Militär

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        Kriegsmarinedienststellen (Bestand)
        BArch, RM 108 · Bestand · 1939-1945
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Geschichte des Bestandsbildners: Für die Bereitstellung von Hilfsschiffen und Personal und die Durschfüh- rung von Truppen- und Nachschubtransporten waren vor dem 2. Weltkrieg vier Kriegsmarinedienststellen (KMD) mit Sitz in Hamburg, Bremen, Stettin und Königsberg zuständig. Im Krieg wurden ihnen Zweigstellen an der deutschen Küste sowie im besetzten Ausland zugeordnet. Darüber hinaus wurden spezielle Seetransportdienststellen eingerichtet mit jeweils ei- genen Seetransportchefs für die Bereiche Ägäis, Norwegen, Italien und Schwarzes Meer. Diesen Seetransportdienststellen war je eine Anzahl nach- geordneter Seetransportstellen zugewiesen. Weitere Seetransportstellen gab es in Finnland, Frankreich und an der östlichen Ostsee. Bestandsbeschreibung: Im Jahr 1920 wurden in Königsberg, Stettin, Lübeck, Hamburg und Bremen sogenannte Dienststellen der Marineleitung gebildet, die dem Chef der Seetransportabteilung in der Marineleitung unmittelbar unterstellt waren. Aufgaben waren die Überwachung des Küstennachrichtenwesens in Zusammenarbeit mit den Kommandanturen, sowie Verbindung und Vermittlung zu örtlichen Stellen der Handelsschiffahrt und Organisationen der Handelsmarine. Durch diese Dienststellen war des der Marineleitung möglich getarnte Mobilmachungsvorbereitungen zu treffen und Einfluß auf alle nautische Fragen zu nehmen, die die Seekriegführung und die Küstenverteidigung betrafen. Die Aufgaben der Dienststelle in Lübeck übernahm 1928 die Dienststelle in Hamburg. Im Jahr 1931 wurden die Dienststellen umbenannt in Reichswehrdienststelle Hamburg (dem Wehrkreis II unterstellt) und in Reichsmarinedienststellen Königsberg, Stettin und Bremen. Am 4.7.1935 wurden dann die Reichswehrdienststelle Hamburg und Reichsmarinedienststellen in Königsberg, Stettin und Bremen umbenannt im Kriegsmarinedienststellen (KMD). An der Spitze jeder KMD stand ein Seeoffizier, im Hamburg im Range eines Admirals, in Bremen, Stettin und Königsberg im Range eines Kapitäns zur See. Die Kriegsmarinedienststellen waren bei allen Fach- und Sonderaufgaben und in den persönlichen Angelegenheiten der zu ihrem Befehlsbereich gehörenden Beamten dem Ob.d.M. unmittelbar verantwortlich. In den übrigen Fragen waren sie den Stationskommandos der Nordsee (Hamburg und Bremen) bzw. der Ostsee (Stettin und Königsberg) unterstellt. Die 2. Admirale konnten für Mob-Arbeiten den KMD Anweisungen erteilen. Mit Kriegsbeginn im September / Oktober 1939 wurden bei den bestehenden KMD zahlreiche Zweigstellen eingerichtet, die jedoch alle wieder bis Mitte 1943 aufgelöst wurden. Im März 1940 wurde in Danzig eine neue KMD aufgestellt und der Marinebevollmächtigte in Danzig zum Admiral der KMD Danzig ernannt. Gleichzeitig wurde die KMD Königsberg aufgelöst und zur Zweigstelle der KMD Danzig umgewandelt. Die Bedeutung der KMD Danzig ging ab Mitte 1944 immer weiter zurück, und die Dienststelle wurde ab Juli 1944 nicht mehr von einem Flaggoffizier geleitet. Danzig wurde am 30.3.1945 von der sowjetischen Armee eingenommen. Die Vorpostenbootsgruppe unter Oberlt. zur See Thorn steuerte die Hafftransporte, die Schwarzort anlaufen und führte außerdem die Be- und Entladungen durch. Nach der Kapitulation wurde die KMD Hamburg im Laufe des Jahres 1945 in "Marinedienstgruppe Hamburg" umbenannt. Inhaltliche Charakterisierung: Von den Kriegsmarinedienststellen Hamburg, Bremen und Stettin sowie den Zweigstellen Ostende und Rotterdam sind Kriegstagebücher und Akten größeren Umfangs erhalten. Die Unterlagen der Kriegsmarinedienststellen in den besetzten Gebieten befinden sich im Bestand RM 45 Dienst- und Kommandostellen der Kriegsmarine mit regionaler und lokaler Zuständigkeit. Erschließungszustand: Archivalienverzeichnis Umfang, Erläuterung: Bestand ohne Zuwachs 2,9 lfm 146 AE Zitierweise: BArch, RM 108/...

        Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 1/4 · Bestand · 1855-1920
        Teil von Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik)

        Vorbemerkung zur Retrokonversion der Findmittel: Zum Zeitpunkt der Retrokonversion lagen zwei maschinenschriftliche Repertorien vor: 1) Die von der Abteilung für allgemeine Armeeangelegenheiten des Württembergischen Kriegsministeriums überlieferten Akten wurden 1944 von Heeresarchivdirektor Dr. Hermann Pantlen verzeichnet. Die Titelaufnahmen des aus dem Heeresarchiv Stuttgart erhaltenen Findbuchs sind bei der Retrokonversion unverändert in die EDV überführt worden. 2) Die im Bestand M 1/4 überlieferten Geschäftstagebücher wurden 1975 von Dr. Joachim Fischer und Wilhelm Westenfelder verzeichnet. Das damals erstellte Findbuch ist ebenfalls unverändert retrokonvertiert worden. Im Folgenden werden Vorwort bzw. Vorbemerkung der beiden Findbücher wiedergegeben. Stuttgart, April 2008 Dr. Wolfgang Mährle 1. Die Abteilung für allgemeine Armeeangelegenheiten - Akten (Vorwort zum Findbuch 1944): Die Abteilung für allgemeine Armee- und persönliche Angelegenheiten (A) ist aus der Militär-Abteilung des Württ. Kriegsministeriums hervorgegangen; letztere bildete vom 29. September 1871 ab die wichtigste Abteilung des Württ. Kriegsministeriums (Militärhandbuch für das Königreich Württemberg, Stuttgart 1913, Seite 46). Am 12. September 1906 trat die gennante Bezeichnung abgekürzt (A) in Kraft. Abteilungschefs der Abteilung waren vom Jahr 1871 ab: 1871 Kgl. Preuß. Major von Lattre, 1873 Oberstleutnant 01.08.1873 - 23.03.1874 General Major von Gleich 24.03.1874 - 18.09.1874 General Major von Wundt 19.09.1874 - 14.06.1883 Oberstleutnant von Steinheil, ab 22.09.76 Oberst 15.06.1883 - 29.12.1886 Oberst von Finckh 04.01.1887 - 08.10.1889 Oberst von Breyer 09.10.1889 - 24.03.1893 Mayor von Bilfinger, ab 01.04.90 Oberstleutnant 03.02.93 Oberst 25.02.1893 - 27.01.1895 Oberst von Schnürlen 02.02.1895 - 21.03.1897 Oberstleutnant von Freudenberg, ab 18.04.96 Oberst 22.03.1897 - 25.11.1898 Oberst von Münzenmaier 26.11.1898 - 03.07.1900 Oberst von Marchtaler 04.07.1900 - 24.04.1904 Oberstleutnant Freiherr von Mittnacht, ab 27.01.1903 Oberst 25.04.1904 - 16.03.1905 Oberst von Schaefer 17.03.1905 - 20.04.1911 Oberstleutnant von Graevenitz, ab 11.09.07 Oberst 21.04.1911 - 15.12.1914 Oberstleutnant von Schroeder, ab 25.02.12 Oberst 19.08.14 General Mayor 16.12.1914 - 25.07.1917 Oberst von Magirus, ab 25.02.15 General Major 26.07.1917 - 08.11.1918 Oberstleutnant von Haldenwang (Richard) bzw. 01.04.1919 ab 23.03.18 Oberst 2. Geschichte und Verzeichnung des Bestands: Der Aktenbestand ist mit den Akten des ehem. Württ. Kriegsministeriums direkt von der Olgastraße 13 an die damalige Reichsarchivzweigstelle Stuttgart gekommen. Zugleich mit demselben kam Behördenrepertorium (jährlich in sich abgeschlossene Personen- und Sachregister mit Hinweis auf die Journalbücher) mit. Dieselben sind dienlich wenn es sich um Feststellung einer bestimmten Person handelt, oder wenn der Betreff eines Schreibens gesucht wird. Die Register und Journale machten jedoch die Aufstellung eines Archivverzeichnisses nicht überflüssig. Dasselbe wurde von dem damaligen Assistenten, jetzigen Reg. Inspektor Beiermeister in den Monaten August, September 1931 - also am Schluß der Ordnungsarbeiten - aufgestellt. Die Erweiterung des an sich brauchbaren Archivverzeichnisses zu einem Archivrepertorium strebte ich seit der Übernahme der Reichsarchivzweigstelle an. Die Ausführung dieser Arbeit wurde möglich, als ich im Dezember 1941 von einem 1 1/2 jährigen Kommando als Beauftragter des Chefs der Heeresarchive für Metz und Straßburg zurückkehrte. Die Arbeit wurde im Lauf des Jahres 1942 kriegswichtig, da ich mit der Absicht umging, die Bestände des ehem. Württ. Kriegsministeriums im Hinblick auf die sich verschärfende Luftlage zu dezentralisieren. Der Abtransport nach Neuenstein erfolgte im Oktober 1943. Die Akten sind dort jederzeit greifbar gelagert. Bei der genauen Durchsicht fielen gewisse Lücken im Aktenbestand auf. Versuche, dieselben zu schließen, wurden sowohl von Oberarchivrat von Haldenwang, dem Bruder des letzten Abteilungschefs, als auch von mir gemacht, ohne daß denselben ein Erfolg beschieden war. Der Personen- und Sachindex wurde vom damaligen Heeresarchivrat Knoch im ersten Halbjahr 1943 aufgestellt und von mir persönlich im Februar 1944 überarbeitet, um die Einfügung in die Allgemeine Kartei des Heeresarchivs zu erleichtern. Organisationsübersichten bzw. Geschäftseinteilungen wurden dem Repertorium keine beigefügt, da aus den Aktenbänden keine entnommen werden konnten und da beim Sachgebiet I ein Band "Geschäftsenteilung des Württ. Kriegsministeriums" besteht, der später dem Repertorium der Zentralabteilung beigefügt werden soll. Stuttgart, den 28. Februar 1944 Dr. Pantlen Heeresarchivdirektor 1. Die Abteilung für allgemeine Armeeangelegenheiten - Geschäftstagebücher (Vorbemerkung zum Findbuc: In dem im Jahr 1944 abgeschlossenen Repertorium des Heeresarchivs Stuttgart für den Bestand M 1/4 (Kriegsministerium - Abteilung A) sind die Geschäftstagebücher der Abteilung A nicht verzeichnet. Die daher nötige Ordnung und Verzeichnung der 287 Bände (11,5 lfd.m), denen die Journale des Korpsveterinärs XIII. A.K. (vgl. Band 269 und 270) eingeordnet blieben, wurde durchgeführt 1972 durch den Vertragsangestellten Westenfelder unter Aufsicht von Oberstaatsarchivrat Dr. Fischer Stuttgart, im Februar 1975 Fischer Oberstaatsarchivrat

        Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 1/5 · Bestand · 1822-1921
        Teil von Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik)
        1. Zur Geschichte der Abteilung für persönliche Angelegenheiten: Der Beitritt Württembergs zum Deutschen Reich 1871 brachte erhebliche organisatorische Veränderungen im württembergischen. Kriegsministerium mit sich. Es wurde zunächst in drei Abteilungen gegliedert: Centralbureau (C), Militärabteilung (MA) und Oeconomieabteilung (Oe). Im provisorischen Organisationsentwurf vom 16. August 1871 wurde die Bearbeitung der Personalangelegenheiten der Offiziere, der Ordensverleihungen, der Ehrengerichtssachen für Offiziere und der Personalnachrichten im Militärverordnungsblatt dem Centralbureau übertragen. Bereits im November 1871 wurde ein Teil dieser Aufgaben an die Militärabteilung abgegeben. Nach § 4 der Registraturordnung des Kriegsministeriums sollte die Registratur des Ministeriums zwar als eine einheitliche aufgefasst werden, "doch ist dieselbe zu formieren, dass jede Abteilung ihre eigenen Akten hat und derselben für die Journalführung, für das Herbeischaffen der Vorgänge, Completierung der Akten usw. ein Registraturbeamter zur Disposition steht". Diese Anordnung hatte zur Folge, dass bei Kompetenzveränderungen die entsprechenden Akten von Abteilung zu Abteilung wanderten. Im Januar 1896 begann das Centralbureau mit der Führung eines eigenen Diariums für die Personalangelegenheiten und Ordensverleihungen. Am 24. April 1896 überwies der Kriegsminister die Bearbeitung sämtlicher Personalangelegenheiten der Offiziere und der Ordensverleihungen an die Militärabteilung, die mit diesen Aufgaben auch das Journal und die Vorakten des Centralbureaus übernahm. Für diesen Tätigkeitsbereich wurde in der Militärabteilung die Sektion III eingerichtet. Bei der Neuorganisation des Kriegsministeriums erhielt die Militärabteilung mit Wirkung vom 1. August 1906 an die Bezeichnung "Abteilung für allgemeine Armee- und persönliche Angelegenheiten" (A). Die Gliederung in drei Sektionen blieb unverändert, ebenso die Journalführung (ein gemeinsames Diarium für Sektion 1 und 2, ein zweites für die Sektion 3). Nach dem im Januar 1907 gedruckten Organisationsschema hatte die Sektion 3 folgende Angelegenheiten zu bearbeiten: Personalien der Offiziere und Sanitätsoffiziere Offiziere des Landjägerkorps Kommandierungen von Offizieren Heiraten Erkrankungen Qualifikations- und Personalberichte Anstellung verabschiedeter Offiziere im Zivildienst Ergänzung des Offizier- und Sanitätsoffizierkorps Kadettenkorps Fahnenjunker und Fähnriche Kriegsschulen und Kriegsakademien Ausgleich des militärärztlichen Personals für den Mobilmachungsfall zwischen Württemberg und Preußen Allerhöchste Handschreiben Ehrengerichtliche Angelegenheiten der Offiziere und Sanitätsoffiziere Verleihung von königlich württembergischen Orden und Medaillen Verleihung nichtwürttembergischer Orden usw. an württembergische Militärpersonen Rückgabe und Ersatz von Orden und Ehrenzeichen Kaiser Wilhelm-Erinnerungsmedaille Rettungsmedaille Gehaltseinweisungen der Offiziere (Etatskapitel 19-24, 41) Generalmajor Wocher’sche Stiftung Militärverordnungsblatt (Personal-Nachrichten). Der Beginn des Ersten Weltkriegs änderte an diesem Umfang der Geschäfte nichts, allerdings nahm die Arbeit enorm zu. Die Sektion A 3 bestand am 2.8.1914 aus zwei Offizieren und drei Zivilbediensteten. Im Verlauf des Krieges musste der Personalstand erheblich ausgeweitet werden. Im Oktober 1918 beschäftigte die Abteilung 39 Mitarbeiter. Im Spätherbst 1914 wurde die Sektion in vier Gruppen mit der Bezeichnung 3 a-d aufgeteilt, die im wesentlichen unverändert die bisherigen Aufgaben wahrnahmen. Neu war z.B. die Vorbereitung von Gedenkblättern für gefallene Offiziere (bis November 1917) und die Redaktion der Veröffentlichung von Verleihungen Eiserner Kreuze. Einen detaillierten Aufschluss über die Arbeit liefern die vierteljährlichen Denkschriften der Sektion bzw. Abteilung für den Kriegsminister (Bü 274). Durch Verfügung des Kriegsministers vom 30. Juni 1917 wurde die Sektion A 3 aus der Abteilung A herausgelöst und als selbständige "Abteilung für persönliche Angelegenheiten" (P) institutionalisiert. Die Führung der Geschäfte übernahm der bisherige Sektionschef Major Schumacher. Im übrigen blieben die Einteilung und der Dienstbetrieb in der nunmehrigen Abteilung völlig dieselben wie in der früheren Sektion. Die alten Gruppen A 3 a-d erhielten die Bezeichnung P 1-4. Auch der Aktenbestand der Abteilung wurde nicht verändert. So ist es zu erklären, dass in diesem Bestand Schriftstücke und Aktenbände mit den Signaturen C, Z, MA, A (AP) und P enthalten sind. Sie spiegeln die wandernde Kompetenz wider. Analog zur Übernahme von Akten anderer Abteilungen wurden bei Abgabe einer Kompetenz auch die entsprechenden Akten weitergegeben. So wurde z.B. 1917 die Bearbeitung vorläufiger Entlassungen, Zurückstellungen usw. der Abteilung für Waffen und Feldgerät übertragen. Die einschlägigen Akten der Gruppe A 3b bzw. P 2 wurden daraufhin an die Abteilung WK ausgefolgt. Im Jahre 1917 hatte die Gruppe A 3a mit der Führung eines separaten Diariums begonnen. Es wurde von der in P 1 umbenannten Gruppe unverändert fortgeführt. Diese Gruppe bearbeitete ausschließlich Verleihung, Beschaffung, Rückgabe und Ersatz von Orden und Ehrenzeichen. Die Diarien der Abteilung P umfassen also die noch vom Centralbureau begonnene Hauptserie ab 1896 und die Sonderserie für Ordensangelegenheiten ab 1917, sowie ein Demobilmachungstagebuch ab 1914. Nach Kriegsende trat im Mai 1919 eine neue Geschäftseinteilung im Kriegsministerium im Kraft. Die Abteilung P hieß seitdem Abteilung Generalkommando (GK) - Personalamt. Mit der Annahme der Weimarer Verfassung ging die gesamte Heeresverwaltung auf das Reich über. Am 28. August 1919 wurde deshalb das Kriegsministerium in Reichswehr-Befehlstelle Württemberg umbenannt. Diese Behörde stellte ihre Tätigkeit am 30. September 1919 ein. An ihre Stelle trat am 1. Oktober 1919 das Heeresabwicklungsamt Württemberg. Die noch zu erledigenden Arbeiten aus dem Bereich der alten Abteilung P wurden in der Personalabteilung des Abwicklungsamtes bis zum 31. März 1921 fortgeführt. Offiziell waren zu diesem Zeitpunkt alle unerledigten Angelegenheiten abgewickelt. 2. Zur Geschichte des Bestandes und seiner Ordnung: Die eigenen Akten des Abwicklungsamtes gelangten mit den übernommenen Akten des Ministeriums in die Reichsarchivzweigstelle Stuttgart. Dort wurde ein eigener Bestand "Heeresabwicklungsamt" gebildet, im wesentlichen für die Akten, die ausschließlich bei dieser Behörde erwachsen waren. Die Ministerialakten wurden aussortiert und nach Abteilungen - möglichst in der Folge der alten Aktenzeichen - gegliedert. In wenigen Fällen waren Schriftstücke des Abwicklungsamts in Ministerialaktenbände eingeheftet. Sie wurden dort belassen. Die Reichsarchivzweigstelle übernahm zum Teil die Listen, etwa über Ordensverleihungen, die im Kriegsministerium geführt worden waren, als Handakten oder zur Ergänzung. Diese Tätigkeit erlosch schon vor dem Zweiten Weltkrieg. Allerdings wurden diese Listen zunächst nicht dem Bestand der alten Ministerialabteilung P angegliedert. Bei Beginn der Ordnungsarbeiten im Herbst 1970 fanden sich summarisch verzeichnete und völlig unerschlossene Akten und Bände der Personalabteilung an verschiedenen Lagerorten im Gebäude Gutenbergstraße. Ein summarisches Verzeichnis nannte Friedensstammlisten, die aber bereits 1940 kassiert worden waren. Das gleiche Schicksal erfuhr im Jahre 1949 die Masse der sog. Kriegsakten der Abteilung A 3 bzw. P 2-4 seit 1915, sowie Unterlagen über Stellenbesetzungen und Zurückstellungsgesuche. Von ursprünglich 96 Bunden (rund 25 lfd. m) dieses Bestandes waren noch 22 (rund 5.5 lfd. m) vorhanden. Dazu kamen 30 listenmäßig erfaßte Bunde mit Akten über Ordensverleihungen, einige Leitzordner und weitere lose vermischte Akten der Personalabteilung, zum Teil aus den Handregistraturen früherer Heeresarchivsachbearbeiter. Bei der Ordnung dieser einigermaßen verwirrenden Sammlung wurde versucht, alte Registraturzusammenhänge so gut wie möglich beizubehalten. Es gab im wesentlichen vier Registraturschichten: 1. Akten, die vor dem Ersten Weltkrieg angelegt wurden. Sie tragen nach Kapitel, Titel, Sektion, Nummer und evtl. Bandzahl gegliederte Aktenzeichen (1.3.1.1. Vol. I). Auch ursprünglich im Centralbureau angelegte Akten tragen solche Signaturen. Die auf den vorgedruckten Aktendeckeln zwischen den Angaben Sektion und Nummer vorgesehene Position Lit(tera) wurde nicht belegt. 2. Akten, die im Ersten Weltkrieg vor 1917 angelegt wurden. Sie tragen in der Regel mnemotechnische Aktenzeichen (RKM = Rote-Kreuz-Medaille, KrA = Kriegsakten). 3. Akten, die nach 1917 bei P neu angelegt wurden. Sie haben keine Aktenzeichen. 4. Akten, vor allem Listen, ohne jedes Aktenzeichen. Da sich diese Schichten zeitlich überschneiden, wurde eine sachliche Gliederung vorgezogen. Die Ordensangelegenheiten wurden vorangestellt. Aussortiert wurden einige wenige Aktenbände, die bei P keinen Zugang erhalten hatten und wohl irrtümlich bei der flüchtigen Aufteilung der Kriegsministerialakten in das Schriftgut der Personalabteilung eingereiht worden waren. Kassiert wurden nur vereinzelte unbedeutende lose Schriftstücke und leere Formulare. Einige Aktenbände, die eigentlich in diesen Bestand gehören, wurden irrtümlich bei der Verzeichnung des Bestandes der Verwaltungsabteilung (B) dort nicht herausgelöst. Auf diesen Bestand wird deshalb hingewiesen. Ordensakten finden sich auch provenienzgerecht in den Unterlagen anderer Ministerialabteilungen. Im Anschluss an die eigentlichen Titelaufnahmen werden jeweils alte Signaturen (AS) - soweit vorhanden - angegeben. Danach folgt eine Aufstellung der Stellen, bei denen die einzelnen Faszikel geführt worden sind: C bzw. Z, MA, MA(P), AP, P, HAA (Heeresabwicklungsamt), Reichsarchivzweigstelle. Die Verzeichnung wurde von Archivinspektoranwärter Buchsteiner im Herbst 1970 durchgeführt. Er arbeitete auch einen ersten Ordnungsversuch aus. Die Überarbeitung der Titelaufnahmen und die endgültige Ordnung wurde im Frühjahr 1971 von Staatsarchivrat Dr. G. Taddey durchgeführt. Der Bestand wurde vom Archivangestellten Westenfelder verpackt. Er umfasst 355 Faszikel in 12.60 lfd. m, sowie 75 Diarienbände in 3.75 lfd. m. Stuttgart im März 1971 (Taddey)
        Kriegsministerium: Justiz-Abteilung (Bestand)
        Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 1/7 · Bestand · (1851) 1871-1921
        Teil von Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik)

        Vorwort: Verantwortlich für den gesamten Bereich der Militärjustiz war nach der Militärge-richtsordnung von 1692 für Württemberg der "Oberauditor". Er hatte insbesondere die einzelnen Auditoren zu beaufsichtigen, die Urteile der Regimentsgerichte zu prüfen und vor ihrem Vollzug die Entscheidung des Herzogs einzuholen (1). Um den allein schon von den Größenordnungen her völlig veränderten Gegeben-heiten Rechnung zu tragen, bestellte König Friedrich 1807 für "Civil-Rechtssachen" des Militärs das General-Auditoriat unter Zuziehung eines Kriegsrats mit der Be-zeichnung "Oberkriegsgericht". Daraus entstand in Folge die militärgerichtlichen Ap-pellations-Instanz und zugleich eine oberste Behörde für die Militär-Justizpflege in Württemberg. Diese Funktionen wurde am 30. März 1874 einer besonderen Abteilung im Kriegsmi-nisterium Übertragen, der "Justizabteilung". Sie war für die Beratung und Stellung-nahme in allen militärspezifischen Rechtsfragen zuständig. Zugleich erfüllte sie die Funktion des Oberkriegsgerichts für das württembergische Armeekorps, war oberste Militärjustizbehörde in Strafsachen und die Oberaufsichtsbehörde für die Auditeure. Das oberste Militärgericht war das Militärrevisionsgericht. Es setzte sich zusammen aus 4 im Wechsel dazu bestimmten höheren Offizieren, darunter 1 General als Vor-sitzendem, dem Generalauditeur und 2 Räten der Justizabteilung des Kriegsministe-riums. Im Zuge der Umsetzung der Deutschen Militärstrafgerichtsordnung von 1898 verlor Württemberg 1900 allerdings seine bis dahin verbliebene Selbständigkeit auf dem Gebiet der Militär-Gerichtsorganisation. De facto war es schon zuvor durch eine gan-ze Reihe von Abstimmungsverfahren mit der Reichsmilitärverwaltung, ebenso mit Bayern und mit Sachsen notwendig geworden, Angleichungen zu erreichen, die später dann in die neue Militärstrafgerichtsordnung eingegangen sind (2). Als Folge der Neuorganisation ab 1900 wurde die Justizabteilung des (Königlich Württembergischen) Kriegsministeriums als Oberkriegsgericht bzw. Revisionsgericht aufgelöst. Ebenso wurde im Rahmen der Neuorganisation verfügt, dass sämtliche militärgerichtlichen Untersuchungsakten an das (neueingesetzte) Oberkriegsgericht des XIII. (Königlich Württembergischen) Armeekorps abzugeben waren, das dem Generalkommando (3) zugeordnet war. Die Militärgerichtsbarkeit wurde ab 1900 ausschließlich durch die Gerichtsherrn und die erkennenden Gerichte ausgeübt.(Standgerichte, Kriegsgerichte, Oberkriegsge-richt und - in der Revisionsinstanz- Reichsmilitärgericht (4)). Die Aufsicht über die Ausübung dieser Militärgerichtsbarkeit verblieb (abgesehen vom Reichsmilitärgericht) beim Kriegsministerium als oberste Militär-Justizver-waltungsbehörde. Gemäß Organisationsplan des Ministeriums war diese Funktion zwischen 1900 und 1906 der "Sektion J" innerhalb der "Abteilung für allgemeine Ar-meeangelegenheiten" anvertraut. Ebenso hatte die "Sektion J" auch weiterhin die Beratung in Rechtsfragen zu übernehmen. 1906 wurden diese Geschäftsbereiche in die neu geschaffene Versorgungs- und Justizabteilung ( C ) integriert. Abteilung ( C ) war damit von 1906 bis März 1915 zuständig für Pensions-, Versorgungs- Unterstüt-zungsangelegenheiten und für den Justizbereich. Die kriegsbedingte Ausdehnung des Geschäftsvolumens hatte wiederum eine Aus-gliederung des Justizbereichs zur Folge. Abteilung C blieb Versorgungsabteilung. Die Aufgaben der neuen "Abteilung J" (Justitiar) bestanden v.a. in Personalverwaltung, Aufsicht über und Aufrechterhaltung des Betriebs der verschiedenen Militärgerichts-stellen, Begnadigungen, Auslieferungsangelegenheiten, Strafvollzug, Bau- und Be-trieb von Militärgefängnissen, Rechtsgutachten einschließlich Berücksichtigung aus-wärtiger Rechte, Besatzungsrecht und außermilitärischer Rechtsbereiche. Diese Einteilung blieb auch im Rahmen der Abwicklung des Kriegsministeriums be-stehen, wobei seit November 1918 Abteilung J in Rechtsabteilung ( R ) umbenannt wurde. Wie alle Abwicklungsbehörden des württembergischen Kriegsministeriums wurde sie zu Jahresende 1920 aufgelöst. Das nur lückenhaft und in unerwartet schlecht geordnetem Zustand überlieferte Schriftgut des so stark von Umorganisationen betroffenen Bereichs der Militärjustiz war wie schon für die Militärgerichtsstellen ( Bestand M 631) nach der Verzeichnung neu zu ordnen. Die vorhandenen Aktenzeichen des Aktenplans waren dabei wegen der verschiedenen Umstellungen über weite Strecken keine geeignete Grundlage mehr, so dass eine völlige Neugliederung unumgänglich war. Der Bestand wurde in den Jahren 2001 und 2002 vom Archivangestellten Gerd Mantel verzeichnet unter Anleitung des Unterzeichners, der auch die redaktionelle Überarbeitung und Neugliederung besorgte. Das Repertorium M 1/7 enthält 808 Titelaufnahmen und erschließt 28 Regalmeter Akten. Stuttgart, November 2003 Dr. Moegle-Hofacker Anmerkungen (1) Zur Entwicklung der Militärgerichtsbarkeit vgl. auch Vorwort zu Repertorium M 631, Militärstrafverfahren XIII. Armeekorps. (2) Vgl. M 1/7 Bü 11, Bü 17, Bü 21. (3) Vgl. Bestände M 33/1 bzw. 33/2 und M 77/1 sowie Regierungsblatt für das Königreich Württemberg, Jahrgang 1900, Seite 841 (4) Eine Auflistung der württembergischen Militärgerichte ist im Vorwort zu Repertorium M 631 enthalten.

        Kriegsministerium: Medizinal-Abteilung (Bestand)
        Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 1/8 · Bestand · 1855-1920
        Teil von Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik)

        Vorwort: Aufgrund der Militär-Konvention mit dem Norddeutschen Bund (21., 25. November 1870) und im Zuge der Reichsgründung waren die gesamten Militärverhältnisse neu zu gestalten. Für das württembergische Kriegsministerium ergab sich hieraus ab 1871 (29. September) folgende Gliederung: Zentralbureau / Militärabteilung / Ökonomie-Abteilung 1874 bzw. 1896 kamen hinzu: Militär-Medizinal-Abteilung (28. März 1874) Justizabteilung. (30. März 1874)/ Waffen-Abteilung (1. April 1896) 1906 (12. September) trat die letzte Anpassung vor Kriegsbeginn in Kraft: Das Ministerium gliederte sich danach wie folgt: Zentralabteilung (Z) = Bestand M 1 / 3 Abteilung für allgemeine Armee- und für persönliche Angelegenheiten (A)= Bestände M 1 / 4 und M 1 / 5 Abteilung für Waffen und Feldgerät (W),= Bestand M 1 / 9 Versorgungs- und Justizabteilung (C), = Bestand M 1 / 7 Verwaltungsabteilung (B), = Bestand M 1 / 6 Medizinalabteilung (MA) = Bestand M 1 / 8 1907 war in der Aufgabenbeschreibung für die Medizinalabteilung vorgesehen: Verwaltung des Etat-Kapitels 29 (Militärmedizinalwesen), alle Militär-Medizinal- und Lazarettverwaltungsangelegenheiten (einschließlich Genesungsheimen); Winterarbeiten und literarische Arbeiten der Sanitätsoffiziere. Anmeldung von Studierenden zur Kaiser Wilhelms-Akademie. Verrechnung der Kosten für Operationskurse; Krankenrapporte, Militärmedizinalstatistik, Klärung von Selbstmordfällen und Statistik darüber; Personalangelegenheiten des Korps-Stabs-Apothekers, des Stabs-Apothekers, der Apotheker des Beurlaubtenstandes und der Lazarett-Verwaltungsbeamten; Zuteilung der Apotheker /Einjährig-Freiwilligen und Unterapotheker) an die Lazarette; Beamtenernennungen, Pensionierungen, Ordensverleihungen an Beamte; Genehmigung zur Beschaffung von künstlichen Gliedern unter Mitprüfung durch die Versorgungsabteilung; Aufstellung von Krankenlisten-Auszügen aus den Listen der Feldlazarette; Badekuren für Offiziere, aktive und inaktive Mannschaften sowie Aufnahme in Zivilheilanstalten; Ärztliche und arzneiliche Behandlung der Soldatenfrauen und -Kinder. 1917 waren v.a. folgende Aufgaben hinzugekommen: Reserve- und Vereinslazarette, Genesungsheime und Lungenheilstätten; Hilfs- und Vereinslazarettzüge; Einziehung und Entlassung aller dienstpflichtigen Ärzte, Zahnärzte, Apotheker; Anstellung und Entlassung der verabschiedeten Sanitätsoffiziere und ehemaligen Unterärzte, sowie der vertraglich anzunehmenden Zivilärzte; Ernennung und Anstellung der Unterärzte, Feldunterärzte und Feldhilfsärzte beim Feld- und Besatzungsheer, Erteilung der Heiratserlaubnis an dieselben; Regelung der Stellenbesetzung der Ärzte, Zahnärzte und Apotheker, sowie Ersatzgestellung; Freiwillige Krankenpflege; Kriegsinvalidenfürsorge, Berufsbildungsangelegenheiten für Kriegsinvalide, Beschaffung künstlicher Glieder, Bruchbänder; Krankenwagen und Krankenkraftwagen; Kriegsgefangene (Sanitätsdienst in den Lagern), Schwerverwundetenaustausch, Abschub minderschwerverletzter Kriegsgefangener nach der Schweiz; Schömberg-Stiftung für lungenkranke Offiziere; Aufnahme von Frauen und Kindern in das Erholungsheim für Familienangehörige; Schutzimpfungen der Ersatzmannschaften und Kriegsgefangenen; Überführung der Leichen Gefallener vom Kriegsschauplatz in die Heimat; Nachlass Gefallener; Entlausungsmaßnahmen; Nachforschung nach Kranken, Verwundeten und Gefallenen früherer Kriege; Seuchenbekämpfung im Heimatgebiet. Das Amt des Chefs der Abteilung versah in der Friedenszeit der Korpsarzt XIII. A.K.: 1874Generalstabsarzt Dr. v. Klein bzw. Generalstabsarzt Dr. v. Chalons, königlich preußischer Sanitätsoffizier 1875 - 1878unbesetzt 1878Generalarzt Dr. v. Fichte 1896Generalarzt Dr v. Schmidt 1905Generalarzt Dr. v. Wegelin 1912Königlich p reußischer Generalarzt Prof. Dr. Lasser (ab 1914 Kriegs- Sanitätsinspekteur) Während des Weltkriegs wurde ein eigener Chef der Medizinalabteilung ernannt (Prof. Dr. Lasser), der zugleich Stellvertretender Korpsarzt des XIII. Armeekorps, ab 1917 Kriegs-Sanitätsinspekteur war und die Befugnisse eines Generalstabsarztes der Armee besaß. Im Oktober 1919 ging das gesamte Militär-Sanitätswesen in das Ressort des Reichsarbeitsministeriums über. Die Akten dieser Abteilung des Kriegsministeriums wurden in den Jahren 2002/2003 neu verzeichnet vom Archivangestellten Gerd Mantel unter Anleitung des Unterzeichneten, der auch die Überarbeitung der Gliederung, Redaktion, Datenbankbetreuung etc. besorgte. Der Bestand umfasst 18 lfd. Regalmeter Akten vorwiegend aus der Zeit zwischen 1874 und 1920 bzw. 312 Archivalieneinheiten. Stuttgart, im April 2004 Dr. Franz Moegle-Hofacker

        Kriegsministerium: Zentral-Abteilung (Bestand)
        Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart, M 1/3 · Bestand · 1817 - 1819, 1846 - 1921
        Teil von Landesarchiv Baden-Württemberg, Abt. Hauptstaatsarchiv Stuttgart (Archivtektonik)
        1. Zur Geschichte der Zentral-Abteilung: Die Neuorganisation des württembergischen Militärwesens, die als Folge der Militärkonvention vom 21. /25. 11. 1870 seit Juli 1871 mit Hilfe preußischer Offiziere und Militärbeamten unternommen wurde, erstreckte sich auch auf das Kriegsministerium. In Anlehnung an eine frühere, allerdings nur intern gültige Einteilung und in Analogie zur Geschäftseinteilung des preußischen Kriegsministeriums wurde es im August 1871 in das Centralbureau, die Militär-Abteilung (mit drei Sektionen) und die Ökonomie-Abteilung (mit fünf Sektionen) gegliedert; eine "provisorische", tatsächlich aber lange Jahre gültige "Geschäftseinteilung legte gleichzeitig die Kompetenzen dieser Abteilungen, neben die später weitere Abteilungen traten, fest. Das Centralbureau (abgekürzt: CB. ), das vor 1871 in der Kanzleidirektion einen Vorläufer besaß, unterstand einem Chef, der bis zum Ende des ersten Weltkriegs - zugleich Adjutant des Kriegsministers war (vgl. die ohne eingehenderes Quellenstudium erarbeiteten Listen der Kriegsminister bzw. Abteilungschefs in Anhang I bzw. II S. XXV ff. ) In sein Ressort fielen nach der erwähnten Geschäftseinteilung folgende Aufgaben: 1. die persönlichen Angelegenheiten der Offiziere, Ärzte und Beamten, 2. die ehrengerichtlichen und militär-politischen Angelegenheiten, 3. die Ordens- und Dienstauszeichnungs-Angelegenheiten, 4. die Staats-Ministerial-Sachen, 5. Vorlage derjenigen Angelegenheiten, über welche der Kriegsminister selbst die Entscheidung zu treffen beabsichtigt, 6. persönliche Correspondenz des Ministers, 7. Redaktion des Armeeverordnungsblatts, 8. Angelegenheiten der Tagespresse. Außerdem unterstanden dem Centralbureau von Anfang an die Kanzlei, die Bibliothek und die Druckerei des Kriegsministeriums. Manche der Aufgaben, die das Centralbureau nach der erstmals im Januar 1907 wieder herausgegebenen Geschäftseinteilung des Kriegsministeriums wahrzunehmen hatte (so die Verwaltung des Dienstgebäudes, der Dienstgeräte und der Bürokasse des Kriegsministeriums), dürften ihm stillschweigend zugewiesen worden sein, sei es von Anfang an, sei es allmählich als Folge der ursprünglichen Kompetenzen. Andere Kompetenzveränderungen, auf die hier im übrigen nicht vollständig eingegangen werden kann, fanden dagegen ihren Niederschlag in den Quellen. Wiederholt eingeschränkt wurden seit November 1871 die Kompetenzen des Centralbureaus für persönliche, ehrengerichtliche und Ordensangelegenheiten von Offizieren, Ärzten und Beamten, bis schließlich im April 1896 die Militär-Abteilung fast ganz dafür zuständig wurde. Ab November 1872 hatte der Chef des Centralbureaus die Unterlagen aller Abteilungen des Kriegsministeriums für den mündlichen Vortrag des Kriegsministers beim König zu sammeln. Als 1874-nach dem Vorbild Preußens die Führung von Personalbogen und von Stammlisten der Truppen eingeführt wurde, hatte das Centralbureau die ans Kriegsministerium gelangten Exemplare dieser Unterlagen zu verwahren und zu verwalten. Nachdem die dem Centralbureau unterstellte Kanzlei des Ministeriums faktisch schon lange für die sog. "alte Registratur" des Kriegsministeriums zuständig gewesen war, wurde die Sorge dafür dem Centralbureau im Januar 1885 offiziell übertragen. Weitere kleinere Aufgaben kamen in den Jahren nach der Jahrhundertwende hinzu:1902 begann das Centralbureau, eine Sammlung von Zeitungsausschnitten über militärische Angelegenheiten anzulegen, und seit April 1906 sammelte man hier Nachrufe und Todesanzeigen württembergischer Offiziere; schließlich wurde das Centralbureau, das am 1. 8. 1906 bzw. - It. MVBl. 1906, 8. 185 - am 12. 9. 1906 in "Zentral-Abteilung" (abgekürzt: Z. ) umbenannt wurde, im Januar 1907 durch die neue Geschäftseinteilung des Kriegsministeriums für Denkmäler-Angelegenheiten zuständig. Die Aufgaben der Zentral-Abteilung, die durch die neue Geschäftseinteilung im übrigen nur wenig verändert wurden, konnten demnach im Hof- und Staatshandbuch des Königreichs Württemberg von 1907 S. 64- f. wie folgt umschrieben werden: "Von der Zentral-Abteilung, deren Chef zugleich Adjutant des Kriegsministers ist, wird die Verteilung des gesamten Einlaufs auf die Abteilungen, die Zuleitung von Entwürfen und Vorlagen an den Kriegsminister und die Abfertigung des Auslaufs bewerkstelligt. Die Zentral-Abteilung bearbeitet die Rang- und Stammlisten, die Patentierung der Offiziere und Sanitätsoffiziere, die Führung der Personalbogen, die Anträge auf Adelsverleihung und die Prüfung des Adelstandes, die bei Feierlichkeiten, Jubiläen, Hof- und Armeetrauer usw. zu treffenden Anordnungen, alle den Geschäftsgang und die Geschäftseinteilung des Kriegsministeriums betreffenden Angelegenheiten und endlich die Redaktion des sächlichen Teils des Militärverordnungsblatts". Im März 1907 erhielt die Zentral-Abteilung außerdem die Verwaltung der sog. "Denkschriften-Sammlung" übertragen, d. h. der von den einzelnen Abteilungen des Kriegsministeriums für Beratungen des Bundesrats, des Reichstags und des württembergischen Landtags vorbereiteten Stellungnahmen und Ausarbeitungen. Größere Bedeutung gewann die Errichtung des Kriegsarchivs im Januar 1907, das der Zentral-Abteilung unterstellt und, obwohl dafür eigenes Personal vorgesehen war, faktisch ganz von ihr verwaltet wurde. Einmal sollte das Kriegsarchiv das archivwürdige Schriftgut militärischer Provenienzen Württembergs sichern und gab damit der Zentral-Abteilung Veranlassung, sich auch mit Fragen der Kassation bzw. Erhaltung solchen Schriftguts zu befassen; zum andern entwickelte es sich im Weltkrieg 1914 - 1918 zu einer selbständigen Abteilungen die die Zentral-Abteilung im Januar 1916 die Zeitungsausschnitt-Sammlung und im November 1916 die Verwaltung der Bibliothek des Kriegsministeriums abgab. Während der Weltkrieg 1914 - 1918 sonst ohne größere Auswirkungen auf Organisation und Kompetenzen der Zentral-Abteilung blieb, änderte sich dies gegen und nach Ende des Kriegs. Neben der Zentral-Abteilung, die unmittelbares Organ des Kriegsministers war, schuf sich dieser im Juli 1918 eine weitere Stelle, die ihm unmittelbar unterstand, in organisatorischer Hinsicht aber bis Oktober 1918 der Zentral-Abteilung zugeteilt wurde. Sie wurde nach ihrem Leiter, Oberstleutnant Hummel, "Dienststelle H " benannt und erhielt vom Kriegsminister den Auftrag, "für mich alle Unterlagen, deren ich zum Verkehr mit den gesetzgebenden Körperschaften oder einzelnen Mitgliedern dieser bedarf, zu sammeln und zu sichten. Hiezu wendet sich H an die zuständigen Abteilungen des Kriegsministeriums oder an sonstige in Betracht kommende Dienststellen usw. unmittelbar". Am 7"10. 1918 wurde sie von der Zentral-Abteilung ganz gelöst und unter der Bezeichnung "Ministerialabteilung"(abgekürzt: M) verselbständigt. Wie die ursprünglich in Aussicht genommene Bezeichnung "Presse- und Geheim-Abteilung" (abgekürzt: P. G. ) andeutet, war sie vor allem mit Fragen der "Aufklärung" der Zivilbevölkerung, der Kriegspropaganda, der Presse, der Zensur und der Bekämpfung von Gerüchten befasst. Bereits im Januar 1919 ging die Ministerialabteilung im Kriegsarchiv auf. Die Einrichtung und Verselbständigung der Ministerialabteilung berührten die Organisation und Aufgaben der Zentral-Abteilung offensichtlich ebenso wenig wie deren Umbenennung in "Hauptbüro" (abgekürzt: H. ) zwischen dem 18. und 25. 11. 1918 und die Wirren, denen nach der Novemberrevolution 1918 auch das Kriegsministerium ausgesetzt war. Dagegen wurden sie durch die Reorganisation, die der Kriegsminister Herrmann am 14. 3. 1919 verfügte, einschneidend verändert. Dabei wurde das Hauptbüro aufgelöst und an seiner Stelle errichtet: 1. das Ministerialbüro (MB), 2. die Hauptkanzlei (HK), 3. die Druckvorschriftenverwaltung (Dv) und die Bürokasse (BK), 4. die Hauptregistratur (HR). Während sich die Aufgaben der drei zuletzt genannten Abteilungen, die dem Stellvertreter des Kriegsministers, Hauptmann (seit 15. 3. 1919: Unterstaatssekretär) Krais, unterstellt wurden, im wesentlichen aus ihren Bezeichnungen ergeben, war das dem Kriegsminister unmittelbar unterstellte Ministerialbüro beauftragt mit der Auszeichnung des gesamten Eingangs, mit der Erledigung von Sonderaufträgen und der persönlichen Korrespondenz des Kriegsministers und mit der Anmeldung bzw. Abfertigung von Besuchern des Ministers. Ganz abgegeben wurde die Bearbeitung von Angelegenheiten der Nationalversammlung und des württembergischen Landtags, für die nun statt dem bisherigen Hauptbüro die im Februar 1919 neugeschaffene "Aufklärungs- und Pressestelle des Kriegsministeriums" zuständig wurde. Nach dem Rücktritt des Kriegsministers Herrmann (am 28. 6. 1919) und seines Stellvertreters Krais, die vor allem durch militärische Kreise vielfach und heftig angefeindet worden waren, wurde diese Aufteilung schon am 7*7. 1919 wieder rückgängig gemacht: das Ministerialbüro wurde aufgelöst und sein Personal zu der aus den anderen Abteilungen (HK, HR, BK) wieder neu gebildeten "Zentral-Abteilung" (abgekürzt: Z. ) übernommen, deren Kompetenzen nicht näher beschrieben wurden, die aber im wesentlichen die bisherigen Aufgaben dieser Abteilungen erhalten haben dürfte. Daran scheint sich nichts geändert zu haben, als das württembergische Kriegsministerium vom 28. 8. 1919 bis zum 30. 9. 1919 die Aufgaben und die Bezeichnung einer "Reichswehrbefehlsstelle Württemberg" hatte, ab 1. 10. 1919 zum "Abwicklungsamt des früheren württembergischen Kriegsministeriums" umgewandelt und als solches zusammen mit dem "Abwicklungsamt des früheren XIII. A. K. " zum "Heersabwicklungsamt Württemberg" vereinigt wurde. Mit der Reorganisation war eine Änderung des Dienstsitzes verbunden. Dieser befand sich ursprünglich im Gebäude des Kriegsministeriums, Charlottenstr. 6, dann seit Juni 1914- im neuen Dienstgebäude des Kriegsministeriums, Olgastr. 13; im Oktober 1919 wurde das Abwicklungsamt des Kriegsministeriums in das Dienstgebäude des früheren Kommandierenden Generals, Kriegsbergstr. 32, verlegt, von wo die Zentral-Abteilung bzw. die Abteilung K (siehe unten) im Zusammenhang mit der Umorganisation des Heeresabwicklungsamtes Württemberg wohl im September 1920 in das ehemalige Neben-Artilleriedepot in der Gutenbergstr. 111 übersiedelte. Soweit es die Quellen erkennen lassen, überstand die Zentral-Abteilung diese äußeren Veränderungen im wesentlichen unverändert "allerdings verlor sie als Folge der Heeresabwicklung, insbesondere auch der Reorganisation von Oktober 1919, zunehmend an Aufgaben. Zusammen mit den Abteilungen A, R, W, ZV, Auskunft und Kr. A. des Abwicklungsamtes des früheren württembergischen Kriegsministeriums wurde sie daher im August 1920 zur Abteilung K (d. h. Kriegsministerium) des Heeresabwicklungsamtes Württemberg vereinigt. Organisationsänderungen im folgenden Monat reduzierten diese Abteilung K jedoch weiter, so dass sie ab 1. 10. 1920 im wesentlichen wieder aus der früheren Zentral-Abteilung bestand. Allerdings oblagen ihr als Aufgaben nun nur noch die Bearbeitung der "noch anfallenden Resteingänge des ehemaligen Kriegsministeriums", die Weiterleitung derselben an die nunmehr zuständigen Stellen, außerdem Unterstützungsgesuche und sämtliche Angestelltenangelegenheiten des Heeresabwicklungsamtes Württemberg". Zudem war ihr die Unterabteilung W (Waffenabteilung) unterstellt, während die Bürokasse ab 20. 9. "1920 an die Kasse des Heeresabwicklungsamtes Württemberg abgegeben und das im August bzw. Oktober 1920 mit der Abteilung K vereinigte Kriegsarchiv im Dezember 1920 der Reichsarchivzweigstelle Stuttgart angegliedert wurde. Mit der Auflösung des Heeresabwicklungsamtes Württemberg auf 31. 3. 1921 fand schließlich auch die Abteilung K ihr Ende. 2. Zur Geschichte und Ordnung des Bestandes: Bei der Umgestaltung des Kriegsministeriums seit Juli 1871 wurde dessen Kanzlei unter Mithilfe eines Registrators aus dem preußischen Kriegsministerium bis November 1871 auf die neuen Verhältnisse umgestellt. Dabei wurden die bisher kurrenten Akten bis auf einige Faszikel, die sich auch im vorliegenden Bestand finden (Büschel 4, 6-9, 16, 17, 66 - 68, 88, 118, 475), geschlossen; die einzelnen Abteilungen des Kriegsministeriums erhielten neue, systematische Aktenpläne mit zugehörigen Repertorien", und wie bei den Truppen und der übrigen Militärverwaltung wurde statt der bisherigen losen Aktenablage die sonst in Württemberg nicht übliche preußische Aktenheftung eingeführt. § 4 der Organisationsbestimmungen des Kriegsministeriums vom 16. 8. 1871 bestimmte: "Die Registratur des Kriegsministeriums ist zwar eine einheitliche, doch ist dieselbe so zu formieren, daß jede Abteilung ihre eigenen Akten hat und derselben für die Journalführung, für das Herbeischaffen der Vorgänge, Gompletierung der Akten etc. 1 Registraturbeamter zur Disposition steht". Für die Zentral-Abtei-lung wie für die anderen Abteilungen des Ministeriums hatte dies zur Folge, daß beim Zuwachs von Kompetenzen der Aktenplan der Abteilung durch neu angelegte oder von anderen Abteilungen übernommene und entsprechend umsignierte Akten ergänzt wurde, während der Verlust von Kompetenzen die Abgabe von Akten an andere Abteilungen nach sich zog. Dementsprechend gelangte der Großteil der Akten der Zen-tral-Abteilung betr. persönliche, ehrengerichtliche und Ordensangelegenheiten von Offizieren, Militärärzten und Beamten vor allem in die Registratur der Militär-Abteilung (heute Bestand M 1/4 und von dort z. T. in die Registratur der 1917 neu gebildeten Abteilung für persönliche Angelegenheiten (heute Bestand M 1/5), während reine Personalakten heute in den Beständen M 430/1(Personalakten I), M 430/2 (Personalakten II) und M 430/5 (Personalakten V) zu finden sind. Eine besondere Gruppe innerhalb der Abteilungsregistratur bildeten die vom Chef der Zentral-Abteilung als Adjutant des Kriegsministers verwahrten Akten. Sie waren meist durch den Zusatz"A" (=Adjutantur) oder"Secret" gekennzeichnet und umfassten vorwiegend Geheim- und Personalakte sog. "Offizier-Registratur"). Zu ihnen gehörten die Geheimakten Büschel 47, 199 und 469, die mit "A" bezeichneten Büschel 172, 173, 189-191, 193-196, 199, 200, 202, 203, 207-458, 468 und 469 des vorliegenden Bestandes sowie der ganze Bestand M 1/2 (Sonderakten des Kriegsministers und seines Adjutanten), dessen Bildung und Abtrennung vom übrigen Schriftgut der Zentral-Abteilung wohl hauptsächlich auf das Heeresarchiv Stuttgart zurückgeht. Waren die Akten im wesentlichen dem systematischen Aktenplan der Zentral-Abteilung eingeordnet, so gab es daneben Sonderregistraturen und besondere Aktengruppen der Zentral-Abteilung, die diesem Plan nicht eingefügt waren. Dazu gehörten an erster Stelle die Allerhöchsten Ordres, durch die über die vom Kriegsminister dem König vorgetragenen Gesuchslisten (Büschel 209-458) entschieden wurde; sie wurden vom 1. 1. 1873 an in einer besonderen Registratur verwahrt und bilden heute den Bestand M 1/1(Allerhöchste Ordres) . Ebenfalls als Sonderregistratur wurden die für das Kriegsministerium bestimmten Exemplare der 1874 eingeführten Personalbogen von Offizieren, Militärärzten und Militärbeamten aufbewahrt; sie sind heute - zusammen mit oben erwähnten Personalakten - den Beständen M 430/1, M 430/2 M 430/3 und 430/5 eingeordnet. Außerdem waren dem systematischen Aktenplan nicht eingegliedert die ebenfalls 1874 einführten Stammlisten der Truppenteile (heute im Bestand M 1/11) sowie die Sammlungen der Zeitungsausschnitte (heute im Bestand M 730), der sog. Nekrologe (heute Bestand M 744) und der sog. Denkschriften (heute im Bestand M 731). Schließlich wurden als besondere Gruppen auch die sog. "Kriegsakten" behandelt, d. h. jene Akten, die während des Weltkriegs 1914 - 1918 neben den übrigen, fortgeführten Registraturakten erwuchsen und die speziell Angelegenheiten der Kriegsführung und ihrer Auswirkungen auf die Heimat betreffen; sie sind nur zum kleineren Teil erhalten und überdies z. T. im Bestand M 1/11 (Kriegsarchiv). Sehr wahrscheinlich bei der Zentral-Abteilung wurden die zwei Kriegsstammrollen mit zugehörigen Namensverzeichnissen geführt, die heute dem Bestand M 457 (Kriegsstammrollen des Kriegsministeriums, Höchster Kommandobehörden usw. ) eingeordnet sind. Bis zum Kriegsausbruch im August 1914 hatte die Registratur, von den Auswirkungen der verschiedenen Kompetenzänderungen abgesehen, im wesentlichen so bestanden, wie sie 1871 eingerichtet worden war. Dagegen begannen mit Kriegsausbruch Veränderungen, die sich besonders gegen und nach Ende des Kriegs verstärkten und schließlich zur völligen Umgestaltung der Registratur führten. Bereits im August 1914-wurde ein neues, zusätzliches Kriegs-Geschäftstagebuch begonnen, neben dem bis November 1914- noch das bisherige weiterlief und das danach zum alleinigen Journal der Abteilung wurde. Gleichzeitig begann die Anlage der sog. Kriegsakten, die keine Signaturen mehr enthielten, sondern in den Geschäftstagebüchern nur mit abgekürztem Aktentitel gekennzeichnet wurden. Begann damit die Auflösung der Einheitlichkeit und der inneren und äußeren Ordnung der Registratur, so verstärkte sich die Entwicklung gegen und nach Kriegsende. Sie wurde begünstigt durch die Vermehrung des Geschäftsanfalls, durch die zunehmende Fluktuation des immer weniger geschulten Kanzleipersonals, durch die nachlassende Papierqualität , durch den Verzicht auf die Aktenheftung, eventuell durch den zweimaligen Umzug der Dienststelle nach Kriegsende und vor allem durch die wiederholten Organisationsänderungen. Letztere begannen mit der Errichtung der Dienststelle H, die seit ihrer Verselbständigung als "Ministerialabteilung" im Oktober 1918 sich von der Registratur der Zentral-Abteilung trennte, ein eigenes Journal anlegte, ihre Akten in Schnellheftern ablegte und diese Akten nicht mehr systematisch, sondern nur noch numerisch ordnete und entsprechend signierte. Hinzu kam, dass bei der Umbenennung der Zentral-Abteilung in "Hauptbüro" ein Teil der bisherigen Akten nicht mehr weitergeführt und dafür neue Akten angelegt wurden. Dies wiederholte sich verstärkt im März 1919, als das Hauptbüro in die Abteilungen Ministerialbüro, Hauptkanzlei, Druckvorschriftenverwaltung und Bürokasse sowie Hauptregistratur aufgeteilt wurde. Wiederum wurde nun ein Teil der bisherigen Akten nicht mehr fortgeführt. Andere Teile der Registratur wuchsen dagegen weiter bei der Hauptkanzlei und der Hauptregistratur, deren Akten anscheinend gemeinsam geführt wurden, und beim Ministerialbüro. Wie die Hauptkanzlei und die Hauptregistratur legte dieses Büro außerdem neue Akten an, die ohne System in nur numerischer Folge Signaturen erhielten. Ganz entsprechend wurde bei der Wiedervereinigung dieser Abteilungen zur Zentral-Abteilung im Juli 1919, bei der Umbildung des Kriegsministeriums zum Abwicklungsamt des früheren Kriegsministeriums im Oktober 1919 und bei der Bildung der Abteilung K des Heeresabwicklungsamtes Württemberg im Oktober 1920 verfahren. Dass man sich in der Registratur zurechtfand, obwohl diese immer unübersichtlicher wurde, hatte man sicher auch dem Umstand zu verdanken, dass mit fortschreitender Abwicklung des württembergischen Heeres ältere Akten immer weniger benötigt und der Geschäftsanfall immer kleiner wurden. Als das Heeresabwicklungsamt Württemberg auf 31. 3. 1921 ganz aufgelöst wurde, kam die ganze Registratur der Zentral-Abteilung bzw. ihrer Nachfolge-Dienststellen wohl sofort in die im selben Dienstgebäude untergebrachte Reichsarchivzweigstelle Stuttgart, mit deren übrigen Beständen sie 1937 ins Heeresarchiv Stuttgart und 194-5 ins Hauptstaatsarchiv Stuttgart übernommen wurde. In seiner heutigen Gestalt umfasst der Bestand M 1/3 Schriftgut, das beim Centralbureau und seinen Nachfolge-Dienststellen einschließlich der Abteilung K des Heeresabwicklungsamtes Württemberg erwachsen ist. Zwar hätte man sinnvollerweise die Akten dieser Abteilung K auch dem Bestand M 390 (Heeresabwicklungsamt Württemberg) zuweisen können; analog zu den Beständen der anderen Abteilungen des Kriegsministeriums, die ebenfalls beim Heeresabwicklungsamt Württemberg weitergeführte Akten enthalten, wurden sie jedoch beim vorliegenden Bestand gelassen. Der Bestand M 1/3 enthält jedoch nicht alles bei der Zentral-Abteilung erwachsene Schriftgut. Abgesehen davon, dass manches in andere, oben genannte M-Bestände gelangt ist und dort nun belassen wurde, wurden in früheren Jahren z. T. wohl umfangreiche Kassationen vorgenommen. Hervorzuheben ist der Verlust der Geschäftstagebücher aus der Zeit vor 1910, die zu unbekanntem Zeitpunkt kassiert wurden. Nachdem die Wirren der Novemberrevolution 1918 für die Zentral-Abteilung anscheinend ohne Schriftgutverluste vorübergegangen waren, wurde wohl der größere Teil der sog. Kriegsakten im September 1919 an die Garnisonverwaltung Stuttgart abgegeben und dort vermutlich vernichtet. Kassationen größeren Umfangs, über die Büschel 107 des Bestandes (mit Angabe der jeweiligen Aktensignaturen) Aufschluss gibt, nahm - wahrscheinlich 1932 - die -Reichsarchivzweigstelle Stuttgart bei der Verzeichnung des Bestandes vor; dabei gingen einige Akten verloren, die man heute als archivwürdig erhalten würde. Einige wertlose Akten - vor allem Kassenunterlagen der Bürokasse (0, 5 lfd. m) - wurden bei der jetzigen Verzeichnung kassiert. Nach dem Provenienzprinzip wurden jetzt auch einige Faszikel, die bisher Teil des Bestandes bildeten, den Beständen M 1/4 und M 660 (Nachlass des Kriegsministers v. Marchtaler) eingeordnet; dem Bestand M 390 wurden solche Akten zugewiesen, die nicht bei der Zentral-Abteilung bzw. der Abteilung K dieser Behörde erwachsen sind. Wider besseres Wissen hatte das Heeresarchiv Stuttgart dem Bestand als Anhang 50 Bücher angefügt, die es 1938 aus der sog. Kriegssammlung der ehemaligen Hofbibliothek Stuttgart erhalten hatte. Diese Bücher waren während des Weltkriegs 1914--1918 veröffentlicht, unter Zensur gestellt und in ihrer übrigen Auflage wohl vernichtet worden. Da die einschlägigen Akten, zu denen sie als Anlagen gehören, im Bestand M 77/1 (Stellvertretendes Generalkommando XIII. A. K. ) verwahrt werden, wurden sie nun zu diesem Bestand genommen; ihr Verzeichnis, das dem bisher gültigen Repertorium des vorliegenden Bestandes eingeheftet war, wurde dem Repertorium M 77/1 eingefügt. Umgekehrt enthält der Bestand M 1/3 jetzt einige Archivalien, die bisher in anderen Beständen verwahrt wurden. Übernommen wurden aus dem Bestand E 271 (Kriegsministerium) die Büschel 90, 102, 104, 110, 176, 586 - 589 und 591, aus dem Bestand E 279 (Registraturbücher der obersten Militärbehörden) die Bände 25, 26 und 94-, aus dem Bestand M 4-00/2 (Heeresarchiv Stuttgart - Abteilung Zentralnachweisamt) Büschel 204, aus dem Bestand M 430/2 Büschel 512 sowie aus dem unsignierten Bestand "Aufbau und Organisation" Büschel 109 des vorliegenden Bestandes. Zu unbekannter Zeit, aber vermutlich bald nach ihrer Übernahme ins Archiv wurden die Akten der Zentral-Abteilung in der Reichsarchivzweigstelle Stuttgart verzeichnet. Dabei griff man zurück auf ein wohl nach Kriegsausbruch in der Zentral-Abteilung angefertigtes summarisches Verzeichnis der in der systematischen Sachaktenregistratur vorhandenen Akten, die man nicht ganz zutreffend als "Friedensakten" bezeichnete. Dieses Verzeichnis (Büschel 107) führt die Akten in der Folge ihrer Signaturen und mit Kurztiteln auf und ist vollständiger als ein ähnliches, beim Abwicklungsamt des früheren Kriegsministeriums entstandenes Verzeichnis (Büschel 55). Das Verzeichnis der Friedensakten (Büschel 107) ergänzte man in der Reichsarchivzweigstelle zunächst durch ebenso summarische Verzeichnisse der Geschäftstagebücher und der Akten der Ministerialabteilung, des Ministerialbüros und der Bürokasse. Erst später, wahrscheinlich 1932, fügte man Angaben über die Laufzeit, über durchgeführte Kassationen und über die erst jetzt eingeführte Paketzählung hinzu und schrieb das derart überarbeitete Findmittel 1932 ins reine. Obwohl dieses durch spätere Nachträge ergänzte Repertorium wenig befriedigen konnte, war es bis jetzt in Gebrauch. Bei der jetzigen Neuverzeichnung und Ordnung des Bestandes M 1/3 wurde versucht, den in der Aktenbildung sich widerspiegelnden zahlreichen Organisationsänderungen gerecht zu werden. Den größten Teil des Bestandes machen die von 1871 bis 1918 erwachsenen Akten aus. Sie sind nach den Signaturen des alten, systematischen Aktenplans geordnet, der allerdings noch nicht wiedergefunden, sondern nur anhand eben dieser Signaturen rekonstruiert werden konnte. Diesem Plan sind - mit Ausnahme der Geschäftstagebücher und der sog. Kriegsakten - an passender Stelle auch mehrere unsignierte Stücke eingeordnet worden. In einzelnen, durch Verweise gekennzeichneten lallen waren Korrekturen des Plans nötig. Verwiesen wird an den entsprechenden Stellen des Aktenplans auch auf Akten, die nach November 1918 beim Hauptbüro oder einer anderen Nachfolge-Dienststelle der Zentral-Abteilung weitergeführt wurden und deshalb einer anderen Aktengruppe des vorliegenden Bestandes zugewiesen werden mussten, sowie auf Akten der Zentral-Abteilung, die in den Beständen M 1/4, M 1/5 und M 390 verwahrt werden. Dagegen kann auf das Schriftgut der Zentral-Abteilung in den bereits oben genannten Beständen M 1/1, M 1/2, M 1/11, M 430/1, M 430/2, M 430/3, M 430/5, M 457, M 730 und M 731 hier nur generell hingewiesen werden. Wegen der wenig klaren Trennung der Registraturen wäre eine Scheidung der Akten, die nach Oktober 1918, März 1919, Juli 1919, Oktober 1919 bzw. Oktober 1920 bei den Abteilungen Hauptbüro, Ministerialbüro, Hauptkanzlei, Hauptregistratur, Zentral-Abteilung und Abteilung K erwachsen sind, nur sehr unvollkommen möglich und für die Benutzung des Repertoriums wenig gewinnbringend gewesen. Dieses Schriftgut konnte daher nur in zwei, durch die Behördengeschichte gerechtfertigte Gruppen geschieden werden, die, soweit nötig, durch Verweise miteinander verzahnt sind: in Akten, die bis Oktober 1919 kurrent waren, und in Akten, die nach diesem Datum weitergeführt oder neu angelegt wurden; soweit möglich, wurde der ersten Gruppe die Aktenordnung des Ministerialbüros zugrundegelegt, während das Gliederungsschema der zweiten Gruppe ganz neu zu erarbeiten war. Eigene Gruppen bilden die Akten der Bürokasse und der Ministerialabteilung, die der Zentral-Abteilung bloß angegliedert waren oder als selbständige Abteilungen sich von ihr abgetrennt haben; diese Akten standen mit der Registratur der Zentral-Abteilung nicht oder nur lose in Verbindung. Keiner dieser Aktengruppen ließen sich die Handakten von Offizieren und Beamten der Zentral-Abteilung einordnen; sie wurden deshalb zu einer eigenen Aktengruppe zusammengefasst. Bis Ende 1918 sind alle Akten des Bestandes in der Regel in der Registratur der Zentral-Abteilung erwachsen. Provenienzangaben waren bei den Titelaufnahmen daher nur bei solchen Akten nötig, die von dieser Regel abweichen und die nach Oktober/November 1918 erwachsen sind; soweit nichts anderes angegeben ist, kommen dabei bis zur Bildung der Reichswehrbefehlsstelle Württemberg im August 1919 als Provenienzen nur Abteilungen des Kriegsministeriums in Betracht. Der Bestand wurde - nach Vorarbeiten des Vertragsangestellten Westenfelder - im Sommer 1971 verzeichnet von Oberstaatsarchivrat Dr. Fischer; erst seit Frühjahr 1975 war es ihm jedoch möglich, die Titelaufnahmen zu überarbeiten und das Repertorium fertigzustellen. Der Bestand umfasst 27 Bände (1 lfd. m) und 602 Büschel (13 lfd. m). Stuttgart, im September 1975 Fischer 3. Anhang I: Kriegsminister bzw. Leiter des Kriegsministeriums und seines Abwicklungsamtes nach 1870: 23.3.1870 - 13.9-1874 Albert v. Suckow, General der Infanterie, Kriegsminister (23-3.1870 Chef des Kriegsdepartements; 19.7.1870 Kriegsminister) 13.9.1874 - 22.7.1883 Theodor v. Wundt, Generalleutnant , Kriegsminister (13.9.1874 mit Führung des Kriegsministeriums beauftragt; 5.3.1875 Departements-Chef; 14.6.1879 Kriegsminister) 28.7.1883 - 10.5.1892 Gustav v. Steinheil, General der Infanterie"Kriegsminister (28.7-1883 Departements-Chef; 28.2.1885 Kriegsminister) 10.5.1892 - 13.4.1901 Max Freiherr Schott v. Schottenstein, General der Infanterie, Kriegsminister 13.4.1901 - 10.6.1906 Albert v. Schnürlen, General der Infanterie, Kriegsminister 10.3.1906 - 8.11.1918 Otto v. Marchtaler, Generaloberst, Kriegsminister 9.11.1918 - 15.11.1918 Schreiner, Offizierstellvertreter, Leiter des Kriegswesens 16.11.1918 - 14.1.1919 Ulrich Fischer, Vizefeldwebel, Leiter des Kriegswesens 15.1.1919 - 28.6.1919 Immanuel Herrmann, Leutnant der Landwehr II und Professor an der Technischen Hochschule Stuttgart, Kriegsminister 30.6.1919 - 28.8.1919 Erich Wöllwarth, Oberstleutnant, mit Führung der Geschäfte des Kriegsministeriums beauftragt 28.8.1919 - 30.9.1919 Erich Wöllwarth, Oberstleutnant, Chef der Reichswehrbefehlsstelle 1.10.1919 - 31.3.1921 Erich Scupin, Major, Chef des Abwicklungsamtes des früheren württembergischen Kriegsministeriums bzw.(seit 1.10.1920) der Abteilung K des Heeresabwicklungsamtes Württemberg 4. Anhang; II: Chefs der Zentral-Abteilung: 28.3.1870 - 30.12.1872 Gustav v. Steinheil, Major 30.12.1872 - 25.9-1874 Reinhard v. Fischer, Hauptmann 23c 9.1874 - 26.9.1879 Karl Freiherr v. Reitzenstein, Oberleutnant bzw. Rittmeister 30.9.1879 - 9.10.1899 Paul v. Bilfinger, Hauptmann bzw. Major 9.10.1889 - 19.3.1896 Albert v. Funk, Major bzw. Oberstleutnant 19.3.1896 - 24.2.1899 Gustav v. Steinhardt, Hauptmann 24.2.1899 - 18.7.1902 Heinrich v. Maur, Hauptmann 18.7.1902 - 18.8.1903 Ernst v. Schroeder, Hauptmann 18.8.1903 - 19.11.1909 Hermann v. Haldenwang, Hauptmann bzw. Major 19.11.1909 - 21.4.1911 Max Holland, Hauptmann bzw. Major 21c 4.1911 - 25.2.1914 Richard v. Haldenwang, Major 22.4.1914 - 28.3.1915 Wilhelm Freiherr v. Neurath, Hauptmann bzw. Major 28.3.1913 - 10.6.1918 August Graf v. Reischach, Major 11.6.1918 - 27.3.1919 Erwin Tritschler, Major 5. Besondere Vorbemerkung für Klassifikationspunkt D: Die Zentralabteilung des Kriegsministeriums führte neben ihrer Hauptregistratur noch eine Reihe von Sonderregistraturen und Sammlungen. Hierzu zählten die Allerhöchsten königlichen Ordres und die Sonderakten des Kriegsministers und seines Adjutanten, also die heutigen Bestände M 1/1 und M 1/2, sodann die Ranglisten und die Personalbögen der Offiziere, seit 1906 eine Sammlung von Nekrologen, die 1874 angelegten Stammlisten der Truppenteile, die allgemeine Druckvorschriftensammlung, die seit 1902 geführte Zeitungsausschnittsammlung und die 1907 angelegte Denkschriftensammlung. Die Reichsarchivzweigstelle bzw. das Heeresarchiv vereinigte die Personalunterlagen mit anderem, vergleichbarem Material zu den heutigen Beständen M 430 - M 433 und führte die Nekrologe, heute Bestand M 744, und die Druckvorschriften, heute Bestand M 635/1, als archivische Sammlungen weiter. Nur die in sich geschlossenen bzw. wieder hergestellten Reihen der Stammlisten, Denkschriften und Zeitungsausschnitte ließen sich provenienzgerecht beim Bestand der Zentralabteilung eingliedern (1). Mit Erlass des Kriegsministeriums vom 24. April 1874 / Militärverordnungsblatt 24/1874 wurde die Führung von Stammlisten verbindlich eingeführt. Diese sollten jeweils "die ganze Periode des Truppenteils vom Stiftungsjahr an umfassen" und jährlich zum 1. November bezüglich "Garnison und Wechsel derselben, Ergänzung, Uniform und Bewaffnung, sowie deren Veränderungen, Stamm und Formationsveränderungen, Feldzüge und Schlachten, Auszeichnungen, Chefs, Kommandeure" ergänzt werden. Die Zentralabteilung des Ministeriums sammelte darauf eigene Aufschriebe, eingehende Meldungen, Drucksachen u. a. in für jeden Truppenteil getrennt angelegten Mappen, die, sorgfältig geführt, sich bald zu einem vorzüglichen Auskunftsmittel über die genannten Bereiche entwickelten, bis die Angaben 1912 abbrechen. Zu unbestimmter Zeit wurden die Stammlisten gebunden und dem späteren Bestand M 1/11 Kriegsarchiv zugewiesen, bei dessen Neuordnung 1985 sie wieder herausgelöst und hier eingefügt wurden. Auf Anordnung des Kriegsministeriums vom 9. März 1907 hatte die Abteilungen des Ministeriums solche militärischen Angelegenheiten, die eventuell im Bundesrat, im Reichstag oder im Landtag zur Sprache kommen konnten, aufzugreifen und entsprechende Ausarbeitungen zusammen mit einschlägigen Drucksachen, Zeitschriftenaufsätzen u. a. vorzulegen. Nach Abschluss der einzelnen Fälle verwahrte die Zentralabteilung diese sogenannten Denkschriften, um sie vierteljährlich der zuständigen Abteilungen zur Ergänzung auf den neuesten Stand wieder zuzusenden. Die Mappen waren nach dem Alphabet der Stichworte geordnet und dazuhin durchgezählt; 1911 wurden die Stichworte und die anschließende Nummerierung erneuert und in einem gedruckten Verzeichnis (siehe Anlage) zusammengestellt. Teilweise fanden in den Büscheln auch Vorgänge auf früheren Jahren Aufnahme, bis die Sammlung nach Kriegsausbruch 1914 nur noch in Einzelfällen fortgeführt und schließlich Anfang 1919 an die Abteilung Kriegsarchiv des Ministeriums abgegeben wurde. Nach 1911, vermutlich erst im Heeresarchiv, kam es mindestens zweimal zu Neuformierungen. Aber keine dieser Maßnahmen hat je den gesamten Bestand erfasst, wie er andererseits sich auch nicht vollständig erhalten hat bzw. ganz wiederherstellen lässt. Nachdem im Heeresarchiv eine Anzahl von Büscheln miteinander vermischt, andere hingegen getrennt und neu zusammengestellt worden sind, fehlen nunmehr von der Ordnung des Jahres 1911 die Nummern 15 (oder 16), 19, 26, 49, 51, 56, 79, 80, 93 und 113. 1939/50 vereinigte Regierungsinspektor Alfons Beiermeister das vorliegende Material mit weiteren allgemeinen gedruckten Denkschriften u. a., die bei Aktenausscheidungen angefallen waren, zum späteren Bestand M 730 "Denkschriften". Als dieser 1985 aufgelöst wurde, konnten die Denkschriften der Zentralabteilung wieder provenienzgerecht eingegliedert werden. Seit 1902 sammelte die Zentralabteilung für die Militärverwaltung wichtige Nachrichten aus mehreren, nach Haltung und Ausrichtung unterschiedlichen Tageszeitungen wie Berliner Tagblatt, Frankfurter Zeitung, Der Beobachter, Deutsches Volksblatt, Schwäbischer Merkur, Schwäbische Tagwacht, Stuttgarter Neues Tagblatt, Württemberger Zeitung u. a. Die Ausschnitte wurden ungefähr in chronologischer Folge in nachträglich gebundene Hefte eingeklebt und diesen meist noch eine detaillierte Inhaltsübersicht beigefügt. Nachdem die Sammeltätigkeit 1913 mit einem Sonderband zum Regierungsjubiläum Kaiser Wilhelms II. abgebrochen war, wurde sie bei Kriegsbeginn 1914 in wesentlich erweitertem Rahmen wieder aufgenommen: Neben Ausschnitten von im Staatsanzeiger veröffentlichten Behördenverfügungen standen nun zu Sachthemen wie "Kriegsschauplatz", "Parlament", "Kriegskrankenpflege" angelegte Serien. Zu Jahresbeginn 1916 wurde aber diese Sammlung an die Abteilung Kriegsarchiv des Ministeriums abgegeben und dann dort fortgeführt. Doch verblieb die hauptsächlich aus Parteizeitungen zusammengestellte Gruppe "Stellungnahmen der politischen Parteien zum Kriege", die ursprünglich ebenfalls ausgefolgt werden sollte, zunächst noch bei der Zentralabteilung, die überdies gegen Jahresende 1916 noch eine neue Gruppe "Auslassungen der Presse über die Zivildienstpflicht" eröffnete. Im Juli 1918 sollte die verbliebene sachthematische Sammlung - also ohne die erwähnten Ausschnitte von Behördenverfügungen - an die neugeschaffene "Dienststelle H", die spätere "Ministerialabteilung", abgekürzt M, des Ministeriums übergehen. Inwieweit dies erfolgt ist, muss offen bleiben, da die Sammlung in der bisherigen Form in keiner der beiden Abteilungen weiterbetrieben wurde. Im Heeresarchiv vereinigte Archivangestellter Oberst a. D. Kurt Hiller alle beim Kriegsministerium erwachsenen diesbezüglichen Unterlagen mit weiteren bis ins Jahr 1938 reichenden Zeitungen, Ausschnitten, Denkschriften u. a. zur "Zeitungsausschnittsammlung des Württembergischen Kriegsministeriums", dem späteren Bestand M 731, und legte darüber Bandrepertorium an, das allerdings um 1940 unvollendet blieb. Bei der Aufteilung dieses Bestandes 1985 wurden die Zeitungsausschnitte, die bei der Zentralabteilung ausgewählt und nicht, wie erwähnt, 1916 an das Kriegsarchiv abgegeben wurden, erneut beim Bestand der Zentralabteilung eingereiht. Bereits 1974 verzeichnete Werkvertragsangestellter Westerfelder die Stammlisten, im Frühjahr 1985 Archivangestellter Werner Urban die Denkschriften; dazuhin fertigte dieser das zugehörige Orts-, Personen- und Sachverzeichnis. Für die Zeitungsausschnitte wurden weitgehend die Titelaufnahmen des Findbuchs von 1940 übernommen, für das wiederum von Werner Urban zusammengestellte Orts-, Personen- und Sachverzeichnis außerdem das 1950 zum Bestand M 731 von Beiermeister angelegte Register mitbenutzt. Die Auswahl der in de Titelaufnahmen wie in Beiermeisters Register enthaltenen Stichworte ist begrenzt und könnte anhand der genannten Inhaltsübersichten zu den einzelnen Bänden ergänzt werden, solche, an sich wünschenswerte umfangreiche Erweiterung ist jedoch einstweilen zurückgestellt worden. Die Stammlisten, Denkschriften und Zeitungsausschnitte de Zentralabteilung des Kriegsministeriums umfassen nunmehr die Bände und Büschel 603 - 821 in 3,3 Regalmetern. Stuttgart, im Oktober 1985 (Cordes) (1) Insoweit sind die Angaben in Band 1 des Repertoriums, S. XVIII, nunmehr zu berichtigen.
        BArch, RM 2/1961 · Akt(e) · 1915-1915
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält u.a.: KTB des Landungszuges SMS "Emden" (mit Wegekarte, Abschrift), 9. Nov. 1914 - 8. Jan. 1915 Belagerung von Tsingtau (Brief des Kommandanten des Forts Huitschen Huk Kp.Lt. Kopp mit Lageskizze, Abschrift), 14. Nov. 1914

        Kriegsschiffe der Australischen Station: Bd. 5
        BArch, RM 3/3002 · Akt(e) · 1902-1913
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält u.a.: S. M. S. "Cormoran": Ausführungen von Reparaturen in Melbourne Anfragen zum Schriftsatz zwischen Deutschland und Frankreich für Schiedsverfahren in Casablanca - Angelegenheiten unter Bezugnahme auf das Weißbuch von Samoa Anfrage des Gouverneurs von Samoa über Verhalten bei Ausbleiben von Kriegsschiffen Aufstellung von Listen der auf den Inseln lebenden Deutschen zu Mobilmachungsangelegenheiten

        Reichsmarineamt
        Kriegstagebuch Teil C III: Bd. 3
        BArch, RM 7/161 · Akt(e) · 9. Jan. - 29. Juni 1944
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält: mit: Vorbereitungen (des Ausscheidens) Finnlands aus dem Krieg Marine-Küstenartillerie Einsatz leichte Seestreitkräfte und Sicherungsstreitkräfte, U-Boote Brennstofflage Abfall Finnlands Einsatz von U-Booten in der östlichen Ostsee Unternehmen "Tanne" Handelsschiffs-Angelegenheiten Küstenverteidigung von Westdänemark Heerestruppen Geb. AOK 20 Überwachung gegen Sabotage und illegalen Personenverkehr in dänischen Gewässern sowie nach Schweden Räumung des Seegebietes des Seekommandanten R. Feindlage innere Kronstadt-Bucht Einsatz der Peipussee-Flottille Lage im Finnenbusen Geplante Absetzbewegung aus Raum Luga-Bucht Vorbereitungen Rücknahme Heeresfront in Linie Hungerburg - Narwa Aktion "Vorwärts" Verteidigung Estlands Minenlage in westlicher Ostsee Feindnachrichten zum Einsatz der sowjetischen Ostseeflotte Feind- und Eislage im Finnenbusen Material zur Feindlage Ost, Sowjetunion, Ostsee Bedrohliche Lage Narwa-Front Verwendung schwerer Kreuzer "Prinz Eugen" und sich daraus ergebende Änderung in der Führungsorganisation im Nordraum Jagdschutz im Finnenbusen Bericht zur politischen Lage Finnlands Feindlicher Luftmineneinsatz im Ostseeraum Nachtjagdleitschiff "Togo" Besetzung der Aaland-Inseln und der Insel Hochland Befehl Heeresgruppe Nord für den Küstenschutz an der Nordküste Estlands Weisung für Unternehmen "Tanne" Übungsschießen Schutz der für Transport wichtigen Brücken über den Kaiser-Wilhelm-Kanal im Falle einer feindlichen Landung Nachtjagd gegen feindliche Minenflugzeuge Kommuniqué der finnischen Regierung über die Verhandlungen mit der Sowjetunion Material zur Feindlage Ost (Ostsee) Denkschrift des ObdM über die Bedeutung der Narwa-Stellung für die Gesamtkriegführung Baggerarbeiten im Hafen von Libau Operationsbefehl für Stichwort "Leipzig" Stand Überführung Kampffahrzeuge für Peipussee am 9. Apr. 1944 Verstärkung von Kampfkräften im Skagerrak-Raum Einstellung der Lieferungen an Finnland Statistik für Monat Apr. 1944 Ausbau von Reval als fester Platz Deckname "Rotbuche" Bericht über feindlichen Luftangriff auf Kiel (u. a. Schäden der Germania-Werft) Führerbefehl betr. Abtransport der 20. Lw-Feld-Division aus Bereich W.Bfh. Dänemark zu Ob. Südwest nach Oberitalien Verminung Seeigelsperren Landzielschießen Einsatz der Fahrzeuge der Schulen und Inspektionen zum Minenräumdienst in der Ostsee Sperrplanungen im Finnenbusen Möglichkeiten einer Rückführung von Menschen und Material aus estnischem Raum Russischer Angriff auf der Karelischen Landenge Lage Finnenbusen Verteidigung der Koivisto vorgelagerten Inseln Führerweisung Nr. 50 Evakuierung der Koivisto-Inseln Kurzbericht über Unternehmen gegen Narvi

        Kriegstagebücher
        BArch, RM 16/53 · Akt(e) · 27. Juli - 06. Okt. 1914
        Teil von Bundesarchiv (Archivtektonik)

        Enthält u.a.: Etatdepartement, Offiziere und Kommandeur des III. Seebataillons, Ingenieuroffiziere, Batterien, Kommandeur der Landfront und der Höhe 60 (Batterie Trendel) Kriegsrangliste und Verteilung der Offiziere des III. Seebataillons und Geschäftsverteilungsplan des Kommandos der Landfront, 26. Sept. 1914