die Medaillen der Hohenzollern in Franken (Wissenschaftliche Beibände zum Anzeiger des Germanischen Nationalmuseums, 15), Nürnberg 2000 (Stadtarchiv Hof, 4° A, ohne Nr.) Stadtarchiv Hof, A 202 (Verleihung der Verdienstmedaille des Bayerischen Industriellenverbandes 1906-1935 an 25jährige und 40 jährige Dienstjubilare in bayerischen Industriebetrieben; die Medaille selbst ist nicht in XM enthalten) Stadtarchiv Hof, A 25, 189, 191 (Verleihung der Wilhelm I.-Gedenkmedaille an Inhaber der Kriegs-Denkmünze von 1870/71, 1898-1919; die Medaille selbst ist nicht in XM enthalten) Stadtarchiv Hof, A 147 (Feiern zum 100. Geburtstag des deutschen Kaisers Wilhelm I., 1896-1897; zu XM 1923-1925) Stadtarchiv Hof, A 200 (Verleihung der Rot-Kreuz-Medaille, 1898-1920; die Medaille selbst ist nicht in XM enthalten) Stadtarchiv Hof, A 134 (Feiern zum 80. Geburtstag des Prinzregenten Luitpold, 1900-1901; zu XM 787)Stadtarchiv Hof, A 202/26 (Edelmetallverkehr, 1914-1922; zu XM 782, 790, 814) Stadtarchiv Hof, A 176 (Angebote von Medaillen, Führerbüsten usw., 1927-1944; zu XM 792) Stadtarchiv Hof, A 4391 (Hofer Gedenkmedaillen 1981-1992) - rechtliche Verhältnisse (Leihvertrag, Sperrfristen): Eigentum des Stadtarchivs Hof. - Bearbeiter des Bestandes (mit Angabe des Bearbeitungszeitraumes): Dr. Arnd Kluge, Dezember 1998 – Februar 2001, Januar - September 2003 (Ersterfassung)
- description: Enthält: Erinnerungsmedaille Kaiser Wilhelms I., 22. März 1893 China-Gedenkmünze, 29. Sept. 1901 Roter Adler-Orden 4. Klasse mit Schwertern, 21. Okt. 1901 St. Stanislaus-Orden 3. Klasse, 1903 Krone zum Roten-Adler-Orden 4. Klasse mit Schwertern, 3. Nov. 1904 Bayerischer Militärischer Verdienstorden 4. Klasse, 29. Mai 1906 Kronen-Orden 3. Klasse mit Schwertern, 16. Sept. 1906 Ritterkreuz des Ordens der Württembergischen, 9. Apr. 1908 (25-jähriges) Dienstauszeichnungskreuz, 4. Juni 1908 Komturkreuz 2. Klasse des Herzöglichen Sachsen-Ernestinischen Hausordens, 19. Juli 1910 Bayerischer Militärischer-Verdienst-Orden 4. Klasse mit der Krone, 19. Nov. 1910 Löwen zum Ritterkreuz des Ordens der Württembergischen Krone, 1. März 1913 Bayerischer Verdienstorden vom heiligen Michael 3. Klasse, 31. März 1913 Eisernes Kreuz 1. und 2. Klasse, 28. Juli 1915 Sächsisches Offizierkreuz des Albrechtsordens mit Schwertern, 2. Okt. 1916 Großherzoglich mecklenburgisches Militärisches Verdienstkreuz 2. Klasse, 2. Juli 1917 Hamburgisches Hanseatenkreuz, 1. Aug. 1917 Oldenburgisches Ehren-Großkomturkreuz mit Schwertern und Lorbeer, 1. Aug. 1918 Verwundeten-Abzeichen in Schwarz, 1. März 1919 Bremisches Hanseatenkreuz, 19. März 1919 Lübeckisches Hanseatenkreuz, 28. März 1919 Sächsisches Ritterkreuz vom Militärischen-Sankt-Heinrichsorden, 20. Feb. 1922 Österreichisches Militärisches Verdienstkreuz 1. Klasse, 17. Feb. 1923 Ehrenkreuz für Frontkämpfer, 20. März 1935 Enthält: Erinnerungsmedaille Kaiser Wilhelms I., 22. März 1893 China-Gedenkmünze, 29. Sept. 1901 Roter Adler-Orden 4. Klasse mit Schwertern, 21. Okt. 1901 St. Stanislaus-Orden 3. Klasse, 1903 Krone zum Roten-Adler-Orden 4. Klasse mit Schwertern, 3. Nov. 1904 Bayerischer Militärischer Verdienstorden 4. Klasse, 29. Mai 1906 Kronen-Orden 3. Klasse mit Schwertern, 16. Sept. 1906 Ritterkreuz des Ordens der Württembergischen, 9. Apr. 1908 (25-jähriges) Dienstauszeichnungskreuz, 4. Juni 1908 Komturkreuz 2. Klasse des Herzöglichen Sachsen-Ernestinischen Hausordens, 19. Juli 1910 Bayerischer Militärischer-Verdienst-Orden 4. Klasse mit der Krone, 19. Nov. 1910 Löwen zum Ritterkreuz des Ordens der Württembergischen Krone, 1. März 1913 Bayerischer Verdienstorden vom heiligen Michael 3. Klasse, 31. März 1913 Eisernes Kreuz 1. und 2. Klasse, 28. Juli 1915 Sächsisches Offizierkreuz des Albrechtsordens mit Schwertern, 2. Okt. 1916 Großherzoglich mecklenburgisches Militärisches Verdienstkreuz 2. Klasse, 2. Juli 1917 Hamburgisches Hanseatenkreuz, 1. Aug. 1917 Oldenburgisches Ehren-Großkomturkreuz mit Schwertern und Lorbeer, 1. Aug. 1918 Verwundeten-Abzeichen in Schwarz, 1. März 1919 Bremisches Hanseatenkreuz, 19. März 1919 Lübeckisches Hanseatenkreuz, 28. März 1919 Sächsisches Ritterkreuz vom Militärischen-Sankt-Heinrichsorden, 20. Feb. 1922 Österreichisches Militärisches Verdienstkreuz 1. Klasse, 17. Feb. 1923 Ehrenkreuz für Frontkämpfer, 20. März 1935 1897-1935, Bundesarchiv, BArch N 103 Lettow-Vorbeck, Paul von (Generalmajor)
- Enthält u.a.: Inhaltsverzeichnis der Akte; Zeugnis der Reife, 1885; Brief Rudolf Ganssers an einen Onkel aus der Kriegsschule in Kassel, 1886; Porträtfoto aus der Kasseler Zeit; Patente zur militärischen Karriere Ganssers; Verleihung der Zivilverdienstmedaille, 1891; Beförderung zum Premierleutnant, 1893; Versetzung zur trigonometrischen Abteilung der Landesaufnahme, 1896; Patent für den Premierleutnant der Schutztruppen Gansser, 1896 und 1901; Verleihung des Ritterkreuzes des großherzoglichen Greifenordens durch Johann Albrecht Großherzog von Mecklenburg und des Ritterkreuzes des Friedrichordens, 1899; Zeitungsberichte über einen Vortrag Ganssers zu Deutsch-Ostafrika, 1899; Verleihung des Ritterordens zweiter Abteilung des Hausordens der Wachsamkeit durch Großherzog Karl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach, 1900; Reisepass für Rudolf Gansser für freie Reise und Schutz, 1896; Verleihung der Erinnerungsmedaille aus erneuerter Kanonen-Bronze, 1900; gedruckte Passagierliste des Reichspostdampfers "Kaiser" zum 2.02.1900 mit Erwähnung Ganssers; Ernennungspatent zum Hauptmann, 1902; Nachweisung der für Hauptmann Gansser während seines zweiten Aufenthaltes bei der kaiserlichen Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika von seinem Vater verrechneten Gelder, 1900-1902; Abreisebefehl für Verstärkungstransporte für die kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika, 1904, darunter auch Hauptmann Gansser; Anweisung für den Transportführer hinsichtlich des Pferdetransportes während der Überfahrt, o.D. description: Enthält u.a.: Inhaltsverzeichnis der Akte; Zeugnis der Reife, 1885; Brief Rudolf Ganssers an einen Onkel aus der Kriegsschule in Kassel, 1886; Porträtfoto aus der Kasseler Zeit; Patente zur militärischen Karriere Ganssers; Verleihung der Zivilverdienstmedaille, 1891; Beförderung zum Premierleutnant, 1893; Versetzung zur trigonometrischen Abteilung der Landesaufnahme, 1896; Patent für den Premierleutnant der Schutztruppen Gansser, 1896 und 1901; Verleihung des Ritterkreuzes des großherzoglichen Greifenordens durch Johann Albrecht Großherzog von Mecklenburg und des Ritterkreuzes des Friedrichordens, 1899; Zeitungsberichte über einen Vortrag Ganssers zu Deutsch-Ostafrika, 1899; Verleihung des Ritterordens zweiter Abteilung des Hausordens der Wachsamkeit durch Großherzog Karl Alexander von Sachsen-Weimar-Eisenach, 1900; Reisepass für Rudolf Gansser für freie Reise und Schutz, 1896; Verleihung der Erinnerungsmedaille aus erneuerter Kanonen-Bronze, 1900; gedruckte Passagierliste des Reichspostdampfers "Kaiser" zum 2.02.1900 mit Erwähnung Ganssers; Ernennungspatent zum Hauptmann, 1902; Nachweisung der für Hauptmann Gansser während seines zweiten Aufenthaltes bei der kaiserlichen Schutztruppe in Deutsch-Ostafrika von seinem Vater verrechneten Gelder, 1900-1902; Abreisebefehl für Verstärkungstransporte für die kaiserlichen Schutztruppe für Südwestafrika, 1904, darunter auch Hauptmann Gansser; Anweisung für den Transportführer hinsichtlich des Pferdetransportes während der Überfahrt, o.D. 1885-1902, Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, Q 2/48 Nachlässe Rudolf von Gansser sen. und Rudolf Gansser jun.
Geschichte des Bestandsbildners: Marineoffizier, Freikorpsführer und Schriftsteller Bogislaw Selchow Lebensdaten 4. Juli 1877 geb. in Köslin gestorben am 6. Februar 1943 gest. in Berlin Militärische Karriere 7.4.1897 Einstellung als Kadett der Kaiserl. Marine Mai 1897 Kadett an Bord von SMS Stein 6.12.1897 Teilnahme an der Belagerung des Hafens von Port au Prince auf Haiti mit SMS Stein 27.4.1898 Beförderung zum Seekadetten Apr. 1898- Sep. 1900 In verschiedenen Funktionen an Bord von SMS Moltke, Hela, Mars und Blücher Jan.-März 1900 Gehirnhautentzündung, Marinelazarett Kiel 3.9.1900 Fähnrich zur See 23.9.1900 Beförderung zum Leutnant zur See Nov. 1900- Nov. 1901 An Bord von SMS Sachsen, ab Okt. 1901 als Adjutant; am 4.9.1901 Kollision mit SMS Wacht bei Rügen, das daraufhin sinkt Nov. 1901- Sep. 1902 Adjutant an Bord von SMS Kaiser Wilhelm der Große 15.3.1902 Beförderung zum Oberleutnant zur See Okt.-Dez. 1902 Wachoffizier an Bord von SM Torpedoboot G 109 Jan.-Apr. 1903 Kompanieoffizier der zweiten Kompanie der I. Torpedoabteilung, im Apr. Funkkursus auf SMS Neptun Apr.-Sep. 1903 Wachoffizier an Bord von SM Torpedoboot G 109 Okt./Nov. 1903 Ausreise als Passagier nach Ostasien an Bord von SS König Albert Nov. 1903- Mai 1905 Wachoffizier an Bord von SMS Hertha im asiatischen Raum mit Heimreise nach Kiel über Afrika und das Mittelmeer 11.9.1904 Verleihung des Kung-Pai-Verdienstordens (Chinesische Silberne Erinnerungsmedaille) anlässlich einer Audienz bei der Kaiserinwitwe und dem Kaiser von China 11.2.1905 Verleihung des Königl. Siamesischen Kronenordens vierter Klasse anlässlich einer Audienz beim König von Siam Juni-Sep. 1906 Kommandant von SM Torpedoboote S 29, S 25 und S 30 sowie Dienste in der Minenkompanie und als Erster Offizier der Minensuchreservedivision Okt. 1906- Juni 1907 Marineakademie 6.3.1907 Beförderung zum Kapitänleutnant Juli 1907 Dienst an Bord von SMS Kurfürst Friedrich Wilhelm Aug.-Sep. 1907 Dienst an Bord von SMS Yorck Okt. 1907- Juni 1908 Marineakademie Juli-Sep. 1908 Sprachurlaub in England 22.8.1908 Ernennung zum Ehrenritter des Johanniter-Ordens Okt. 1908 Ausreise als Passagier nach Westafrika auf SS Lucie Woermann Nov. 1908- Nov. 1909 Erster Offizier an Bord von SMS Sperber Nov./Dez. 1909 Rückreise als Passagier nach Deutschland auf SS Lucie Woermann Dez. 1909- Jan. 1911 Admiralstab der Marine Jan. 1911- März 1913 Adjutant der Nordseestation 19.9.1912 Verleihung des Rote-Adler-Ordens 4. Klasse Apr. 1913- Nov. 1914 Erster Offizier an Bord von SMS Victoria Louise 22.3.1914 Beförderung zum Korvettenkapitän 17.7.1914 Verleihung der Königl. Krone zum Rote-Adler-Orden 4. Klasse 10.11.1914- 30.6.1915 Kommandeur des I. Btl. des Matrosen-Artillerieregiments III (10.-25.11.1914); II. Btl. des Matrosen-Artillerieregiments I (26.11.-31.12.1914); I. Btl. des Matrosen-Artillerieregiments II (1.1.-4.2.1915); des III. Btl. des Matrosenregiments 4 (5.2.-10.5.1915); des III. Btl. des Matrosenregiments 5 (11.5.-30.6.1915); Einsatzgebiet: Flandern 1.5.1915 Verwundung bei Het Sas/Belgien durch Granatsplitter in Kopf, rechte Schulter, rechten Arm und rechtes Bein 7.2.1915 Eisernes Kreuz II. Klasse Aug.-Dez. 1915 Erster Offizier an Bord von SMS Freya Jan.-März 1916 Reservelazarett Liebenstein Apr. 1916- Juli 1917 Erster Offizier an Bord von SMS Hannover, in dieser Funktion Teilnahme an der Schlacht am Skagerrak am 31.5./1.6.1916 30.6.1916 Verleihung des Eisernen Kreuzes I. Klasse 22.8.1916 Verleihung des Oldenburgischen Friedrich-August-Kreuzes I. und II. Klasse 14.9.1916 Neurasthenie als Kriegsdienstbeschädigung anerkannt durch das Kdo. von SMS Hannover Juli 1917- Kriegsende Admiralstab der Marine 1918 Veröffentlichung der Propagandaschrift „Weltkrieg und Flotte" 10.4.1918 Österreichisches Militärverdienstkreuz 3. Klasse mit Kriegsdekoration 20.5.1918 Verleihung der Großherzoglichen Hessischen Tapferkeitsmedaille 16.11.1918- 20.8.1919 Dezernent im Reichsmarineamt 20.8.1919 Beförderung zum Fregattenkapitän Ziviles Leben Nach seiner Verabschiedung aus der Marine begann Bogislav von Selchow ein Studium der Geschichte in Marburg und wurde zugleich von der Reichswehrbrigade Kassel mir der Bildung einer Freiwilligenformation aus Marburger Studenten zum Schutz der jungen Republik beauftragt. Von Selchow gründete das Freikorps „Studentenkorps Marburg" (StuKoMa) und kommandierte es in der Folge bei der Niederschlagung von spartakistischen und rätedemokratischen Unruhen in Thüringen. Dabei kam es am 20.3.1920 zum sog. Massaker von Mechterstädt, bei dem 15 als Aufrührer verdächtigte Arbeiter, die von einem Stoßtrupp des StuKoMa festgesetzt worden waren, erschossen - angeblich „auf der Flucht". Die wegen dieser Tötungen Angeklagten wurden in zwei aufsehenerregenden Prozessen freigesprochen, die Urteile von der Öffentlichkeit als Akt der Klassenjustiz mit Abscheu und Protest aufgenommen. Von Selchow hatte sich im Prozess vor seine Männer gestellt, und auch die Marburger Universität solidarisierte sich mit ihren Studenten und rehabilitierte sie vollständig. Daneben organisierte sich von Selchow in der rechtsextremen, später illegalen sog. Organisation Escherich (Orgesch), die er im westdeutschen Raum zeitweise führte. Die paramilitärische Organisation legte geheime Waffenlager für einen erwarteten Kampf gegen den Bolschewismus an und war für Morde an Persönlichkeiten des gegnerischen politischen Lagers verantwortlich. Enttäuscht vom Zögern Escherichs, einen offensiven Kurs gegen die Republik einzuschlagen, wandte er sich im Dezember 1922 wieder von der Orgesch ab, legte das Kommando des StuKoMa nieder und zog sich bis 1933 aus der politischen Öffentlichkeit zurück. Am 24.1.1923 wurde Bogislav von Selchow von der Universität Marburg promoviert. Bereits 1920 hatte er seinen ersten Gedichtband „Deutsche Gedanken" veröffentlicht, und bald reüssierte er mit seinen Gedichten im rechten Spektrum. Er betätigte sich nun als Schriftsteller und Geschichtsphilosoph und entwickelte, ganz Kind seiner Epoche, ein sog. Zeitwendemodell, das die geistesgeschichtliche und politische Entwicklung der Menschheit abbildete. Von Selchow definierte hierzu die von verschiedenen gesellschaftlichen Kräften geprägten Zeitalter der „Allzeit", der „Wirzeit" und der „Ichzeit". Dieses Denksystem wurde zur Grundlage für seine Werke und machte ihn gemeinsam mit dem von ihm immer wieder aufgegriffenen Topos des Heldischen zu einem ideologischen Wegbereiter des Nationalsozialismus. Sein Antisemitismus und Blick auf das Zeitgeschehen nach dem Untergang der alten Welt hatten ihn spätestens 1933 in die Nähe der NSDAP gebracht: Obwohl nie Parteimitglied, entwickelte er sich zum leidenschaftlichen Nationalsozialisten und gehörte zu den 48 Persönlichkeiten, die 1933 öffentlich zur Wahl Adolf Hitlers aufriefen. 1936 benannte sich die NS-Studentenkameradschaft, die aus der vormaligen Marburger Burschenschaft Germania hervorgegangen war, nach von Selchow. Am 9.6.1939 wurde er dann zum Ehrensenator der Philipps-Universität Marburg ernannt. Bestandsbeschreibung: Der Nachlass besteht aus zwei Schwerpunkten: den sog. Logbüchern und einer literarisch-philosophischen Materialsammlung, die durch Manuskripte ergänzt wird. Die sog. Logbücher liegen bis 1931 lückenlos vor und reflektieren in z. T. epischer Breite einzelne Erlebnisse und Sachverhalte. 39 der 51 „Logbücher enthalten Aufzeichnungen von Selchows aus seiner Zeit als aktiver Marineoffizier und als Führer des „Studentenkorps Marburg" im Freikorpseinsatz. Dazu kommen Kopien der Logbücher 61 bis 68, die lediglich Abbildungen enthalten und den Zeitraum von 1935 bis 1940 abdecken. Die „Logbücher" sind aber keine Tagebücher im engeren Sinne, sondern vielmehr durchkomponierte Erinnerungsbücher. Von Selchow übertrug seine auf Loseblattsammlungen festgehaltenen Tagebucheinträge - ein Beispiel hierfür findet sich in der Sammelmappe zum geplanten „Logbuch" 65 (N 428/86) - in ledereingebundene Folianten und verzierte seine Ausführungen u. a. mit kunstvollen Aquarell- und Federzeichnungen. Leere Stellen in den Logbüchern, auf denen in Bleistift Notizen zu den einzufügenden Bildern oder Zeichnungen eingetragen sind, nachzuvollziehen in N 428/46, geben Hinweis auf dieses Vorgehen. Die Basis der Logbücher, die Tagebuchblätter, aber auch seine Korrespondenz und weitere Unterlagen, die leider in den 1950er Jahren in privater Hand vernichtet wurde, sind bis auf Fragmente, die sich im vorliegenden Bestand finden, verloren. Die „Logbücher" legte von Selchow an, indem er zunächst seine Aufzeichnungen und ergänzendes Material in Einlegemappen sammelte und zusammenstellte. Gestützt auf diese Grundlage übertrug er Text und Illustration auf Blätter, die er in die in hochwertigen Ledereinbände, die das Wappen der Familie von Selchow und eingeprägte Beschriftungen tragen, einbringen ließ. Dieses Vorgehen lässt sich anhand der o. g. Sammelmappe nachvollziehen, andere Mappen verwendete er u. a. für andere Materialsammlungen wieder, siehe N 428/75. Den Quellenwert der „Logbücher" steigern die über 1.000 genau identifizierten Bilder und Fotos, die den Text über die Zeichnungen hinaus illustrieren. Die Abbildungen zeigen für die Zeit bis 1919 Orte, Schiffe, Alltagsszenen aus dem Soldaten- aber auch Privatleben in der Heimat und in internationalen Gewässern, Crews und Personen. Dazu kommen verschiedenste Dokumente wie Seekarten, Einladungen etc. Aus dem Überlieferungskontext lässt sich erschließen, dass die „Logbücher" in der hier vorliegenden Form wahrscheinlich in den 1930er-Jahren entstanden sind, verfügen die Bände 61 bis 68 doch über beschriftete Abbildungen und leergebliebenen Zwischenräumen für den einzutragenden Text. Durch seine Zugehörigkeit zum Uradel verfügte Bogislav von Selchow über einen großen Verwandten- und Bekanntenkreis. Die Logbücher geben Einblick in das Leben dieser Kreise von der Kaiserzeit bis zum Nationalsozialismus und spiegeln in den niedergeschriebenen Erinnerungen und der z. T. wiedergegebenen Korrespondenz die Fülle der dienstlichen und gesellschaftlichen Kontakte wider. Teils spektakuläre Einblicke in das Marineleben geben von Selchows Erinnerungsbücher, die die aktive Dienstzeit bei der Kaiserlichen Marine betreffen. Sie zeigen die Vielfalt des Erlebens und der Eindrücke als Offizier der Kaiserlichen Marine, die rund um die deutschen Kolonien im Einsatz war. Für die ersten Jahre der Weimarer Republik geben die sog. Logbücher wertvolle Einblicke in die Welt der Freikorps, vor allem des sog. Studentenkorps Marburg und der sog. Organisation Escherich; aber auch zur Organisation Consul pflegte von Selchow Kontakte - zu den beiden Letztgenannten finden sich zahlreiche Aussagen in den „Logbüchern". Seine Aufzeichnungen zeugen aber nicht nur für die Frühphase der Weimarer Republik vom Soldatischen im Denken von Selchows. Auch nach seinem Rückzug aus der Öffentlichkeit im Jahr 1922 blieb er in seiner Grundhaltung auch als in Berlin lebender Dichter, Schriftsteller und Geschichtsphilosoph immer Soldat. So geben die „Logbücher" unmittelbare und einzigartige Eindrücke vom Leben eines - zudem adligen - Angehörigen des kaiserlichen Offizierkorps der Marine und von seinen Reaktionen auf den Zusammenbruch der alten Ordnung. Mentalitätsgeschichtlich ist dieser Teil des Nachlasses für den Übergang vom Kaiserreich zur Weimarer Republik aufschlussreich und wohl der einzige dieser Art, der über die revolutionären Ereignisse in Berlin Auskunft gibt. Sein Wert dürfte unter der Hinzuziehung der Veröffentlichungen von Selchows, besonders seiner Autobiographie „Hundert Tage aus meinem Leben" aus dem Jahr 1936 steigen. Der Nachlass illustriert das Verhältnis von Selchows zum keineswegs unkritisch gesehenen alten und zum verachteten neuen System. Die Kopien der „Logbücher" für die Jahre 1935 bis 1940 dokumentieren in ihren Abbildungen zudem von Selchows Nähe und Zugang zu Teilen der Führungsriege der NSDAP. Neben den Logbüchern bildet der literarisch-philosophische Nachlass von Selchows den zweiten Schwerpunkt des Bestandes. Von Selchow versuchte sich als konservativ-nationalistischer Denker an der Etablierung eines Zeitenmodells, das die Weltgeschichte in geistige Epochen einteilte, denen er bestimmte Entwicklungsschritte der Menschheit in geistiger, aber auch wissenschaftlicher, politischer, religiöser Hinsicht zuordnete. Er folgte damit einem Forschungstrend seiner Zeit. Sein Nachlass aus dieser Lebensphase als Geisteswissenschaftler umfasst Sammlungen von verschiedenartigen, oft losen Materialien, Texten, kleineren Publikationen, Zeitungsartikeln und eigenen Entwürfen, aber auch großen Schaubildern, welche die Grundlage bzw. Zwischenschritte der schriftstellerischen Arbeit darstellen: der Zettelkasten eines konservativ-nationalistischen Schriftstellers der 1920/30er Jahre, angereichert mit eigenen von teils veröffentlichten, teils unveröffentlichten Manuskripten. Die Überlieferung diese Materials, die sich anhand der Schaubilder nachvollziehen lässt, ist jedoch unvollständig, Materialien zu einzelnen Themenbereichen fehlen, wurden aber u. U. schlicht nicht angelegt. Hinweise auf andere Bestände BArch MSg 100 (Bogislav Frhr. von Selchow: Deutsche Marineoffiziere) BArch N 253/262 (Nachlass Alfred von Tirpitz, Schriftwechsel, Buchstabe S) BArch RM 5/920 (Kritik des Korvettenkapitäns von Selchow an Geburtstagsglückwunsch der Angehörigen des Admiralstabs für Großadmiral v. Holtzendorff, Jan. 1919) Vorarchivische Ordnung: Die sog. Logbücher liegen durchgehend für die Jahre 1897 bis 1931 vor. Das Bundesarchiv erwarb die Bände 39 bis 54 bereits 1957 zusammen mit dem nicht-militärischen Nachlass von Selchows und kaufte 1960 die restlichen Stücke der Marine-Offizier-Hilfe, heute: Marine-Offizier-Vereinigung, ab. Die ersten beiden Bände und Band 51 der ehemals insg. 68 Logbücher enthielten familienhistorische Informationen und fehlten bereits beim Erwerb des Nachlasses; während Band 1 sich weiterhin in Familienbesitz befindet, gilt Band 2 seit 1945 als verschollen. Ebenso verhält es sich mit den aus Unterlagen und Briefen bestehenden Hauptnachlass, der 1957 in Privathand vernichtet wurde. Ergänzt werden diese Bände durch die Kopien der „Logbücher" 61 bis 68 für den Zeitraum September 1935 bis Dezember 1940. Die Originale dieser Logbücher befinden sich weiterhin in Familienbesitz. Sie unterscheiden sich von den „Logbüchern", die für die Jahre bis 1931 vorliegen dadurch, dass sie ohne Text geblieben sind. Lediglich Bilder und Fotos wurden hier eingeklebt und auch nur diese Seiten kopiert und in den hier vorliegenden Nachlass übernommen. Diese Bestandsergänzung konnte 1987 in Kooperation mit von Selchows Neffen Wolfgang von Selchow, in dessen Besitz sich die „Logbücher" 61 bis 68 zu diesem Zeitpunkt befanden, durchgeführt werden. Trotz dieser Ergänzung klafft im Bestand eine Lücke, deren Zustandekommen anhand der vorliegenden Informationen nicht geklärt werden kann: Während über den Verbleib der Bände 1, 2 und 51 Informationen vorliegen, ist der Verbleib und der Inhalt der Bände 55 bis 60, die den Zeitraum Januar 1932 bis August 1935 abdecken, unbekannt. Zu den Erinnerungsbüchern tritt das literarisch-geschichtsphilosophische Archivgut, welches das geistige Schaffen von Selchows ab 1920 abdeckt. Die sog. Logbücher und das literarische Material verblieben nach dem Umzug des Militärarchivs nach Freiburg im Jahr 1968 aufgrund der literarischen Anteile zunächst bei der Hauptdienststelle in Koblenz. Erst 1976 kam der Nachlass nach Freiburg, wo in der Militärgeschichtlichen Sammlung unter der Signatur MSg. 100 bereits seit 1957 bzw. z. T. seit 1964 die sog. Wimpelbretter sowie die sog. Ehrentafeln lagerten - Personalbögen der deutschen Marineoffiziere von 1848 bis 1909 bzw. Kurzbiographien und Bilder aller zwischen 1914 und 1918 und in den Nachkriegskämpfen gefallenen und gestorbenen Offiziere der Marine. Zitierweise: BArch, N 428/...